
Jäger fordern Anleinpflicht für Hunde
während
der Brut- und Setzzeiten
”Trächtiges Reh von wildernden Hunden gerissen”; “Hund hetzt Rehe über Straße und verursacht schweren Verkehrsunfall” - derartige Meldungen häufen sich nach Angaben des Jagdvereins Hubertus- Giessen e.V. im Frühjahr in der Presse. „Die hessischen Jäger fordern deshalb die Städte und Gemeinden nachdrücklich auf, von der Möglichkeit des hessischen Naturschutzgesetzes Gebrauch zu machen und das Verhalten von Hundebesitzern in der Flur zu regeln. Insbesondere ist es unumgänglich, in der Brut- und Setzzeit der freilebenden Tiere unverzüglich eine Anleinpflicht für Hunde einzuführen”, teilt der 2. Vorsitzende des Jagdvereins Hubertus-Giessen, Dieter Mackenrodt in einer Pressemitteilung mit. Gleichzeitig sollten Städte und Gemeinden Flächen ausweisen, auf denen Hundebesitzer ihre Vierbeiner frei laufen lassen könnten, ohne dass diese die frei lebendenTiere störten oder gefährdeten.

„Die Zahl der Übergriffe von freilaufenden Hunden auf Wildtiere ist in den
vergangenen Jahren drastisch gestiegen”. Dies zeige eine landesweite Auswertung
von Zeitungsberichten. „Vor allem hochträchtige Rehmütter, die in ihrer
Bewegungsfreiheit und Fluchtmöglichkeit stark eingeschränkt sind, fallen in
diesen Wochen mitsamt ihren ungeborenen Kitzen den Hundebissen zum Opfer”. Es
sei erschreckend, dass viele Hundehalter jegliche Tierliebe gegenüber dem Wild
vermissen ließen und ihre Vierbeiner nicht an die Leine nähmen, so der
Jagdverein Hubertus-Giessen e.V. weiter.
Hungermonat allerwärts – ist der März! So lautet eine alte Jägerweisheit, die
auch heute noch Gültigkeit hat. Die Energiereserven des Wildes sind aufgrund des
langen harten Winters aufgebraucht und die Tiere leichte Beute wildernder Hunde.
Weil sich noch allzu viele Hundehalter trotz gut gemeinter Appelle der Jäger
uneinsichtig zeigten, sollten diese von den Kommunen verpflichtet werden, ihre
Vierbeiner zumindest vom 1. März bis 15. Juni außerhalb der Ortschaften
anzuleinen. Der Jagdverein Hubertus Giessen e.V. weist zugleich auf die
hessische “Gefahrenabwehr-Verordnung über das Halten von Hunden” hin. Danach
werden Hunde, die andere Tiere hetzen oder Menschen angreifen, grundsätzlich als
gefährlich eingestuft. Diese Hunde dürften außerhalb des eingefriedeten
Besitztums nur angeleint und in besonderen Fällen nur noch mit Maulkorb
ausgeführt werden. Außerdem schreibt diese Verordnung vor, dass auch alle
übrigen Hunde am Halsband Namen, Anschrift und Telefonnummer des Besitzers
tragen müssen, wenn sie sich im Freien bewegen.
Verstöße gegen diese Verordnung können laut JV Hubertus Giessen mit einem
Wesenstest oder sogar einer hohen Geldbuße geahndet werden. Ferner müssten die
Halter von wildernden Hunden damit rechnen, dass die Jäger für getötetes Wild
Schadensersatz verlangten. Aber auch Autofahrer könnten hohe Regressansprüche
stellen, wenn ihnen hetzende Hunde Wild vor das Kraftfahrzeug getrieben und
dadurch einen Unfall heraufbeschworen hätten.
„Schließlich haben die Jäger auch die gesetzliche Pflicht, das Wild vor den
Nachstellungen der Hunde zu schützen“, merkt Dieter Mackenrodt an. Deshalb
hätten diese auch das Recht, im äußersten Fall wildernde Hunde zu töten, sofern
diese nicht auf andere Weise vom Hetzen des Wildes abgehalten werden könnten.
„Wir sind uns mit dem Hessischen Tierschutzverband und Naturschützern darin
einig, dass die frei lebenden Tiere besser vor wildernden Hunden geschützt
werden müssen“, unterstrich der
1. Vorsitzende Peter N. Werner. Streunende Hunde vertrieben auch Bodenbrüter wie
Rebhuhn, Lerche, Kiebitz, Wildente und Wachtel von ihren Nestern. Mackenrodt:
„Deren Eiere und Junge werden dann ein leichtes Opfer von Krähen und Elstern“.
Generell sollten jedoch alle Grünröcke zunächst das Gespräch mit dem Hundehalter
suchen, der seinen Vierbeiner streunen oder wildern lässt, sowie alle
rechtlichen Mittel ausschöpfen, um das Wildern abzustellen. Die Kommunen seien
auch die richtige Adresse, wenn es darum gehe, die Gefahrenabwehrverordnung
praktisch umzusetzen.
(Dieter Mackenrodt - Jagdverein Hubertus Giessen)
Faszinierende rote Freibeuter
Wie kaum ein anderes Tier hat der Fuchs zu allen Zeiten die Jäger verzaubert.
Sein reaktionsschnelles Verhalten, Schlauheit und List haben ihm nicht nur den
Weg in die Fabel geebnet. Sie sind auch für viele die Herausforderung sich mit
diesem größten heimischen Raubtier zu messen, wobei die jagdliche
Auseinandersetzung mit dem anmutigen und zauberhaften Geschöpf keineswegs immer
ritterlich gewesen ist.
Listig im menschlichen Sinne ist er eigentlich nicht, denn List ist hinterhältig
und gemein. Das ist aber wohl die Art, wie ihn viele Menschen behandelt haben.
Was er dagegenzusetzen hat, ist Sinnesschärfe und blitzesschnelle Reaktion, wie
sie ein Jäger braucht, der von der Jagd leben muss. Denn seine Beutetiere, die
er überrumpeln muss, sind nicht immer scharfsinnig, und auch in der
ursprünglichen Wildnis muss er sich vor noch stärkeren Jägern in Acht nehmen.
Das kann auch heute noch der stärkere Wolf und der Luchs sein. Und in unseren
Bergen schlägt auch heute noch der Adler den Fuchs. Doch nur der Mensch macht
ihm das Leben in der Natur streitig, weil er für ihn ein unerwünschter
Konkurrent ist oder sich an dessen Haustieren vergreift. Mit einer geradezu
traumhaften Anpassungsfähigkeit ist es ihm gelungen, sich allen wechselnden
Umweltbedingungen anzupassen.
Trotz jagdlicher „Kurzhaltung“ rund um die Uhr und nichtjagdlichen
Vernichtungsmaßnahmen durch Gift und Gas und die Tollwut, ist der Bestand
ungeschmälert. Je mehr Mäuse es in einem Jahr gibt, desto mehr Junge hat der
Fuchs in seinem Geheck, und die Fuchspopulation weitet sich aus. Seine
Hauptbeute sind die verschiedenen Wühlmausarten die besonders vermehrungsfreudig
sind. Nicht selten wurden im Magen eines Fuchses mehr als 50 Mäuse gefunden. Ich
bin zugegebener Maßen dem Fuchse freundlich gesonnen, aber ich habe dennoch
keine grundsätzlichen Bedenken gegen eine Bejagung, wenn sie würdig ist. Ich
will den Fuchs auch nicht mit einer Gloriole umgeben und ihn zum Pflanzenfresser
umfunktionieren, obwohl er reife Zwetschgen genauso liebt wie weiche Birnen, und
mit seiner Liebe für Trauben ist er sogar in die Fabel eingegangen.
Jeder Jäger hat am Heckbau schon die Reste von Hase und Kaninchen, Wildente,
Rebhuhn, Rehkitz aber auch von Haustieren gefunden.
Jeder ist aber wohl auch so klug zu wissen, das Meister Reinecke nach
Treibjagden Nachsuche hält und alles konsumiert was angeschossen war, das er
ausgemähte Kitze und Hasen einsammelt, überfahrene Tiere im Straßenverkehr oder
Rehwild, welches eines natürlichen Todes in der Dickung stirbt.
Auf der Schafweide habe ich ihn schon stundenlang Mistkäfer einsammeln sehen.
Von besonderem Reiz ist auch, wenn er Regenwürmer fängt. Die hört er nämlich mit
ihren Borstenhaaren kriechen. Er stellt den Kopf schief und lauscht. Und wenn er
einen packt, dann macht er es ebenso wie Austernfischer und Brachvogel.
Er hält den Wurm, der sich noch mit einem Ende in der Erde festhält auf
Spannung, doch nicht zuviel, damit er nicht abreißt. Plopp gibt der Wurm auf und
Reinecke verspeist ihn.
Ich will auch nicht leugnen, dass er im Winter mal einen Hasen nur mal eben so
anjagt. Ist der Hase gesund, braust er davon und lässt den Fuchs weit hinter
sich. Dann gibt der Fuchs auf, aber wenn es sich lohnt, fängt er den Hasen.
Wenn man ein bejagtes Tier schon nicht isst, sollte die Jagd doch einen Sinn
haben. Anstelle der Trophäe, wenn man von den Fangzähnen einmal absieht, erntet
der Jäger beim Fuchs den Balg, und erst wenn der verwertbar ist, sollte er die
Jagd moralisch auch verantworten können.
Im Oktober steht die Unterwolle bereits so dicht, dass man in vielen Ländern
eine Verwertung schon durchführt.
Die volle Pracht des Winterbalges mit seinen langen Grannen, hat sich aber erst
Mitte Dezember ausgewachsen. Bis Mitte März bleibt er dann so dicht.
Anfang April, das ist dann ohnehin die Zeit, wenn das Geheck gewölft wird, ist
die Pracht dann dahin, und die Fähe rupft zudem die Wolle rund um das Gesäuge
fort und kleidet damit ihr Nest aus. In dieser Zeit des besten Balges fällt
während der Ranz im Januar bis Ende Februar auch die Zeit der höchsten
Aktivität, und das ist auch die Zeit der besten Chance für den Jäger, der kalte
Füße und eine Triefnase nicht scheut. Wie unvergesslich eine klare Winternacht
bei klirrendem Frost sein kann, wenn das weit hallende Bellen der suchenden
Fuchsrüden der einzige Laut ist, haben nur wenige erlebt.
Forstleute sind seit langem der Meinung, das der Fuchs im Wald mehr Nutzen als
Schaden stiftet. Denn die oft erheblichen Schälschäden an jungen Bäumen durch
die Rötelmaus treten immer dann auf , wenn er stark reduziert ist. Keiner will
deshalb die Jagd abschaffen oder Reinecke aus den zu bejagenden Tieren
herausnehmen, wenn ermahnt wird, das doch nur der waidgerecht erlegte
Winterfuchs für viele von uns einen höheren Stellenwert hat als ein guter Bock.
So schreibt auch Kobell schon 1859. Welch schales Gefühl hinterlässt hingegen
der zerstörte Bau, die erschlagenen Jungfüchse oder das zwischen Stahlbügeln
widerlich zerquetschte Mitgeschöpf, das einst ein schmuckes Tier war.
Selbst für die Jagd auf Fuchsrüden gibt es im Hochsommer selten einen wirklichen
Grund, nicht zuletzt deshalb,
weil der Balg nichts taugt. Erinnert sei auch daran, dass Ernst Löns schon 1911
schreibt: Nicht allzu selten wird man den Fuchsrüden im Bau beim Geheck
antreffen, denn der männliche Fuchs ist durchaus nicht der schlechte Vater, für
den man ihn vielerorts zu halten glaubt. Zeigten doch auch die beiden Tierfilmer
Sielmann und Schimanski im Film „Lied der Wildbahn“ die Beuteübergabe des Rüden
an die Fähe.
Der Fuchs ist ein so anmutiges und zauberhaftes Geschöpf, dass wir ihn auch
kommenden Generationen erhalten wollen.
(Dieter Mackenrodt - Jagdverein Hubertus Giessen)
Infoplakat
Die Beeinträchtigungen und Störungen der heimischen Fauna
durch Hunde, Spaziergänger und Jogger geschehen oft völlig unbewußt.
Um hier für mehr Aufklärung zu sorgen, kann die untenstehenden Datei eines Plakates von Vereinsmitglied und Pächter Dr. Ulrich Lany heruntergeladen und von Ihnen im Revier verwendet werden.
Herunterladen
als zip Datei: infoplakat.zip (440KB)
Luchshegering Vogelsberg
Die
größte europäische Raubkatze, der Luchs, ist in den Vogelsberg zurückgekehrt.
Damit sich der Luchs in dieser Region wieder heimisch fühlt und dauerhaft
ansiedelt, haben sieben oberhessische Jagdvereine im Schottener Stadtteil
Rainrod den Luchs-Hegering Vogelsberg gegründet. Als Leiter des Luchs-Hegerings,
der in Hessen einzigartig ist, fungiert der von der Jagdbehörde bestätigte
Jagdaufseher Michael Jüngling aus Schotten.
Nachdem 2005 Luchse bei dem Lauterbacher Stadtteil Maar, bei Grebenhain sowie zwischen Herbstein und Altenschlirf und zuletzt bei Schotten aufgetaucht sind, rief Forstassessor Mohr, Vorsitzender des Jagdvereins "Hubertus" Büdingen, zur Gründung des Luchs-Hegerings Vogelsberg auf. An der Gründungsversammlung nahmen neben "Hubertus" Büdingen Vertreter der Jagdvereine Hubertus Gießen, Butzbach, Lauterbach, Schlüchtern, Gelnhausen, Wetterau sowie der Rotwildhegegemeinschaft Hoher Vogelsberg teil.
Mit Hilfe des neuen Hegerings, der die Jäger des Wetteraukreises, des Vogelsbergkreises, des Main-Kinzig-Kreises und des Kreises Gießen einbezieht, sollen Erkenntnisse über das Vorkommen des Luchses im Vogelsberg zentral gesammelt und eine Dauerbeobachtung aufgebaut werden.
Da der Vogelsbergkreis unmittelbar an den Landkreis Gießen grenzt, stellt auch
der Jagdverein Hubertus Gießen e.V. zwei Luchsbeauftragte, die für Sichtungen im
Landkreis Gießen als Ansprechpartner dienen.

| Schulung der Luchsbeauftragten im Nationalpark Harz, hier Ole Anders, Leiter des Luchsprojekts und Michael Jüngling. | Vor dem Luchsgehege an der
Rabenklippe. Vorne Michael Klee, Luchsbeauftragter für den Landkreis Gießen. |
Bruthilfe für Enten
Hohe Gelegeverluste bei den Enten entstehen insbesondere durch die frühe Legezeit, in der die Vegetation noch nicht ausreichend Deckung bietet. Ist es nicht möglich, zusätzliche natürliche Brutplätze zu schaffen, beispielsweise durch das Aufschichten von Reisighaufen oder das Auf-den-Stock-setzen von Weiden und Erlen in Ufernähe, bietet ein Entenbruthaus eine gute Nistgelegenheit.
Das Ausbringen von Entenbrüthäusern eignet sich besonders in
der Anfangsphase eines neu geschaffenen Teiches. Diese Bruthilfen sollten
möglichst im Wasser aufgestellt werden, entweder frei schwimmend auf einem Flos
oder auf einem Pfahl. Da Enten ihren Brutplatz sehr zeitig aussuchen, sollte
bereits im Winter der Aufbau abgeschlossen sein. Dabei sollte der Pfahl, auf dem
das Bruthaus angebracht wird, etwa 50 bis 60 Zentimeter in den Teichboden
eingeschlagen werden und, je nach Wasserstandsschwankungen, bis zu einem Meter
über die Wasseroberfläche hinausragen. Um das Emporklettern von Ratten zu
verhindern, sollte die
Grundplatte
weit über den Pfahl hinausragen. Zusätzlich kann ein Metallkragen aus Blech am
Pfahl angebracht werden, oder wer nicht so viel Wert auf die Optik legt, kann
auf den Pfahl einen umgestülpten Eimer setzen, vorzugsweise grün.
Das Entenbruthaus kommt dem Sicherheitsbedürfnis der brütenden Ente sehr entgegen, da sie zwischen den einzelnen Holzlatten hindurchäugen kann. Zusätzlich verhindern die Latten einen zu hohen Anstieg der Temperatur im Inneren und sorgt für die nötige Luftfeuchtigkeit, damit die Eier nicht absterben. Daher sollte es nicht zusätzlich verkleidet oder abgedeckt werden!
Die vom Jagdverein Hubertus Giessen e.V. angebotenen
Entenbruthäuser wurden von einer Behindertenwerkstatt der Gemeinnützigen
Schottener Reha GmbH gebaut und sind am Schießstand in Garbenteich für 25,- Euro
zu erwerben.