Archiv 2016 DJV Jagdnetz


Wenn Philosophen denken

TV-Philosoph Precht macht sich in seinem neuen Buch Gedanken über die Jagd. Mehr als Phrasendrescherei und Halbwahrheiten kommen dabei nicht heraus. Der DJV macht den Faktencheck.

 

(Berlin, 27. Dezember 2016) Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft hat TV-Philosoph Richard David Precht sein neues Buch „Tiere denken“ auf den Markt gebracht. Talkshowauftritte und Interviews verstehen sich für den Medienmenschen von allein. Wenn Buchautoren denken, dann wollen sie natürlich ihr Buch verkaufen.

 

Gut für die Verkaufszahlen, dass in Interviews und Talkshows schon lange nicht mehr so genau auf den Inhalt geachtet wird und nur das Setzen möglichst provokanter Aussagen mit moralischem Zeigefinger zählt. Dies gepaart mit dem kräftigen Austeilen gegen ein bis zwei vermeintlich populäre Feindesgruppen und dem Verkaufserfolg steht nichts mehr im Wege. Willkommen im postfaktischen Zeitalter.

 

Der DJV hat einige Behauptungen von Herrn Precht aus dem Kapitel „Naturschutz oder Lustmord?“ aufgegriffen und Fakten gegenübergestellt. Über viele Punkte in dem Buch kann und müsste man sich eigentlich öffentlich aufregen. Dem Autor den Gefallen der Polarisierung und damit der Steigerung seiner Verkaufszahlen tun? Sicherlich nicht.

 

Worum geht es Richard David Precht? Precht versteht sein Buch als „Beitrag zum Tierschutz“ und attestiert, dass ein „gespaltenes Verhältnis zwischen Tier und Mensch“ besteht. Er stellt die Fragen: „Geht es hier [bei der Jagd in Deutschland] denn nicht auch um den Spaß daran, ein edles Geschöpf zu töten, ihm das Fell abzuziehen, es zu köpfen und eine Trophäe zu ergattern“ und „warum ist Jagen in Afrika pervers und in den eigenen Wäldern legitim?“

 

Er beschreibt die Jagd als „Strafexpeditionen gegen die Wildnis“, „tötungsfreudiges Hobby“, „Waidmanns blutige Arbeit“, „sportliche Tötungsfreude“, „einen anmutigen Rehbock zum Zeitvertreib in ein Stück Aas zu verwandeln“, der Jäger wird zum „Terminator des Waldes“, die Jagd ist nach seiner Auffassung „eine seltsame Mischung aus Romantik und Tötungswille“ und so weiter.

 

Precht führt für seine Behauptungen ein juristisches Argument an: Dazu beruft er sich auf § 1 des Tierschutzgesetzes in dem es heißt, „einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen ist verboten“ und stellt die Frage, warum die Jagd dennoch erlaubt ist.

 

Natürlich gibt Precht auch eine Antwort und zitiert den DJV, „dass die Jagd notwendig ist, um Wildbestände zu regulieren sowie Wildschäden in Wald und Feld vorzubeugen.“ Precht nimmt das auf und schreibt: „Ohne Zweifel: Die ökologische Lage der mitteleuropäischen Restnatur ist so problematisch, dass sie in weiten Teilen der Regulation bedarf. Ohne gezielte Maßnahmen wären größere Tiere wie der Rothirsch in Deutschland mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgestorben, und der Reh- und Damwild-Bestand wäre weitaus geringer, als er zurzeit ist.“

 

Leider folgt dann aber die Begründung, dass nämlich die Jäger daran Schuld seien. „Jäger haben die Zahl der Rehe in Deutschland nicht nur vermehrt, sondern zugleich gefährlich hochgezüchtet, Die Fütterung des Wildes im Winter verhindert die natürliche Auslese.“ [..] „Nicht wenige Jäger bestellen sogar Äcker zu dem einzigen Zweck, den Wildbestand durch eiweißhaltige Pflanzen so hoch wie möglich zu halten. Hormonpräpariertes Kraftfutter, das gewaltige Stirnwaffen und Eckzähne hervorbringen soll, tut ein Übriges.“

 

Herr Precht hat aber auch einen Lösungsvorschlag: „Der Wildbestand ließe sich durch empfängnisverhütende Mittel bei der Winterfütterung [ja, das Zitat stimmt, nun verlangt er nach Winterfütterung] sicher und völlig schmerzlos zu regulieren.“

 

Weiter behauptet er, „es geht den Jägern nicht in erster Linie um Naturschutz. Wenn überhaupt, dann ist der Naturschutz nur Nebenfolge eines anderen Motivs, das sich dadurch öffentlichkeitswirksam tarnt.“ Der DJV macht den Faktencheck und entlarvt auf www.jagdverband.de die gröbsten Patzer.


Wilde Küche – es geht nicht um Fleisch allein

Sören Anders ist ehemaliger Sternekoch und Wildbret-Liebhaber. Das WILD Kochbuch ist im INFO-Verlag erschienen und vereint sein Talent  mit einer großen Passion fürs Jagen.

 

(Berlin, 23. Dezember 2016). Eine Vorliebe für regionale Küche garniert mit einer guten Portion Enthusiasmus für die Jagd – Sören Anders' WILD Kochbuch ist voller Ideen. Es kombiniert traditionelle Kost mit moderner Kochkunst. Persönliche Geschichten oder Schmankerl zu wilder Küche und Jagdwesen tischt der ehemals jüngste Sternekoch Deutschlands dem Leser zwischen Rezeptvorschlägen für Vor- und Hauptspeisen auf. Das Buch eint Einblicke in eine Jagdphilosophie, wo der Genuss von Wild eng mit einer nachhaltigen Gewinnung von heimischen Erzeugnissen verwoben ist.

 

Mit 55 Rezepten hat Sören Anders sein Wildkochbuch gefüllt und jedes mit einem verlockend aussehenden Bild illustriert. Die Einteilung der Kochrezepte erfolgt klassisch in drei Gänge. Viele der Vor- und Zwischenspeisen sind gespickt mit ausgefallenen Beilagen, immer mit dem gewissen Extra: Fasanenbrust wird mit Maronenschaum und Brotchips kombiniert, auf Süßkartoffelpüree richtet Anders gebratene Rehleber an Lakritzsoße an. Auch bei den Hauptgerichten beweist er viel Kreativität und verrät seine unvergleichlichen Ideen. Für klassische Wildbret-Liebhaber ist das Kaninchen-Kokos-Curry sicherlich eine neue kulinarische Erfahrung. Nichtsdestoweniger können sich Hobbyköche auch über bodenständige Gaumenfreuden hermachen. Wer ein Rezept für Wildschweinrollbraten oder Rehbolognese sucht, wird hier fündig. Eine kurze Abhandlung zum Thema Wild und Wein macht das besondere Interesse von Sören Anders für Regionalität ebenso deutlich, wie seine Dessertvorschläge.

 

Eingerahmt von allerlei Informationen über Wild-Kochkunst, sind die Gerichte verlockend und regen zum Nachkochen an. Ein Kapitel über Wildkräuter oder das Küchenlatein ergänzen die Rezepte. Aufgelockert wird die Sammlung mit persönlichen Jagdgeschichten. Informationen über Wildarten, Jagdromantik und Jägersprache erlauben Laien einen kleinen Einblick in das traditionsreiche Jagdwesen und räumen mit Vorurteilen auf. Nicht nur Anfänger in Sachen Wildbret finden in diesem Buch einen Anstoß selbst den Kochlöffel zu schwingen. Auch erfahrene Jäger werden sowohl von den kulinarischen als auch den charmanten literarischen Häppchen in ihren Bann gezogen. Dieses Buch ist eine Bereicherung für jeden Wildbret-Liebhaber und wird sicherlich den einen oder anderen für die wilde Küche begeistern. Als Geschenk, kommt es bestimmt auch nach Weihnachten gut an.

 

Sören Anders im Interview:"Wer nicht weiß wie man Fleisch zubereitet, sollte nicht Jagen gehen"

Berlin, 22. Dezember 2016) Für Sören Anders stand schon als Kind fest: Er will Koch werden. Mit fünfzehn Jahren hatte er seinen Jagdschein in der Tasche, mit Mitte Zwanzig wurde er als jüngster Koch Deutschlands mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Im Gespräch mit dem DJV verrät Sören Anders seine Lieblingsrezepte aus seinem neuen WILD Kochbuch und was dieses Jahr zum Weihnachtsfest auf den Tisch kommt.

 

DJV: Herr Anders, mit welchen drei Worten würden Sie Ihre Koch-Philosophie beschreiben?

Anders: Einfach. Reichhaltig. Facettenreich.

 

Und welche drei Worte geben Ihr Wildkochbuch am besten wieder?

Nachhaltig. Informativ. Einzigartig.

 

In Ihrem Wildkochbuch haben Sie viele ausgefallene Rezepte gesammelt. Wer sollte Ihr neues Wildkochbuch lesen?

Im Buch geht es um Wildfleisch, um heimische Produkte und wie man sie zubereitet und um lustige Jagdanekdoten - da ist für alle was dabei. Jeder Hobbykoch sollte es lesen, auch Veganer und Jäger sowieso. Wer nicht weiß, wie man Fleisch zubereitet, sollte auch nicht Jagen gehen.

 

Inwiefern unterscheidet sich das WILD Kochbuch von Ihrem ersten Werk ,,Anders Kochen'' (Rezepte die zu 100 % gelingen)?

Mein erstes Buch ,,Anders Kochen'' enthält meine Leibgerichte, das Wildkochbuch hingegen meine Leidenschaft: Jagd ist eine Passion. Ich möchte, dass Wildfleisch wieder einen anderen Stellenwert in unserer Gesellschaft bekommt. Mehr Bio geht nicht. Jagd und Kochen passt hervorragend zusammen. Der Koch verarbeitet das Produkt und weiß woher es kommt.

 

Was würden Sie jemandem empfehlen, der noch nie Wild gekocht hat?

Es gehört kein Talent dazu, leckere Wildrezepte fürs Abendbrot zu kochen. Man muss es nur wollen. Ob ich jetzt heute Abend ein Rinderfilet oder eine Fasanenbrust zubereiten will – es bleibt in der Sache immer dasselbe. Entscheidend ist, worauf man Lust hat. Ich rate Anfängern einfach loslzuegen und die Rezepte auszuprobieren. Und wenn nach einer ausgiebigen Kochaktion die Küche wild aussieht und der Hunger nagt, schmeckt sowieso alles (lacht).

 

Was ist ihr Lieblings-Wild-Rezept?

Im Buch habe ich viele spannende Rezepte gesammelt, die ich natürlich allesamt toll finde. Am liebsten mag ich aber Gerichte, wo Dinge verarbeitet werden, die oftmals nicht im Kochtopf landen. Ausgefallene Rezepte wie Taubenfüße mit Blumenkohl oder Herzgulasch vom Reh finde ich cool.

 

Ihr Buch ist voller einzigartiger Kochideen. Woher nehmen Sie Ihre Inspiration?

Wenn ich auf dem Hochsitz irgendwann komplett durchgefroren bin, hab ich die tollsten Ideen (lacht). Nein, in Wirklichkeit kommen die Einfälle einach so. Sobald ich mich sehr intensiv mit einer Sache auseinandersetze, werde ich automatisch kreativ.

 

Dann haben Sie sicherlich schon ein ausgefallenes Weihnachtsfestessen geplant. Was kommt dieses Jahr auf den Tisch?

Es gibt Fisch und Wild. Hirschfilet wahrscheinlich, bei den Beilagen bin ich mir noch nicht sicher. Vor Heiligabend geht's nochmal auf den Hochsitz. Dort fällt mir bestimmt was Neues ein.


Oh du wilde Weihnachtszeit

Wildfleisch steht hoch im Kurs – rund 27.000 Tonnen landeten im vergangenen Jahr auf deutschen Tellern. Das zeigt eine aktuelle DJV-Statistik.

 

(Berlin, 15. Dezember 2016) Weihnachten steht vor der Tür und es stellt sich die Frage: Was kommt auf den Tisch? Der Deutsche Jagdverband (DJV) empfiehlt heimisches Wildfleisch als natürliche und nachhaltige Delikatesse. Es ist vitaminreich, fettarm und frei von künstlichen Zusatzstoffen.

 

Wildfleisch erfreut sich großer Beliebtheit: Rund 27.000 Tonnen heimisches Wildbret von Wildschwein, Reh und Hirsch haben die Deutschen allein in der Jagdsaison 2015/2016 verzehrt (1. April 2015 bis 31. März 2016). Damit stieg der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr um knapp 11 Prozent (2014/15: 24.400 Tonnen). Mit 14.340 Tonnen ist das Fleisch vom Wildschwein nach wie vor am begehrtesten. Auf Platz zwei rangiert das Reh mit 8.630 Tonnen, gefolgt von Rot- und Damwild (4.020 Tonnen). Dazu kamen knapp 509.700 Wildtauben, 345.000 Wildenten, 99.800 Fasanen, mehr als 241.900 Hasen und 241.000 Wildkaninchen, die ebenfalls im Kochtopf landeten. Das geht aus der aktuellen DJV-Statistik hervor.

 

Wer sich jetzt noch einen gesunden Festschmaus sichern möchte, sollte allerdings schnell sein. Denn beim heimischen Wild regelt nicht die Nachfrage die Verfügbarkeit, sondern Wildvorkommen und Jagderfolg sind maßgeblich für die Menge des erhältlichen Wildbrets.

 

Tipps zur Zubereitung und Rezepte finden Interessierte auf der Internetseite www.wild-auf-wild.de. Dort kann über die Postleitzahl-Suche der nächste regionale Jäger oder Wildbretanbieter ausfindig gemacht werden. Auch Wild-Restaurants in der Nähe lassen sich über die Postleitzahl recherchieren.

 

Auch im Supermarkt wird Wildfleisch angeboten. „Dabei sollten Verbraucher genau auf die Herkunft achten“, sagt DJV-Präsidiumsmitglied Professor Jürgen Ellenberger. Denn nicht alles Wildfleisch stammt aus der Region und kommt über kurze Transportwege frisch in die Kühlregale. Das Logo "Wild aus der Region" hilft bei der Orientierung: Es steht für Wildfleisch aus heimischen Wäldern und Feldern.


Geflügelpest: Was Jäger wissen müssen

In vielen Teilen Deutschlands ist das Geflügelpest-Virus H5N8 bei verendeten Wildvögeln nachgewiesen worden. Zur Verhinderung der Einschleppung des Virus in Geflügelbestände sollten im Anschluss von Wasserfederwildjagden grundsätzlich keine Geflügelbetriebe aufgesucht werden bzw. die entsprechenden Hygienevorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Jäger unterstützen in Seuchenfällen bundesweit die Veterinärbehörden. Im DJV-Interview gibt das Friedrich-Loeffler-Institut wichtige Hinweise, wie Monitoring oder Probenahme korrekt durchzuführen sind. 

 

(Berlin, 24. November 2016)

DJV: Was sollten Jäger tun, wenn sie verendetes Wasserwild auffinden?

FLI: Menschen sollten tot aufgefundene Vögel nicht anfassen. Sie sollten den Fund der örtlichen Veterinärbehörde melden. Es liegt im Ermessen der zuständigen Behörden (in der Regel Landkreise und kreisfreie Städte), ob sie die Jägerschaft dazu auffordern, sie beim Sammeln toter Wildvögel zu unterstützen.

 

Wenn Wild eingesammelt werden soll, was ist zu beachten?

Im Ernstfall gibt die zuständige Veterinärbehörde klare Regeln vor, an die sich Jäger halten sollten. Grundsätzlich gilt: Kadaver sollten nur mit Handschuhen angefasst werden, etwa mit Einmalhandschuhen aus Nitril. Der Vogelkörper sollte in einen Müllbeutel überführt und dieser anschließend verschlossen werden. Ein Tyvek-Einmalschutzanzug dient bei Sammelaktionen dazu, vor einer Kontamination der Kleidung zu schützen und das Risiko einer Verschleppung des Erregers zu mindern.

 

Wie sollte zum Einsammeln genutzte Kleidung gesäubert werden?

Kontaminierte Kleidung sollte bei mindestens 60°C gewaschen und Gerätschaften sowie gebrauchte Schutzanzüge sollten z.B. mit Peressigsäure oder einem anderen geeigneten Desinfektionsmittel (www.desinfektion-dvg.de/index.php?id=1800) mit ausreichender Einwirkzeit behandelt werden. Einmal-Atemschutzmasken sind nach Gebrauch in einem Müllbeutel zu entsorgen. Das beim Bergen der Vögel getragene Schuhwerk ist zu reinigen und zu desinfizieren, bevor der Ort verlassen wird, an dem die Kadaver gesammelt wurden, um eine Verschleppung des Erregers zu vermeiden.

 

Besteht für Jäger, die Geflügel halten, ein besonderes Risiko?

Ja, in diesem Fall besteht ein großes Einschleppungsrisiko. Daher sollten insbesondere Geflügel haltende Jäger den Kontakt zu toten Vögeln meiden und sie nicht verbringen. Vor Betreten von Geflügelhaltungen müssen unbedingt die Biosicherheitsvorkehrungen beachtet werden, insbesondere das Anlegen von bestandseigener Schutzkleidung und ein Schuhwechsel. Die aktuellen Hinweise der DVG für Tierhalter sollten hierbei beachtet werden.

 

Wie können Jäger die örtlichen Behörden beim Monitoring unterstützen?

Jäger können die Behörden unterstützen, indem sie dem Veterinäramt Totfunde von Vögeln melden. Soweit die zuständige Veterinärbehörde es anordnet, kann die Entnahme von Tupferproben aus Rachen und Kloake (kombinierter Tupfer) von geschossenen Wasservögeln das aktive Monitoring (Untersuchung von gesunden oder gesund erlegten Vögeln) unterstützen. Die Proben sollten flüssigkeitsdicht und gekennzeichnet (Name des Einsenders, Datum und Fundort) an das Veterinäramt geschickt werden.

 

Weitere Informationen:

Aktuelle Risikoeinschätzung des Friedrich-Loeffler-Institutes (Stand: 18. November 2016).


Aujeszkysche Krankheit bei Jagdhund aus dem Odenwald nachgewiesen: LJV Hessen rät Hundeführern zur Vorsicht bei anstehenden Drückjagden

18. November 2016

 

Bad Nauheim. Im Landkreis Odenwald hat sich ein Jagdhund Anfang November auf einer Bewegungsjagd mit dem Aujeszky-Virus infiziert und ist wenige Tage danach in einer Tierklinik verstorben. Das Hessische Landeslabor bestätigte heute nach der Obduktion des Hundes den Verdacht.

 

Die Amtsveterinärin des Odenwaldkreises, Frau Dr. Sabine Sanft erklärte dazu gegenüber dem LJV: „Es ist jederzeit damit zu rechnen, dass sich ein Hund sowie alle anderen Fleischfresser mit dem Aujeszky-Virus infizieren. Dies ist die erste nachgewiesene Infektion bei einem Hund aus dem Odenwaldkreis“. Aber auch Wiederkäuer sowie Katzen können sich infizieren. Die typischen Krankheitsanzeichen sind plötzlich auftretende Apathie, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Juckreiz, hohes Fieber und/oder Lähmungserscheinungen. Bei Verdacht auf eine AK-Infektion sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht und das zuständige Veterinäramt informiert werden.

 

Dr. Thomas Fröhlich vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: „Obwohl Deutschland seit 2003 als frei von AK bei Hausschweinen gilt, haben Untersuchungen ergeben, dass AK bei Wildschweinen in vielen Bundesländern vorkommt. Regional unterschiedlich konnten bei bis zu 30 % der untersuchten Tiere Antikörper nachgewiesen werden. Aufgrund des meist latenten Krankheitsverlaufs beim Schwarzwild wirken die Tiere trotz der Infektion klinisch gesund. Außer in einigen Clustern in Südhessen und einigen wenigen Nachweisen in Mittelhessen kann von keinem flächendeckenden Nachweis in Hessen bei Wildschweinen ausgegangen werden.“

 

Nach einer Information von Dr. Thomas Müller, Fachtierarzt für Virologie am Friedrich-Loeffler-Institut  wurden in Deutschland seit dem Jahr 2000 15 Fälle von AK bei Hunden (inkl. Jagdhunden) gemeldet. „Jagdhunde können sich am ehesten durch Speichel, Nasensekret oder Kontakt mit den Geschlechtsorganen des Schwarzwildes infizieren. Schweiß an sich ist eher ungefährlich, es sei denn, dieser ist mit Organgewebe oder Körpersekreten durchmischt, wie beispielsweise Lungenschweiß.

 

Ein Impfstoff für Hunde ist nicht verfügbar und wird es auch in nächster Zeit nicht geben. Die Infektion führt innerhalb weniger Tage zum Tod des Hundes. Das Virus greift sofort das Nervensystem an. Antikörper im Blutkreislauf könnten den Ausbruch der Krankheit dann nicht mehr verhindern. Der spezielle und sehr schnelle Verlauf zwischen Infektion, Erkrankung und Tod des Hundes macht daher die Entwicklung eines Impfstoffes fast unmöglich. Die Wirkung von Impfstoffen aus Belgien oder Frankreich sind nicht wissenschaftlich bestätigt“, so Laborleiter Dr. Müller. Eine Übertragung des Aujeszky-Virus auf den Menschen ist nicht möglich.

Der Landesjagdverband Hessen e. V. rät daher allen Hundeführern zur Vorsicht bei anstehenden Drückjagden und gibt auf einem Merkblatt Hinweise, um das Risiko für eine Ansteckung so gering wie möglich zu halten.

 

Wichtig: Das Aujeszky-Virus kann auch außerhalb des Wildkörpers selbst bei Minustemperaturen über Wochen infektiös bleiben. Daher Hunde auch von Kirrungen, Malbäumen oder von aufgebrochenem Boden fernhalten!

In der Jagdpraxis lässt sich der Wildkontakt nicht immer vermeiden. Das Ansteckungsrisiko sollte jedoch so gut wie möglich reduziert werden.

 

Laden Sie sich das Merkblatt hier herunter.


Änderung des Bundesjagdgesetzes tritt in Kraft

Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt: Einsatz von halbautomatischen Langwaffen wieder erlaubt

 

(Berlin, 08. November 2016). Die Änderung des Bundesjagdgesetzes zur Verwendung von halbautomatischen Langwaffen mit wechselbarem Magazin wird am 9. November 2016 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt am 10. November 2016 in Kraft. Der neue § 19 Absatz 1 Nr. 2 Buchstabe c lautet: „Verboten ist, mit halbautomatischen Langwaffen, die mit insgesamt mehr als drei Patronen geladen sind, sowie mit automatischen Waffen auf Wild zu schießen“.

 

Die Änderung war notwendig geworden, nachdem das Bundesverwaltungsgericht in zwei Urteilen vom 7. März 2016 die Verwendung von halbautomatischen Waffen mit austauschbarem Magazin bei der Jagd für unzulässig erklärt hatte. Das Urteil hatte für erhebliche Verunsicherung bei Jägern und Waffenbehörden gesorgt. Der Gesetzgeber hat zügig reagiert und stellt jetzt wieder Rechtssicherheit für Besitzer von halbautomatischen Langwaffen mit Wechselmagazin her.

 

Die Allianz der im Forum Waffenrecht zusammengeschlossenen Verbände von Bund der Militär- und Polizeischützen (BdMP), Bund Deutscher Sportschützen (BDS), Deutscher Jagdverband (DJV), Deutsche Schießsport Union (DSU), Verband der Hersteller von Jagd-, Sportwaffen und Munition (JSM) und Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) sowie der Deutsche Schützenbund (DSB) begrüßen die Regelung ausdrücklich.


Die DJV-Geschäftstelle zieht um

Die Kisten sind gepackt und der Umzugswagen steht bereit: Ab 14. November ist die DJV-Geschäftsstelle in der Chaussee 37 in Berlin zu erreichen.

 

(Berlin, 03. November 2016) Zwischen 7. und 11. November 2016 zieht der Dachverband der deutschen Jäger in die neuen Berliner Büroräume in der Chausseestraße 37. Da das gesamte Team mit anpackt, bleibt die Geschäftsstelle in dieser Zeit geschlossen. In dringenden Fällen sind die DJV-Mitarbeiter unter folgender zentraler Rufnummer zu erreichen: 030-20913940. Oder per E-Mail unter djv@jagdverband.de.   

Ab Montag, 14. November 2016, lautet die neue Postanschrift: 

 

Deutscher Jagdverband e.V. 

Chaussestraße 37

10115 Berlin

Telefonnummern und E-Mail-Adressen der Mitarbeiter bleiben bestehen.


Beginn der Drückjagdsaison

Herbstzeit ist Erntezeit: Nicht nur Pilzsammler sind in dieser Zeit im Wald unterwegs, sondern auch Jäger. Die Hauptjagdsaison hat begonnen. Der Deutsche Jagdverband bittet Waldbesucher, auf Warnschilder zu achten.

 

(Berlin, 24. Oktober 2016) In der Hauptjagdsaison von Oktober bis Januar erlegen Jäger einen Großteil der Rehe, Hirsche und Wildschweine. Damit sollen Schäden in Wald und Feld reduziert werden. "Die Bewegungsjagden im Herbst ermöglichen einen effektiven Eingriff in den Wildbestand und tragen maßgeblich zur Erfüllung des Abschussplanes bei. Doch Sicherheit geht vor, Personen oder Nutztiere dürfen auf keinen Fall gefährdet werden", sagt Hans-Heinrich Jordan, Präsidiumsmitglied des Deutschen Jagdverbands (DJV). Die großräumigen Drückjagden können mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Reiter, Jogger und Spaziergänger sollten trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Warnschilder und Absperrbänder unbedingt beachten und das Jagdgebiet meiden. 

 

Auf Sicherheit wird im Jagdbetrieb in Ausbildung und Praxis allergrößter Wert gelegt. Um Jagdteilnehmer und Unbeteiligte vor Gefahren zu schützen, gelten strenge Regeln: Beispielsweise darf der Jäger nur schießen, wenn er Wildart, Geschlecht und Alter eindeutig erkennt. Zudem muss sicherer Kugelfang gewährleistet sein! Das heißt, es darf nur geschossen werden, wenn die Kugel nach dem Durchschlagen des Wildkörpers im Boden versinkt. Ein Schuss auf Kuppen, Richtung Straße, Siedlung oder Personen ist strengstens verboten.

 

Die Teilnehmer einer Jagd sind an ihrer Warnkleidung zu erkennen. Außerdem sind Jagdhunde mit signalfarbenen Westen ausgestattet, die sie weithin sichtbar machen. Während der Jagd können Hunde oder Wildtiere in Waldnähe unvermittelt am Straßenrand auftauchen und die Straße queren. Der DJV ruft daher Verkehrsteilnehmer zu besonderer Rücksichtnahme auf: vorübergehende Geschwindigkeitsbeschränkungen und Hinweisschilder sollten unbedingt beachtet werden.

 

Mit Bewegungsjagden können Jägerinnen und Jäger Pflanzenfresser effektiv regulieren und hochwertiges Fleisch liefern. Wildtiere sollen durch Treiber und Hunde langsam in Bewegung gebracht werden, damit Jäger genügend Zeit haben, das Wild genau zu erkennen und tierschutzgerecht zu erlegen. Rehe, Hirsche und Wildschweine vermehren sich in unserer Kulturlandschaft aufgrund der guten Nahrungssituation stark. Ohne Jagd würden hohe Schäden in Land- und Forstwirtschaft entstehen.


Sicherheit vor Jagderfolg

Wenn im Herbst ein lautes „ Hop hop“ in den Wäldern ertönt, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass die Hauptjagdsaison begonnen hat. Es gelten strenge Sicherheitsregeln.

 

(Berlin, 14. Oktober 2016) Bei den alljährlich stattfindenden Drückjagden handelt es sich um Gesellschaftsjagden, für die strenge Sicherheitsregeln gelten. Grundlage sind die Unfallverhütungsvorschriften (VSG 4.4 „Jagd“) der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau. "Die Sicherheit von Jagdhunden und Jägern hat oberste Priorität. Sie steht vor Strecke machen", so Hans-Heinrich Jordan, Präsidiumsmitglied des Deutschen Jagdverbands (DJV).

 

Bevor der Jäger anwechselndes Wild ins Fadenkreuz nimmt, muss er seine Umgebung genau in Augenschein nehmen und eine Hintergrundgefährdung ausschließen. Das bedeutet beispielsweise, markierte Gefahrenbereiche zu beachten. Ein Schuss in Richtung von Personen, Autos und Siedlungen ist strengstens untersagt. Die Schützen sollten nach Bezug des Standes Kontakt zu Nachbarschützen herstellen. Die Waffe darf erst auf dem Stand geladen werden und muss nach Beendigung des Treibens sofort entladen werden. 

 

Der DJV empfiehlt Jägern, grundsätzlich nur von erhöhten jagdlichen Einrichtungen zu schießen, da ein ausreichender „Kugelfang“ immer gegeben sein muss. Ausschließlich „gewachsener“ Boden ist dafür geeignet. Dieser allein stellt jedoch noch keinen ausreichenden Schusshintergrund dar: Das Gelände muss so beschaffen sein, dass der Eintrittswinkel des Geschosses größtmöglich ist. Der Schusswinkel zum Nachbarn muss größer als 30 Grad sein.

 

Treiber und Schützen sollten Signalkleidung tragen. So werden sie auch bei schlechten Wetterverhältnissen gut wahrgenommen. Damit auch die vierbeinigen Jagdbegleiter gut erkennbar sind,  empfiehlt sich der Einsatz von Signalwesten und Signalhalsbändern, die im Idealfall mit einer Telefonnummer versehen sind. Der Einsatz von Glöckchen bietet zusätzliche Sicherheit und das Wild nimmt die Hunde schon aus weiter Entfernung war.

Generell gilt: Vor und während der Jagd ist Alkohol tabu. Der DJV empfiehlt Jägern zudem, vor der Drückjagdsaison auf dem Schießstand oder im Schießkino das Schießen auf bewegte Ziele zu üben und die Treffsicherheit zu überprüfen. Für die Ermittlung der Treffpunktlage der Jagdwaffe bietet der DJV eine kostenlose Anschussscheibe zum Herunterladen an.

 

Weiterführende Informationen:


"Wild auf Wild" in Nürnberg

Jäger stellen auf Foodcamp Wildfleisch als nachhaltige und moderne Küche vor.

 

(Berlin, 13. Oktober 2016) Der Deutsche Jagdverband (DJV) präsentiert sich am kommenden Wochenende erstmals auf dem vierten Foodcamp der Internetplattform Chefkoch.de in Nürnberg. Über 15 Startups, Verbände und Firmen stellen in den AEG Küchenstudios innovative und spannende Rezepte vor. 150 Blogger und Interessierte werden als Gäste vor Ort probieren, bewerten und diskutieren.  

 

Mit neuem Stand und umfangreicher Ausstattung informiert der DJV zum Thema Wildfleisch und Jagd und hält leckere Kostproben für die Besucher bereit. Highlight der eintägigen Veranstaltung ist das Showkochen des Jägers Gabriel Arendt. Zusammen mit Interessierten bereitet der aus der Fernsehshow "The Taste" bekannte Koch in einer 45-minütigen Session Rehfilet mit hausgemachtem Preiselbeer-Chutney zu.  

 

Das neue Standkonzept "Wild auf Wild" wird auf dem Foodcamp und weiteren Veranstaltungen bis Anfang 2017 getestet, um es später Jägerschaften als Grundausstattung für Grillfeste oder Weihnachtsmärkte bereitzustellen. Dazu gehören speziell konzipierte Roll-ups sowie moderne Kochschürzen, Grillzangen, Becher und vieles mehr. Fotos und eine Live-Berichterstattung gibt es am Samstag auf der Wild-auf-Wild-Seite  und Chefkoch-Seite auf Facebook.

 

Erfolgreicher Test auf Benefizveranstaltung in Stuttgart

Erstmalig vorgestellt wurde die Initiative "Wild auf Wild" in Stuttgart. Großer Andrang herrschte beim Benefizgrillen des Landesjagdverbandes (LJV) Baden-Württemberg auf dem Schlossplatz am vergangenen Dienstag. Innerhalb von vier Stunden verkauften die Jäger etwa 800 Wildschwein-Bratwürste und 300 Maultaschen mit Hirschfleisch für den guten Zweck. Der gesamte Erlös wurde an die Schwäbische Tafel Stuttgart e.V. gespendet. Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch begrüßte die Initiative des LJV Baden-Württemberg und lobte die Veranstaltung in der Stuttgarter Fußgängerzone: "Ich bin ausgesprochene Liebhaberin von Wildfleisch. Es muss viel mehr ins Bewusstsein der Menschen gebracht werden, Wild auf den Speisezettel zu schreiben."


Deutschland seit 2008 offiziell tollwutfrei

Heute ist Welt-Tollwut-Tag. Bei Füchsen wurde die Virus-Erkrankung in Deutschland zwar erfolgreich zurückgedrängt. Fledermäuse können immer noch infektiös sein, wie aktuelle Fälle zeigen. Weil das Rabies-Virus fehlt, explodieren die Fuchsbestände. Der DJV hält deshalb eine Bejagung im Sinne des Artenschutzes für dringend erforderlich.

 

(Berlin, 28. September 2016)

 

Anlässlich des Welt-Tollwut-Tages weist der Deutsche Jagdverband (DJV) darauf hin, dass die terrestrische Tollwut nach Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit seit 2008 aus Deutschland verdrängt ist. Der Rotfuchs war Hauptüberträger. Fledermäuse können allerdings immer noch andere Erreger der Tollwut auf den Menschen übertragen, wie zwei aktuelle Fälle aus Ostfriesland zeigen.

Der DJV rät deshalb, bei apathisch wirkenden Fledermäusen Abstand zu halten und das zuständige Ordnungsamt zu informieren.  

 


Die erfolgreiche Immunisierung beim Fuchs durch Impfköder zwischen 1993 und 2008 schützt den Menschen. Kehrseite der Medaille: Die Fuchspopulation wird nicht mehr durch Tollwut reduziert. Daher haben sich die Bestände des anpassungsfähigen Fleischfressers in Deutschland innerhalb von drei Jahrzehnten etwa verdreifacht. Leidtragende dieser Entwicklung sind unter anderem bereits selten gewordene Vogelarten, die am Boden brüten.

 

Der Kulturfolger Fuchs hat hierzulande kaum natürliche Feinde. Der DJV plädiert deshalb zum Schutz der Artenvielfalt für eine konsequente Bejagung des Fuchses mit der Waffe und der Falle. Zudem kann die Tollwut jederzeit wieder nach Deutschland zurückkehren, da sie laut Robert Koch Institut bei Wild- und Haustieren in weiten Teilen Europas nach wie vor ein Problem darstellt. Eine geringe Fuchsdichte verringert das Ausbreitungsrisiko der Tollwut erheblich.

 

Weitere Informationen zur Tollwut:

Verbreitung

Neben der terrestrischen Tollwut (Rabiesvirus) gibt es noch über ein Dutzend weitere Tollwut-Erreger, die europaweit von Fledermäusen übertragen werden können.

Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich rund  55.000 Menschen an Tollwut. Dabei ereignen sich 99 % der Todesfälle in Asien und Afrika. Indien hat mit 35 % aller weltweit tollwutbedingten Todesfälle den größten Anteil.

 

Übertragung und Symptome

Eine Übertragung des Virus erfolgt in der Regel durch Bissverletzungen, bei denen die Viren vom Speichel des befallenen Tieres in die Blutbahn des Opfers gelangen. Infizierte Tiere verlieren ihre natürliche Scheu vor dem Menschen. Große Aggressivität, Beißsucht, Speichelfluss und Lähmungserscheinungen sind weitere Symptome. Im weiteren Krankheitsverlauf werden erkrankte Individuen apathisch und ziehen sich zurück.

 

Präventiv- und Bekämpfungsmaßnahmen

Nach einer kompletten Grundimmunisierung beträgt die Schutzdauer bis zu 5 Jahre. Danach sollten regelmäßig Auffrischungsimpfungen durchgeführt werden.

Eine kontaminierte Wunde sollte sofort und ausgiebig mit Wasser und Seifenlösung gereinigt werden. Neben der aktiven und passiven Immunisierung gegen Tollwut ist auch an die Tetanusprophylaxe zu denken. Weiterhin ist umgehend das Gesundheitsamt zu informieren.


Erntejagd: Sicherheit vor Erfolg

Vielerorts hat die Ernte von Mais begonnen, eine der letzten verbleibenden Feldfrüchte im Herbst. Für Jäger ergibt sich eine Möglichkeit, Wildschweine effektiv in der Feldflur zu bejagen. Zwei aktuelle DJV-Videos geben wertvolle Sicherheitstipps für die Erntejagd und erläutern die Notwendigkeit.

 

(Berlin, 28. September 2016) Mais wird vom Schwarzwild von der Milchreife Anfang August bis zur Ernte im Oktober gerne als Nahrung und Lebensraum genutzt, es kommt zu Fraß-, Tritt- und Lagerschäden. Die Ernte bietet in vielen Revieren oftmals die einzige Chance, regulierend in die Population einzugreifen. Wenn die Mais-Häcksler anrücken, sind die Wildschweine gezwungen, das schützende Blattwerk zu verlassen, um neue Einstände zu suchen – und können effektiv bejagt werden. „Die Sicherheit hat bei der Erntejagd für alle Beteiligten oberste Priorität”, sagt Hans-Heinrich Jordan, Präsidiumsmitglied im Deutschen Jagdverband (DJV). Deshalb ist im Vorfeld eine fundierte Planung notwendig, die beispielsweise auch das Aufstellen von Warnschildern an Straßen oder die Information von angrenzenden Pferde- und Viehhaltern beinhalten sollte.

 

Der DJV empfiehlt Jägern, grundsätzlich nur von erhöhten jagdlichen Einrichtungen zu schießen, da ein ausreichender „Kugelfang“ immer gegeben sein muss. Ausschließlich "gewachsener" Boden ist dafür geeignet. Dieser allein stellt jedoch noch keinen ausreichenden Schusshintergrund dar: Das Gelände muss so beschaffen sein, dass der Eintrittswinkel des Geschosses größtmöglich ist. Der Schusswinkel zum Nachbarn muss größer als 30 Grad sein.

 

Ideal für Erntejagden eignen sich mobile Ansitzeinrichtungen wie Drückjagdböcke, die während des Ernteverlaufs umgesetzt werden können, dabei sind Sicherheitsabstände zu den Erntemaschinen einzuhalten. Alle beteiligten Personen müssen sich zudem deutlich farblich von der Umgebung abheben – beispielsweise durch das Tragen von Warnwesten. Natürlich ist bei der Jagdausübung ein gültiger Jagdschein mitzuführen. Es gelten die grundlegenden Regeln der Waidgerechtigkeit: Erst ansprechen, dann schießen. Und Erntejagden sind Gesellschaftsjagden: Die jeweils jagdrechtlichen Bestimmungen der Länder müssen beachtet werden. 



EU-Liste invasive Arten: Jäger fordern Unterstützung

37 gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten sind laut EU in Europa unerwünscht – darunter auch der Waschbär, dessen Verbreitung und Populationszahl in Deutschland rasant steigt. Doch wer ihn zurück drängen will, muss dafür Geld in die Hand nehmen.

 

(Berlin, 20. Juli 2016) Die Europäische Union (EU) hat den Waschbär (Procyon lotor) in die Liste der invasiven, gebietsfremden Arten aufgenommen, deren primäres Ziel die Eindämmung der Arten ist. Der Deutsche Jagdverband (DJV) befürwortet diese Entscheidung. "Da der Waschbär dem Jagdrecht unterliegt sind Jäger kompetente Ansprechpartner, wenn es um die Reduzierung von Wildtierbeständen in der Fläche geht", sagt Dr. Jürgen Ellenberger, DJV-Präsidiumsmitglied und zuständig für Neozoen. "Aber öffentliche Aufträge bedürfen öffentlicher Mittel." Der DJV fordert eine finanzielle Unterstützung der Jäger. Dies könnte etwa das Bezuschussen von Fallen, elektronischen Fallenmeldern und Fahrtgeld sein, denn Fangjagd ist zwar eine äußerst effektive Jagdart, aber sehr kosten- und zeitaufwändig.

 

Die Bemühungen der EU werden jedoch im Moment von einigen Bundesländern mit neuen Jagdgesetzgebungen konterkariert: In Hessen etwa ist die Jagdzeit des Waschbären auf den Zeitraum vom 1. August bis zum 28. Februar reduziert worden. "Dies ist völlig unpraktikabel, da die Tiere in der Hälfte der Zeit sehr inaktiv und damit kaum zu bejagen sind", ist Ellenberger überzeugt. Die Bejagung von Jungwaschbären fällt so ebenfalls weg. Um eine Art einzudämmen, ist gerade das Entnehmen des Nachwuchses nötig. In anderen Bundesländern ist die Fangjagd prinzipiell verboten, wie etwa in Berlin. Jäger sprechen sich jedoch gegen einen Vernichtungsfeldzug aus: Der Elterntierschutz gilt auch für invasive Arten – Waschbärmütter, die Junge versorgen müssen, dürfen auch künftig nicht bejagt werden.

 

Ausrottung des Waschbären unmöglich

"Eines muss klar sein: Es ist nicht möglich, den Waschbären aus Deutschland wieder zu entfernen. Er hat sich etabliert und wird Deutschland auch weiter erobern", sagt Dr. Jürgen Ellenberger. Wir können jedoch beeinflussen, wie schnell er sich ausbreitet und wie stark sein räuberischer Einfluss auf die heimische Tierwelt ist. Die bisher vorliegenden Daten sind alarmierend: Seit 2005 beobachten Forscher in Brandenburg einen vehementen Bestandsrückgang der Europäischen Sumpfschildkröte. Wo der Waschbär vorkommt, weist nahezu jedes zweite Reptil schwere Verletzungen auf, wie abgebissene Gliedmaßen und Schwänze. In Thüringen macht der Waschbär dem Uhu die Brutplätze streitig. Er besetzt zwischenzeitlich jeden zweiten potenziellen Brutplatz. Außerdem liefern die Jäger über ihr WILD-Monitoring (Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands) seit 2006 wertvolle Daten zur Ausbreitung des Waschbären. Demnach hat der Waschbär sein Verbreitungsgebiet deutschlandweit in sieben Jahren nahezu verdoppelt und kommt jetzt fast in jedem zweiten Jagdrevier vor (46 Prozent).

 

„Wenn wir die heimische Artenvielfalt erhalten wollen, gibt es nur zwei Stellschrauben: Lebensräume erhalten und verbessern sowie Fressfeinde reduzieren“, sagt Dr. Jürgen Ellenberger. Angesichts der rasanten Ausbreitung räuberisch lebender, gebietsfremder Arten und dem fortschreitenden Lebensraumverlust etwa für Arten der Offenlandschaft und Feldflur fordert der DJV eine flächendeckende Bejagung. Dies schließt auch urbane Räume mit ein.

 

Käseglockennaturschutz veraltet

Völlig gegenläufig sind die derzeitigen politisch motivierten Bemühungen, in Kernarealen von Schutzgebieten die Jagd auf Waschbären auszusetzen. "Es ist absurd, dass wir auf der einen Seite über Beseitigungsfeldzüge gegen invasive Arten diskutieren und auf der andereren Seite großflächig eine Bejagung von Prädatoren in keiner Weise stattfindet", so Ellenberger. Besonders Flächeneigner wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) sollten sich dringend überlegen, ob sie ihrem Verständnis von aktivem Artenschutz überhaupt noch gerecht werden können. Gleiches gilt für Flächeneigner wie NABU und BUND. "Das gesamte Schutzgebietssystem und das derzeitige Konzept des Artenschutzes in Deutschland gehören auf den Prüfstand", fordert Ellenberger.

 

Schluss mit dem Etikettenschwindel beim NABU

Der DJV fordert Naturschutzverbände vor dem Hintergrund der EU-Entscheidung auf, sich zur Fangjagd zu bekennen und auch auf Bundesebene intensiver mit Jägern zu kooperieren: Auf Bundesebene positioniert sich der NABU "gegen den Fallenfang im Rahmen der Jagdausübung", findet dieses Mittel aber legitim im Rahmen des "Wildtiermanagements" und setzt es bundesweit in Projekten ein. "Dem Fuchs ist es egal, ob auf der Falle ‚Jagd‘ oder ‚Wildtiermanagement‘ steht. Das ist moderner Etikettenschwindel", fasst Dr. Ellenberger zusammen.

Im Amtsblatt der Europäischen Union wurde am 14. Juli eine Liste mit 37 invasiven, gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten veröffentlicht; rechtskräftig wird diese am 3. August 2016. Diese Liste ist in Verbindung mit einer seit Januar in Kraft getretenen Verordnung der EU zu sehen, die Mitgliedsstaaten zu verstärkten Bemühungen gegen die Ausbreitung invasiver, gebietsfremder Arten verpflichtet.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=OJ:L:2016:189:TOC

http://ec.europa.eu/environment/pdf/13_07_2016_QA_en.pdf

http://www.jagdverband.de/search/node/Wildtierinformationssystem

 


Jäger halten sich fit für die Jagd

Repräsentative DJV-Befragung zeigt: Neun von zehn Jägern gehen regelmäßig auf den Schießstand oder ins Schießkino, davon über die Hälfte jährlich dreimal und mehr. Auch sonst bilden sich Waidfrauen und -männer aktiv fort. Knapp 27.000 Verbandsmitglieder haben im vergangenen Jahr allein an Fachveranstaltungen und Schulungen der Landesjagdverbände und des DJV teilgenommen. Darunter zahlreiche Multiplikatoren.

 

(Berlin, 27. Juni 2016) Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat heute weitere Daten aus der aktuellen Jäger-Umfrage veröffentlicht. Demnach trainiert jeder Jäger durchschnittlich etwa siebenmal jährlich mit seiner Waffe. Neun von zehn Jägerinnen und Jägern gehen dafür regelmäßig auf den Schießstand oder ins Schießkino, davon über die Hälfte dreimal und mehr. Dort werden beispielsweise anhand von Videosequenzen Situationen für die herbstlichen Bewegungsjagden geübt sowie Schüsse im Stehen oder Sitzen auf Scheiben mit den Umrissen jagdbarer Tierarten. Die Wertung der Schüsse orientiert sich an den inneren Organen: Höchste Punktzahl gibt es, wenn die Region um Herz oder Lunge getroffen wird. "Für den Tierschutz ist das regelmäßige Schießtraining entscheidend. Optimale Treffer müssen immer unser Anspruch als Jäger sein", sagte DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Jörg Friedmann.

 

1.000 Fortbildungsmaßnahmen jährlich auf Bundes- und Länderebene

Auch Fortbildung in anderen Bereichen wird bei Verbandsmitgliedern groß geschrieben: Allein die 15 Landesjagdverbände und der DJV haben im vergangenen Jahr knapp 1.000 Weiterbildungsmaßnahmen angeboten. Etwa 27.000 Jäger nahmen daran teil, darunter viele Multiplikatoren, die ihrerseits in Kreisjägerschaften und Hegeringen aus- und weiterbilden. Auch an der Ausbildung von Berufsjägern ist der DJV beteiligt. Nicht erfasst sind die Veranstaltungen der über 600 Kreisjägerschaften und tausender Hegeringe, die unter dem Dach des DJV regionale Veranstaltungen anbieten. "Es ist beeindruckend, wie professionell sich Jägerinnen und Jäger ihrem Auftrag stellen und Verantwortung übernehmen", sagte Dr. Friedmann.

 

Umweltbildung besonders nachgefragt

Um die Seminar- und Bildungsarbeit weiter zu professionalisieren, hat der DJV im Jahr 2013 eine Akademie gegründet. Besonders beliebt sind die Lehrgänge für den DJV-Naturpädagogen. Mehr als 4.000 Jäger betreiben zwischenzeitlich bundesweit Umweltbildungsarbeit. Die Bildungsinitiative Lernort Natur feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen.

 

Umfangreiche Jägerausbildung

Angehende Jäger absolvieren durchschnittlich 120 Theoriestunden in ganz unterschiedlichen Fachgebieten wie Wildbiologie, Waffenkunde, Fleischhygiene sowie Jagd-, Tier- oder Naturschutzrecht. Hinzu kommt die umfangreiche praktische Ausbildung im Umgang mit Jagdwaffen. Die staatliche Prüfung umfasst einen mündlich-praktischen und einen schriftlichen Teil sowie die Schießprüfung. Etwa 1.500 Euro kostet die Ausbildung in einem Jägerkurs durchschnittlich. Wer sich für das "Grüne Abitur" entscheidet, ist im Schnitt etwa 35 bis 36 Jahre alt.

 

Distanzierung von schwarzen Schafen

"Uns ist wichtig abzubilden, was Jäger für die Umwelt und damit für die gesamte Gesellschaft leisten. Deshalb begrüßen wir, dass der Südwestrundfunk am 29. Juni 2016 ein Feature zum Thema Jagd ausstrahlt", so Dr. Friedmann. Wie der Programmankündigung zu entnehmen ist, spielen darin auch die Themen Schießfähigkeit und waidmännisches Ethos eine Rolle.

Die Haltung des DJV ist dabei klar, sagte Dr. Friedmann: "Mit Ablegen der Jägerprüfung verpflichten sich Jägerinnen und Jäger, vielfältige Pflichten zu übernehmen sowie Arten- und Naturschutz zu betreiben. Sie sollten sich permanent fortbilden, um Ihre Fertigkeiten zu bewahren und auszubauen und sich entsprechend verhalten. Das Gros der Jägerschaft leistet dies selbstverständlich und aus Überzeugung. Von schwarzen Schafen distanzieren wir uns."


25 Jahre Umweltbildung mit Jägern

Bundesjägertag 2016: Lernort Natur feiert Jubiläum

 

(Berlin, 31. Mai 2016) "25 Jahre Lernort Natur – Bildung in Feld und Flur“: Die Jägerinitiative Lernort Natur begeht in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen und ist damit im Fokus des diesjährigen Bundesjägertags. Zu diesem laden der Deutsche Jagdverband (DJV) und die Landesjägerschaft Niedersachsen etwa 400 Delegierte und Gäste aus ganz Deutschland für den 10. Juni nach Wolfsburg ein. Die Delegiertenversammlung ist das höchste Gremium der deutschen Jägerschaft und fasst Grundsatzbeschlüsse.

 

In einer öffentlichen Kundgebung am Freitag spricht ab 15 Uhr der Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung, Christian Schmidt MdB, über aktuelle jagdpolitische Themen. Anschließend wird der Sonderpreis „25 Jahre Lernort Natur“ an drei Preisträger verliehen. Ausgezeichnet werden hervorragende Leistungen in der Umweltbildung, stellvertretend für bundesweit mehr als 4.000 ehrenamtlich tätige Lernort-Natur-Aktive. Zudem werden erste Ergebnisse der repräsentativen Studie "Fokus Naturbildung" vorgestellt. Dafür hat der DJV zusammen mit Vertretern der Land- und Forstwirtschaft Jugendliche aller Schultypen aus dem gesamten Bundesgebiet hinsichtlich ihrer Einstellung zur Natur und deren Nutzung für eine repräsentative Studie befragen lassen.

 

Wer sind "die" Jäger eigentlich? Wie viele Stunden sind sie wöchentlich in der Natur? Und wie viel Geld geben sie für Naturschutz aus? Eine aktuelle Studie soll Aufschluss über Jagd und Jäger in Deutschland geben: Erste Ergebnisse der repräsentativen DJV-Mitgliederbefragung werden auf dem Bundesjägertag vorgestellt.

 

Bereits am Donnerstag, 9. Juni, werden sich Delegierte in zwei Arbeitsgruppen mit aktuellen verbandspolitischen Themen auseinandersetzen. In der Veranstaltung "Grundsatzposition Jagd: So geht es weiter“ wird ein erstes Entwurfspapier erarbeitet, dass anschließend in die Kreisjägerschaften eingebracht und 2017 von den Delegierten endgültig verabschiedet werden soll. Der Workshop "Lernort Natur: Die nächsten 25 Jahre" widmet sich einem Perspektivpapier zur jagdlichen Naturpädagogik. Zudem stehen die Bundesjagdgesetz-Novelle und der künftige Umgang mit halbautomatischen Jagdwaffen als aktuelle jagdpolitische Themen auf der Agenda.

Der DJV vertritt rund 245.000 Jägerinnen und Jäger in Deutschland. Als Zusammenschluss von 15 deutschen Landesjagdverbänden setzt sich der Dachverband als anerkannte Naturschutzvereinigung für den Schutz von Wild, Jagd und Natur ein.

 

Weitere Informationen:

 

Am Donnerstag, 9. Juni, findet um 19 Uhr in der Sankt-Marien-Kirche zu Wolfsburg eine öffentliche Hubertusmesse statt, musikalisch gestaltet von der Es-Horn Gruppe Wolfsburg (Leiterin Gisela Siedentopf).

 

Für das Jubiläum "25 Jahre Lernort Natur", sind am Freitag, 10. Juni, vor dem CongressPark Wolfsburg die Infomobile der Jägerschaften Goslar, Salzgitter, Wolfsburg, Osterode und Wolfenbüttel ausgestellt. Der erfahrene Jäger und Naturpädagoge Wolfgang Ritzke aus Seesen gestaltet eine Aktionsfläche, auf der mit Naturmaterialien gearbeitet wird. Zudem sind Jagdhunde und ein Falkner der Jägerschaft Goslar mit seinem Greifvogel vor Ort (bis circa 17 Uhr).

 

Lernort Natur richtet sich in erster Linie an Kinder und Jugendliche aller Altersklassen. Etwa 70 Schülerinnen und Schüler der zweiten bis vierten Klassen werden die Jubiläumsfeier daher begleiten. Die Kinder durchlaufen einen Naturparcours, arbeiten mit Naturmaterialien und erhalten den Lernort-Natur-Pass.

 

Hier finden Sie das komplette Programm.

 


Bundeslandwirtschaftsminister hält Wort

BJG-Novelle: Klarstellung zu halbautomatischen Waffen mit Wechselmagazin geplant

 

(Berlin, 13. Mai 2016) In einem Schreiben informiert Dr. Robert Kloos, Staatssekretär des Bundeslandwirtschaftsministeriums, seine Länderkollegen, für halbautomatische Jagdwaffen "im Rahmen einer Änderung des Bundesjagdgesetzes eine gesetzliche Regelung der bisherigen Verwaltungspraxis unverzüglich herbeizuführen." Das Bundesministerium des Innern habe hierzu seine Unterstützung zugesagt. Der Deutsche Jagdverband (DJV) und das Forum Waffenrecht (FWR) begrüßen die nun geplante gesetzliche Regelung zur Verwendung halbautomatischer Jagdgewehre mit 2-Schuss-Wechselmagazin. Mit diesem Vorschlag will Bundesminister Christian Schmidt Rechtssicherheit für Behörden, Landespolitik und Jäger schnellstmöglich schaffen. Gemeinsam mit dem FWR und den assoziierten Verbänden hat der DJV erst kürzlich vom Bundeslandwirtschaftsministerium die Klarstellung gefordert, dass halbautomatische Jagdgewehre mit 2-Schuss-Wechselmagazinen auch künftig erlaubt sein müssen.

 

Verunsicherung bei Jägern, Waffenbehörden, Polizei und anderen staatlichen Stellen hat das Bundesverwaltungsgericht Anfang März 2016 verursacht: In einer Einzelfallentscheidung merkten die Richter an, dass Jäger Halbautomaten mit wechselbarem Magazin nicht ohne besonderes Bedürfnis besitzen dürfen. Damit ging das Gericht nach Auffassung von DJV und FWR weit über seine Kompetenzen hinaus und stellte die derzeitige, bislang unumstrittene Gesetzeslage in Frage. Legale Waffenbesitzer wurden von heute auf morgen kriminalisiert und die geltende Gesetzgebung ausgehebelt. Tausenden Jägern drohte völlig unbegründet der Entzug ihrer waffenrechtlichen Erlaubnis und der entschädigungslose Verlust ihres Eigentums. Es kam zu willkürlichen Entscheidungen der Waffenbehörden, die sich teils widersprachen. Sogar für Pistolen und Revolver verweigerten Beamte zwischenzeitlich die Eintragung. Falls Behörden Jäger zur Anhörung für den Widerruf der Erlaubnis auffordern, sollten die Verbände umgehend informiert werden. Bis zur Klarstellung im Bundesjagdgesetz sollten Jäger dringend Widerruf und – wo notwendig – Klage einreichen.

 

Ungeachtet der Klarstellung zu halbautomatischen Gewehren mit 2-Schuss-Wechselmagazin betonen DJV und FWR die Notwendigkeit weiterer Reformen des Bundesjagdgesetzes. "Die angekündigte und in den Ressorts bereits abgestimmte große Novelle muss wie geplant in dieser Legislaturperiode kommen. Die Blockadehaltung des bayerischen Ministerpräsident Horst Seehofer und Teilen der CSU ist weder sachlich begründet noch nachvollziehbar", so DJV-Präsident Hartwig Fischer. Der bereits vorliegende Entwurf zielt im Kern darauf ab, für Jagdmunition sowie für den Schießübungsnachweis bundesweit einheitliche Regelungen festzulegen. Zudem beinhaltet das Papier bundesweit einheitliche Vorgaben für die Jägerprüfung.

"Jäger müssen bundesweit einheitliche Voraussetzungen vorfinden. Es ist dringend an der Zeit, die Stilblüten des Föderalismus wissensbasiert auszumerzen", so DJV-Präsident Fischer. Derzeit müsse in einem Land bleifrei gejagt werden, im nächsten nicht. Das eine Land fordere einen Schießleistungsnachweis, das andere nicht. Die Jägerprüfung ist ein staatliches Examen, das berechtigt, den Jagdschein zu lösen. Dieser hat laut Bundesjagdgesetz bundesweite Gültigkeit. Eine Tatsache, die nicht durch teils absurde Entscheidungen auf Länderebene konterkariert werden dürfe, so Fischer. Der DJV wird den Gesetzgebungsprozess weiter kritisch begleiten und über aktuelle Entwicklungen berichten. 

Bis zur Gesetzesklarstellung sollte die halbautomatische Langwaffe im Schrank bleiben.


Erster Fall von Chronischer Auszehrkrankheit in Europa

DJV-Interview mit Dr. Anne Balkema-Buschmann vom Friedrich-Loeffler-Institut

 

(Berlin, 26. April 2016) Bei einem Rentier in Norwegen ist kürzlich die Krankheit Chronic Wasting Disease (CWD, Chronische Auszehrkrankheit) nachgewiesen worden. Dies ist der erste Nachweis der Tierseuche in Europa. Was Jäger bezüglich CWD wissen müssen, erklärt die Leiterin des Nationalen Referenzlabor für Transmissible Spongiforme Enzephalopathien (TSEs) Dr. Anne Balkema-Buschmann vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) im DJV-Interview.

 

Was ist CWD und woher kommt die Krankheit?

CWD steht für Chronic Wasting Disease (chronische Auszehrkrankheit) und gehört zur Gruppe der transmissiblen spongiformen Enzephalopathien (TSE = übertragbare schwammartige Hirnleiden), zu denen auch die Scrapie bei kleinen Wiederkäuern und BSE beim Rind zählen. Bis zu dem Nachweis von CWD bei einem Rentier in Norwegen trat diese Krankheit bisher nur in Nordamerika und Korea auf. Erste Fälle sind bereits 1967 bei in Gefangenschaft gehaltenen Maultierhirschen in Colorado bekannt geworden. Anfang der 1980er Jahre wurden erste Fälle bei Wildwiederkäuern bekannt, seitdem wurde die Erkrankung inzwischen aus 23 US-Staaten und zwei kanadische Provinzen sowie nach Südkorea gemeldet. Die Übertragung nach Südkorea erfolgte in den 1990er Jahren durch den Import infizierter Rocky-Mountain Wapitis (Cervus canadensis nelsoni), infolgedessen zwischen 2001 und 2005 dort CWD-Fälle nachgewiesen wurden.

In Nordamerika wurde CWD bei Wapiti-Hirschen, Weißwedelhirschen, Maultierhirschen und Elchen nachgewiesen. Etwa die Hälfte der Fälle ist bisher in Gatterwildhaltungen aufgetreten, die anderen Nachweise erfolgten bei erlegtem bzw. verunfalltem Wild. Da erkrankte Tiere den Erreger mit allen Se- und Exkreten ausscheiden (v.a. Speichel, Urin, Kot), und der Erreger über Jahre bis Jahrzehnte im Boden stabil ist, ist eine Bekämpfung in betroffenen Wildtierbeständen nahezu unmöglich.

 

Welche Symptome zeigen erkrankte Tiere?

Die Tiere verlieren an Kondition (deshalb die Bezeichnung Auszehrkrankheit), darüber hinaus zeigen sie zentralnervöse Störungen.

 

Was bedeutet der erste Fall für Jäger und Landwirte in Europa?

Das ist im Moment schwierig zu beantworten, da bisher nur der eine Fall in Norwegen bekannt ist. Über die Wiedereinführung von Überwachungsprogrammen sollte nun diskutiert werden, es gibt bereits entsprechende Überlegungen.

 

Wie wahrscheinlich ist es, dass CWD auch in Deutschland auftritt?

Diese Frage ist anhand der Daten zu nur einem einzigen (zufälligen) Nachweis nicht fundiert zu beantworten. Die geografische Lage Norwegens begünstigt eine Übertragung auf das europäische Festland nicht sehr stark.

 

Betrifft es ausschließlich Wiederkäuer?

Ja, unter natürlichen Bedingungen sind ausschließlich Wiederkäuer betroffen. Es sind aber nicht alle Wiederkäuer-Spezies empfänglich.

Welche Arten sind empfänglich und ist CWD auch zwischen den Arten übertragbar?

Von unseren einheimischen Arten wurde anhand der genetischen Ähnlichkeit zu den betroffenen Arten in Nordamerika besonders der Rothirsch und (in Finnland) der Weißwedelhirsch als empfänglich eingestuft. Und ja, CWD ist zwischen diesen Arten übertragbar.

 

Besteht die Möglichkeit der Übertragung auf den Menschen?

Bisher gibt es keine Hinweise auf ein zoonotisches Potenzial des CWD-Erregers. Dennoch wird natürlich davon abgeraten, das Fleisch von klinisch auffälligen Tieren zu verzehren. Auch in den betroffenen Regionen in Nordamerika ist kein vermehrtes Auftreten von TSE-Fällen beim Menschen zu verzeichnen.

 

Sind Haus- und Wildtiere betroffen?

Unter natürlichen Bedingungen sind nur die oben genannten Spezies betroffen, allerdings sowohl freilebend als auch in Gatterhaltung.

 

Gibt es ein Monitoring für CWD in Europa?

In der EU und Norwegen wurde 2007-2009 (begrenzt fortgesetzt bis 2010) ein Überwachungsprogramm für CWD durchgeführt. Im Rahmen dieses Programms wurde für jeden Mitgliedsstaat eine Stichprobengröße für wildlebende und in Gefangenschaft gehaltene Tiere (Rothirsche) festgelegt. Für Deutschland wurde die Untersuchung von 498 wildlebenden und 498 in Gefangenschaft gehaltenen Rothirschen festgelegt. Im Rahmen dieses Programms wurden EU-weit ca. 13.000 Tiere untersucht, alle mit negativem Ergebnis. Diese Studie ist in einer Stellungnahme der EFSA (Europäische Lebensmittelbehörde) zusammengefasst.

 

Was müssen Jäger in Europa über CWD wissen? Gibt es Verhaltensregeln?

Kleidungsstücke, die mit Organen oder Ausscheidungen von Rothirschen in Kontakt gekommen sind sollten gründlich gereinigt werden. Wildbret, Felle und Trophäen, wenn es nicht zu einer Eröffnung des Schädels gekommen ist, aus den Endemiegebieten in Nordamerika können in Bezug auf CWD auch weiterhin eingeführt werden.

 

Dr. Anne Balkema-Buschmann ist Leiterin des Nationalen Referenzlabor für Transmissible Spongiforme Enzephalopathien (TSEs) am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI).

 


Entdecken, was Jagd ausmacht

Mitmachaktion "Gemeinsam Jagd erleben" geht in die zweite Runde

 

(Berlin, 27. April 2016) Mitgehen, erleben, berichten: So funktioniert „Gemeinsam Jagd erleben“ (#jaeben16). Ab sofort sind wieder alle Jägerinnen und Jäger des Landes aufgerufen, sich an der Mitmachaktion zu beteiligen. Interessierte Gäste sollen im Revier „begreifen“, was Jagd ausmacht. Gerade die jetzt beginnende Bockjagd eignet sich, Laien zu begeistern und gegebenenfalls mit Vorurteilen aufzuräumen. Es muss aber nicht zwingend der Hochsitz sein: Wie wäre es mit gemeinsamem Wild grillen? Oder einer Waldralley mit Kindern aus der Nachbarschaft? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Textbeiträge, Fotos und Videos sind willkommen.

Einsendeschluss ist der 30. November 2016. „Gemeinsam Jagd erleben“ ist eine Aktion der dlv-Jagdmedien (unsere Jagd, PIRSCH, Niedersächsischer Jäger, jagderleben.de) und des Deutschen Jagdverbands (DJV). 

 

Auf alle Teilnehmer warten wertvolle Preise. Bei der Hauptrunde wandern alle Beiträge in zwei Lostöpfe. Der erste ist für Nichtjäger, die ihr Erlebnis verfasst haben. Diese können ein Wellness-Wochenende im Hotel Jakobsberg im idyllischen Mittelrheintal gewinnen. Im zweiten Topf befinden sich die Autoren mit Jagdschein. Der Gewinn: eine fahrbare Kanzel von Udo Röck. 

 

Zudem gibt es 2016 einen Publikumspreis: Die Jäger-Geschichte mit den meisten Facebook-Likes gewinnt eine brandneue Jagdwaffe, die eines Nichtjägers ein hochwertiges Fernglas von Minox. Verlosung und Preisübergabe finden Anfang Februar 2017 auf der Messe „Jagd & Hund“ in Dortmund statt. 

 

Neu ist die dritte Kategorie, der Medienpreis: Hierfür qualifizieren sich Erlebnisberichte, die es  in ein nichtjagdliches Medium schaffen (Print, Radio, Fernsehen). Der mit insgesamt 1.000 Euro dotierte Preis wird von der Jury des DJV-Journalistenpreises "Wildtier und Umwelt" ausgewählt und auf dem Bundesjägertag 2017 verliehen.

Mitmachen kann (und soll) jeder: Einfach Texte, Bilder oder Videoclips senden an jaeben@jagderleben.de (Bei großen Datenmengen bitte gängige Filesharing-Programme benutzen.). Vom Gewinnspiel ausgenommen sind lediglich hauptamtlich tätige Mitarbeiter des DJV, der Landesjagdverbände und der Deutschen Landwirtschaftsverlag GmbH. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Weitere Informationen gibt es unter www.jaeben.jagderleben.de. Unter #jaeben16 erscheinen die eingesandten Beiträge auch auf der Facebook-Seite www.facebook.com/jaeben.jagd.erleben sowie auf Twitter.

 

Hier gehts zum Video "Gemeinsam Jagd erleben 2016" 

 


Jagdgegner-Initiative gescheitert

80 Prozent der EU-Parlamentarier lehnen Einfuhrverbot von legalen Jagdtrophäen ab

 

(Berlin, 22. April 2016) Mitte Januar 2016 brachte eine Gruppe von EU-Parlamentariern eine schriftliche Erklärung ein, die nur ein Ziel hatte: ein Komplettverbot der Einfuhr von legalen Jagdtrophäen aus Entwicklungsländern. Hätte die Mehrheit der Parlamentarier unterschrieben, wäre die Erklärung zur offiziellen Meinung des EU-Parlaments geworden. Doch zum Stichtag Anfang der Woche stand fest: 80 Prozent der Parlamentarier sind gegen ein Verbot. Karl-Heinz Florenz, Präsident der parlamentarischen Intergruppe "Biodiversität, Jagd und ländlicher Raum" sagte dazu: "Die Mehrheit der Mitglieder des Europäischen Parlaments ist nicht der Meinung, dass ein Einfuhrverbot der richtige Weg ist, um den Artenschutz voranzubringen. Wir erkennen ohne Wenn und Aber an, dass hier die einheimische Bevölkerung und die europäischen Jäger eine wichtige positive Rolle spielen." 

 

In enger Abstimmung mit FACE, dem europäischen Dachverband der Jäger, hat der DJV im Vorfeld die über 90 deutschen Europaabgeordneten angeschrieben und scharf gegen die fehlerhafte Erklärung protestiert. Unter anderem enthielt das Papier die Behauptung, das Artensterben sei vor allem auf den Einfluss des Menschen zurückzuführen. Die Trophäenjagd trage dazu bei, dass Arten mit Symbolcharakter ausstürben. Dass Einnahmen aus der Trophäenjagd dem Artenerhalt und ortsansässigen Gemeinschaften nutzten, hätten Wissenschaftlern widerlegt."  Der DJV machte in seinem Schreiben deutlich, dass die Abschaffung der Auslandsjagd zerstörerische Auswirkungen auf die Artenvielfalt hätte. Die Weltnaturschutzunion IUCN habe deshalb in den „Leitlinien für die Trophäenjagd als Instrument zur Schaffung von Anreizen für Naturschutz“ eindeutig dargelegt, dass die Auslandsjagd ein wichtiges, sinnvolles und positives Mittel für den Erhalt der Artenvielfalt sein kann. Diese Position hat die IUCN vor wenigen Tagen in einem 19-seitigen Dokument erneuert.

 

„Angesichts der derzeit kontroversen Diskussion zu Jagdtourismus in Politik und Öffentlichkeit ist das klare Bekenntnis der EU-Parlamentarier pro legaler Auslandsjagd sehr wichtig“, sagte DJV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bethe. Er dankte FACE für die erfolgreiche Arbeit und begrüßte es ausdrücklich, das eine große Mehrheit im Parlament wissensbasiert gehandelt habe: Die Entscheidung für eine nachhaltige Jagd könne auch in Afrika oder Zentralasien wichtige Beiträge zum Naturschutz leisten, indem Wildtiere einen monetären Wert erhielten. Das schütze sie vor Wilderei und somit vor der Ausrottung, so Dr. Bethe. Im Brief an die EU-Abgeordneten führte der Dachverband der Jäger zahlreiche Studien an, die zeigen, wie Auslandsjagd zum Schutz der Megafauna beitragen kann.

 

Weiterführende Informationen:

IUCN-Leitlinien für Trophäenjagd

Negativtrend in der Megafauna Afrikas durch Jagdverbot und Wilderei

Managementplan für Elefanten in Kenia

Positive Auswirkungen der legalen Auslandsjagd

 


DJV Newsletter

(Berlin, 12. April 2016)

Liebe Jägerinnen und Jäger,

 

die neue Landesregierung Sachsen-Anhalts formiert sich in diesen Tagen. Die alte schwarz-rote Regierung hat mit der Wahl am 13. März ihre Mehrheit klar verloren. Aufgrund schwieriger Koalitionsmöglichkeiten formiert sich jetzt eine schwarz-rote Regierung mit grüner Beteiligung. Bündnis 90/Die Grünen (5,2 %) beansprucht in den Verhandlungen zwei von acht Ministerien, darunter das Kultusministerium sowie das Landwirtschafts- und Umweltministerium. Hier sind Reformen des Jagdrechts geplant, die unter anderem ein Fangjagdverbot und ein Bleiverbot beinhalten.

 

Umweltministerium darf nicht zum Spielball werden

Aus diesem Grund demonstriert der Landesjagdverband Sachsen-Anhalt am Mittwoch, 13. April ab 11.00 Uhr in Magdeburg im Bündnis mit Partnern des ländlichen Raumes gegen die Vergabe des Umweltministeriums an Bündnis90/Die Grünen: "Die Stunden entscheiden über die Zukunft unseres Jagdwesens, der Landnutzung und des gesamten ländlichen Raums in Sachsen-Anhalt", sagt LJV-Präsident Dr. Hans-Heinrich Jordan. "Wir fordern deshalb, dass die erfolgreiche Arbeit des bisherigen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt fortgesetzt wird und die jetzige Struktur und Verantwortung erhalten bleibt. Wir rufen alle Jägerinnen und Jäger auf, gemeinsam mit allen Landnutzern unsere Forderungen am 13. April um 11:00 Uhr aktiv auf der Demonstration in Magdeburg zu unterstützen."

 

Demonstrieren Sie mit!

Unterstützen Sie unsere Jägerinnen und Jäger und alle Nutzer des ländlichen Raums in Magdeburg und demonstrieren Sie mit!

Wann: Mittwoch, 13. April - 11.00 Uhr

Wo: Magdeburg, Domplatz

Wie: Jäger bitte in Warnkleidung, wenn möglich mit Jagdhorn

 


Wildschweine profitieren von milden Temperaturen

DJV veröffentlicht WILD-Jahresbericht 2014

 

(Berlin, 21. März 2016) Wildschweine haben sich mittlerweile in ganz Deutschland verbreitet und werden aktuellen Daten zufolge selbst in den Bereichen der Nordseeküste und alpinen Gebieten erlegt. Das zeigen die neuen Streckenzahlen der Jäger, die der Deutsche Jagdverband (DJV) heute im WILD-Jahresbericht veröffentlicht. WILD, das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands, erfasst neben Streckenstatistiken der Bundesländer auch Informationen über Populationsentwicklungen ausgewählter Arten, Wildkrankheiten und Wildunfälle. Der Fokus des neuen Berichtes liegt auf Schalenwildarten, wie Rotwild, Wildschwein und Reh, deren Streckenzahlen seit Jahren kontinuierlich steigen.

 

Doch die steigenden Streckenzahlen sind kein deutsches Phänomen, wie Forscher des Thünen-Instituts in Eberswalde (TI) und der Universität Wien anhand einer Auswertung von internationalen Jagdstrecken über mehrere Dekaden zeigen. Verbesserte Lebensgrundlagen für Schalenwild - mehr Nahrung und Deckung - sind die Hauptfaktoren. Hinzu kommen mildere Winter und energiereiche Nahrung, wie Raps und Mais in der Landwirtschaft. Häufigere Baummasten im Wald verringern die natürliche Sterblichkeit. Eine Erhöhung der Abschusszahlen ist die folgerichtige Konsequenz, denn anpassungsfähige Tierarten, wie etwa Wildschweine, konnten ihren Lebensraum in Zentraleuropa innerhalb von vier Jahrzehnten verdreifachen. "Ohne die Jagd würde der Bestand kontinuierlich noch weiter steigen", sagt Dr. Volker Böhning, zuständig für WILD im DJV-Präsidium.

 

Positive Bilanz für den Feldhasen

Bei den Zählergebnissen in den WILD-Referenzgebieten wird auch jährlich die Situation des Feldhasen betrachtet, eine wichtige Indikatorart für die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Im Jahr 2014 zeigte sich erfreulicherweise ein bundesweiter Zuwachs der Feldhasenpopulation im Offenland von 15 Prozent. Mit dem viert-wärmsten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 waren die klimatischen Verhältnisse günstig. Auch der Frühling war überdurchschnittlich trocken und warm. Dies dürfte sich positiv auf die Überlebensraten besonders bei Junghasen ausgewirkt haben. Eine starke Bejagung von Fressfeinden sowie eine Landwirtschaft mit Augenmaß, die geeigneten Lebensraum für den Feldhasen bereit stellt, sind ebenfalls wichtige Kriterien. Welchen Einfluss die Landwirtschaft haben kann, zeigt ein Gastbeitrag im neuen WILD-Bericht: So wird das vom DJV, der Deutschen Wildtier Stiftung (DeWiSt) und dem Internationalen Rat zur Erhaltung der Jagd (CIC) koordinierte „Netzwerk Lebensraum Feldflur“ vorgestellt; ein Best-Practise-Projekt, welches beispielhaft für eine intersektorale Zusammenarbeit von Jagd, Landwirtschaft und Energiewirtschaft steht. Ziel ist es zu zeigen, wie Energieerzeugung aus Biomasse enger mit den Zielen des Natur-, Arten- und Landschaftsschutzes verknüpft werden kann.

 

Ein weiterer Gastbeitrag zum Einsatz von Fanggeräten zeigt die Notwendigkeit des Erhalt der Fangjagd für den Artenschutz sowie für Wissenschaft und Forschung. Der DJV setzt sich bereits seit einigen Jahren intensiv für die Umsetzung des internationalen AIHTS-Abkommens (Übereinkommen über internationale humane Fangnormen) ein.

 

Das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands ist eine Initiative des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und seiner Landesjagdverbände. Jäger erfassen und dokumentieren ehrenamtlich bereits seit dem Jahr 2001 gemeinsam mit Wissenschaftlern die Verbreitung und Bestandsentwicklung ausgewählter Wildarten auf wissenschaftlicher Basis. So werden Tierarten gezählt, eingeschätzt und durch ergänzende Jagdstreckenanalysen deren Populationstrends ermittelt.

Den aktuellen WILD-Bericht 2014 sowie weitere Informationen zum Projekt gibt es jetzt im Internet.

 

Bis zu drei Printexemplare können kostenfrei über die DJV-Service GmbH angefordert werden, bei mehr Ausgaben sind die Versandkosten zu zahlen: Friesdorfer Straße 194a, 53175 Bonn, Tel. 02 28 / 3 87 29 00, E-Mail: info@djv-service.de

 


Achtung, Zeitumstellung!

Eine Stunde entscheidet zwischen Leben und Tod

 

(Berlin, 18. März 2016) Am 27.03. werden die Uhren auf die Sommerzeit umgestellt und der Berufsverkehr fällt plötzlich wieder in die Dämmerung. Damit steigt die Wildunfall-Gefahr rapide an, weil Reh, Hirsch und Co. besonders in den frühen Morgenstunden aktiv sind. Hinzu kommt: Nach der winterlichen Fastenzeit sind die Pflanzenfresser verstärkt auf Nahrungssuche. Der Deutsche Jagdverband (DJV) bittet Autofahrer, in den kommenden Wochen besonders vorsichtig zu fahren. Dies gilt insbesondere für Überlandstraßen im und am Wald. 

 

"Wild kennt weder Zeitumstellung noch Verkehrsregeln", erklärt DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Jürgen Ellenberger. In den nächsten Wochen heißt es also gerade in der Dämmerungsphase: "Fuß vom Gas". Heimische Wildtiere benötigten im Frühjahr verstärkt Mineralien, insbesondere für den Fellwechsel, das Geweih-Wachstum und bevorstehende Geburten, so Dr. Ellenberger. Wie ein Magnet wirkten deshalb Streusalzreste an Straßenrändern. Zudem seien junge, unerfahrene Rehböcke jetzt auf Reviersuche und überqueren dabei achtlos Straßen. 

 

Die Wildunfallstatistik 2015 des DJV zeigt insgesamt einen Rückgang der Unfälle mit Paarhufern: im Vergleich mit dem 5-Jahres-Durchschnitt der Vorjahre minus 5,3 Prozent. Allerdings haben Zusammenstöße mit Wildschweinen um 8 Prozent zugenommen. Knapp 212.800 Rehe, Wildschweine und Hirsche ließen ihr Leben 2015 auf deutschen Straßen. Das geht aus der aktuellen Wildunfallstatistik hervor, die der DJV heute veröffentlicht hat. Rehwild verursachte mit 86 Prozent die meisten Unfälle.

 

Was tun, um Wildunfälle zu vermeiden? http://www.jagdverband.de/content/wildunfallprojekt

 



Osterhasen-Bestand seit 14 Jahren stabil

Frühjahr 2015: bundesweit 11 Mümmelmänner pro Quadratkilometer

 

(Berlin, 14. März 2016) Durchschnittlich 11 Feldhasen haben Jäger und Wissenschaftler pro Quadratkilometer auf Deutschlands Feldern und Wiesen im Frühjahr 2015 gezählt. Dies geht aus aktuellen Monitoring-Daten hervor, die der Deutsche Jagdverband (DJV) heute veröffentlicht hat. Ausgewertet haben Wissenschaftler die Daten aus rund 450 Referenzgebieten im Rahmen des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD). Vorsichtige Hochrechnungen ergeben: In Deutschland leben derzeit rund 3 bis 3,5 Millionen Feldhasen - auf 25 Bundesbürger kommt also ein Osterhase. Die Bestände des Feldhasen sind seit Beginn der bundesweiten Erfassung im Jahr 2002 trotz leichter Schwankungen stabil.

 

Zuwachsraten durchweg positiv

Um Entwicklungstrends besser einschätzen zu können, zählen Jäger und Wissenschaftler zwei mal jährlich auf denselben Flächen und ermitteln die Nettozuwachsrate. Erfreulich: Von Frühjahr bis Herbst 2015 lag diese im Bundesschnitt bei 16 Prozent und damit vergleichsweise hoch. Spitzenreiter waren das Südwestdeutsche Mittelgebirge und die Norddeutsche Tiefebene mit 21 Prozent Zuwachs. Auch die sonst eher mit geringen Feldhasenbesätzen ausgestatteten Mittelgebirgsregionen konnten Zuwächse von bis zu 15 Prozent erreichen. Die Auswertung der Herbst-Zählergebnisse ergibt eine Besiedlungsdichte von 12 Feldhasen pro Quadratkilometer Offenlandfläche.

 

Lebensraum verbessern

"Maßgeblich für den Feldhasen sind Lebensraum, Witterung und Fressfeinde", sagte DJV-Vizepräsident Dr. Volker Böhning. Nasskaltes Wetter im Frühjahr setze den Junghasen ebenso zu wie viele Fressfeinde oder mangelhafte Habitate. Dazu gehören auch Lebensräume mit stark befahrenen Straßen: Nach aktuellen DJV-Erhebungen beträgt der Anteil der Verkehrsopfer an der Jagdstatistik bundesweit mehr als ein Viertel. In Brandenburg werden sogar drei von vier Tieren, die in der Jagdstatistik erscheinen, im Straßenverkehr getötet.

 

Arten- und strukturreiche Felder und Wiesen sind wichtig für den Feldhasen. Leider ist der Anteil vielfältiger Brachflächen in den letzten Jahren stark zurückgegangen – unter anderem durch den Wegfall von Subventionen und den Boom nachwachsender Rohstoffe. Krautreiche Randstreifen fehlen zunehmend, da Felder zu größeren Flächen zusammengelegt werden. "Für Feldhase und Co. brauchen wir mehr produktionsintegrierte Maßnahmen in der landwirtschaftlichen Fläche, etwa Blühstreifen mit Wildkräutern", so Dr. Böhning. Solche ökologischen Trittsteine müssten wirtschaftlich wesentlich attraktiver gestaltet werden für Landwirte. Hier sei die Politik gefragt.

 

(Grafik Hasenbestand in Deutschland im Jahr 2015 - als PDF-Link)

 

Hintergrundinformationen:

 

Das Wildtier-Monitoring der Jäger

Das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) wurde im Jahr 2001 von DJV und seinen Landesjagdverbänden gegründet und liefert seitdem wertvolle Informationen über Vorkommen und Populationstrends ausgewählter Arten. Jedes Jahr zählen Jägerinnen und Jäger nach wissenschaftlichen Methoden die Feldhasenbesätze in rund 450 Referenzgebieten Deutschlands.

 

Die Zählungen der Feldhasen werden je zweimal im Frühjahr und Herbst durchgeführt. Dafür wenden die Teilnehmer ehrenamtlich jedes Jahr mehr als 5.000 Stunden auf. Für die sogenannte Scheinwerfertaxation leuchten Helfer nachts entlang festgelegter Wegstrecken Felder mit normierten Scheinwerfern ab. Über die abgeleuchtete Fläche und die gezählten Individuen kann der Besatz ermittelt werden. Die Lichtreflexion der Hasenaugen ist eindeutig. Es besteht keine Verwechslungsgefahr zu anderen nachtaktiven Tieren wie Füchsen, streunende Hauskatzen oder Mardern.

 

Journalisten können Hasenzählungen begleiten

Aktuell steht der Feldhase wieder im Rampenlicht: Jäger und Wissenschaftler führen die bundesweiten Frühjahrszählungen durch. Bei Interesse vermittelt der DJV nach Möglichkeit regionale Ansprechpartner an Journalisten.

Kontakt: pressestelle@jagdverband.de

 


Bären im Gartenhäuschen

Ab März sind Waschbären vermehrt in Siedlungen unterwegs / Jäger-Video gibt hilfreiche Tipps

 

(Berlin, 04. März 2016) Ein nächtliches Poltern auf dem Dach, umgeworfene Mülltonnen oder zerkratzte Wände im Gartenhäuschen? Ab März suchen Waschbären nach einem geeigneten Unterschlupf zur Aufzucht der Jungen - und finden optimale Bedingungen in menschlichen Siedlungen. Das führt zu Konflikten, spätestens, wenn der Apfelbaum geplündert oder die Küche verwüstet ist. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hilft dabei, wilde Situationen in Haus und Garten zu meistern.

 

Der maskierte Räuber ist meist nachtaktiv und erklimmt geschickt Bäume und Hausfassaden; über lose Ziegel gelangt er auf den Dachboden. Gekippte Fenster oder Katzenklappen ermöglichen dem behänden Kleinbären den Zutritt zum Haus, wo er Lebensmittel klaut, Mülleimer ausräumt und erhebliche Schäden anrichten kann. Zugänge zu Haus und Gartenlaube sollten deshalb besonders nachts verschlossen werden.

 

Mit Vorliebe fressen die Kulturfolger Obst, Essensreste und Kompostabfälle. Auch Tierfutter wird nicht verschmäht und sollte deshalb nachts nicht im Freien bleiben. Mit seinem possierlichen und neugierigen Auftreten wächst er vielen Menschen ans Herz. Dennoch gilt: Nicht füttern und nicht anfassen, denn Wildtiere sollen wild bleiben. Zudem sind alte Speisereste kein Waschbärfutter, das Krankheitsrisiko steigt. Und der immer hungrige Kleinbär bringt zur nächsten Mahlzeit vielleicht die ganze Verwandtschaft mit. Das neue DJV-Video und die Broschüre "Wildtiere in der Stadt" geben weitere praktische Tipps zum Umgang mit dem unerwünschten Besucher.

Menschen haben den Waschbär in den 1930er Jahren nach Deutschland geholt. Eigentlich in Nordamerika beheimatet, breitet sich der Kulturfolger seither im gesamten Bundesgebiet aus. Mittlerweile können Jäger den Waschbär in jedem zweiten Jagdrevier der Bundesrepublik nachweisen. In einem Band von Brandenburg über Thüringen bis Hessen sind sogar drei von vier Revieren in Waschbär-Hand. Den größten Zuwachs verzeichnet Sachsen-Anhalt mit 41 Prozentpunkten in sieben Jahren. 

 

Invasive Arten wie der Waschbär sind extrem anpassungsfähig in Bezug auf Nahrung und Lebensraum, sie erobern in Ökosystemen bisher unbesetzte Nischen oder verdrängen einheimische Tiere. Sie machen sich zudem über die vom Aussterben bedrohte europäische Sumpfschildkröte in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern her. Gefährdet sind nicht nur die Eier der Reptilien, sondern auch erwachsene Exemplare. In Thüringen vertreibt der Waschbär seltene Uhus: Ein Viertel der geeigneten Brutplätze in Felswänden sind für die Eulenart verloren.

 

DJV-Video "Wildtiere in der Stadt - Der Waschbär"

 

weiterführende Links:

DJV-Broschüre "Wildtiere in der Stadt" 


Entwurf Bundesjagdgesetz-Novelle liegt vor

DJV bewertet Kernaussagen positiv / Ausführliche Stellungnahme bis Mitte März

 

(Berlin, 26. Februar 2016) Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat

gestern einen Entwurf für die Novellierung des Bundesjagdgesetzes auf

den Weg gebracht. Dieser zielt im Kern darauf ab, für Jagdmunition sowie

für den Schießübungsnachweis bundesweit einheitliche Regelungen

festzulegen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt diesen Schritt in

einer ersten Reaktion. "Der Entwurf ist im Grundsatz positiv zu bewerten",

sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer. Es gebe jedoch noch Inhalte, die

im Detail geprüft werden müssten, so Fischer.

 

Ein unsinniges pauschales Verbot des Materials Blei, wie es in einigen

Bundesländern bereits geregelt ist, wird laut DJV durch die geforderte

wissens- und praxisorientierte Regelung ersetzt. Künftig ist ein Dreiklang

von tierschutzgerechter Tötungswirkung, Präzision und Minimierung des

Bleieintrages entscheidend für die Zulassung von Büchsenmunition für

die Jagd auf Schalenwild (Reh, Wildschwein, Hirsche). Grundlage soll

dafür der bereits vom Bundeslandwirtschaftsministerium veröffentlichte

Entwurf einer technischen Richtlinie werden. "Jetzt gilt es, die Richtlinie

praxistauglich umzusetzen", so Dr. Wolfgang Bethe, Veterinär und DJVVizepräsident.

Damit verhindere Bundeslandwirtschaftsminister Christian

Schmidt erfolgreich weitere Tierversuche mit Jagdmunition in freier

Wildbahn, so Dr. Bethe weiter.

 

Derzeit können Jäger beim Munitionskauf nicht erkennen, welche

Munition tatsächlich welches Tier auf welche Entfernung

tierschutzgerecht tötet. Dies führt laut DJV zu großer Verunsicherung.

Eine vom Bundeslandwirtschaftsministerium vorgesehene

Kennzeichnungspflicht von Büchsenmunition soll hier künftig Abhilfe

schaffen.

 

Der DJV begrüßt zudem die im Entwurf enthaltenen bundeseinheitlichen

Vorgaben zum Schießübungsnachweis. „Dieser wird künftig für die

Teilnahme an Bewegungsjagden abweichungsfest geregelt. Bereits

bestehende, weitergehende Regelungen auf Länderebene verlieren ihre

Gültigkeit, sodass der Jagdschein wieder bundesweit einheitlich gilt. Ein

Flickenteppich wird erfolgreich bereinigt“, so Rechtsanwalt Ralph Müller-

Schallenberg, zuständig für Jagdrecht im DJV-Präsidium. "Es drohte ein

Szenario, dass Jäger zwingen würde, für jedes Bundesland eine

Unmenge unterschiedlicher behördlicher Nachweise mit sich zu führen.

Mit dem vielbeschworenen Bürokratieabbau hätte dies wenig zu tun

gehabt", sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer.

 

Der Novellierungsentwurf zum Bundesjagdgesetz sieht weiterhin

bundesweit einheitliche Vorgaben für die Jägerprüfung vor. Unter

anderem wird das Ausbildungsfach Wildbrethygiene aufgewertet und soll

künftig Sperrfach sein: Fällt ein Jagdschüler hier durch, besteht er die

gesamte Prüfung nicht. "Das unterstreicht unsere hohen Ansprüche an

heimisches Wildbret", so DJV-Vizepräsident Dr. Bethe. Dies sei ein

hochwertiges regionales Lebensmittel, das in der Gesellschaft beliebter

sei als je zuvor.

 

Der Deutsche Jagdverband wird den vorliegenden Gesetzesentwurf nun

in den kommenden Tagen kritisch prüfen und sich bis Mitte März mit einer

detaillierten Stellungnahme in die Verbändeanhörung aktiv einbringen.

 

Der Entwurf zu einer technischen Richtlinie Jagdgeschoss (TRJ) auf der

Seite des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

 

Laden Sie sich hier den Gesetzentwurf des Bundejagdgesetzes und den Bundeswaldgesetzes herunter:

 

Download
Gesetzentwurf
Gesetzentwurf Aenderung BJagdG u BWaldG
Adobe Acrobat Dokument 137.0 KB

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