Neuigkeiten aus dem DJV Jagdnetz

Immer bestens informiert sind Sie mit den Neuigkeiten aus dem Deutschen Jagdverband-Jagdnetz.

Hier haben wir die aktuellsten Informationen für Sie zusammengestellt. Besuchen Sie unsere Archive für ältere Meldungen (siehe Navigation links).


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DJV-Newsletter November #2

Liebe Jägerinnen und Jäger,

 

wenn es um Waffen in Privathand geht, sind die Deutschen skeptisch: In einer repräsentativen Umfrage stimmten 71 Prozent dafür, den privaten Waffenbesitz zu verbieten, 83 Prozent wollen die "Waffen für Brauchtum, Sport und Freizeit" in einem zentralen Lager sehen (Statista, 2016). Für uns Jäger ist das natürlich aus vielerlei Hinsicht nicht akzeptabel. Deshalb müssen wir über das Thema Waffen reden und zwar mit ausnahmslos allen, die uns dazu fragen. Kürzlich fragte der Sender 3sat an, der eine 45-minütige Dokumentation über den Legalwaffenbesitz in Deutschland drehen wollte. Mit Unterstützung des Landesjagdverbandes Brandenburg begleiteten wir den Dreh und interviewten im Anschluss die Redakteurin. Ihr Fazit: "Es ist etwas anderes, einen Jäger zu begleiten, als die Informationen im Internet zu lesen". Die Wissenschaftsdoku "Die neue Lust am Schießen - Werden Schusswaffen salonfähig?" ist seit gestern in der 3sat-Mediathek abrufbar. Ein sachlicher, sehr informativer und ausgewogener Bericht. Schauen Sie rein, es lohnt sich.

 

Aktuelles zur ASP:

Erstmals steigt die Zahl der in Belgien aufgefundenen, verendeten Tiere nicht mehr so stark an wie in den Wochen seit Bekanntwerden der ASP. Sie liegt jetzt bei 161 Tieren. Alle wichtigen Informationen zur ASP finden Sie auf www.jagdverband.de/ASP.

 

Wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende und viel Waidmannsheil für die laufende Jagdsaison,

Ihre DJV-Pressestelle

 

"Es ist etwas anderes einen Jäger zu begleiten, als die Informationen im Internet zu lesen."

Am Donnerstag, 8. November strahlt 3Sat die Wissenschaftsdoku „Die neue Lust am Schießen - Werden Waffen salonfähig?“ aus. Wir haben den Dreh begleitet und die zuständige Redakteurin und Nichtjägerin Greta Zimmermann interviewt.

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Umweltministerkonferenz soll Lösungen präsentieren

DJV fordert pragmatische Lösungen im Umgang mit verhaltensauffälligen Wölfen: Nachhaltige Entnahme von Einzeltieren oder Rudeln widerspricht nicht dem Schutzzweck. 

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Vogelwarten: Ringfunde melden!

Werden beringte Gänse oder Enten erlegt, liefern die Daten der Vogelringe wichtige Erkenntnisse, beispielsweise über ihr Zugverhalten. Erfolgt diese Weitergabe von Ringdaten an die zuständigen Vogelwarten nicht, gehen viele wertvolle Informationen unnötigerweise verloren. 

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DJV-Newsletter November #1

6. November 2018

 

Liebe Jägerinnen und Jäger,

 

die Balgsaison ist eröffnet. Ab Mitte November nimmt die neue DJV-Tochter Fellwechsel GmbH Raubwild-, Bisam- und Nutriafelle aus der heimischen Jagd an. Wie Sie teilnehmen können und was Sie beachten müssen, erklären wird in einer Pressemeldung.

 

Ebenfalls beachtenswert ist die Neuerung im Verpackungsgesetz, das ab 1. Januar 2019 in Kraft tritt: Kommerzielle Wildbretverkäufer müssen dann registriert sein. Weitere Infos gibt es hier und in Kürze auf wild-auf-wild.de

 

Aktuelles zur ASP:

Die Anzahl der an der ASP erkrankten Wildschweine in Belgien ist auf 155 Tiere gestiegen. Alle wichtigen Informationen zur ASP finden Sie auf unserer Landingpage https://www.jagdverband.de/ASP.

 

Sollten sich in Ihrem Revier Rastplätze entlang von Fernstraßen befinden, bietet das Bundeslandwirtschaftsministerium Druckdateien von Schildern in sechs Sprachen an. Diese informieren über die Gefahr, die von achtlos weggeworfenen Fleisch- oder Wurstprodukten für unsere Wildschweine ausgeht.

 

Wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende und viel Waidmannsheil für die laufende Jagdsaison,

Ihre DJV-Pressestelle

 

Verpackungsgesetz bringt neue Pflichten bei der Wildbretvermarktung

Ohne Registrierung darf verpacktes Wildbret ab 1. Januar 2019 nicht mehr verkauft werden. 

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Fellwechsel: Mitte November beginnt die neue Saison

Das gemeinsame Projekt „Fellwechsel“ von LJV Baden-Württemberg und DJV geht in die zweite Saison. Ab Mitte November können verwertbare Bälge von Raubwild, Nutria und Bisam gesammelt werden. 

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Jagdsaison eingeläutet – Sicherheit steht an erster Stelle

In zahlreichen Gebieten wird jetzt gejagt. Dabei wird Sicherheit großgeschrieben – für Jäger, Treiber, Hunde und Waldbesucher gleichermaßen. Der Deutsche Jagdverband bittet, Warnhinweise zu beachten. 

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DJV Newsletter Oktober #4

Liebe Jägerinnen und Jäger,

 

ob auf Facebook, Instagram, YouTube oder Twitter: Jagdgeschichten finden sich immer häufiger in allen sozialen Medien. Viele junge Jägerinnen und Jäger verbinden ihre Passion für die Jagd mit einer Leidenschaft für das Filmen, Fotografieren oder Dokumentieren. Dies birgt ein großes Potenzial für positive Öffentlichkeitsarbeit. Um gute Beispiele zu unterstützen, startet der Deutsche Jagdverband gemeinsam mit der Firma Jagdstolz im kommenden Jahr einen Wettbewerb für Jagdfilme in den sozialen Medien. Dieser richtet sich explizit an YouTuber und Vlogger. Die besten Filme werden am 12. Juli 2019 in Berlin auf der Kinoleinwand präsentiert. Alle Informationen finden Sie unter www.sophie-award.de oder in den sozialen Medien auf Facebook und Instagram.

 

Aktuelles zur ASP:

Die Anzahl der an der ASP erkrankten Wildschweine in Belgien ist auf 114 Tiere gestiegen. Alle wichtigen Informationen zur ASP finden Sie auf unserer Landingpage https://www.jagdverband.de/ASP. Dort haben wir für Sie auch die zuständigen Länderbehörden ergänzt. Bitte beachten Sie jedoch, dass teilweise die Kreisveterinärämter zuständig sind.

Wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende und viel Waidmannsheil,

 

Ihre DJV-Pressestelle

 

Klöckner wirbt für stärkere Vorbeugung gegen Schweinepest

Um ein Einschleppen der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern, herrscht bei den deutschen Behörden seit längerem erhöhte Wachsamkeit.

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YouTube Jagdfilm-Wettbewerb "Sophie-Award" startet 2019

Mit dem „Sophie-Award“ startet der erste deutsche YouTube-Jagdfilm-Wettbewerb im Juli 2019 in Berlin. YouTuber und Jagd-Vlogger können Kurzfilme einreichen.

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DJV Newsletter Oktober #3

Liebe Jägerinnen und Jäger,

 

in Belgien ist die Zahl der an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verendeten Wildschweine auf 104 Tiere gestiegen. Die Belgische Regierung hat mittlerweile die Maßnahmen angepasst und das 63.000 ha große Sperrgebiet in drei Zonen unterteilt: In der Kernzone herrscht Betretungs-, Bewirtschaftungs- und Jagdverbot. Die darum befindliche Pufferzone darf eingeschränkt betreten werden. In der dritten Zone sind Jagd und Bewirtschaftung möglich. Zusätzlich bilden die zuständigen Behörden regionale Jäger für die verstärkte Wildschweinjagd aus. Auch der Falleneinsatz wird zur Zeit erwogen.

In Deutschland war der Wolf das Hauptthema der vergangenen Woche. Die Länder Niedersachsen, Sachsen und Brandenburg fordern heute in einer Initiative im Bundesrat ein nationales Konzept, um die Möglichkeit einer Bestandsregulierung vorzunehmen. Wir unterstützen diesen Vorstoß, was nicht bei allen Jägerinnen und Jäger für Zuspruch sorgt. Der Verband würde "die Jägerschaft ins offene Messer laufen lassen", der Vorstoß "Wolf ins Jagdrecht" sei "zu früh" oder wir würden "an der Jägerschaft vorbei" Politik betreiben, schreiben uns Mitglieder auf Facebook. Fakt ist: Der Großteil der Landesjägerschaft steht hinter den Länderinitiativen. In Brandenburg etwa liegt sogar ein einstimmiger Beschluss der Delegiertenversammlung vor. Es sind genau die Länder, die am meisten vom Wolf betroffen sind. Und dann fragen wir Sie: Was wäre die Alternative?

 

Wollen Sie behördlich finanzierte Wolfsmanager zu jeder Tag- und Nachtzeit in Ihren Revieren, so wie es einige Länder fordern, die ohne Abstimmung mit dem Revierpächter auffällige Wölfe aufsuchen und entnehmen sollen? Wollen Sie eine Aufteilung der Zuständigkeit für Wildtiere? Oder wollen Sie Ihrem Auftrag als Jäger, ehrenamtlicher Naturschützer und Mittler bei Nutzungskonflikten nachkommen und diesem gerecht werden?  

Es ist an der Zeit, Farbe zu bekennen und geschlossen hinter dem ländlichen Raum zu stehen. Wenn es um Wildtiere geht, ist und bleibt der Jäger der erste Ansprechpartner. Das gilt auch für verhaltensauffällige Wölfe. Erst wenn der Jagdpächter sich nicht in der Lage fühlt, diese Aufgabe zu übernehmen, muss die Behörde in Abstimmung mit dem Pächter eine Alternative suchen.

Sind Sie anderer Meinung? Dann diskutieren Sie mit auf Facebook.

 

Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Wochenende, viel Waidmannsheil,

Ihre DJV-Pressestelle

 

Afrikanische Schweinepest: Bundesrat stimmt gesetzlichen Änderungen zu

Ende September hatte der Bundestag wegen der drohenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) Änderungen am Tiergesundheitsgesetz und am Bundesjagdgesetz beschlossen. Diese haben heute den Bundesrat passiert. In Kürze wird auch die Schweinepestverordnung geändert. 

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Umgang mit dem Wolf soll sich ändern

DJV begrüßt Bundesratsinitiative zum Wolf: Ein nationales Konzept soll Interessenskonflikte ausgleichen. Wegen des rasant steigenden Bestands wird die Möglichkeit einer Bestandsregulierung gefordert. In der Praxis bietet das Bundesjagdgesetz die besten Voraussetzungen. 

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Frage-und-Antwort-Papier zum Wolf

Der Wolf polarisiert. Die Rückkehr des Wolfes hat vielfach positive Emotionen geweckt. Vor allem aus der Ferne betrachtet tendieren viele Menschen zu einer gewissen Euphorie. Anderseits führt die Rückkehr auch zu Konflikten im ländlichen Raum. Der DJV hat Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Wolf zusammengefasst. 

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"Aktives Wolfsmanagement jetzt!"

Aufruf zur Teilnahme an Kundgebung am 10. November 2018 in Potsdam

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DJV-Newsletter Oktober #1

Liebe Jägerinnen und Jäger,

 

packen Sie den Grill noch nicht zur Seite, denn am Wochenende wird es heiß in Leipzig. Wir treten bei den ersten sächsischen Wildgrillmeisterschaften mit dem "Wild-auf-Wild"-Team an und grillen WILD um die Wette. Wir, das sind unser Wild-auf-Wild-Koch Sebastian Kapuhs und Feinkost-Dealer Torsten "Pistole" Pistol von Hardcore-Food. Sie haben vier Stunden Zeit für vier Gänge und müssen nicht nur das Publikum, sondern auch eine Jury überzeugen. Wir sind gespannt und berichten am Wochenende live auf Facebook und Instagram. Schauen Sie mal rein. Auf wild-auf-wild.de gibt es im Anschluss auch die neuen Rezepte! Lassen Sie den Grill also in Reichweite und ... heizen Sie am besten schon mal ein. Sollten Sie in Leipzig und Umgebung wohnen, kommen Sie bitte unbedingt vorbei.

 

Vielleicht sehen wir uns am Wochenende,

Ihre DJV-Pressestelle

 

Europameister im Jagdhornblasen kommen aus Thüringen

Die Bläser aus Ottmannshausen gewinnen die Klasse „Es“. Bereits 2006 wurden sie Europameister, damals im Fürst-Pless-Horn-Blasen. 

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Namibia: Uneingeschränktes Bekenntnis zur Bedeutung der Jagd

„Die Annahme ist völlig falsch, dass andere Tourismusformen die Jagd ersetzen könnten“: In einem Brief wendet sich die Namibische Staatsregierung gegen das von Kalifornien geplante Importverbot bestimmter Trophäen.

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Feuertaufe beim Lernort-Natur-Training bestanden

2 Kinder, 10 Teilnehmer und 4 Referenten machten am vergangenen Freitag den Leißlinger Wald in Sachsen-Anhalt zum Lernort Natur. Das Training war Teil der Ausbildung zum DJV-Naturpädagogen. 

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DJV-Newsletter September #5

2. Oktober 2018

 

Liebe Jägerinnen und Jäger,

 

das lange Warten hat ein Ende. Der erfolgreiche Dokumentarfilm "Auf der Jagd - wem gehört die Natur?" ist ab dem 11. Oktober in einer limitierten DJV-Sonderedition erhältlich. Der Clou: Die DVD können Sie noch vor dem offiziellen Verkaufsstart im DJV-Shop (djv-shop.de) erwerben. Die Sonder-edition enthält einen DJV-Aufkleber und einen Extra-Beileger mit Informationen rund um die Jagd sowie einem exklusiven Interview mit der Regisseurin Alice Agneskirchner. Freuen Sie sich auf großartige Naturbilder mit denen Frau Agneskirchner ein unvoreingenommenes und wirklichkeitsnahes Bild der Jagd schafft.

 

Der Dokumentarfilm zeigt Jagd als gesellschaftliches Phänomen jenseits von Pathos und Natur-Tümelei. Er veranschaulicht nachvollziehbar, dass jeder seine eigene Beziehung zur Jagd hat. Die DVD ist daher ein ideales Geschenk für Freunde und Bekannte, die sich ein objektives Bild über die Jagd machen wollen.

 

+++ Aktuelle ASP-Meldung aus Belgien +++

Seit dem 13. September 2018 sind bisher 18 ASP-positive Wildschweine in der südbelgischen Provinz Luxemburg gefunden worden (Stand: 27. September 2018). Weitere Informationen zur ASP finden Sie auf den Seiten des DJV.

 

Wir wünschen Ihnen ein gutes Wochenende,

Ihre DJV-Pressestelle

 

Es wird heiß in Leipzig

An der ersten Sächsischen Wildgrillmeisterschaft auf der Messe Jagd und Angeln nehmen 30 deutsche und internationale Teams teil. Mit dabei: das Team „Wild auf Wild“. Der DJV unterstützt den Wettbewerb als offizieller Partner. 

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DJV-Präsident Hartwig Fischer kandidiert nicht mehr

Aus gesundheitlichen Gründen verzichtet Hartwig Fischer 2019 auf eine Kandidatur für weitere vier Jahre. Eine Findungskommission soll Personalvorschläge für das geschäftsführende Präsidium sichten.

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"Waschbären kennen keine Ländergrenzen"

Jäger fordern anlässlich der Agrarministerkonferenz einheitliche Standards für die Eindämmung von Waschbär und Co. Unnötige Beschränkungen für die Jagd mit Falle und Waffe sollen fallen.

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Rekord-Jagdbilanz für Wildschweine

Vorläufiges Ergebnis: Über 820.000 Wildschweine haben Deutschlands Jäger in der Saison 2017/18 erlegt. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Etwa 16,4 Millionen Stunden Einsatz waren notwendig.

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DJV Jagdnews aktuell

27. September 2018

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Vorsitzende der hessischen Jagdvereine,

 

mit Verständnis und großem Bedauern haben wir heute erfahren, dass DJV-Präsident Hartwig Fischer 2019 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidieren möchte. Der LJV Hessen schätzt die stets hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie den kollegialen Umgang  mit Hartwig Fischer.

 

Anbei erhalten Sie die Meldung des DJV:

Aus gesundheitlichen Gründen verzichtet Hartwig Fischer 2019 auf eine Kandidatur für weitere vier Jahre. Eine Findungskommission soll Personalvorschläge für das geschäftsführende Präsidium sichten.

 

Hartwig Fischer wird 2019 nicht mehr für das Amt des Präsidenten des Deutschen Jagdverbandes (DJV) kandidieren. Diese Entscheidung hat er heute auf der Klausurtagung des DJV-Präsidiums bekanntgegeben: „Den hohen Ansprüchen, die ich an das Amt und mich persönlich stelle, kann ich aus gesundheitlichen Gründen keiner weiteren Amtsperiode von vier Jahren gerecht werden“, sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer. Er ist seit 2011 Präsident des Dachverbandes der Jäger und wurde 2015 mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt.

 

Eine Findungskommission unter der Leitung von Hartwig Fischer wird für eine der kommenden Präsidiumssitzungen Personalvorschläge der Landesjagdverbände sichten und dort vorstellen. Mit dieser Vorgehensweise will Fischer den eingeschlagenen transparenten Weg weitergehen. „Die Landesjagdverbände sollen die Gelegenheit haben, sich vor der Wahl auf dem Bundesjägertag 2019 von den Kandidatinnen oder Kandidaten für das Amt des DJV-Päsidenten ein Bild zu machen“, sagte Fischer.

Ebenfalls ausscheiden aus dem geschäftsführenden Präsidium des DJV wird 2019 Dr. Wolfgang Bethe (Brandenburg). Er ist seit 1990 Präsidiumsmitglied und seit 1991 DJV-Vizepräsident. Schatzmeister Kurt Alexander Michael (Rheinland-Pfalz) sowie die Vizepräsidenten Dr. Volker Böhning (Mecklenburg-Vorpommern) und Dr. Hermann Hallermann (Nordrhein-Westfalen) haben sich auf der Klausurtagung bereit erklärt, 2019 erneut für das geschäftsführende Präsidium zu kandidieren.

 

Herzliche Grüße und Waidmannsheil

Markus Stifter

 


DJV-Newsletter September #4

25. September 2018

 

Liebe Jägerinnen und Jäger,

zu keiner Zeit gibt es mehr und frischeres Wildbret als jetzt im Herbst. Was machen Sie mit Ihrem Wildbret? Selbst zubereiten? Verkaufen und wenn ja, welche Rezepte geben Sie Ihren Kunden an die Hand?

Wir haben auf der Rezept- und Wildbret-Plattform wild-auf-wild.de in den vergangenen Monaten das Rezeptbuch ordentlich aufgestockt und um zahlreiche Videos ergänzt. Dort finden Sie viele Tipps für die schnelle Küche und den Festtagsbraten. Schauen Sie doch mal vorbei. Die Rezepte können Sie natürlich auch gern unter Nennung der Quelle (bitte mit Link) auf Ihren Internet- und Social-Media-Seiten verwenden. Auf YouTube, Facebook und Instagram war das "Wild vom Blech" ein echter Hit.

Umgehauen hat uns auch ein Fakt, der sich aus dem Tierfund-Kataster ableiten lässt. Nach der Auswertung von 40.000 Datensätzen wissen wir, dass an jedem fünften Wildunfall nicht das Schalenwild, sondern kleinere Wildtiere wie Fuchs, Feldhase oder Marder beteiligt waren. Unser Hauptaugenmerk in der Prävention lag bisher auf Wildschwein und Co. Um noch präzisere Aussagen über Wildunfälle zu generieren, bitten wir Sie, sich jetzt zum Herbstbeginn an diesem Projekt zu beteiligen und sich die Tierfund-Kataster-App auf dem Handy zu installieren.

Wir wünschen Ihnen ein schönes Herbstwochenende!

Ihre DJV-Pressestelle

 

Der Fall der Brittany L.

Tierrechtsorganisationen machen in sozialen Medien mit prominenter Unterstützung Stimmung gegen nachhaltige Jagd in Afrika. CIC und DJV verurteilen die mediale Hetzjagd gegen die Jägerin Brittany Longoria.

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Tierfund-Kataster: App gegen Wildunfälle

Im Herbst fällt der Berufsverkehr in die Dämmerung und erhöht das Risiko für Wildunfälle. Überraschendes Ergebnis: Kleintiere wie Feldhase und Marder verursachen jede fünfte Kollision. 

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#jaeben18: Mitmachen und Preise sichern

Eine Repetierbüchse der Firma Blaser, ein Swarovski-Fernglas oder gleich ein Vorbereitungskurs zum Jagdschein? Das sind nur einige der hochwertigen Preise im Wert von insgesamt 10.000 Euro, die die Teilnehmer der Aktion „Gemeinsam Jagd erleben“ gewinnen können.

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Mehr Wespenbussarde in Auffangstationen

2018 könnte das Jahr des Wespenbussards werden. Durch die guten Nahrungsbedingungen - viele Wespenlarven - profitiert die Population. Daten sind allerdings rar, deshalb rufen DFO und DJV dazu auf, das Monitoring zu unterstützen.

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DJV-Newsletter Spezial

15. September 2018

 

Liebe Jägerinnen und Jäger,

 

heute Nacht erreichte uns die Nachricht, dass in Belgien zwei Wildschweine an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verendet sind. Dies belegt einmal mehr, wie wichtig der Faktor „Mensch“ bei der Übertragung der Krankheit ist, denn kein Wildschwein wird den Weg aus Osteuropa nach Belgien gezogen sein.

 

Deutschland ist gut auf die ASP vorbereitet. Wir stehen im regelmäßigen Austausch mit den zuständigen Behörden. Es ist an uns Jägerinnen und Jägern einen möglichen Ausbruch der ASP in unserem Land frühzeitig zu erkennen, um eine Ausbreitung zu verhindern. Hierfür rufen wir zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. Sollten Sie ein verendetes Wildschwein in Ihrem Revier finden, nutzen Sie bitte die von uns eigens für die ASP-Prävention angepasste App „Tierfund-Kataster“. Diese Schritte sollten Sie bei einem Schwarzwild-Fund beachten:

  1. Standort weiterleiten über Tierfund-Kataster-App und zusätzlich unverzüglich zuständiges Veterinäramt anrufen
  2. Fundort markieren: weiträumig mit Flatterband absperren
  3. Alle Kleidungsstücke möglichst sofort desinfizieren (wenn möglich vor dem Einsteigen ins Auto)

Wir rufen zudem Jagdreisende - insbesondere in osteuropäische Länder - zu besonderer Vorsicht auf. Jäger sollten nach dem Jagdaufenthalt ihre Ausrüstung wie Messer, Bekleidung und Stiefel noch im Gastland sorgfältig reinigen und desinfizieren. Das BMEL empfiehlt Jägern, die mit dem eigenen Auto anreisen, dieses möglichst nicht für Revierfahrten zu nutzen und noch vor Antritt der Rückreise zu desinifizieren. Schwarzwild-Trophäen müssen ebenfalls desinifiziert sein. Der Import von Wurst, Fleischwaren oder Hundefutter aus Restriktionszonen sollte unbedingt vermieden werden. Sollte der Jäger gleichzeitig Schweinehalter sein, bittet das Bundeslandwirtschaftsministerium auf Jagdreisen in betroffene Gebiete zu verzichten.

 

Wir wünschen Ihnen trotz der beunruhigenden Nachrichtenlage ein gutes Wochenende,

Ihre DJV-Pressestelle

 

Afrikanische Schweinepest in Belgien nachgewiesen

Das ASP-Virus ist noch 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Verantwortlich für die Verbreitung ist der Mensch, etwa über Transitstrecken. Reste infizierter Rohwurst reichen aus für einen Ausbruch der Tierseuche. Der DJV fordert deshalb mehr Biosicherheit an Bahnhöfen, Parkplätzen und Grenzübergängen.

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Wilderei von Elefanten in Botswana

CIC und DJV: Elefantenwilderei in Botswana zeigt, dass Jagdverbote kontraproduktiv sind. Nachhaltige Bejagung ist wichtiger Beitrag zu Artenschutz und Lebensunterhalt der Bevölkerung. Fototourismus kann Jagd nur begrenzt ersetzen. 

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Online-Kampagne Jagdgefährten

Experten zeigen die Jagd in ihren zahlreichen Facetten. Vorgestellt wird unter anderem das Projekt „Fellwechsel“: Die nachhaltige Verwertung von Fellen aus heimischer Jagd. 

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Der Meister aller Klassen steht fest 

Thomas Dankert aus Mecklenburg-Vorpommern hat die Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen 2018 gewonnen. Beste Schützin ist Kristin Sendker-Behrens aus Nordrhein-Westfalen. Rund 600 Teilnehmer sind in verschiedenen Disziplinen gegeneinander angetreten.

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DJV-Newsletter September 2018

Liebe Jägerinnen und Jäger,

 

mit dem Reifen des schwarzen Holunders beginnt phänologisch der Frühherbst. Wenn die Stieleiche die Früchte fallen lässt, ist es Herbst: In der Bundeshauptstadt sind wir mitten im Herbst angekommen und damit früh dran in diesem Jahr. Die anhaltend warmen Temperaturen laden dazu ein, Freunden der Jagd aber auch kritisch eingestellten Naturfreunden zu zeigen, was wir eigentlich in unseren Revieren tun. Nutzen Sie deshalb die Aktion "Gemeinsam Jagd erleben 2018" und nehmen Sie Interessierte mit auf den Ansitz, zur Hundeausbildung, zu Revierarbeiten oder zum Wild-Grillen. Wenn Sie das Erlebnis als Foto und kleiner Geschichte an jaeben@jagderleben.de senden, haben Sie die Chance auf wertvolle Preise. Der Hauptgewinn für eine Jäger-Geschichte ist eine Blaser R8 Success. Schreibt der Nichtjäger die Geschichte, kann er ein Fernglas vom DJV-Premiumpartner Swarovski gewinnen.

 

Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Herbst und würden uns freuen, wenn Sie als Botschafter der Jagd, den einen oder anderen interessierten Gast mit zum Ansitz nehmen. 

 

Ihre DJV-Pressestelle

 

Erster ASP-Ausbruch in Bulgarien

In Bulgarien ist ein erster Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nachgewiesen worden. Die Seuche ist an der Ostgrenze im Raum Warna unweit des schwarzen Meeres ausgebrochen.

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Junge Seehunde ausgewildert

Die niedersächsische Seehundstation Nationalpark-Haus hat die ersten Jungseehunde der Saison wieder in die freie Wildbahn entlassen. Rund 160 verwaiste Tiere wurden in diesem Jahr in Norden-Norddeich aufgezogen.

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Camp Junge Jäger: Auf Rotwild im Havelland

 

Mitte August haben sich 40 junge Jäger aus ganz Deutschland im Havelland (UNESCO-Weltkulturerbe) zum gemeinsamen Austausch beim Camp Junge Jäger getroffen.

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Putzt die Läufe - es geht wieder los!

Am 5. September startet die DJV-Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen 2018. Auf dem Schießstand Hartheim-Bremgarten in Baden-Württemberg werden sich rund 600 Jägerinnen und Jäger in ihrer Treffsicherheit messen.

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Referent für Landwirtschaft (m/w) gesucht

Wer sich für Wild, Jagd und Natur einsetzen möchte, kann sich jetzt beim Deutschen Jagdverband bewerben: Für unsere Geschäftsstelle in Berlin suchen wir einen Referenten für Landwirtschaft (m/w).

 

(Berlin, 19. Juli 2018) Der Deutsche Jagdverband stellt zum nächstmöglichen Termin einen Referent für Landwirtschaft ein (m/w).  Die Stelle ist zunächst auf zwei Jahre befristet. Tätigkeitsfelder Ihrer Arbeit sind unter anderem Agrarpolitik auf nationaler und EU-Ebene, förderrechtliche Fragen, Agrarumweltmaßnahmen, Lebensraumverbesserung in der Agrarlandschaft, tierseuchenrechtliche Themen, Lebensmittelhygiene, Jagdpraxis im Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Fragestellungen.

 

Ihre Aufgaben:

  • Fachliche Betreuung der o.g. Themenfelder mit Schwerpunkt agrarpolitischer Fragestellungen
  • Betreuung und Leitung von Fachgremien
  • Aufbau und Kontaktpflege zu Politik, Ministerien, Behörden und Verbänden
  • Kontaktpflege und Zusammenarbeit mit den Landesjagdverbänden
  • Erarbeitung von Stellungnahmen und Verbandspositionen
  • Begleitung von Projekten, die in landwirtschaftlichem Zusammenhang mit Wildtieren stehen
  • Zuarbeit für Präsidium und Geschäftsführung
  • Mitarbeit bei der Konzeption und Umsetzung von Fachbroschüren, inhaltliche Vorbereitung von Pressemeldungen und anderen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit

Ihr Profil:

  • Hochschulabschluss / Fachhochschulabschluss, (bevorzugt) in der Fachrichtung Landwirtschaft 
  • Berufserfahrung und sicheres Auftreten (verbandspolitische Erfahrung von Vorteil)
  • Erfahrung in der Planung und Durchführung von Veranstaltungen
  • gutes Ausdrucksvermögen in Wort und Schrift (auch in Englisch)
  • sicherer Umgang mit MS-Office-Programmen, elektronischen Medien
  • Jagdschein wünschenswert
  • großes Interesse an Landwirtschaft, Jagd, Naturschutz und Wildbiologie

Wir bieten:

  • eine abwechslungsreiche Tätigkeit in einem kreativen, engagierten Team
  • eine angenehme Arbeitsatmosphäre im Herzen Berlins 

Bitte fassen Sie die Einzelnen Dokumente Ihrer Bewerbungsunterlagen zu einer pdf-Datei zusammen und senden Sie Ihre Bewerbung unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungen, Ihres frühestmöglichen Eintrittstermins und der Kennziffer „Land-2018“ bitte bis zum 24. August 2018 an:

 

Deutscher Jagdverband e. V.

Herr Tillmann Möhring

djv@jagdverband.de

 


DJV-Newsletter Nr. 3

9. Juli 2018

Liebe Jägerinnen und Jäger,

helle Tage und warme Nächte: die Blattzeit steht kurz bevor. Eine perfekte Zeit, um interessierte Jagdgäste auf den Hochsitz mitzunehmen und vielleicht anschließend miteinander zu grillen. Auch in diesem Jahr gibt es bei der Aktion "Gemeinsam Jagd erleben" wieder wertvolle Preise zu gewinnen. Was Sie dafür tun müssen? Werden Sie Botschafter der Jagd!

  • Jagdgast mit ins Revier nehmen
  • Foto schießen + kleinen Text schreiben (Minimum 280 Zeichen)
  • Foto und Text mit #jaeben18 an jaeben@jagderleben.de senden

Einsendeschluss ist der 30. November 2018. Die Gewinner werden auf der Messe "Jagd und Hund" in Dortmund 2019 prämiert.

 

Wie Sie sicherlich NICHT Botschafter der Jagd werden: Mit geschmacklosen Erlegerfotos. Der Namibische Umweltminister hat in dieser Woche sogar ein komplettes Verbot von Fotos erlegter Tiere in den sozialen Medien verkündet. Ob diese Maßnahme zielführend ist, bleibt fraglich. Allerdings hat der Minister mit diesem Vorstoß auch eine Debatte unter Jägern in Deutschland ausgelöst. Der DJV meint: Fotos von blutverschmierten Kadavern haben das Potenzial, Brechreiz bei Laien zu erzeugen. Und das ist nicht gut für unsere Reputation. Was sagen Sie? Diskutieren Sie mit auf Facebook.

Viel Diskussionsstoff bot auch die offizielle Eröffnung der Abbalgstation der Fellwechsel GmbH in Raststatt.

Trotz der ganzen Aufregung in dieser Woche wünschen wir Ihnen ein ruhiges Wochenende, viel Anblick und Waidmannsheil,

Ihre DJV-Pressestelle

 

Die Themen des Newsletters:

Fiep-Show beim Rehwild: 

 

Im August geht es wild her in Feld und Flur: Das Reh hat Paarungszeit. Im Rahmen der Aktion „Gemeinsam Jagd erleben“ laden Jäger vielerorts dazu ein, dieses spannende Spektakel hautnah zu beobachten. 

Hier lesen Sie mehr dazu.

 

Namibischer Umweltminister verbietet Veröffentlichung von Erlegerbildern im Internet

In einem Memorandum richtet sich der Namibische Umwelt- und Tourismusminister Pohamba Shifeta an Gastjäger und Einheimische. Er verbietet den Inhabern von Namibischen Jagdlizenzen, Bilder von erlegtem Wild in den sozialen Netzwerken zu posten. Die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßen diesen Vorstoß.  

Hier lesen Sie mehr dazu.

 

Fellwechsel: Pelz aus heimischer Jagd

Pelz tragen und Tierleid verhindern, geht das zusammen? Ja, sagen die Initiatoren eines bundesweiten Projekts namens «Fellwechsel».

Hier lesen Sie mehr dazu.


Fokus Biodiversität

DJV legt Eckpunktepapier für die GAP-Reform 2020 vor. Ökologische Vielfalt muss Produktionsziel werden. Fördermaßnahmen sollten weniger bürokratisch sein.

 

28. Juni 2018 (DJV) Berlin

 

Biologische Vielfalt muss ein Produktionsziel der Landwirtschaft werden: Nach Veröffentlichung der Verordnungsentwürfe zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 durch die EU-Kommission Anfang Juni sieht der Deutsche Jagdverband (DJV) die Bundesregierung in der Pflicht, einen nationalen Strategieplan zu entwickeln. Ziel muss es sein, die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten in der Agrarlandschaft zu steigern. Der DJV hat heute ein entsprechendes Eckpunktepapier mit Forderungen für die Neuausrichtung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) ab 2020 vorgelegt.

 

Der DJV begrüßt die angestrebte Weiterentwicklung und Neuausrichtung der GAP. Angesichts des Verlustes von biologischer Vielfalt im agrarisch genutzten Raum sieht es der DJV als dringend notwendig an, die Förderstrukturen gezielter und insbesondere auch unbürokratischer auszurichten. Derzeit werden 50 Prozent der Ackerfläche Deutschlands (6,8 Mio. Hektar) mit nur noch drei Fruchtarten – Mais, Raps und Weizen – bestellt und intensiv bewirtschaftet. Ein Profiteur ist das anpassungsfähige Wildschwein, das dort in der Vegetationsperiode von Anfang Mai bis in den Oktober nur schwerlich bejagt werden kann. Auch anpassungsfähige Fleischfresser wie der heimische Fuchs oder der eingeschleppte Waschbär kommen gut in unserer Kulturlandschaft zurecht, die Bestände steigen. Auf dem Rückzug sind hingegen spezialisierte Arten wie Feldhase, Rebhuhn oder Fasan und andere Bodenbrüter sowie viele weitere auf Agrarlebensräume angewiesene Arten von Flora und Fauna.

 

Der Aufbau eines wissenschaftlichen Monitoringzentrums zur Biodiversität ist längst überfällig. Der DJV sieht hier gute Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Monitoringprogramm WILD (Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands).

 

DJV-Kernforderungen im Überblick:

  • Keine Kürzung des EU-Agrarhaushaltes
  • Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zur Notwendigkeit der Neuausrichtung der GAP.
  • Abkehr von starren Greening-Regeln und -vorschriften. Stattdessen sollten sich Direktzahlungen an den Zielen des Umwelt-, Natur- und Klimaschutzes vor Ort orientieren. Hierfür muss Deutschland qualitative und quantitative Anforderungen festlegen.
  • Den rechtlichen Rahmen auf nationaler Ebene flexibilisieren und vereinfachen: Mögliche Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität sollten über Ziele definiert werden und nicht über technische Details – etwa Blühstreifenbreite und -länge, Wuchshöhe, Fristen für Ansaat und Bearbeitung, eingesetzte Technik, Flächenschärfe im Agrarantrag.
  • Anerkennung von örtlichen Konzepten und Kooperationen als Beitrag zum Erreichen der Biodiversitätsziele.
  • Einführung gestaffelter Zusatzprämien innerhalb des Systems der Direktzahlungen (1. Säule) für gezielte Biotop- und Artenschutzmaßnahmen
  • Stärkere Verzahnung von erster (altes Greening) und zweiter Säule (AUM, Investitionsprogramme)
  • Erhalt und Pflege von Grünland mit dem zusätzlichen Fokus auf Bodenbrüter- und Jungwildschutz

Der Aufbau eines wissenschaftlichen Monitoringzentrums zur Biodiversität ist längst überfällig. Der DJV sieht hier gute Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Monitoringprogramm WILD (Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands).


Wolf in Polen beißt zwei Kinder und wird erschossen

In Ostpolen soll ein Wolf am Dienstag zwei Kinder angegriffen haben. Der Vorfall habe sich im Dorf Przynslup an den Grenzen zu Slowakei und Ukraine ereignet. Unmittelbar nach dem Übergriff sei der Wolf erschossen worden. DJV: Untersuchungsergebnisse abwarten.

 

(Berlin, 28. Juni 2018) In Polen soll am vergangenen Dienstag ein Wolf zwei Kinder angegriffen und verletzt haben. Im Anschluss sei das Tier nach Verordnung durch eine regionale Umweltbehörde von einem Jäger erschossen worden. Dies bestätigte der Polnische Jagdverband heute gegenüber dem Deutschen Jagdverband (DJV). Der Vorfall soll sich im Karpatenvorland im Dorf Przynslup nahe der slowakischen Grenze ereignet haben. Der Wolf soll zuerst ein 8-jähriges Mädchen verletzt haben, kurze Zeit später wenige hundert Meter entfernt einen 10-jährigen Jungen. Die Verletzungen seien nicht lebensgefährlich. Beide Kinder werden polnischen Medien zufolge derzeit im Krankenhaus behandelt. Polnische Medien berichten jetzt, dass vermutlich derselbe Wolf wenige Wochen zuvor bereits eine Frau auf einem Campingplatz gebissen haben soll.

 

Ein Jäger wurde nach der Beißattacke auf die Kinder beauftragt, das Tier zu töten, was ihm nach Medienberichten am selben Tag mit Unterstützung der Polizei gelang. Veterinäre sollen den Tierkörper nun auf Tollwut untersuchen und anhand der DNA eine mögliche Hybridisierung prüfen. "Wir müssen die Untersuchungen abwarten, um eindeutig festzustellen, ob es tatsächlich ein Wolf war. In Deutschland muss es unabhängig davon möglich sein, Einzeltiere oder ganze Rudel unverzüglich zu töten, wenn sie verhaltensauffällig sind", sagte Helmut Dammann-Tamke, zuständig für den Wolf im DJV-Präsidium. Eine natürliche Scheu vor dem Menschen besitze der Wolf nicht, er müsse lernen, sich vom Menschen und seinen Nutztieren fernzuhalten, so Dammann-Tamke weiter. Anders als das Bundesamt für Naturschutz bewertet der DJV es bereits als verhaltensauffällig, wenn sich Wölfe mehrfach tagsüber Siedlungen nähern oder nachts queren.

In Ostpolen soll ein Wolf am Dienstag zwei Kinder angegriffen haben. Unmittelbar nach dem Übergriff sei der Wolf erschossen worden.  Foto: Rolfes/DJV
In Ostpolen soll ein Wolf am Dienstag zwei Kinder angegriffen haben. Unmittelbar nach dem Übergriff sei der Wolf erschossen worden. Foto: Rolfes/DJV

„Dürfen wir Ihnen mal einen Vogel zeigen?“

Josef Tumbrinck, Vorsitzender des Naturschutzbundes in Nordrhein-Westfalen, behauptet in einem Zeitungsinterview, er habe noch nie einen Jäger gesehen, der etwa für Wanderfalken einen Schornstein hochsteigt, um dort nach dem Rechten zu sehen. Greifvögel im Jagdrecht seien gefährdet durch illegale Abschüsse und Vergiftung. DJV, LJV NRW und DFO meinen: Fakenews oder schlechte Erinnerungsgabe. Schließlich hat Tumbrinck schon Falken gemeinsam mit Jägern beringt.

 

(Berlin, 26. Juni 2018) Unverständnis herrscht bei Deutschlands Jägern und Falknern über das Interview des Nabu-Funktionärs Josef Tumbrinck von Mitte Juni in der Westdeutschen Zeitung. Dort versteift sich Tumbrinck auf die Aussage, er habe noch nie einen Jäger erlebt, der etwa für den Schutz eines Wanderfalkens einen Schornstein hochsteigt. Zudem stelle das Jagdrecht ein Einfallstor für illegale Abschüsse und Vergiftungen von streng geschützten Tieren dar. Der Deutsche Falkenorden (DFO), der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen (LJV NRW) protestieren gegen diese Stimmungsmache: Entweder sind es Fakenews oder Tumbrinck hat eine schlechte Erinnerungsgabe wie ein Foto aus dem Jahr 2015 zeigt. Damals hatte der Nabu-Vorsitzende gemeinsam mit Falknern einen Wanderfalken auf einem Kirchturm beringt. Überdies haben geschützte Arten im Jagdrecht einen noch höheren Schutzstatus als unter dem Naturschutzrecht. „Mit solchen Behauptungen stellt die Führungsspitze des Nabu ihre Glaubwürdigkeit in Frage und gefährdet gute gemeinsame Artenschutzprojekte auf Arbeitsebene“, sagten die Präsidenten Hartwig Fischer (DJV) und Ralph Müller-Schallenberg (LJV NRW).

 

Der Wanderfalke (Falco peregrinus) ist als Schlüsselart anzusehen, wenn es um aktiven Greifvogelschutz durch Jäger und Falkner geht: 1.099 Jungtiere haben sie zwischen 1973 und 2010 erfolgreich gezüchtet und ausgewildert. Seit 2011 wird das Schutzprojekt mit deutschem Know-how in Polen weitergeführt. „Unsere langjährigen erfolgreichen Schutzbemühungen mit einem Satz völlig in Abrede zu stellen, verstehen wir nicht als das dringend notwendige Aufeinanderzugehen oder die Anerkennung der Leistungen beider Seiten. Ob Schornstein oder Kirchturm – unsere Basis war und ist gemeinsam in schwindelerregenden Höhen unterwegs, um die Bestände des Wanderfalken national wie international zu sichern. Jede andere Behauptung ist falsch“, so der DFO-Vorsitzende Hans-Albrecht Hewicker. Er hat auf das Tumbrinck-Interview jetzt mit einem offenen Brief reagiert.

 

Die drei Verbände rufen Falkner und Jäger dazu auf, dem Nabu mit dem Hashtag #vogelzeigen in den sozialen Medien im wahrsten Sinne des Wortes einen Vogel zu zeigen: Von Rebhuhn über Auerhuhn, Wiesenweihe bis hin zu Rotschenkel und Wanderfalke – Jäger betreuen bundesweit zahlreiche Vogelschutzprojekte. 

 

Weiterführende Informationen:

Greifvogelschutz durch Jäger:

https://d-f-o.de/greifvogel-und-naturschutz.html

Tumbrinck-Interview in der Westdeutschen Zeitung:

www.wz.de/home/panorama/nabu-landesvorsitzender-naturschuetzer-sind-nicht-die-feinde-der-jaeger-1.2705823

 

Der offene Brief von Hans-Albrecht Hewicker, Vorsitzender des Deutschen Falkenorden (DFO), an Josef Tumbrinck, Vorsitzender des Nabu Nordrhein-Westfalen:

Sehr geehrter Herr Tumbrinck,

Dürfen wir Ihnen mal einen Vogel zeigen?

„Ich habe jedoch noch nie einen Jäger gesehen, der etwa für Wanderfalken einen Schornstein hochsteigt, um dort nach dem Rechten zu sehen.“ So lautet eine Ihrer Aussagen vom 19. Juni 2018 in der WZ, angesprochen auf Ihre Meinung zur Novellierung des LJG in NRW.

Werter Herr Tumbrinck – um es ähnlich plakativ zu formulieren: Wir Falkner, die auch Jäger sind, denn Falknerei ist ein Teil der Jagd, steigen seit 1977 jedes Jahr sogar häufig für Wanderfalken auf Schornsteine und sehen dort nach dem Rechten!

Doch nicht nur auf Schornsteine: Wir klettern in Felswände, seilen uns dort auf und ab. Wir besteigen Bäume, stehen auf Drehleitern der Feuerwehr und sehr häufig sieht man uns in Hubsteigern, aktuell vor allem in Polen.

Es waren wir Jäger, es waren wir Falkner, die in den 1970ern damit begonnen haben, Wanderfalken zur Auswilderung zu züchten. Die Vermehrung von Greifvögeln in Menschenhand wurde ausschließlich von Falknern entwickelt – gegen den Widerstand von Naturschutzverbänden und insbesondere des NABU. Das Wissen, wie man einen gezüchteten Vogel erfolgreich auf sein Leben in der freien Wildbahn vorbereitet, ist Jahrtausende alt. Dieses Wissen entstammt aus der Jagd, entstammt einer der ältesten Jagdarten der Welt, die 2010 von der UNESCO zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt wurde: Der Beizjagd.

Das Projekt zur Wiederansiedlung durch Auswilderung von Wanderfalken, deren Population durch den DDT-Einsatz in den 1950er/60er Jahren auf ein Minimum zusammengebrochen war, war so erfolgreich, dass es 2010 nach 37 Jahren beendet werden konnte. 1.099 junge Wanderfalken sind in diesem Zeitraum gezüchtet und erfolgreich ausgewildert worden. Das ist neben der Horstbewachung, bei der wir oft zusammen mit Kollegen und Freunden aus dem NABU in Tarnzelten die Tage und Nächte verbracht und „nach dem Rechten“ gesehen haben, die Basis dafür, dass wir heute bundesweit eine nie dagewesene Bestandsdichte von Falco peregrinus in Deutschland vorfinden.

Der Himmel über Deutschland ist voll mit Wanderfalken. So voll, dass Jäger und Falkner mit ihrem Know-how und jungen Vögeln aus internationaler sowie heimischer Zucht aktuell das Projekt unserer polnischen Falknerfreunde zur Wiederansiedelung einer baumbrütenden Wanderfalkenpopulation in Polen unterstützen. Seit 2011 sind dort bisher 159 Wanderfalken aus der Zucht von DFO-Mitgliedern ausgewildert worden. Auch dort zeichnet sich die Wiederholung der deutschen Erfolgsstory ab!

Doch damit nicht genug: Gerade jetzt im Juni gelangen bundesweit fast täglich verunfallte, abgestürzte und völlig entkräftete junge Wanderfalken in die Hände von Jägern und Falknern. Dort werden sie – entsprechend dem Zustand des Patienten – medizinisch versorgt und gepflegt – bei Härtefällen inklusive einem Training, um sie fit für ihr Überleben in freier Wildbahn zu machen.

Oft ist es zum Glück mit dem Zurücksetzen der Findlinge in den elterlichen Horst oder zu Adoptiveltern getan: Dafür erklimmen wir neben Schornsteinen Kirchtürme, Hochhäuser, senkrechte Felswände und Strommasten. Oft und gerne unterstützt von Ihren Kollegen an der Basis, lieber Herr Tumbrinck.

Es mag aus Ihrer Sicht opportun sein (einträglich mag es im Hinblick auf die Spendenbereitschaft einer uninformierten Öffentlichkeit sicherlich sein), gegen Jagd und Jäger, gegen praktischen Naturschutz zu wettern. Vielleicht aber verlassen Sie ja bei Gelegenheit mal Ihren Schreibtisch und begleiten uns wie Ihre Basis vor Ort bei Pflege, Zurücksetzen, Training und Auswilderung der Wanderfalken in Falknerhand.

Was Sie dann zu sehen bekommen werden, sind:

Jäger.

Einladung steht.

Mit freundlichen Grüßen,

Hans-Albrecht Hewicker

Vorsitzender des Deutschen Falkenorden


Bundesjägertag 2018: Delegierte besuchen erfolgreiches Vogelschutzprojekt

Etwa 400 Delegierte und Gäste kamen Mitte Juni nach Bremen. Lebensraum gestalten und Fressfeinde bejagen: BUND und Landesjägerschaft Bremen demonstrierten im Bremer Blockland erfolgreichen Wiesenbrüterschutz. ASP, Wolf, Artenschutz: Experten diskutierten auf dem Podium über drängende jagdliche Fragen.

 

(Berlin, 21. Juni 2018) Vergangene Woche trafen sich etwa 400 Delegierte und Gäste auf dem Bundesjägertag in Bremen. Schwerpunkte waren erfolgreicher Wiesenbrüterschutz in der Praxis und eine Podiumsdiskussion zu den aktuellen jagdpolitischen Themen Wolf, Afrikanische Schweinepest (ASP) und Artenschutz in Agrarlandschaften.

 

Die Landesjägerschaft Bremen zeigte zusammen mit dem BUND auf einer Exkursion ins Bremer Blockland die erfolgreiche Zusammenarbeit für den Vogelschutz. Seit 2014 hat sich dort die Anzahl der Wiesenbrüter mehr als verdoppelt - durch Kombination von Lebensraumverbesserung und Fuchsbejagung. 2018 gab es erstmals mehr als 500 Brutpaare. Besonders erfolgreich ist der Kiebitz mit 350 Brutpaaren. Eindrucksvoll ist die Entwicklung beim Großen Brachvogel: Innerhalb von vier Jahren ist die Zahl der brütenden Vogelpärchen von 10 auf 50 gestiegen.

 

Im Anschluss an die Delegiertenversammlung diskutierten Experten zu den Themen Wolf, ASP und Artenschutz in Agrarlandschaften. Teilnehmer der Diskussion waren Jürgen Hammerschmidt (Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossen und Eigenjagdbesitzer), Bernd Bahr (Bundesverband Deutscher Berufsjäger), Gregor Beyer (Forum Natur Brandenburg), Gerhard Dohme (Deutscher Bauernverband), Max Freiherr von Elverfeldt (Familienbetriebe Land und Forst NRW) und DJV-Präsident Hartwig Fischer. Auf dem DJV-Facebook-Kanal kann die Aufzeichnung der Diskussion verfolgt werden. Auf Anfrage stellt der DJV die Diskussionsbeiträge zum Herunterladen bereit.

 

Ausgewählte Zitate aus der Podiumsdiskussion

DJV-Präsident Hartwig Fischer zum Wolf: „Die Population des Wolfes wächst jährlich um 30 Prozent, entsprechend nehmen die Konflikte zu. Mobile Eingreiftruppen, die auffällige Wölfe letal entnehmen sollen, lehnen wir ab. Erster Ansprechpartner muss der Revierpächter sein. Wir schlagen eine Opt-out-Lösung vor: Lehnt der Pächter ab, kann die Behörde in Abstimmung mit ihm eine Alternativlösung suchen."

Wildmeister Bernd Bahr (Vorsitzender Bundesverband der Berufsjäger) zu Afrikanische Schweinepest (ASP) und Nachtsichtoptik: „Die Nachtzieltechnik wird uns nicht weiter bringen (...) Jeder Schritt weiter in der Technisierung macht die Jagd ärmer. Wenn wir ausgerüstet wie das Militär gegen das Wild vorgehen, leidet die Akzeptanz der Jagd in der öffentlichen Wahrnehmung.“ 

  • Gregor Beyer (Geschäftsführer Forum Natur Brandenburg) zum Thema ASP: „Wenn die ASP ausgebrochen ist, ist es zu spät. Wir brauchen jetzt eine Strategie. (...) Stattdessen führen wir alle möglichen Scheindebatten über Nachtzielgeräte."
  • Gerhard Dohme (stv. Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes) zum Thema Wolf: „Auf Deichen und in Heidelandschaften hat der Wolf nichts verloren. Da müssen wir konsequente Entnahmen durchführen."
  • Jürgen Hammerschmidt (Vorsitzender BAGJE) zum Thema ASP: „Jagdschneisen unter 1 Prozent der gesamten Feldfläche sind bereits hilfreich bei der Schwarzwildbejagung. Eine Beantragung ohne bürokratische Hürden, etwa großartige Vermessung, muss möglich sein."
  • Max Frhr. von Elverfeldt (Vorstandsvorsitzender des Verbandes Familienbetriebe Land und Forst NRW) zum Thema Artenvielfalt in der Kulturlandschaft: "Das Problem ist in unseren Köpfen: Es kommt darauf an, was wir sehen wollen und wofür wir ein Gespür haben. Der Acker muss so angelegt werden, dass auch Wildtiere etwas davon haben. Das muss in die Köpfe."

Medienbeiträge zum Bundesjägertag 2018

Videos der Podiumsdiskussion:

Im Rahmen des Bundesjägertages fand eine Exkursion ins Bremer Blockland statt. Quelle: Kapuhs/DJV
Im Rahmen des Bundesjägertages fand eine Exkursion ins Bremer Blockland statt. Quelle: Kapuhs/DJV

Umweltbildung mit Jägern immer beliebter

Innerhalb von sechs Jahren hat die Bildungsinitiative Lernort Natur weiter an Bedeutung gewonnen. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Die Zahl der pädagogisch tätigen Jäger ist in sechs Jahren um 80 Prozent gestiegen – mehr als 7.000 waren es 2017. Mehr als 800.000 Menschen haben im selben Jahr an Veranstaltungen teilgenommen. Für Bildungsarbeit investierten Jägerschaften 2017 knapp 410.000 Euro – plus 24 Prozent gegenüber 2011.

 

(Berlin, 14. Juni 2018) Lernort Natur, das naturpädagogische Angebot der Jäger, wird immer beliebter, zeigt eine aktuelle Befragung: Mehr als 800.000 Menschen haben 2017 an Veranstaltungen teilgenommen oder Stände besucht. Die Zahl der ehrenamtlich tätigen, pädagogisch geschulten Jäger ist von 2011 bis 2017 um 80 Prozent gestiegen – und zwar auf mehr als 7.000. Insgesamt knapp 11.400 Stunden verbringen diese monatlich mit Umweltpädagogik in den knapp 500 Kreisjägerschaften unter dem Dach des Deutschen Jagdverbandes (DJV). Teilgenommen hat an der bundesweiten Befragung (ohne Bayern) ein Viertel der Jägerschaften. Vorgestellt hat der DJV die Ergebnisse heute auf dem Bundesjägertag in Bremen.

 

Für Lernort-Natur-Material und Ausrüstung investierten Jägerschaften 2017 hochgerechnet rund 410.000 Euro. Das ist knapp ein Viertel mehr Geld als sechs Jahre zuvor. Hauptzielgruppen der naturpädagogischen Bildungsarbeit sind Menschen im Kindergarten- und Grundschulalter. Fast jede dritte Jägerschaft gestaltet inzwischen Projekttage an Schulen und Ferienprogramme. Immer beliebter sind Kooperationen mit anderen Naturschutzverbänden: Knapp zwei Drittel der Jägerschaften gingen solche 2017 ein, das sind 50 Prozent mehr als 2011. Die Prognosen für die Zukunft der Bildungsinitiative Lernort Natur sind gut: 80 Prozent der Jägerschaften berichten von einer Zunahme der Nachfrage.

 

Seit 1991 bieten pädagogisch geschulte, ehrenamtlich tätige Jäger im DJV mit Lernort Natur erlebnisreiche Reviergänge an. Ziel ist es, dass Kinder die Natur mit allen Sinnen entdecken und lernen, nachhaltig mit natürlichen Ressourcen umzugehen. Lernort Natur ist ein anerkanntes Projekt der „Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 – 2014“ und wurde zwei Mal von der UNESCO ausgezeichnet. Der DJV bildet laufend Jäger zum DJV-Naturpädagogen aus. Für die Zertifizierung ist die Teilnahme an fünf Seminar-Modulen der Reihe "Lernort Natur kompakt" notwendig. Das entspricht rund 15 Seminartagen mit rund 80 Stunden theoretischem und praktischem Unterricht. 

Seit 1991 bieten pädagogisch geschulte, ehrenamtlich tätige Jäger im DJV mit Lernort Natur erlebnisreiche Reviergänge an.

Quelle: Kapuhs/DJV  


Informieren und Verantwortung zeigen

Felle aus nachhaltiger Nutzung, Afrikanische Schweinepest und der Wolf: Wie vielschichtig die Verbandsarbeit ist, zeigt der aktuelle Jahresbericht des Deutschen Jagdverbandes.

 

(Bremen/Berlin, 15. Juni 2018) Anlässlich des Bundesjägertages 2018 hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute in Bremen seinen neuen Verbandsbericht vorgestellt. 82 Seiten dokumentieren die Schwerpunktthemen des Jagdjahres 2017/18 und die Arbeit des Dachverbandes der Jäger. Im Fokus steht etwa die hochansteckende Virusinfektion "Afrikanische Schweinepest" mit Hinweisen dazu, wie Landwirte Jäger unterstützen können und wie das Tierfund-Kataster im Seuchenfall helfen kann.

 

Gewinnung und Verwertung von Fellen aus nachhaltiger Nutzung sind ein weiterer Schwerpunkt im Heft. Denn der Bedarf an qualitativ hochwertiger Ware aus nachhaltiger Jagd steigt: Die Fellwechsel GmbH bietet mit Bälgen von Wild aus heimischen Revieren eine Alternative. Der Bericht nennt Hintergründe zum Sammeln und zum Qualitätsmanagement. Klare Regelungen braucht es auch für den Umgang mit dem Wolf. Der DJV fordert die Politik zum Handeln auf und den Wolf ins Bundesjagdrecht – für ein besseres Qualitätsmanagement.

 

Zahlreiche weitere Themen haben den DJV im vergangenen Jagdjahr auf politischer Ebene beschäftigt wie die Änderungen des Waffengesetzes und das unstrukturierte Verfahren bei der Wahl der landwirtschaftlichen Sozialversicherung. Zudem dokumentiert der Bericht die Arbeit am Wildtier-Monitoring des Verbandes, dem Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD), und stellt wissenschaftliche Projekte mit Unterstützung des DJV vor. Wichtige Ereignisse für Verband und Jägerschaft sind unter der Rubrik „Schlaglichter“ zusammengefasst.

 

Lesenswert sind zudem Zahlen, Daten und Fakten zur Jagd und zum Verband sowie Informationen zur Akademie für Wild, Jagd und Natur und zur Pressearbeit: So ist der DJV etwa seit August 2017 neben Facebook, YouTube und Twitter auch auf Instagram aktiv. Auf nahezu allen Seiten des Heftes weisen Links auf Filme, Bildergalerien, Bestellmöglichkeiten oder zusätzliche Informationen hin. Den DJV-Verbandsbericht gibt es auf www.jagdverband.de als leseoptimiertes PDF oder zum Herunterladen. Druckexemplare können gegen eine Schutzgebühr von 2,50 Euro bei der DJV-Service GmbH bestellt werden:

 

Kontakt:

DJV-Service GmbH

Friesdorfer Straße 194a

53175 Bonn

(02 28) 38 72 90-0

info@djv-service.de


Marke Jagd auf neuen Wegen

Rund 400 Delegierte und Gäste nehmen ab morgen in Bremen am Bundesjägertag 2018 teil. Gastgeber sind der Deutsche Jagdverband und die Landesjägerschaft Bremen. Wolf, Afrikanische Schweinepest, Artenschutz in der Agrarlandschaft – kontroverse Themen sind Inhalt einer Podiumsdiskussion. Eine Exkursion führt zudem zu einem vorbildlichen Artenschutzprojekt.

 

(Bremen/Berlin, 13. Juni 2018) Der Deutsche Jagdverband (DJV) und die Landesjägerschaft Bremen laden ab morgen zum Bundesjägertag 2018 ein. Etwa 400 Gäste aus ganz Deutschland werden erwartet – darunter Delegierte der Landesjagdverbände sowie Vertreter von Verbänden und Unternehmen. Unter dem Motto „Die Marke Jagd auf neuen Wegen“ stehen unter anderem Felle aus heimischer Jagd als nachhaltige Ressource im Fokus.

 

Zum Auftakt führt eine Exkursion am Donnerstag unter Leitung von Markus Henke, Vizepräsident der Landesjägerschaft Bremen, in das „Bremer Blockland“: Dort  arbeiten  Landesjägerschaft und BUND gemeinsamen in einem Artenschutzprojekt zusammen. Ziel ist eine nachhaltige und effektive Raubwildbejagung, um vor allem Bodenbrüter in einem der bedeutendsten Wiesenvogelschutzgebiete Norddeutschlands zu erhalten. Zudem werden verschiedene Rebhuhn-Projekte einzelner Landesjagdverbände am Veranstaltungsort vorgestellt.

 

Mit einer Podiumsdiskussion zu kontroversen Themen wie Afrikanische Schweinepest, Artenvielfalt in der Agrarlandschaft und künftiger Umgang mit dem Wolf schließt der öffentliche Teil des Bundesjägertages am Freitag: Teilnehmer sind unter anderem Jürgen Hammerschmidt (Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossen und Eigenjagdbesitzer), Max Freiherr von Elverfeldt (Familienbetriebe Land und Forst), Gregor Beyer (Forum Natur Brandenburg), Bernd Bahr (Bundesverband Deutscher Berufsjäger) und Gerald Dohme (Deutscher Bauernverband).

 

Die Delegiertenversammlung findet jährlich auf dem Bundesjägertag statt und ist das höchste Beschlussgremium. Ausgerichtet wird der Bundesjägertag vom DJV und jeweils einem Landesjagdverband. Weitere Informationen gibt es auf www.jagdverband.de. Der DJV berichtet fortlaufend via Facebook, Instagram und Twitter unter dem Hashtag #BJT18.


Jagdhund ist Familienmitglied mit Beruf

Am 9. und 10. Juni feiert der Verband für das Deutsche Hundewesen den Tag des Hundes. In zwei von drei Jägerhaushalten lebt mindestens ein Vierbeiner –  im Bundesschnitt sind es lediglich 11 Prozent der Haushalte. Es muss nicht immer der Dackel sein, zeigt eine aktuelle Befragung des DJV.

 

(Berlin, 8. Juni 2018) Morgen und übermorgen begeht der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) den Tag des Hundes. Eine aktuelle Umfrage des Deutschen Jagdverbands (DJV) zeigt: Jäger sind besonders hundelieb, in zwei von drei Haushalten lebt mindestens ein Vierbeiner. Bundesweit gesehen lebt übrigens nur in etwa jedem zehnten Haushalt ein Hund. Für Jäger sind Hunde Jagdbegleiter und vollwertige Familienmitglieder zugleich. Die Bindung von Mensch und Hund ist alt: Bereits etwa 10.000 vor Christus jagten sie gemeinsam.

 

Besonders beliebt bei Jägern sind Vorstehhunde wie Deutsch Kurzhaar, Deutsch Drahthaar oder Weimaraner: In jedem vierten Jägerhaushalt kommen sie vor. Ihr Einsatzgebiet ist vielfältig. Das besondere Verhalten, das diese Hunde auszeichnet, ist das sogenannte Vorstehen: Wittern sie bei der Suche Wild im hohen Gras, bleiben sie ruckartig davor stehen und zeigen es damit dem Jäger. An zweiter Stelle der Beliebtheitsskala liegen die kurzbeinigen Teckel (12 Prozent). Diese sind aufgrund ihrer guten Nase sogar für die Suche von verletztem Wild geeignet: Sie können eine Spur aus winzigen Blutströpfchen auch nach 48 Stunden noch zielsicher verfolgen. Danach kommen Apportierhunde (10 Prozent) und Terrier (8 Prozent). In Deutschland gibt es mehrere Dutzend vom Jagdgebrauchshundverband (JGHV) anerkannte Rassen für ganz unterschiedliche Einsatzgebiete.

 

Die Ausbildung von Jagdhunden erstreckt sich über mehrere Jahre und ist vielfältig. Über allem steht der Tierschutz: Hunde sollen Wildtiere nicht hetzen. Der Einsatz von geprüften Hunden bei der Jagd ist übrigens gesetzlich vorgeschrieben und ein Nachweis über erbrachte Leistungen Pflicht.

 

Jagdhunde haben es auch längst in private Wohnzimmer geschafft, darunter Rassen wie Golden Retriever, Labrador, Setter, Jack-Russel-Terrier oder Vizsla. Jagdhunde sind grundsätzlich anspruchsvoller in der Haltung als sogenannte Gesellschaftshunde wie Chihuahua, Mops oder Zwergpudel. Weimaraner beispielsweise werden aufgrund ihres schönen Aussehens immer beliebter. Leider wird dabei oft vergessen, dass diese Hunde einen starken Jagd- und Beschützerinstinkt haben. Ohne das richtige Training, viel Bewegung und artgerechte Beschäftigung sind Konflikte vorprogrammiert. Jeder, der sich einen Hund anschafft, sollte an die Worte des kleinen Prinzen denken: „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“

Eine Übersicht über die verschiedenen Jagdhunderassen und ihre Einsatzgebiete gibt es hier: www.jagdverband.de/content/hunderassen-einsatzgebiete

Jäger sind Hundeliebhaber: In zwei von drei Jägerhaushalten lebt mindestens ein Vierbeiner. Quelle: DJV
Jäger sind Hundeliebhaber: In zwei von drei Jägerhaushalten lebt mindestens ein Vierbeiner. Quelle: DJV
Jagdhunde sind längst in privaten Wohnzimmern heimisch. Sie sind in der Haltung allerdings anspruchsvoller als sogenannte Gesellschaftshunde. Quelle: G. D. Klein
Jagdhunde sind längst in privaten Wohnzimmern heimisch. Sie sind in der Haltung allerdings anspruchsvoller als sogenannte Gesellschaftshunde. Quelle: G. D. Klein

Filme zu Wildbrethygiene und Erste Hilfe auf der Jagd

11. Juni 2018

 

Der Deutsche Jagdverband macht auf zwei umfangreiche Filmserien zur Wildbrethygiene und Erster Hilfe auf der Jagd aufmerksam und hat diese als Filme für Weiterbildungsveranstaltungen und zur Information auf seinem You-Tube-Kanal als Playlists zur Verfügung gestellt. Hier finden Sie den Link dorthin (das erste Video startet direkt, alle weiteren werden nacheinander abgespielt):


Stärkung der Jagd auf Waschbär und Co. gefordert

Der DJV stellt anlässlich der Umweltministerkonferenz ein 5-Punkte-Papier vor: Die Jagd auf invasive Arten mit Falle und Waffe ist wirkungsvoll und tierschutzgerecht. Absurde Kastrationspläne der Tierschutzlobby für den Waschbär haben in Managementplänen keinen Platz.

 

(Berlin, 5. Juni 2018) Eingeschleppte Arten wie Waschbär, Mink oder Marderhund bedrohen die heimische Artenvielfalt und sollen nach EU-Vorgaben reduziert werden. Anlässlich der in dieser Woche stattfindenen Umweltministerkonferenz fordert der Deutsche Jagdverband (DJV) von der Politik ein wissensbasiertes und praxisorientiertes Vorgehen bei der Umsetzung der EU-Verordnung zum Management invasiver Arten. Dies kann nur auf Basis bundeseinheitlicher Standards gelingen, da Tiere keine Ländergrenzen kennen. Der DJV hat heute dazu ein 5-Punkte-Papier vorgelegt. Demnach ist die Jagd mit Falle und Waffe das wirkungsvollste tierschutzgerechte Instrument, um die Ausbreitung von Waschbär, Marderhund, Mink und Co. einzudämmen. Die Jagd auf diese Tiere sollte laut DJV vereinfacht werden: Keine Verbote in Siedlungs- und Schutzgebieten und keine Schonzeiten. Der Elterntierschutz muss allerdings erhalten bleiben.

 

Der Dachverband der Jäger hält Vorschläge aus Hessen für praxisfern, beispielsweise Waschbären zu kastrieren und wieder freizulassen. "Über 134.00 Waschbären haben Jäger im Jagdjahr 2017/18 gefangen oder erlegt. Es ist eine Utopie zu glauben, dass es gelingen könnte, dieselbe Zahl an wilden Tieren einzufangen, zu betäuben und zu kastrieren", sagte DJV-Präsidiumsmitglied Professor Jürgen Ellenberger. Ein nachträgliches Freilassen sei überdies gesetzlich verboten und ein Bärendienst am Artenschutz: Schließlich hätten auch kastrierte Waschbären Appetit auf bedrohte Vögel oder Schildkröten.

 

Besondere Verantwortung habe die hessische Umweltministerin Priska Hinz, so Professor Ellenberger. Sie dürfe nicht vor den abstrusen Vorschlägen der Tierschutzlobby im eigenen Land einknicken, sondern sei dem Artenschutz verpflichtet. Ende Mai hatte die Ministerin auf dem hessischen Landesjägertag angekündigt, die Managementpläne würden noch vor der Sommerpause veröffentlicht und hätten dann bundesweite Gültigkeit. Bereits Ende 2017 hat der DJV auf der Internetplattform www.anhoerungsportal.de Stellung genommen zu den geplanten Managementplänen für invasive Arten.

 

5-Punkte-Papier zum Management invasiver Arten

Weltweit gelten neben der Lebensraumzerstörung invasive gebietsfremde Arten als Hauptursache für den Verlust heimischer Artenvielfalt. Deutschland ist gefordert, Managementpläne zu entwickeln und umzusetzen. Dies geschieht auf Basis der "EU-Verordnung Nr. 1143/2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten".

Invasive Arten kennen keine Ländergrenzen. Um sie effektiv zu reduzieren, braucht es bundeseinheitliche Regeln für das Management. Der DJV kritisiert, dass es bereits unkoordinierte Vorstöße einzelner Bundesländer gibt. Als praxisfern bezeichnet der DJV die Idee von Tierschützern, beispielsweise Waschbären einzufangen, zu kastrieren und wieder freizulassen. Die Kosten hierfür würden dem Steuerzahler zur Last fallen. Es ist völlig unverständlich, warum einmal gefangene Tiere wieder frei gelassen werden sollen: Auch kastrierte Waschbären fressen weiter gefährdete Bodenbrüter oder plündern deren Nester.

 

Folgende 5 Punkte sind laut DJV elementar für eine konsequente Umsetzung der EU-Verordnung zum Management invasiver Arten:

 

1. Der Jäger ist erster Ansprechpartner, wenn es um die Eindämmung von Waschbär, Marderhund & Co. geht.

Die Jagd ist ein wirkungsvolles tierschutzgerechtes Instrument des Wildtiermanagements und daher bei der Umsetzung der EU-Verordnung für das Management invasiver Arten unerlässlich. Revierinhaber sind erste Ansprechpartner für die Umsetzung dieser öffentlichen Aufgabe. Die zuständigen Behörden müssen sich mit ihnen im Vorfeld abstimmen. Nur wenn ein Jagdausübungsberechtigter die Aufgabe nicht wahrnehmen kann, dürfen Behörden in Absprache nach anderen Lösungsmöglichkeiten suchen.

Die Umsetzung der EU-Verordnung erfolgt durch eine Ergänzung im Bundesjagdgesetz (§28a). Auf dieser Basis ist eine bundeseinheitliche Vorgehensweise wünschenswert. Denn invasive Arten kennen keine Ländergrenzen. Der Einsatz von Fanggeräten und Schusswaffen zum Eingriff in Bestände von Arten, die als Wild definiert sind, ist gemäß §1 BJagdG Jagdausübung.

 

2. Unnötige Einschränkungen der Jagd erschweren die Umsetzung der EU-Verordnung und müssen aufgehoben werden.

Die Jagd auf Arten wie Waschbär, Marderhund oder Mink, die als invasive Arten gelistet sind und dem Jagdrecht unterliegen, muss ganzjährig möglich sein. Davon unberührt bleibt der Elterntierschutz (§22 BJagdG): Für die Aufzucht des Nachwuchses notwendige Elterntiere dürfen nicht erlegt werden. Eine gesonderte Schonzeit für invasive gebietsfremde Arten ist deshalb nicht sinnvoll und erschwert ein effektives Management.

 

Zur wirkungsvollen Bejagung dämmerungs- und nachtaktiver Tiere wie Waschbär und Marderhund ist der Einsatz von Fallen dringend nötig – und nach dem heutigen technischen Stand auch tierschutzgerecht. Daher darf es keine unnötigen Beschränkungen für die Fangjagd geben. Die invasiven Arten Nutria, Waschbär, Nilgans und Marderhund müssen in allen Bundesländern in den Katalog der jagdbaren Arten aufgenommen werden, damit ihre Bestände effektiv reduziert werden können.

 

3. Bejagungsverbote in Siedlungsgebieten und in Schutzgebieten müssen aufgehoben werden.

Die EU-Verordnung zum Management invasiver gebietsfremder Arten sieht vor, bereits bestehende Populationen zu reduzieren und eine Ausbreitung zu verhindern. Dies ist nur möglich, wenn die Bejagung flächendeckend durchgeführt wird – also auch in Siedlungsräumen und in Schutzgebieten. Ein Verbot der Jagd auf invasive Arten in Schutzgebieten kann sogar den Schutzzweck gefährden: einen Rückzugsraum für gefährdete Arten zu erhalten.

 

4. Personelle und finanzielle Ressourcen müssen effektiv für die Reduktion invasiver, gebietsfremder Arten eingesetzt werden.

Ein internationales Expertengremium hat die EU-Liste für invasive gebietsfremde Arten nach wissenschaftlichen Kriterien erstellt. Eine nochmalige Bewertung einer Art wie des Waschbärs durch nationale Forschungsprojekte ist daher überflüssig und Ressourcenverschwendung. Vielmehr sollten die vorhandenen Kapazitäten genutzt werden, um eine effektive Reduzierung voranzutreiben.

 

5. Nichtjagdliche Maßnahmen müssen praktikabel und wirkungsvoll sein.

Es kann lokal sinnvoll sein, neben der Bejagung zusätzliche Maßnahmen für das Management invasiver gebietsfremder Arten anzuwenden. Beispielsweise mindern Zäune um Laich- und Brutgewässer oder Schutzmaßnahmen an Horstbäumen und Nistkästen die Verluste durch Prädation. Im Gegensatz dazu ist die "Unfruchbarmachung" von Neozoen, wie das von Tierschutzverbänden für den Waschbär gefordert wird, aus mehreren Gründen unsinnig. Im Jagdjahr 2017/18 haben Jäger beispielsweise 134.000 Waschbären erlegt. Abgesehen von der fehlenden Praktikabilität kostete es 13 Millionen Euro, dieselbe Zahl an Wildtieren zu kastrieren. Das Freilassen nach der Kastration verstößt zudem gegen die EU-Verordnung und das Bundesjagdgesetz. Die Anti-Baby-Pille für den Waschbären (immunologische Kontrazeption) – ein weiterer Vorschlag der Tierschutzlobby – wäre ein nicht abschätzbarer Eingriff in heimische Ökosysteme. Ohne Erfolgsgarantie: Es ist nicht steuerbar, wer die Futterköder aufnimmt, die richtige Dosierung ist damit reines Glücksspiel. Nach Auskunft des Leibniz-Institutes für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) müsste darüber hinaus pro Tierart mit einem finanziellen Forschungsaufwand von etwa einer Million Euro kalkuliert werden.

Invasive Arten wie der Waschbär kennen keine Ländergrenzen. Um sie effektiv zu reduzieren, braucht es bundeseinheitliche Regeln für das Management. Quelle: Rolfes/DJV
Invasive Arten wie der Waschbär kennen keine Ländergrenzen. Um sie effektiv zu reduzieren, braucht es bundeseinheitliche Regeln für das Management. Quelle: Rolfes/DJV

Hitze-Alarm: Wie Tiere den heißesten Tag des Jahres überstehen

Viele Tiere können nicht schwitzen. Um sich bei der aktuellen Affenhitze abzukühlen, nutzen sie andere Strategien.

 

(Berlin, 31. Mai 2018) So heiß war es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1893 im Mai noch nie. Kein Wunder, dass die Deutschen am vergangenen Dienstag, dem bislang heißesten Tag des Jahres, gehörig ins Schwitzen kamen. Damit unterscheiden sie sich von anderen Säugetieren, die wenige bis gar keine Schweißdrüsen besitzen. Der Deutsche Jagdverband erklärt wie Wildschwein, Feldhase und Co. dennoch "cool" durch die anhaltende Hitzewelle kommen.

 

Ab ins Wasser

Seen und andere Gewässer dienen Wildtieren als Badestellen. Hirsche waten bis zum Hals ins tiefe Wasser, Wildschweine ziehen die Schlammpackung in matschigen Pfützen vor. Suhlen sie sich darin, bleibt die feuchte Erde an ihren Borsten hängen und kühlt die Haut. Das hat auch einen positiven Nebeneffekt: Lästige Insekten bleiben in der zentimeterdicken Schicht kleben und werden später an Bäumen einfach abgescheuert.

 

Hecheln gegen Hitze

Überschüssige Körperwärme geben Füchse, Wölfe und auch Haushunde ab, indem sie sehr schnell ein- und ausatmen und dabei ihre Zunge aus dem Maul hängen lassen. Durch die Atmung entsteht ein Luftzug, sodass Feuchtigkeit auf der Zunge und die Mundschleimhäute leichter verdunsten kann.

 

Wärme ableiten

Feldhasen pumpen an heißen Tagen mehr Blut in ihre langen Löffel. Über die dünne Haut an den wenig behaarten Ohren, geben sie so überschüssige Wärme an die Umgebung ab.

 

Kühlendes Lüftchen

Vögel leiten Körperwärme über Stellen ab, wo sie keine Federn haben: Mit einem Luftzug um die Beine oder den Füßen im Wasser kühlen sie ihre Körpertemperatur herunter. Störche haben dabei eine ganz eigene Methode entwickelt: Sie beschmieren ihre Beine mit flüssigem Kot. Das enthaltene Wasser verdunstet und sorgt so für einen kühlenden Effekt.

 

Siesta halten

Wenn es so heiß ist wie jetzt, sind schattige Plätzchen auch bei Tieren beliebt. Während der schwülen Mittagszeit dösen Dachse, Füchse und Wildkaninchen in ihrem unterirdischen Bau, wo sie von feuchter, kühler Erde umgeben sind.

Dieser Rothirsch nimmt ein kühlendes Bad im See. Quelle: Tierfotoagentur T. Harbig
Dieser Rothirsch nimmt ein kühlendes Bad im See. Quelle: Tierfotoagentur T. Harbig

Bundesjägertag 2018 in Bremen

Rund 400 Delegierte und Gäste aus ganz Deutschland kommen Mitte Juni nach Bremen zum Bundesjägertag. Gastgeber sind der DJV und die Landesjägerschaft Bremen. Wolf, Afrikanische Schweinepest, Artenschutz in der Kulturlandschaft – kontroverse Themen sind Inhalt einer Podiumsdiskussion. Ebenfalls auf dem Programm: eine Exkursion zu einem vorbildlichen Artenschutzprojekt.

 

(Bremen/Berlin, 17. Mai 2018) Der Deutsche Jagdverband (DJV) und die Landesjägerschaft Bremen laden am 14. und 15. Juni zum Bundesjägertag in das Kongresszentrum Bremen ein. Etwa 400 Gäste aus ganz Deutschland werden erwartet – darunter Delegierte der Landesjagdverbände, Landes- und Bundespolitiker sowie Vertreter von Verbänden und Unternehmen. Unter dem Motto „Die Marke Jagd auf neuen Wegen“ stehen unter anderem Felle aus heimischer Jagd als nachhaltige Ressource im Fokus.

 

Zum Auftakt informieren sich die Teilnehmer bei einer Exkursion in das „Bremer Blockland“ über ein gemeinsames Artenschutzprojekt von Landesjägerschaft Bremen und BUND. Ziel ist eine nachhaltige und effektive Raubwildbejagung, um vor allem Bodenbrüter in einem der bedeutendsten Wiesenvogelschutzgebiete Norddeutschlands zu erhalten. Markus Henke, Vizepräsident der Landesjägerschaft Bremen, leitet die Exkursion. Zudem werden verschiedene Rebhuhn-Projekte einzelner Landesjagdverbände am Veranstaltungsort vorgestellt.

 

Mit einer Podiumsdiskussion endet der öffentliche Teil des Bundesjägertages: Vertreter von Landnutzerverbänden diskutieren kontroverse Themen wie der künftige Umgang mit dem Wolf, Artenschutz in der Agrarlandschaft oder Afrikanische Schweinepest. Geplant ist ein Live-Übertragung im Internet.

 

Auf dem Bundesjägertag findet jährlich die Delegiertenversammlung statt, sie ist das höchste Beschlussgremium des DJV. Die Delegierten von 15 Landesjagdverbänden treffen Grundsatzentscheidungen und diskutieren über aktuelle jagdliche Themen. Ausgerichtet wird der Bundesjägertag vom DJV und jeweils einem Landesjagdverband. Weitere Informationen zur diesjährigen Veranstaltung gibt es hier: www.jagdverband.de/node/8515.

 

Lesen Sie hier den Flyer zur Veranstaltung.


"Die Natur ist eine Kulturlandschaft in der es Regeln gibt"

Am 9. Mai kommt der Dokumentarfilm "Auf der Jagd - Wem gehört die Natur?" bundesweit in die Kinos. Im Gespräch mit dem DJV verrät Regisseurin Alice Agneskirchner, warum sich der Film sowohl für Jäger, als auch für Zuschauer ohne Jagdschein lohnt.

 

(Berlin, 08. Mai 2018) Alice Agneskirchner ist keine Jägerin. Trotzdem hat sie einen Film über die Jagd gedreht, der diese Woche in über 160 Kinos in Deutschland anläuft. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat mit ihr kurz vor Kinostart über ihren neuen Film "Auf der Jagd - Wem gehört die Natur" gesprochen.

 

DJV: Frau Agneskirchner, wie kam es zu der Idee einen Film über die Jagd zu machen?

Agneskirchner: Als Dokumentaristin bin ich Chronistin unserer Gesellschaft und unserer Zeit. Ich war neugierig, wie die Jagd in einem Land, in dem ein hoher Wildbestand vorhanden ist, geregelt wird. Wie leben wir mit dem Wild, was es da draußen gibt?

 

Was haben Sie dabei über Jagd und Jäger gelernt?

Vielen von uns, die keinen Jagdschein haben, ist gar nicht klar, wieviele Interessensgruppen in der Natur unterwegs sind. Die Natur ist eine Kulturlandschaft, in der es Regeln gibt. Wildtiere fressen, vermehren sich und stören Menschen, die ein Nutzungsinteresse an der Natur haben. Hier stehen landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Interessen vor jedem Wildtier. Die Mehrheit der Menschen macht sich darüber keine Gedanken. Ich wollte zeigen, dass man genauer hingucken muss. In diesem Zusammenhang sehe ich die Jägerinnen und Jäger. Sie haben eine Funktion in der Natur und Freude daran, draußen zu sein. Dies ist manchmal schwer zu vermitteln, weil die Jagd mit einem Tötungsvorgang zu tun hat.

 

Wie haben Bekannte und Freunde darauf reagiert, dass sie sich in ihrem Film der Jagd widmen?

Mit viel Skepsis: 'Was willst du denn bei den Jägern, ist das wirklich nötig? Und wie kann man sich mit jemandem beschäftigen, der tötet?' Ich finde aber, wenn man Schnitzel isst, kann man auch nachsehen, wo es herkommt.

 

Warum sollten Jäger sich Ihren Film anschauen?

Warum schauen wir uns gerne Liebesfilme an? Weil wir gerne verliebt sind. Genauso ist es mit diesem Film. Wir waren nah an den Tieren dran, es sind Naturaufnahmen entstanden, die sich jeder Jäger, Förster oder Landwirt gerne ansieht.

 

Und was nimmt der nicht-jagende Zuschauer mit?

Die Nicht-Jäger verstehen oft nicht, was die Jäger machen, der Film zeigt es. Die öffentliche Haltung ist auch, dass Jäger mit niemandem reden wollen. Meist stimmt das auch, Jäger reden nicht so gern. Aber in diesem Film tun sie es. Wir alle – alle gesellschaftlichen Gruppen – teilen eine Lebenswelt, wir müssen also gemeinsam darüber nachdenken wie wir mit ihr umgehen. Der Film ist ohne lobbyistische Interessen entstanden, keiner hat mir gesagt, wie ich drehen soll. Er bringt alle Meinungen zusammen und stößt so einen Diskurs an.

Regisseurin Alice Agneskirchner mit Kameramann Johannes Imdahl. Quelle: BROADVIEW Pictures
Regisseurin Alice Agneskirchner mit Kameramann Johannes Imdahl. Quelle: BROADVIEW Pictures

Stellenausschreibungen

(Berlin, 02. Mai 2018) Der Deutsche Jagdverband (DJV) sucht zwei neue Mitarbeiter im Bereich Kommunikation. Beide Stellen sollen innerhalb der nächsten Monate besetzt werden.

 

Referent für Online-Kommunikation und Content Management (w/m)

Vollständige Stellenbeschreibung hier.

Frühestens zum 1. Juli 2018 sucht der DJV einen Referenten für Online-Kommunikation und Content Management (w/m). Die Vollzeitstelle ist zunächst auf zwei Jahre befristet. Sie bekleiden eine zentrale Position in der Pressestelle. Sie sind Teil eines 5-köpfigen Teams und berichten direkt an den Leiter der Pressestelle. Strategischer Ausbau des Intranets sowie Mitarbeit beim Ausbau des Social-Media-Auftritts sind zentrale Aufgaben.

Ihre vollständige Bewerbung (eine pdf-Datei, Kennziffer „ONLINE-2018“) senden Sie bitte unter Nennung Ihrer Gehaltsvorstellungen sowie Ihres frühestmöglichen Eintrittstermins bis zum 8. Juni 2018 an:

Deutscher Jagdverband e.V.

Torsten Reinwald

E-Mail: pressestelle@jagdverband.de

 

Volontär (w/m)

Vollständige Stellenbeschreibung hier.

Zum 1.September 2018 sucht der DJV einen Volontär (w/m) für die Pressestelle. Zu Ihren Aufgaben gehören Schreiben und Gestalten von Meldungen, Broschüren und Fachartikeln sowie Betreuung der Social-Media-Kanäle. Weitere Tätigkeitsfelder sind eigenverantwortliche Planung und Durchführung von PR-Maßnahmen und Verantstaltungen. Die Ausbildung erfolgt inklusive fachbezogener Seminare und Kurse an externen Journalistenschulen.

Das Volontariat dauert 24 Monate. Ihre vollständige Bewerbung mit Schriftproben (eine pdf-Datei) senden Sie bitte unter Nennung der Kennziffer „VOLO-2018“ bis zum 1. Juli 2018 an:

Deutscher Jagdverband e.V.

Torsten Reinwald

E-Mail: pressestelle@jagdverband.de


App Tierfund-Kataster

27. April 2018

Das Tierfund-Kataster soll erstmals in Deutschland eine bundesweite Erfassung von Wildunfällen sowie anderen Totfunden ermöglichen.

Mit der kostenfreien App (Android und iPhone) können Sie jederzeit mobil Daten eingeben. So können Sie Unfallort, Datum oder Wildart direkt allen anderen Nutzern verfügbar machen. Lästige Notizen und umständliches Recherchieren entfallen: Die App erkennt automatisch Ihren Standort und fragt die relevanten Daten ab. Weitere Informationen auf www.tierfund-kataster.de


"Besseres Konfliktmanagement durch Jagdrecht"

Der DJV stellt ein Frage-Antwort-Papier vor und erläutert, warum der Wolf ins Bundesjagdgesetz sollte. Für die Entnahme von verhaltensauffälligen Wölfen sind Jäger die ersten Ansprechpartner, bewaffnete Eingreiftrupps lehnt der DJV ab.

 

(Berlin, 24. April 2018) Im Koalitionsvertrag hat sich die amtierende Bundesregierung dafür ausgesprochen, den Schutzstatus des Wolfes abhängig vom Erhaltungszustand zu überprüfen, um eine notwendige Bestandsreduzierung herbeiführen zu können. Maßnahmen für die Entnahme von auffälligen Wölfen sollen ebenfalls entwickelt werden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat vor diesem Hintergrund vergangene Woche gefordert, den Wolf vom Naturschutzgesetz ins Bundesjagdgesetz zu überführen. Die Hintergründe erläutert der Dachverband der Jäger jetzt in einem Frage-Antwort-Papier. "Es geht nicht um eine reguläre Bejagung, sondern um ein besseres Konfliktmanagement", sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer.

 

Mit einem Zuwachs der Wolfspopulation von rund 30 Prozent pro Jahr nehmen die Konflikte weiter zu – insbesondere mit Weidetieren. Diese müssen gelöst werden, sonst schwindet die Akzeptanz des Fleischfressers in der Bevölkerung. Das Naturschutzrecht ist als reines Schutzrecht konzipiert, hingegen ist das Jagdrecht in seiner Grundkonzeption sowohl Schutzrecht als auch Instrument zur Lösung von Konflikten und zum Ausgleich von Interessen. Mit dem Wolf im Jagdrecht wird eine Grundlage geschaffen, um bundesweit gültige Managementmaßnahmen auf Basis des Koalitionsvertrages der Bundesregierung zu erarbeiten. 

 

Der DJV lehnt es vehement ab, dass Behörden bewaffnete, ortsunkundige Eingreiftrupps entsenden wollen. Wenn es um die Entnahme von Wölfen gehe, müsse immer der ortskundige Jäger erster Ansprechpartner sein, so DJV-Präsident Hartwig Fischer. Nur wenn der Jagdausübungsberechtigte notwendige Managementmaßnahmen nicht umsetzen könne oder wolle, sollten Behörden tätig werden.

Der Wolf ist bereits jetzt eine Herausforderung für Deichschutz, Grünlandwirtschaft und Landschaftspflege. Es ist inakzeptabel, dass der Wolf die schonende extensive Viehhaltung oder den Deichschutz erheblich einschränken könnte. Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigen einige Fakten und Beispiele:

  • Wölfe haben seit vielen Jahren eine Vermehrungsrate von rund 30 Prozent jährlich. Das Wachstum ist exponentiell. Die Population verdoppelt sich in weniger als drei Jahren.
  • Dementsprechend nehmen auch die Nahkontakte von Wolf und Mensch zu. Wölfe haben keine genetisch verankerte Scheu vor dem Menschen. Seine Nutztiere gehören zu seinem natürlichen Beutespektrum. Der Wolf muss lernen: Halte dich vom Menschen und seinen Nutztieren fern.
  • Im Landkreis Cuxhaven haben Wölfe 2017 erstmals bundesweit Deichschafe gerissen. Einige haben sich sogar auf ausgewachsene Rinder spezialisiert. 2017 gab es 61 gerissene Kälber und Rinder in Niedersachsen – drei mal mehr als im Vorjahr.
  • Im Jahr 2007 haben Wölfe offiziell etwa 100 Nutztiere verletzt oder getötet, 2016 wurde die Grenze von bundesweit 1.000 Nutztieren erstmals überschritten. 
  • Es ist unmöglich, tausende Kilometer Deich oder Weideland wolfssicher zu zäunen.

 

Frage-Antwort-Papier zum Wolf

Stand: April 2018

 

Vorbemerkung

Der Wolf polarisiert. Die Rückkehr des Wolfes hat vielfach positive Emotionen geweckt. Vor allem aus der Ferne betrachtet tendieren viele Menschen zu einer gewissen Euphorie. Anderseits führt die Rückkehr auch zu Konflikten im ländlichen Raum.

 

Wie viele Wölfe gibt es in Deutschland?

Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) sowie der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes (DBBW) gab es im Monitoringjahr 2016/2017 60 Wolfsrudel mit jeweils fünf bis zehn Individuen, 13 Wolfspaare und drei residente Einzelwölfe. Die durch den Wolf am häufigsten besiedelten Bundesländer sind Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Der DJV schätzt den aktuellen Bestand an Wölfen im Frühjahr 2018 auf Grund bekannter Mittelwerte von Rudelzusammensetzung und -stärke auf etwa 800 Tiere in Deutschland.

 

Wie haben sich Übergriffe auf Nutztiere entwickelt?

Die Übergriffe auf Nutztiere haben in den vergangenen zehn Jahren rasant zugenommen. Waren es im Jahr 2007 etwa 30 Fälle, ist die Zahl im Jahr 2016 auf knapp 300 gestiegen. Die meisten Übergriffe fanden 2016 in Brandenburg (91), Niedersachsen (68), Sachsen und Sachsen-Anhalt (jeweils 44) statt. Im Jahr 2007 haben Wölfe etwa 100 Nutztiere verletzt oder getötet, 2016 wurde die Grenze von 1.000 Nutztieren erstmals überschritten.

 

In Niedersachsen haben sich die Zahlen innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt: Während es im Jahr 2016  251 Nutztierrisse gab, stieg die Zahl 2017 auf  488 an. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Risse von Kälbern und Rindern von 44 auf 61 gestiegen. Im wenig bewaldeten Kreis Cuxhaven wurden im Jahr 2017  95 Risse gemeldet, 22 davon Rinder. Daraufhin ist die Mindesthöhe für einen wolfssicheren Zaun von 1,20 auf 1,40 Meter erhöht worden. Doch auch diese Zaunhöhe haben Wölfe bereits übersprungen. Kritiker äußern, dass eine stufenweise Erhöhung der Zäune eher einen Trainingseffekt für die physisch robusten und intelligenten Wölfe darstellt.

 

Wie Zäune tatsächlich gebaut werden müssen, damit Wölfe sie nicht überwinden können, zeigt das Gutachten des Bundeslandwirtschaftsministeriums über Mindestanforderungen zur Haltung von Säugetieren (2014), etwa in Zoos. Es empfiehlt für Hundeartige wie den Wolf: "Es sind Umzäunung mit Überhang nach innen, auch glatte Wände bzw. Gräben möglich. Vor allem kleine Arten, wie Füchse und Schakale, aber auch Wölfe, wenn sie Kämpfen ausweichen wollen, klettern und springen äußerst hoch (bis zu 2,8 Meter). Fast alle Arten graben, deshalb sind die Umzäunung bzw. Wände mit Fundament und Untergrabschutz von mindestens 60 Zentimeter Tiefe zu versehen."

 

Nachdem er fast ausgerottet war, ist der Wolf nach Deutschland zurückgekehrt. Nun wollen Jäger ihn wieder bejagen. Warum?

Es geht jetzt nicht darum, den Wolf zu bejagen, wie anderes Wild. Es geht darum, auffällige Wölfe erlegen zu dürfen. Auffällig sind Wölfe beispielsweise, wenn sie keine Scheu vor dem Menschen zeigen oder sich auf Nutztiere als Beute spezialisieren. Jagdrecht heißt nicht gleich Bejagung, der Wolf bliebe nach wie vor streng geschützt. Nur ein kleiner Teil der Arten, die im Jagdrecht sind, haben überhaupt eine Jagdzeit. Die anderen wie Fischotter, Luchs oder Seehund sind ganzjährig geschont. Durch die Verpflichtung zur Hege sind sie sogar besser geschützt als nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

 

Das illegale Töten von Wölfen verurteilt der DJV und distanziert sich ausdrücklich von schwarzen Schafen, die Wölfe illegal töten. Leider erlangen diese Ausnahmen die größte Aufmerksamkeit.

 

Warum soll der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden und nicht im Naturschutzrecht bleiben, obwohl er streng geschützt ist?

Mit einem Zuwachs der Wolfspopulation von 30 Prozent pro Jahr nehmen die Konflikte zu. Das Naturschutzrecht ist als reines Schutzrecht konzipiert, da geht es nur ganz am Rande um die Lösung von Konflikten. Das Jagdrecht hingegen ist von seiner Grundkonzeption sowohl Schutzrecht als auch Instrument zur Lösung von Konflikten und zum Ausgleich von Interessen. Mit dem Wolf im Jagdrecht wird eine Grundlage geschaffen, um bundesweit gültige Managementmaßnahmen auf Basis des Koalitionsvertrages der Bundesregierung zu erarbeiten. Wenn es um die "Entnahme" von Wölfen geht, ist das Jagdrecht das bessere Instrument. Jedenfalls, sofern es nicht nur um seltene Einzelfälle geht, wie im April 2016 in Niedersachsen und Februar 2018 in Sachsen.

 

Es ist wichtig, einen vernünftigen Umgang mit dem Wolf zu finden, insbesondere um die Akzeptanz in der Gesellschaft zu erhalten. Neben Herdenschutzmaßnahmen und Entschädigungszahlungen für Nutztierhalter wird dabei mittelfristig auch eine Entnahme eine Rolle spielen. Dafür sind die Jäger prädestiniert, denn nur sie sind flächendeckend vertreten, haben nötige Ortskenntnis, richtige Ausrüstung und Ausbildung. Der DJV lehnt Vorstöße wie in Brandenburg und Südwestdeutschland ab, über Behörden bewaffnete Eingreiftrupps installieren zu wollen. Nur wenn der Jagdausübungsberechtigte notwendige Managementmaßnahmen nicht umsetzen kann oder möchte, sollten Behörden eingreifen können.

 

Der Wolf ist doch in Anhang IV der FFH-Richtlinie und gar nicht im "günstigen Erhaltungszustand". Wie kann er dann ins Jagdrecht aufgenommen werden?

Auch Arten aus Anhang IV der FFH-Richtlinie und solche, die nicht im "günstigen Erhaltungszustand" sind, können ins Jagdrecht aufgenommen werden. Sie können allerdings keine Jagdzeit bekommen. Die FFH-Richtlinie schreibt nur ein bestimmtes Schutzniveau vor - wie die Mitgliedsstaaten das umsetzen bleibt ihnen überlassen. Einige Arten, die in Anhang IV der FFH-Richtlinie gelistet sind und keinen "günstigen Erhaltungszustand" haben, unterliegen in Deutschland bereits dem Jagdrecht, etwa Luchs, Wisent, Wildkatze oder Fischotter. Das ist europarechtlich zulässig, solange sie keine Jagdzeit bekommen.

 

Was ist der günstige Erhaltungszustand einer Population?

Der günstige Erhaltungszustand einer Art ist in der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) definiert. Man versteht darunter die Gesamtheit der Einflüsse, die sich langfristig auf die Verbreitung und die Größe der Population der betreffenden Art in einem bestimmten Gebiet auswirken können. Die Kriterien dafür sind in Art. 1 Buchst. i der FFH-Richtlinie genannt. Eine Art soll demnach langfristig überleben können, das Verbreitungsgebiet soll nicht kleiner werden und der Lebensraum ausreichend groß sein.

Die Kriterien orientieren sich an wildbiologischen Erkenntnissen. Gemäß des im Auftrag der EU-Kommission erarbeiteten Leitfadens der LCIE (2008) reichen 1.000 erwachsene Tiere für einen "günstigen Erhaltungszustand" einer isolierten Population aus. Bei einer Population, die im genetischen Austausch mit anderen Populationen steht - wie im Fall des sogenannten deutsch-polnischen Wolfsvorkommens -, gilt eine Grenze von 250 Tieren. Ländergrenzen spielen dabei keine Rolle. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) geht derzeit von 150 bis 160 adulten Tiere allein in Deutschland aus, die Population umfasst aber auch Wölfe in Polen. Neue Zahlen für das Monitoringjahr 2017/2018 werden im September 2018 erwartet.

 

Der DJV bezweifelt daher, dass der Wolf noch nicht im "günstigen Erhaltungszustand" ist. Bei einer so anpassungsfähigen Art mit einer Vermehrungsrate von 30 Prozent pro Jahr kann daran kein Zweifel bestehen. Der Wolf ist auch international gesehen nicht gefährdet.

 

Sie fordern eine Anhangsänderung der FFH-Richtlinie für den Wolf in Deutschland. Warum?

Wir fordern eine Statusänderung von Anhang IV „streng geschützt“ zu Anhang V „bedingt geschützt“, mit der Möglichkeit des Verwaltungshandelns. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass jeder Jäger Wölfe jagen kann. Aber wir müssen den derzeitigen sehr schnell verlaufenden Veränderungen Rechnung tragen: Die Anzahl der in Deutschland lebenden Wölfe (wissenschaftlich korrekt: der Wolfsrudel) nimmt kontinuierlich zu, dies ist seit Jahren ein sehr dynamischer Prozess. Der Wolf breitet sich immer mehr auch in anderen europäischen Ländern aus. Wir wollen für die Zukunft vorbereitet sein. Unser Land ist dicht besiedelt. Begegnungen zwischen Menschen und Wölfen werden immer wahrscheinlicher, die Konflikte nehmen zu. Die Praxis im Umgang mit anderen Tierarten, wie Biber oder Kormoran, die sich ebenfalls ausbreiten und dadurch zu vermehrten Problemen führen, hat gezeigt, dass ein frühzeitiges Handeln notwendig ist. Ausnahmen vom strengen Schutz sind in der Praxis nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich, wie verschiedene Verfahren aus Bayern und Brandenburg im Umgang mit dem Biber zeigen.

 

Nach unserer Auffassung erfüllt der Wolf nicht mehr die Kriterien für die Aufnahme in Anhang IV der FFH-Richtline, die in Art. 1 Buchst. g der FFH-Richtlinie niedergelegt sind. Das Bundesamt für Naturschutz sieht das allerdings anders.

 

Müssen Jäger Schadensersatz für gerissene Schafe zahlen, wenn er im Jagdrecht ist?

Schäden durch Wolfsrisse müssten auch bei einer Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht nicht gezahlt werden, weder vom Jagdpächter noch von der Jagdgenossenschaft. Denn Wildschadensersatz gibt es nur für Schäden an Grundstücken (einschließlich der darauf wachsenden Pflanzen), aber nicht für gerissene Weidetiere. Und außerdem sind Grundstückschäden gar nicht bei allen WIldtieren ersatzpflichtig, sondern nur bei denen, die ausdrücklich genannt sind: Schalenwild, WIldkaninchen und Fasanen. Die Rückkehr des Wolfes ist in erster Linie ein gesellschaftiches Anliegen. Daher sollten Weidetierhalter aus öffentlichen Mitteln entschädigt werden.

 

Kann der Wolf in einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland überhaupt artgerecht leben?

Die Wiederansiedlung zeigt uns, dass der Wolf in unserer Kulturlandschaft bestens zurecht kommt. Er findet hier geeigneten Lebensraum und ausreichend Beute. Die Frage ist nicht, ob er artgerecht in der Kulturlandschaft leben kann, sondern ob er die Akzeptanz der Bevölkerung findet. Der Wolf muss lernen, sich von Menschen und Nutztieren fern zu halten.

 

Durch das Fehlverhalten von Menschen (z.B. Fütterung) werden Wildtiere in Siedlungsnähe gelockt und gewöhnen sich an den Menschen. Das muss unbedingt vermieden werden. Beispiel Wildschwein: Diese intelligente Spezies legt ein Verhalten in der Stadt an den Tag, das etwa die Berliner mehr oder weniger tolerieren. Es weiß, dass es nicht bejagt wird, sogar gefüttert wird und hat jegliche Scheu verloren. Außerhalb der Städte wird es bejagt und lernt dadurch, menschlichen Kontakt zu vermeiden.

Wenn wir es zulassen, wird der Wolf vermutlich jegliche Räume wieder besiedeln. Der Wolf ist eine neugierige Art, er testet seine Grenzen aus. Es ist kein Zufall, dass der Wolf auch nachts in Städten gesichtet werden kann, wie jüngst in Walsrode. Dieses Verhalten wird jedoch von der Bevölkerung nicht akzeptiert.

 

Kann man Herden im Alpenraum und an Deichen schützen?

Wirksame und durchführbare Lösungen gibt es derzeit noch nicht, es gibt ein Pilotprojekt in Schleswig-Holstein. Schäferverbände gehen davon aus, dass sich Deichschafe grundsätzlich vor Wölfen schützen lassen, wenn genügend Geld für Personal und Sachmittel zur Verfügung steht. Dann müssten sich allerdings auch die Bewirtschaftungsformen ändern: So müsste tagsüber eine Behütung der Schafe, ggf. auch mit Herdenschutzhunden, stattfinden und nachts jeweils eine Einpferchung. Problematisch könnte das Verhalten von Herdenschutzhunden in Deichbereichen sein, die auch touristisch genutzt werden. Bei den Almen ist die Situation noch anspruchsvoller.

Wölfe haben seit vielen Jahren eine Vermehrungsrate von rund 30 Prozent jährlich: Die Population verdoppelt sich in weniger als drei Jahren. Quelle: Rolfes/DJV
Wölfe haben seit vielen Jahren eine Vermehrungsrate von rund 30 Prozent jährlich: Die Population verdoppelt sich in weniger als drei Jahren. Quelle: Rolfes/DJV

Alarmstufe Reh

Im Frühjahr kracht's besonders häufig zwischen Wildtier und Wagen. Der Deutsche Jagdverband appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, in Waldgebieten und an Feldern die Fahrweise anzupassen.

 

(Berlin, 23. April 2018) Mit dem Frühjahr steigt die Aktivität vieler heimischer Wildtiere rapide an. Vor allem Pflanzenfresser wie das Reh sind jetzt besonders viel unterwegs und haben Heißhunger auf zartes Grün. Hinzu kommen Revierkämpfe: Die männlichen Tiere stecken jetzt ihre Territorien neu ab. Kommt dem Platzbock ein Jüngling ins Gehege, wird er vehement verjagt. Dabei geht es auch blindlings über Straßen. Keine andere Säugetierart ist derart häufig in Wildunfälle verwickelt: Laut einer aktuellen Statistik des Deutschen Jagdverbandes (DJV) ereigneten sich allein in der Zeit vom 1. April 2016 bis 31. März 2017 knapp 195.400 Unfälle mit Rehen. Das sind knapp 85 Prozent aller Wildunfälle.

 

Gas weg und Augen auf

Um Zusammenstöße zu vermeiden, rät der (DJV), Wildwechsel-Warnschilder zu beachten und besonders entlang von Wald-Feld-Rändern sowie im Wald aufmerksam und mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren. Gerade in der Morgen- und Abenddämmerung steigt die Wildunfallgefahr. Was viele Autofahrer nicht wissen: Selbst ein 20 Kilogramm schweres Reh besitzt bei einer Kollision mit Tempo 60 ein Aufschlaggewicht von 800 Kilogramm.

 

Was tun im Fall der Fälle?

Wenn es doch gekracht hat, Ruhe bewahren und als Erstes die Unfallstelle absichern: Warnblinkanlage anschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen. Bei Personenschäden Erste Hilfe leisten und gegebenenfalls den Notruf wählen (112). Jäger oder Polizei (110) verständigen und Standort melden. Der DJV appelliert an Autofahrer, jeden Unfall aus Tierschutzgründen zu melden – auch wenn kein sichtbarer Schaden entstanden ist. Tote Tiere möglichst – ohne dabei sich oder andere zu gefährden – an den Straßenrand ziehen (Handschuhe tragen). Zu lebenden Tieren Abstand halten. Für die Versicherung eine Wildunfallbescheinigung vom Jäger ausstellen lassen.

 

Tierfund-App der Jäger nutzen

Nur etwa 1 Prozent der Unfälle mit großen Säugetieren erfasst das Statistische Bundesamt. Beim Großteil der Kollisionen werden weder Ort, Zeit oder Tierart erfasst. So fehlt die Grundlage, Wildunfallschwerpunkte zu erkennen und anschließend zu entschärfen. Das Tierfund-Kataster der Jäger (www.tierfund-kataster.de) ist die erste bundesweite Initiative, die Abhilfe schafft: Jeder Verkehrsteilnehmer kann verunfallte Tiere sogar per App melden, Wissenschaftler der Universität Kiel werten die Daten aus. Mehr als 45.000 Datensätze liegen bereits vor und Verkehrsbehörden nutzen diese. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein hat das Kataster entwickelt.

 

Checkliste: Wildunfälle verhindern und richtig handeln im Ernstfall

Wie lässt sich ein Wildunfall verhindern?

  • Reduzierte Geschwindigkeit entlang unübersichtlicher Wald- und Feldränder.
  • Besonders gefährlich sind neue Straßen durch Waldgebiete, da das Wild seine gewohnten Wege beibehält.
  • Die größte Gefahr droht in der Morgen- und Abenddämmerung, bei Nacht und bei Nebel.
  • Tier am Straßenrand: Abblenden, Hupen, Bremsen.
  • Ein Tier kommt selten allein – Autofahrer sollten stets mit Nachzüglern rechnen.

Was ist nach einem Wildunfall zu tun?

  • Unfallstelle sichern: Warnblinkanlage anschalten, Warndreieck aufstellen und Polizei anrufen.
  • Aufgrund der Infektionsgefahr niemals tote Tiere ohne Handschuhe anfassen. Abstand halten zu lebenden Tieren.
  • Wer Wild mitnimmt, macht sich der Wilderei strafbar.
  • Einem geflüchteten Tier nicht folgen. In der Unfallmeldung die Fluchtrichtung mitteilen. So kann der Jäger das verletze Tier leichter finden.
  • Für die Versicherung Wildunfallbescheinigung von Jäger oder Polizei ausstellen lassen.

PR-Handbuch „Wild auf Wild“ neu aufgelegt

Bereits nach wenigen Monaten war das PR-Handbuch vergriffen. Eine überarbeitete Auflage ist jetzt erhältlich. Der Leitfaden gibt praktische Tipps zur Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen mit Schwerpunkt Wildbret. Mit der Kampagne „Wild auf Wild“ unterstützt der DJV die Öffentlichkeitsarbeit der Jäger.

 

(Berlin, 17. April 2018) Ob Gulasch oder Bratwurst – viele Jäger nutzen Wildbret, um auf Märkten oder Festen Öffentlichkeitsarbeit für die Jagd zu machen. Jetzt hat der Deutsche Jagdverband (DJV) im Rahmen der Kampagne „Wild auf Wild“ das überarbeitete PR-Handbuch für Jäger herausgebracht. Darin finden Jäger viele Tipps und Informationen für den gelungenen Auftritt auf Veranstaltungen. Wildbret steht dabei im Fokus. Die erste Auflage war bereits nach wenigen Monaten vergriffen.

Fallbeispiele, Anleitungen für erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit und praktische Tipps zur Fleischhygiene helfen bei der Planung von Veranstaltungen, bei denen Wildbret angeboten wird. Welche Vorschriften müssen Jäger bei der Zubereitung von Fleisch einhalten? Wie muss ein guter Verkaufsstand aussehen, der viele Gäste anzieht? Und wie spreche ich die örtliche Presse an? Antworten auf solche Fragen gibt das PR-Handbuch. Kostenlose Einzelexemplare können im DJV-Shop zuzüglich Versandkosten bestellt oder auf www.wild-auf-wild.de als PDF heruntergeladen werden.

 

Mit „Wild auf Wild“ baut der DJV das positive Image der Jagd über Wildbret weiter aus. Mit Rezepten, Videos und zahlreichen Aktionsmitteln stellt die Kampagne Jägern das nötige Handwerkszeug für einen erfolgreichen Auftritt in der Öffentlichkeit zur Verfügung. Mehr dazu gibt es im Internet auf www.wild-auf-wild.de.

Die Kampagne "Wild auf Wild" liefert Jägern das nötige Handwerkszeug für einen erfolgreichen Auftritt in der Öffentlichkeit. Quelle: DJV
Die Kampagne "Wild auf Wild" liefert Jägern das nötige Handwerkszeug für einen erfolgreichen Auftritt in der Öffentlichkeit. Quelle: DJV

Hundearbeit im Wolfsgebiet

Die überarbeitete Version des DJV-Flyers "Hundearbeit im Wolfsgebiet" ist ab sofort erhältlich. Sie enthält Verhaltenstipps für die Jagd, informiert über Vorsichtsma߬nahmen und gibt Hinweise zu Versicherungsfragen. 

 

(Berlin, 17. April 2018) Der DJV hat eine aktualisierte Version der Broschüre "Hundearbeit im Wolfsgebiet: Leitfaden für Jagdleiter und Hundeführer" veröffentlicht. Dieses mit zahlreichen Illustrationen versehene Faltblatt gibt Hinweise zu Planung und Durchführung einer Jagd oder Nachsuche. Besonders wichtig: In der Paarungszeit von Januar bis März empfiehlt es sich, Hunde im Wolfsgebiet an der Leine zu lassen. Um ein Aufeinandertreffen mit dem Wolf während einer Bewegungsjagd zu minimieren, sollten Jagdhunde erst 30 Minuten nach Beginn des Treibens geschnallt werden.

 

Der DJV weist darauf hin, den Jagdhund niemals für das Anzeigen von Wolfsspuren zu loben, eine positive Verknüpfung wäre fatal. Falls es trotz aller Sicherheitsmaßnahmen zu einem Unfall kommt, ist erster Ansprechpartner die Behörde. Nicht alle Bundesländer kommen allerdings für Übergriffe durch Wölfe und daraus resultierende Schäden auf. Betroffene sind aufgerufen, Schadensfälle auch der Jägerschaft oder dem Jagdgebrauchshundverband zu melden.

 

Die Broschüre im Format DIN lang kann kostenfrei bei der DJV-Service GmbH angefordert werden: www.djv-shop.de. Bitte beachten: Anfallende Porto- und Versandkosten müssen vom Besteller übernommen werden. Die Online-Version gibt es  unter www.jagdverband.de/content/publikationen.

  • Flyer als PDF (Der Flyer gibt Hinweise zu Planung und Durchführung einer Jagd  im Wolfsgebiet. Quelle: DJV)

Brut- und Setzzeit: Rücksicht nehmen

Naturbesucher aufgepasst: Im Frühling gleichen Wald und Flur einer großen Kinderstube. Wildtiere sind jetzt besonders schutzbedürftig.

 

(Berlin, 17. April 2018) Mit den wärmeren Temperaturen beginnt die sogenannte Brut- und Setzzeit – die heimische Natur verwandelt sich in eine große Kinderstube. Hase, Hirsch, Ente, Reh oder Wildschwein: Viele heimische Wildtiere bringen in den Frühjahrsmonaten ihren Nachwuchs zur Welt und brauchen viel Ruhe. Damit die Jungtiere problemlos aufwachsen können, bittet der Deutsche Jagdverband (DJV) Erholungssuchende und Hundehalter um Rücksicht und Einhaltung einiger einfacher Verhaltensregeln.

 

Wege nicht verlassen

Wildtiere halten sich besonders gern im Dickicht der Wälder, Knicks und Feldhecken oder im hohen Gras auf. „Es ist daher unbedingt notwendig, diese Ruhezonen zu meiden und die Wege nicht zu verlassen”, appelliert Detlef Zacharias, DJV-Präsidiumsmitglied. Vor allem frei laufende Hunde können eine Gefahr für trächtige Tiere und brütende Vögel sowie deren Nachwuchs darstellen. Vierbeiner sollten deshalb in diesen sensiblen Bereichen am besten an die Leine. Über die unterschiedlichen Regelungen informiert das örtliche Ordnungsamt.

 

Wildtiernachwuchs nicht anfassen

Aufgefundenes Jungwild auf keinen Fall berühren! Scheinbar verwaiste Rehkitze oder Junghasen sind meistens gar nicht so hilflos, wie es vielleicht den Anschein hat. Der gut getarnte Nachwuchs wird in den ersten Lebenswochen von den Müttern oft viele Stunden allein gelassen und nur zum Säugen aufgesucht – der beste Schutz vor Fressfeinden. Die Küken bodenbrütender Vögel sind oft „Nestflüchter“ und laufen selbstständig umher, werden aber dennoch weiter von den Eltern versorgt. Erst durch Menschengeruch werden Jungtiere wirklich zu Waisen.

 

Wildtier gefunden, was nun?

Naturbesucher sollten vermeintlich verletzte, geschwächte, kranke oder anderweitig gefährdete Wildtiere aus sicherer Entfernung beobachten und im Zweifelsfall einen ortsansässigen Jäger kontaktieren, der den Zustand einschätzen kann, oder die Polizei informieren.

Hinweis Flyer

 

Spaziergänger sollten derzeit Ruhezonen von Wildtieren meiden und Wege nicht verlassen. Aufgefundenes Jungwild darf auf keinen Fall berührt werden!

Quelle (3): Kaufmann/DJV


Wildschweinjagd: DJV stellt 6-Punkte-Katalog für Vereinfachungen vor

Anlässlich der heutigen "Nationalen ASP-Präventionskonferenz" im Bundeslandwirtschaftsministerium stellt der DJV seine Forderungen für eine Vereinfachung der Wildschweinjagd vor.

 

(Berlin, 26. Februar 2018) Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat für heute Vertreter aus Forschung, Ministerien und Jagd nach Berlin geladen zur "Nationalen ASP-Präventionskonferenz". Der Deutsche Jagdverband (DJV) weist vor diesem Hintergrund darauf hin, dass eine Einschleppung des Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) durch verstärkte Jagd allein nicht verhindert werden kann. Vielmehr müssen insbesondere Fernfahrer aus europäischen Risikogebieten stärker kontrolliert werden, ebenso wie Raststätten entlang von Transitstrecken: Laut Experten haben achtlos weggeworfene Reste von verseuchter Rohwurst maßgeblich zur bisherigen Verbreitung der ASP beigetragen, Sprünge von mehreren 100 Kilometern in kürzester Zeit sind dokumentiert. Im Sinne der Prävention hält der DJV eine weitere Reduzierung der Wildschweinbestände für notwendig: Sollte das ASP-Virus den Sprung nach Deutschland schaffen, wäre dann zumindest die natürliche Ausbreitung reduziert. Diese beträgt etwa 20 Kilometer pro Jahr.

 

Eine noch intensivere Bejagung der Wildschweine kann nur erfolgreich sein, wenn Politik, Behörden, Landwirte und Jäger Hand in Hand zusammenarbeiten. Der DJV hat dazu heute einen 6-Punkte-Katalog mit Forderungen veröffentlicht, der die Jagd erfolgreicher machen soll.

 

1.  Anlegen von Bejagungsschneisen in allen Feldkulturen, besonders Raps, Mais, Weizen

Ohne Schneisen können 6,8 Millionen Hektar Feldfläche (ein Viertel Deutschlands) von Mai bis Oktober kaum bejagt werden, weil die Vegetation zu hoch ist. Dort wandern Wildschweine im Sommerhalbjahr ein.

 

2.  Aufheben von Jagdverboten in Naturschutzgebieten

Feuchte Lebensräume mit Deckung wie Schilfgürtel oder Bruchwälder sind beliebte Rückzugsgebiete für Wildschweine.

 

3.  Ganzjährige Bejagung von Wildschweinen in Staats- und Bundesforsten sowie großen Privatforsten

 

4.  mehr Revier übergreifende Wald-Bewegungsjagden im Winterhalbjahr

Wildschweine haben vergleichsweise große Reviere, eine großflächige Bejagung ist deshalb sinnvoll. Behörden müssen die notwendige Verkehrssicherungspflicht unbürokratisch und kostenfrei unterstützen, am besten mit Personal. Ferner sollten Revierinhaber zur Duldung unbeabsichtigten Überjagens von Hunden verpflichtet sein.

 

5.  Vergünstigungen für Ausbildung und Einsatz von Jagdhunden für die Wildschweinjagd

Für die effektive Wildschweinjagd in Dickungen und Wald sind gut ausgebildete Stöberhunde unerlässlich. Tierschutzgerechte Ausbildung und Schutzausrüstung der Jagdhunde sind teuer, der Jagdeinsatz aufwendig. Eine finanzielle Unterstützung durch die Behörden ist erforderlich. Denkbar wäre auch eine Befreiung von der Hundesteuer.

 

6.  Zulassung von der "kleinen Kugel" für gestreifte Frischlinge

Für gestreifte Frischlinge müssen bundesweit Patronen zugelassen werden, die eine Mindestenergie von 1.000 Joule auf 100 Meter Entfernung haben – auch in Kalibern unter 6,5 Millimeter Durchmesser. Bisher sind 2.000 Joule und ein Mindestkaliber von 6,5 Millimeter vorgeschrieben. Geschosse mit dieser Energie können allerdings bei kleinen Frischlingen für so starke Verletzungen sorgen, dass das Wildbret nicht mehr verwertbar ist.

 

Die bundesweite Aufhebung von Schonzeiten für Wildschweine begrüßt der DJV. Der Dachverband der Jäger weißt darauf hin, dass dies nicht die Aufhebung des Elterntierschutzes bedeutet: Bachen, die gestreifte Frischlinge säugen, dürfen auch weiterhin nicht erlegt werden. Im vergangenen Jagdjahr haben Deutschlands Jäger knapp 600.000 Wildschweine erlegt - das vierthöchste Jagdergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1930er Jahren. Nach Auffassung des DJV ist die Jagd alternativlos, um Wildschweinbestände zu reduzieren. Die "Pille für das Wildschwein" lehnt der DJV als Unsinn ab. 

Nur wenn Politik, Behörden, Landwirte und Jäger Hand in Hand zusammenarbeiten, kann eine noch intensivere Bejagung der Wildschweine erfolgreich sein. Quelle: DJV
Nur wenn Politik, Behörden, Landwirte und Jäger Hand in Hand zusammenarbeiten, kann eine noch intensivere Bejagung der Wildschweine erfolgreich sein. Quelle: DJV

Wolf soll ins Bundesjagdgesetz

DJV fordert bundeseinheitliche Managementvorgaben für den großen Fleischfresser. Bewaffnete Eingreiftrupps lehnt der Verband ab: Erster Ansprechpartner muss der Jagdausübungsberechtigte vor Ort sein.

 

(Berlin, 11. April 2018) Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert in einem aktuellen Positionspapier zeitnah die Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz, um bundeseinheitliche Regelungen zum künftigen Umgang mit dem Wolf auszugestalten. Eine generelle Bejagung ist damit nicht möglich, da der große Fleischfresser über die FFH-Richtlinie weiterhin streng geschützt ist. Allerdings wird so eine Grundlage geschaffen, um bundesweit gültige Managementmaßnahmen auf Basis des Koalitionsvertrages der Bundesregierung zu erarbeiten. Der DJV lehnt Vorstöße wie in Brandenburg und Südwestdeutschland ab, über Behörden bewaffnete Eingreiftrupps installieren zu wollen. "Wenn es um die Entnahme von Wölfen geht, muss immer der ortskundige Jäger erster Ansprechpartner sein, alles andere wäre ein inakzeptabler Eingriff ins Eigentumsrecht", so DJV-Präsident Hartwig Fischer. Nur wenn der Jagdausübungsberechtigte notwendige Managementmaßnahmen nicht umsetzen kann oder möchte, sollten Behörden eingreifen können.

 

Im Koalitionsvertrag hat sich die Bundesregierung verpflichtet, einen gesellschaftlichen Konsens herzustellen zwischen Wolfsschutz, Sicherheit des Menschen und Erhalt der Artenvielfalt. "Wir nehmen die Politik beim Wort und erwarten, dass Konflikte offen benannt und auch gelöst werden", so Fischer. Die Zeit drängt: Im Herbst 2017 haben Wölfe erstmals in Deutschland Deichschafe tödlich verletzt. Schafe sind unersetzlich für die Instandhaltung von Hochwasserschutzanlagen. Zudem haben sie wichtige Aufgaben in der Landschaftspflege, extensive Beweidung ist eines der wichtigsten Naturschutzinstrumente in Deutschland. Auch ausgewachsene Rinder haben Wölfe 2017 vermehrt getötet, die ökologisch hochwertige Grünlandwirtschaft wird stark beeinträchtigt.

 

Der DJV begrüßt es, dass laut Koalitionsvertrag der Schutzstatus des Wolfes überprüft werden soll, um „eine notwendige Bestandsreduktion herbeiführen zu können“. Zudem soll ein Kriterien- und Maßnahmenkatalog zur Entnahme von Wölfen entwickelt werden. Der DJV hat bereits mehrfach praktikable Lösungen, insbesondere im Umgang mit verhaltensauffälligen Tieren, angemahnt. Für den Dachverband der Jäger sind Wölfe bereits verhaltensauffällig, wenn sie tagsüber mehrfach in Siedlungsnähe auftauchen oder es verstärkt zu Nahkontakten kommt. Eine natürliche Scheu vor dem Menschen besitzt der Wolf nicht.

 

Hintergrundinfos zu Konflikten mit dem Wolf

Knapp 20 Jahre nach der ersten Reproduktion in der Lausitz erschließen sich Wölfe in Deutschland zunehmend neue Lebensräume. Der jährliche Zuwachs der Population liegt bei über 30 Prozent. Mit einem weiter exponentiell wachsenden Wolfsbestand ist zu rechnen. Der DJV geht von einem derzeitigen Bestand von etwa 800 Tieren in Deutschland aus.

 

Ende 2017 hat das Bundesamt für Naturschutz erstmals öffentlich festgestellt, dass der Wolf keine natürliche Scheu vor dem Menschen hat. Damit er diese wieder erlernt, hat der DJV einen konsequenten Umgang mit „Problemtieren“ gefordert und die vom BfN publizierten „Empfehlungen zum Umgang mit auffälligen Wölfen“ als nicht ausreichend kritisiert. Demnach sei es „ungefährlich“, wenn Wölfe in Dunkelheit durch Siedlungen laufen oder tagsüber in Sichtweite von Häusern. Die Sorgen und Ängste der ländlichen Bevölkerung müssen ernst genommen werden.

Die Zahl der Übergriffe auf Nutztiere hat sich in den vergangenen zehn Jahren rasant entwickelt. Waren es im Jahr 2007 bundesweit noch etwa 100 verletzte oder getötet Nutztiere, wurde 2016 erstmals die Grenze von 1.000 Nutztieren überschritten (Quelle: DBBW). Im Landkreis Cuxhaven haben Wölfe 2017 die ersten Deichschafe getötet und 22 ausgewachsene Rinder. Daraufhin wurde die Mindesthöhe für einen wolfssicheren Zaun von 1,20 Meter auf 1,40 Meter erhöht. Diese Höhe wurde jedoch bereits überwunden.

 

Bei der weiteren Ausbreitung des Wolfes müssen auch höherrangige Ziele gewahrt bleiben. So sind z.B. Küstendeiche und Almen nicht durch Zäunung zu schützen. Problematisch ist dies auch in Grünlandregionen mit hoher Weidetierdichte. Gerade die Weidetierhaltung stellt eine besonders naturverträgliche Form der Landnutzung dar. In den genannten Gebieten besteht zudem die Gefahr einer Verdrahtung der Landschaft, die dem Gedanken einer Biotopvernetzung widerspricht.

Was die Nutztierhaltung anbetrifft, so kann die Aufrüstungsspirale beim Herdenschutz (u.a. durch Erhöhung von Zäunen, Installation zusätzlicher Elektrolitzen, Flatterbändern, Einsatz von Herdenschutzhunden) zu Lasten der Betroffenen nicht zielführend sein. Wirksame und legale Mittel zur Vergrämung von Wölfen stehen nicht zur Verfügung. Problemtiere müssen daher konsequent entnommen werden, ggf. auch ganze Rudel, damit erlernte Erfahrungen (Erbeuten von Nutztieren) nicht weitergegeben werden können.

Der jährliche Zuwachs der Wolfspopulation liegt bei mehr als 30 Prozent – Tendenz steigend. 2017 haben Wölfe  im Landkreis Cuxhaven die ersten Deichschafe getötet und 22 ausgewachsene Rinder.  Quelle: Rolfes/DJV
Der jährliche Zuwachs der Wolfspopulation liegt bei mehr als 30 Prozent – Tendenz steigend. 2017 haben Wölfe im Landkreis Cuxhaven die ersten Deichschafe getötet und 22 ausgewachsene Rinder. Quelle: Rolfes/DJV

Assistenz der Geschäftsführung (m/w) gesucht

Wer sich für Wild, Jagd und Natur einsetzen möchte, kann sich jetzt beim Deutschen Jagdverband bewerben: Zur Unterstützung der Geschäftsführung bei allen operativen und strategischen Themen sucht der Verband zum 1. Juli einen Assistenten. 

 

(Berlin, 21. März 2018) Der Deutsche Jagdverband (DJV) stellt zum 1. Juli einen Assistenten der Geschäftsführung (m/w) ein. Arbeitsplatz ist die Geschäftsstelle des DJV in Berlin. Die Stelle ist zunächst auf zwei Jahre befristet. Als Schnittstelle zwischen der Geschäftsführung und den Fachbereichen sind Sie für die Organisation, Koordination und die Administration verantwortlich. Themenfelder Ihrer Arbeit sind unter anderem Vor- und Nachbereitung von Präsidiums- und Geschäftsführersitzungen, fachliche Unterstützung im Bereich Landwirtschaft auf nationaler/europäischer Ebene, aber auch Planung und Durchführung von (Groß-) Veranstaltungen.

 

Im Detail:

  • Unterstützung der Geschäftsführung bei der Pflege von Kontakten zum Europäischen Parlament, zur Europäischen Kommission, zum Bundestag, zum Bundesrat, zu Fachministerien sowie zu Verbänden und Organisationen
  • fachliche Unterstützung im Bereich Landwirtschaft auf nationaler/europäischer Ebene
  • Terminkoordinierung für Geschäftsführung und Präsident
  • Begleitung und Dokumentation interner Meetings
  • inhaltliche und fachliche Vorbereitung von politischen Gesprächen von Geschäftsführung und Präsident
  • Vor- und Nachbereitung von Präsidiums- und Geschäftsführersitzungen
  • Planung und Durchführung von (Groß-) Veranstaltungen
  • Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen für die Geschäftsführung
  • Ansprechpartner/in für Mitarbeiter/innen für organisatorische Fragen
  • administrative, organisatorische und koordinierende Tätigkeiten im Rahmen der Geschäftsführungsassistenz

Ihr Profil:

  • abgeschlossenes Hochschulstudium (vorzugsweise in Agrarwissenschaften oder Politik)
  • mehrjährige Berufserfahrung (verbandspolitisch oder politisch)
  • gutes Ausdrucksvermögen in Wort und Schrift
  • sicherer Umgang mit MS-Office-Programmen, PowerPoint, elektronische Medien
  • Jagdscheininhaber
  • großes Interesse an Jagd, Naturschutz und Wildbiologie
  • Englisch in Wort und Schrift (verhandlungssicher)
  • Sie zeichnen sich durch sicheres Auftreten, gutes Durchsetzungsvermögen, Kommunikations- und Verhandlungsgeschick aus
  • Sie sind teamfähig, belastbar und zeigen Einsatzbereitschaft sowie Flexibilität
  • Ihr Handeln wird durch eine systematische und analytische Arbeitsweise geprägt
  • Sie sind vertrauenswürdig und loyal

Bitte fassen Sie die einzelnen Dokumente Ihrer Bewerbungsunterlagen zu einer PDF-Datei zusammen und senden Sie Ihre Bewerbung unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungen, Ihres frühestmöglichen Eintrittstermins und der Kennziffer „AGF-2018“ bitte bis zum 30. April 2018 an:

Deutscher Jagdverband e.V.

Herr Olaf Niestroj

djv@jagdverband.de


Jagdverbände fordern länderübergreifendes Wolfsmanagement

DJV und LJV Baden-Württemberg kritisieren den Alleingang im Südwesten Deutschlands. Der Wolf kennt keine Ländergrenzen, deshalb ist ein bundesweiter Ansatz notwendig. Jäger und Landwirte müssen in die Planung einbezogen werden.

 

(Berlin, 06. März 2018) Wie gestern bekannt wurde, wollen die obersten Naturschutzbehörden der Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und des Saarlands beim Herdenschutz und beim Wolfsmanagement enger zusammenarbeiten und dazu eine Kooperationsvereinbarung abschließen. Wölfe kennen keine Landesgrenzen, deshalb ist eine länderübergreifende Vereinbarung zu einem effektiveren Wolfsmanagement durchaus sinnvoll, betonen der Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV BW) und der Deutsche Jagdverband (DJV). Eine Vereinbarung zwischen vier Bundesländern ist allerdings nicht zielführend, vor allem, wenn Betroffene überhaupt nicht eingebunden werden, kritisieren die Jäger. „Die letzten in Baden-Württemberg bestätigten Wölfe kamen aus Niedersachsen“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke. Der Vorstoß sei blanker Aktionismus und ein unnötiger Vorgriff, weil der Bund – so sieht es der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD vor – eine bundeseinheitliche Regelung schaffen will.

 

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg ist verärgert, dass bei den vorgesehenen Steuerungs- und Managementgruppen im Rahmen der Kooperation weder Landwirte noch Jäger einbezogen werden sollen. Zudem fand eine Abstimmung mit dem Landwirtschaftsministerium in Baden-Württemberg bisher nicht statt. „Eine länderübergreifende Kooperation ohne Einbeziehung Betroffener ist ein Weg in die falsche Richtung“, so Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann, „wir fühlen uns regelrecht ausgegrenzt, obwohl wir uns seit Jahren für ein Wolfsmanagement im Land einsetzen.“ Der Wolf unterliege zwar dem Naturschutzrecht, aber von Einwirkungen des Wolfes seien Landwirte, Schafhalter und Jäger direkt betroffen.

 

Jägerinnen und Jäger sind flächendeckend im Land in den Jagdrevieren präsent, sie sind deshalb für ein Wolfsmonitoring auf der Fläche ebenso wie für den Umgang mit verhaltensauffälligen Wölfen prädestiniert. „Wir lehnen es aber vehement ab, dass über unsere Köpfe hinweg in den von uns gepachteten Revieren anonyme, nicht ortskundige, bewaffnete Eingreiftrupps Jagd auf Problemwölfe machen sollen. Der Versuch, sich eine alleinige Zuständigkeit zu sichern, ist nur politisch motivierter Aktionismus“, so Friedmann weiter. Dammann-Tamke ergänzt: „Insbesondere Niedersachsen zeigt, dass die Jäger den Aufgaben des Wolfsmonitorings und  gewachsen sind, wenn sie diese Aufgabe übertragen bekommen.“

 

Die Zahl der Wölfe in Deutschland steigt weiter und damit die Herausforderungen. Warum sich das baden-württembergische Umweltministerium seit langem weigert, den Handlungsleitfaden Wolf zu einem umfassenden Managementplan weiterzuentwickeln, bleibt unklar. Wildtiermanagement ist mehr als das Beharren auf Zuständigkeiten. Anstatt Aktionismus in Baden-Württemberg brauchen wir bundeseinheitliche Richtlinien für das Wolfsmanagement, betonen Dr. Friedmann und Dammann-Tamke.

Eine Monitoringmöglichkeit der Jäger: Aufnahmen mit Wildkameras Quelle: Noltenius/LJV Sachsen
Eine Monitoringmöglichkeit der Jäger: Aufnahmen mit Wildkameras Quelle: Noltenius/LJV Sachsen

Bitte nicht füttern: Wildtiere sind wahre Überlebenskünstler

Rehe, Hirsche und Co. sind im Winter zumeist nicht auf menschliche Hilfe angewiesen. Lebensmittelreste können sie krank machen und sogar zum Tod führen.

 

(Berlin, 28. Februar 2018) Mit einer dampfenden Suppe und warmen Socken vorm Kamin sitzen? Darauf sind heimische Wildtiere nicht angewiesen, auch wenn gerade in Deutschland Minusgrade herrschen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) warnt: Unsachgemäße Fütterung durch den Menschen kann erheblichen Schaden anrichten.

 

Reine Pflanzenfresser, wie Rehe oder Hirsche, werden nur vom Jäger gefüttert, wenn die Behörde eine Notzeit ausruft. Lebensmittel können, anders als Heu, schädlich sein und zu Koliken führen. "Im schlimmsten Fall sterben die Tiere sogar daran," sagt DJV-Präsidiumsmitglied Detlef Zacharias. Im Winter fasten Pflanzenfresser. Sie schalten auf Sparflamme und bewegen sich möglichst wenig, um den Bedarf an Nahrung zu reduzieren und die Fettreserven zu schonen. "Wildtiere brauchen im Winter Ruhe und keine Kuchenreste." so Zacharias.

 

Das gilt auch für anpassungsfähige Allesfresser wie Wildschwein, Fuchs oder Waschbär. Sie finden selbst im Winter ausreichend Nahrung. Essensreste locken die Tiere in menschliche Siedlungsgebiete, wo sie in Haus und Garten Schäden verursachen oder an verdorbener Ware erkranken können. Deshalb sollte der Rest- und Biomüll für Wildtiere unzugänglich verschlossen sein.

 

Um Wildtiere im heimischen Garten oder gar im Haus besser zu erkennen und einschätzen zu können, empfiehlt der DJV die Broschüre "Wildtiere in der Stadt". Sie kann kostenfrei als PDF heruntergeladen, oder im DJV-Shop bestellt werden.

Rehe bewegen sich im Winter möglichst wenig um Energie zu sparen. Quelle: Rolfes/DJV
Rehe bewegen sich im Winter möglichst wenig um Energie zu sparen. Quelle: Rolfes/DJV

Wildtier-Monitoring: Jäger legen neue Zahlen vor

Im Fokus des WILD-Berichtes 2016 steht die Auswertung der Jagdstatistik verschiedener Raubwildarten. Vor allem bei den invasiven Arten Waschbär und Marderhund sind starke Streckenzunahmen zu verzeichnen. Der Bericht enthält zudem Gastbeiträge zur Verbreitung des Goldschakals und nachhaltigen Nutzung von Bälgen.

 

(Berlin, 09. Februar 2018) Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat heute den Jahresbericht 2016 für das Wildtierinformationssystem der Länder Deutschlands (WILD) veröffentlicht. Im Fokus stehen die Jagdstatistiken verschiedener Raubsäuger. Dargestellt werden aktuelle Werte und die Entwicklung im 10-Jahres-Vergleich.

 

Besonders eindrucksvoll sind die Ergebnisse für den Waschbären: In fast der Hälfte aller Landkreise (46 Prozent) zeigt sich eine teils starke Zunahme der Jagdstrecken. Dabei hat sich die Zahl der zur Strecke gekommenen Waschbären pro 100 Hektar Jagdfläche innerhalb von zehn Jahren um teilweise mehr als das 10-fache erhöht. Insgesamt umfasste die Strecke im Jagdjahr 2015/16 knapp 130.000 Waschbären. Diese Werte lassen den Schluss zu, dass die Population des aus Nordamerika stammenden Kleinbären kontinuierlich zunimmt. Dies gilt auch für den aus Asien stammenden Marderhund:  Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2015/16 mit 28.000 Tieren rund 16 Prozent mehr Marderhunde erlegt. Nach einem Populationseinbruch Mitte der 2000er-Jahre aufgrund von Räude- und Staupeerkrankungen hat die Marderhundstrecke mittlerweile wieder das Niveau von vor zehn Jahren erreicht.

 

Der WILD-Bericht 2016 enthält weiterhin Daten zur Entwicklung der Jagdstatistik von Fuchs, Dachs, Mink, Iltis sowie Stein- und Baummarder. Auch aktuelle Daten zum Feldhasen sind im neuen Jahresbericht enthalten: Bereits seit über fünfzehn Jahren werden im Rahmen von WILD auf Initiative der Landesjagdverbände die Feldhasenbesätze in ausgewählten Zählgebieten Deutschlands systematisch erfasst. Dabei führen geschulte Jäger die Zählungen jeweils im Frühjahr und Herbst ehrenamtlich in ihren Revieren durch. Neben aktuellen Populationsdichten beleuchtet der Bericht die Entwicklung der Hasenbesätze vom Frühjahr zum Herbst 2016, die sogenannte Nettozuwachsrate.

 

Ergänzt wird der Bericht durch Gastbeiträge von Wissenschaftlern, die Einblicke in aktuelle Projekte und Forschungsthemen geben. Neben der Verbreitung des Goldschakals in Deutschland und Europa, wird das Projekt Fellwechsel vorgestellt, welches eine nachhaltige Nutzung von Bälgen ermöglicht. Auch eine erste Auswertung des seit 2016 bundesweit laufenden Projektes Tierfund-Kataster ist enthalten.

 

Der 44-seitige WILD-Bericht 2016 ist mit zahlreichen Karten und Grafiken illustriert. Die Online-Version gibt es ab sofort hier: www.jagdverband.de/content/ergebnisse-und-publikationen. Bis zu drei Printexemplare können ebenfalls ab sofort kostenfrei über die DJV-Service GmbH angefordert werden, bei mehr Ausgaben sind die Versandkosten zu zahlen: Friesdorfer Str. 194a, 53175 Bonn, Tel. 0228/3 87 29-00, E-Mail: info@djv-service.de

Der umfassende WILD-Bericht 2016 stellt unter anderem neue Daten zur Jagdentwicklung heimischer Raubwildarten, wie Dachs, Iltis und Marder vor.  Quelle: DJV
Der umfassende WILD-Bericht 2016 stellt unter anderem neue Daten zur Jagdentwicklung heimischer Raubwildarten, wie Dachs, Iltis und Marder vor. Quelle: DJV

Warum Jäger jagen gehen

Der DJV hat den Jägernachwuchs zur Motivation für den Jagdschein befragt. Die Ergebnisse zeigen: Jungjägern geht es um Naturerlebnis und -schutz sowie gesundes Fleisch. Fast jeder Zweite will sich ehrenamtlich engagieren.

 

(Berlin, 02. Februar 2018) Warum lassen sich jedes Jahr zehntausende Männer und Frauen zu Jägern ausbilden? Dieser Frage ist der Deutsche Jagdverband (DJV) auf den Grund gegangen. In Kooperation mit dem unabhängigen IfA-Marktforschungsinstitut Bremer und Partner (IfA) befragte der DJV Teilnehmer aus den Vorbereitungskursen zur Jägerprüfung. Die Ergebnisse veröffentlicht der Dachverband der Jäger heute anlässlich der "Jagd und Hund", Europas größter Jagdmesse.

 

Laut den aktuellen Ergebnissen geht es den Jungjägern besonders um Naturverbundenheit. Für Männer und Frauen ist dies mit einem Gesamtanteil von 77 Prozent der meist genannte Grund, das "Grüne Abitur" zu machen. Mehr als die Hälfte der Befragten will Jäger werden, um einen Beitrag zum angewandten Naturschutz zu leisten (54 Prozent). Danach kommt die Freude an der praktischen Jagdausübung (50 Prozent). Auch der Genuss von Wildfleisch ist mit 47 Prozent unter den Top-4-Gründen, die Jägerprüfung abzulegen. Für Jägerinnen steht der Fleischerwerb durch die Jagd sogar an dritter Stelle. Bemerkenswert: Doppelt so viele Frauen (36 Prozent) wie Männer gaben an, dass die Jagdhundeausbildung eine wichtige Motivation ist, den Jagdschein zu machen. Nur 6 Prozent der Befragten geben als Motiv ein Interesse an Waffen an.

Die Bereitschaft für ehrenamtliches Engagement beim Jägernachwuchs ist deutlich höher als im Bundesdurchschnitt. Mit 45 Prozent wollen sich fast die Hälfte der Jungjäger in einer jagdlichen Vereinigung engagieren, am liebsten im Naturschutz. Laut dem Statistikportal Statista sind durchschnittlich 18 Prozent der Deutschen ehrenamtlich tätig.

 

Bei knapp 17.000 Prüfungsanmeldungen im Jahr 2017 haben sich etwa 14 Prozent aller Kursteilnehmer in Deutschland an der Umfrage beteiligt. Von Dezember 2016 bis September 2017 befragte der DJV in Zusammenarbeit mit IfA 2350 Teilnehmer der Vorbereitungskurse zur Jagdscheinprüfung. Das erste Mal führte der DJV 2011 eine Jungjägerbefragung durch.

Hauptgründe für die Jagd: Angehende Jägerinnen und Jäger geben an, "gern in der Natur" zu sein und "angewandten Naturschutz" betreiben zu wollen. Quelle: Deutscher Jagdverband
Hauptgründe für die Jagd: Angehende Jägerinnen und Jäger geben an, "gern in der Natur" zu sein und "angewandten Naturschutz" betreiben zu wollen. Quelle: Deutscher Jagdverband

Die Jagd wird weiblicher

Jagen ist keine Männerdomäne mehr: Jeder vierte Teilnehmer in Jägerkursen ist eine Frau, zeigt eine DJV-Umfrage. Seit 2011 ist die Zahl aller Absolventen um 46 Prozent gestiegen.

 

Immer mehr Frauen lassen sich zu Jägerinnen ausbilden. In den Jagdschulen liegt der weibliche Anteil mittlerweile bei 24 Prozent. Das ist ein Fünftel mehr als noch vor sieben Jahren. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage, die der Deutsche Jagdverbandes (DJV) beim unabhängigen IfA-Marktforschungsinstitut Bremer und Partner (IfA) in Auftrag gegeben hat. Mehr als ein Fünftel (21 Prozent) aller Befragten hatte vor der Ausbildung keine Erfahrung mit der Jagd und fast ein Viertel (23 Prozent) des Jägernachwuchses lebt in der Stadt. Diese Ergebnisse veröffentlicht der Dachverband der Jäger heute anlässlich der „Jagd und Hund“, Europas größter Jagdmesse.

 

Die angehenden Waidfrauen und -männer kommen aus der Mitte der Gesellschaft: 17 Prozent arbeiten beispielsweise in Dienstleistungsberufen, 11 Prozent sind Handwerker, 14 Prozent Schüler und Studenten. Etwas mehr als die Hälfte der befragten Männer und Frauen sind laut Umfrage ledig. Die typische Jungjägerin ist 35 Jahre alt, im Schnitt ein Jahr jünger als ihr männlicher Kollege. Der jüngste Teilnehmer war eine 15-jährige Schülerin, der älteste ein 73-jähriger Rentner. Für die Ausbildung zum Jäger haben die meisten Befragten nicht mehr als für einen Fahrschulkurs gezahlt: im Schnitt knapp 1.900 Euro.

 

Von Dezember 2016 bis September 2017 befragte der DJV in Zusammenarbeit mit dem IfA-Institut 2.350 Teilnehmer in den Vorbereitungskursen zur Jägerprüfung. Bei knapp 17.000 Prüfungsanmeldungen sind das für 2017 etwa 14 Prozent aller Kursteilnehmer. Insgesamt haben im vergangenen Kalenderjahr 13.944 Jagdschüler die Prüfung erfolgreich abgelegt. Das sind rund 46 Prozent mehr Absolventen als 2011, dem Jahr der ersten Jungjägerbefragung. Die Durchfallquote lag 2017 im Bundesschnitt bei 18 Prozent. Am meisten Prüflinge haben in Niedersachsen die Schulbank gedrückt: genau 4.087. Es folgen auf den Plätzen Baden-Württemberg (2.690), Bayern (2.326), Mecklenburg-Vorpommern (2.325) und Nordrhein-Westfalen (1.679).


Anpassungsfähige Raubsäuger breiten sich aus

Jagdstatistik 2016/17 zeigt sprunghafte Anstiege für die eingewanderten Arten Waschbär und Marderhund. Auch beim Dachs sind die Zuwächse hoch, wogegen die Fuchsstrecke nahezu konstant bleibt. Die Bejagung leistet einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz

 

(Berlin, 31. Januar 2018) Die aktuelle Jagdstatistik für Waschbär, Marderhund, Dachs und Fuchs hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute anlässlich Europas größter Jagdmesse, Jagd und Hund, veröffentlicht. Alle vier Arten gelten als anpassungsfähig, breiten sich in Deutschland aus und haben auf ihrem Speiseplan auch Jungvögel und Eier. Im Jagdjahr 2016/17 (1. April bis 31. März) haben Deutschlands Jäger 134.098 Waschbären erlegt. Im Vergleich zum Durchschnitt der vorangegangenen 5 Jahre ist das ein Plus von 30 Prozent. Einher geht diese Steigerung mit einer zunehmenden räumlichen Ausbreitung des aus Nordamerika stammenden Kleinbären. Mit einem Plus von 44 Prozent fällt die Steigerungsrate beim Marderhund noch größer aus. Von der ursprünglich aus Nordostasien stammenden Art haben Jäger vergangene Saison 30.272 Tier erlegt. Vom heimischen Dachs erlegten Jäger 69.275 Tiere (plus 8,7 Prozent) und vom Fuchs 435.700 (minus 5,2 Prozent).

 

Mit der Bejagung der anpassungsfähigen Fleischfresser leisten Jäger einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz in Deutschland. Die zweite Stellschraube sind Erhalt und Verbesserung von Lebensräumen. Laut DJV ist der Elterntierschutz bei der Jagd sehr wichtig: Insbesondere Muttertiere mit abhängigen Jungen dürfen nicht erlegt werden. Weitergehende Schonzeiten für Raubsäuger hält der DJV für kontraproduktiv, weil eine effektive Bejagung zum Schutz von seltenen Arten erschwert wird.

 

Aufgrund der erfolgreichen Tollwutimpfung zum Schutz des Menschen hat sich die Zahl der anpassungsfähigen Füchse in Deutschland seit den 1980er Jahren verdreifacht. Mit negativen Folgen für Bodenbrüter wie Kiebitz oder Feldlerche, die zur Beute gehören. Wegen des negativen Einflusses auf die Artenvielfalt hat die Europäische Union (EU) den Waschbären 2016 in die Liste der invasiven, gebietsfremden Arten aufgenommen. Primäres Ziel: die Eindämmung. Der Waschbär hat sein Verbreitungsgebiet deutschlandweit von 2006 bis 2015 nahezu verdoppelt und kommt fast in jedem zweiten Jagdrevier vor (43 Prozent).

 

Die Bemühungen der EU werden jedoch an verschiedenen Stellen konterkariert.  In Hessen etwa ist die Jagdzeit des Waschbären auf den Zeitraum vom 1. August bis zum 28. Februar reduziert worden. Und in Berlin ist die Fangjagd komplett verboten. Fallen sind jedoch enorm wichtig, um die nachtaktiven Prädatoren zu erbeuten. Ebenso kontraproduktiv ist ein Jagdverbot auf Schutzflächen - etwa in Feuchtgebieten. Dort hält sich der Waschbär besonders gern auf und sucht nach Fressbarem wie Vogeleiern, Nestlingen, Amphibien und Reptilien.

 

Es ist laut DJV nicht möglich, Waschbär oder Marderhund aus Deutschland wieder zu entfernen. Sie haben sich etabliert und werden Deutschland weiter erobern. Allerdings kann Jagd die Ausbreitung und den räuberischen Einfluss auf heimische Arten stark reduzieren. Die Eindämmung gebietsfremder Arten ist laut DJV eine Herkulesaufgabe. Sie erfordert gemeinsame Anstrengungen in staatlich und privat betreuten Flächen, besonders in Naturschutzgebieten. Jäger sind dabei kompetente Ansprechpartner.

Besonders bei den Waschbären wurden 30 Prozent mehr Tiere erlegt als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Quelle: Seifert/DJV
Besonders bei den Waschbären wurden 30 Prozent mehr Tiere erlegt als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Quelle: Seifert/DJV

Geimeinsam gegen Wildunfälle

DJV fordert bessere Finanzierung des Bundesprogramms Wiedervernetzung und ruft Verkehrsteilnehmer auf, Wildunfälle aktiv im Tierfund-Kataster einzutragen.

 

(Berlin, 23. Januar 2018) Straßen zerschneiden Lebensräume von Tieren und gefährden damit die biologische Vielfalt, weil Tiere nur noch schwer wandern können oder verunglücken. Eine Herausforderung für den Tierschutz: Alle zweieinhalb Minuten kollidiert ein Reh, Wildschwein oder Hirsch mit einem Fahrzeug, zeigt die Statistik der Jäger. Seit zwei Jahrzehnten arbeiten das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Deutsche Jagdverband (DJV) in verschiedenen Projekten eng zusammen, um Lebensräume mit Hilfe von Grünbrücken aktiv wieder zu vernetzen und das Risiko von Wildunfällen zu minimieren. Im Sinne von mehr Tierschutz ruft  der DJV jetzt Verkehrsteilnehmer und Naturliebhaber auf, das Tierfund-Kataster (tierfund-kataster.de) aktiv zu unterstützen. In diesem Projekt werden erstmals Wildunfälle bundesweit einheitlich und standortgenau erfasst. „Ein erster Schritt für mehr Artenschutz und weniger Wildunfälle“, sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Anhand von systematisch erfassten Daten könnten Wissenschaftler Gefahrenpunkte für Tier und Mensch bundesweit erkennen. Dies sei ein entscheidender Schritt, um etwa Grünbrücken oder elektronische Wildwarnanlagen dort zu bauen, wo sie gebraucht würden, so Fischer.

 

Wie effektiv Grünbrücken sein können, die optimal in die umgebende Landschaft eingebunden sind, zeigt das BfN-Projekt „Holsteiner Lebensraumkorridore“ bei Kiebitzholm: Seltene Arten wie Haselmaus, Blutströpfchen (Schmetterling) oder Kammmolch nutzen inzwischen die Grünbrücke, der Fischotter ist im benachbarten Ottertunnel nachgewiesen worden. Die Zahl der Wildunfälle vor Ort geht inzwischen gegen null. „Mit den Holsteiner Lebensraumkorridoren konnten wir zeigen, dass Grünbrücken einen wichtigen Beitrag leisten können, die grüne und die graue Infrastruktur der Verkehrswege miteinander in Einklang zu bringen. Denn wir brauchen beides, die graue ebenso wie die grüne Infrastruktur: Ein Netzwerk, dessen Leistungen für uns Menschen und für die Erhaltung der biologischen Vielfalt unverzichtbar sind“, sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel bei ihrem Besuch am DJV-Stand auf der Internationalen Grünen Woche. „Straßen zerschneiden Lebensräume und gefährden dadurch die biologische Vielfalt. Dieser Entwicklung kann mit dem Bundesprogramm Wiedervernetzung nur dann entgegengewirkt werden, wenn die Finanzierung dieses Programms langfristig gesichert ist und wenn vermehrt Maßnahmen in die Umsetzung gebracht werden.“

 

DJV-Präsident Fischer fordert eine systematische Entschärfung von kritischen Straßenabschnitten im Sinne des Tier- und Artenschutzes. Es gelte, die aus dem Bundesprogramm Wiedervernetzung bekannten knapp 100 prioritären Konfliktstellen endlich zu entschärfen. „Ich appelliere an die zukünftige Bundesregierung, das Bundesprogramm Wiedervernetzung finanziell auszustatten. Zum Wohle von Mensch und Tier“, so Fischer.

Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin informiert der DJV in Halle 4.2 über das Thema Wildunfälle. Besucher können unter anderem mit einem Bremssimulator ihre Reaktionszeit testen. Zudem stellen Mitarbeiter das Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) vor. Jeder Verkehrsteilnehmer kann die App kostenlos herunterladen. Mehr als 45.000 Datensätze liegen bereits vor und werden bereits von Behörden genutzt.

 

Weitere Informationen zu Wildunfällen und Biotopvernetzung:

Auf Bundesstraßen liegt das Verkehrsaufkommen durchschnittlich bei etwa 9.000 Fahrzeugen pro Tag und Streckenabschnitt. Ab einem Wert von 10.000 wagen sich selbst große Säugetiere kaum mehr über die Straße. Allein im vergangenen Jagdjahr – die Zeit vom 1. April 2016 bis zum 31. März 2017 – kollidierten rund 229.000 Rehe, Wildschweine und Hirsche mit einem Fahrzeug. Für seltene Arten wie Fischotter, Wildkatze oder Wolf ist der Straßenverkehr sogar eine der häufigsten Todesursachen. Die Dunkelziffer verunfallter Säugetiere insgesamt liegt nach Schätzungen des DJV um ein Vielfaches höher. Zudem sind Angaben zum genauen Unfallort in den meisten Fällen unzureichend.

 

Weitere Informationen zum Tierfund-Kataster:

Mehr als 33.000 Datensätze zu Wildunfällen liegen bundesweit bereits vor. In Schleswig-Holstein, dem Ursprungsland, greifen Behörden bereits auf die Daten zurück. Nach einmaliger Registrierung können Daten zu Wildunfällen über die Internetseite www.tierfund-kataster.de eingegeben werden. Zudem ist es online möglich, sich auf einer Karte alle erfassten Funde anzuschauen. Noch einfacher können Tierfunde mobil von unterwegs über die kostenlose Smartphone-App (Android und iOS) eingetragen werden. Standort und Zeitpunkt werden automatisch erfasst. Andere relevante Daten wie die Tierart und Todesursache werden zusätzlich abgefragt. Das Hochladen eines Fotos ermöglicht Wissenschaftlern im Nachgang eine gesicherte Artbestimmung.

Die BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel und DJV-Präsident Hartwig Fischer auf der Internationalen Grünen Woche: Mehr Biotopvernetzung ist gut für die biologische Vielfalt und reduziert Wildunfälle. Quelle: Kapuhs/DJV

Fragen und Antworten zur ASP

Aufgrund des medialen Interesses hat der Deutsche Jagdverband die häufigsten Fragen zum Thema Afrikanische Schweinepest (ASP) in einem Faktenpapier beantwortet.

 

(Berlin, 18. Januar 2018)

Was sind die Symptome der ASP?

Bei europäischem Schwarzwild führt die Infektion zu sehr schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen. Durchfall und Blutungsneigung (Nasenbluten, blutiger Durchfall, Hautblutungen) können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft („Liegenbleiben in der Suhle“) oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit. Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen und führt in nahezu allen Fällen zum Tod des Tieres etwa innerhalb einer Woche. Beim Aufbrechen der Stücke (Entnehmen der Organe durch einen Jäger) sollte auf vergrößerte, „blutige“ Lymphknoten, eine vergrößerte Milz und feine, punkt- oder flächenförmige Blutungen in den Organen, der Haut oder Unterhaut geachtet werden. Die Lunge und die Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt. Das Fehlen solcher Auffälligkeiten schließt nicht aus, dass es sich dennoch um ASP handelt. In Schweinebeständen in Afrika überleben Tiere häufig eine Infektion.

 

Wie viele Wildschweine gibt es in Deutschland?

Derzeit gibt es noch keine wissenschaftliche Methode, um Wildschweine zu zählen. Lediglich grobe Schätzungen sind möglich. Ausgehend von der durchschnittlichen jährlichen Reproduktionsrate von 230 Prozent (Tierärztliche Hochschule Hannover) und der DJV-Streckenstatistik (2016/17: knapp 600.000 Wildschweine) liegt der  Frühjahrsbestand bei etwa 300.000 Tiere. Diese Schätzung basiert auf der Annahme, dass Jäger nahezu den gesamten Nachwuchs abschöpfen. Bezogen auf den Herbstbestand erlegen Deutschlands Jäger also bereits jährlich zwei Drittel der Schweine.

 

Wie ist die ASP übertragbar?

Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände übertragen werden. Unter ungünstigen Bedingungen kann ein unachtsam entsorgtes Wurstbrot ausreichen, um die Seuche einzuschleppen und auch in Deutschland Ausbrüche zu provozieren. Besonders effizient ist die Übertragung über Körperflüssigkeiten, besonders Schweiß (Blut). Kleinste Tropfen reichen für eine Infektion.

 

Ist ASP ansteckend für den Menschen?

Die Afrikanische Schweinepest zählt nicht zu den Zoonosen und kann dementsprechend nicht auf den Menschen übertragen werden. Haus- und Wildschweine sind gleichermaßen empfänglich für das Virus.

 

Kann infiziertes Schweinefleisch gegessen werden?

Infiziertes Schweinefleisch ist völlig ungefährlich für den Menschen und könnte gegessen werden. Um eine Verschleppungsgefahr allerdings komplett auszuschließen, sollten infizierte Schweine nicht zu Lebensmitteln verarbeitet werden. Nachweislich wurde die Seuche beispielsweise von der Ukraine ins Baltikum über kontaminierte Rohwurst eingeschleppt.

 

Wie schnell breitet sich die ASP aus?

Die natürliche Ausbreitung der ASP über Wildschweine geht langsam voran und beträgt nach Angaben der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA mit höchstens 25 Kilometern pro Jahr. Besorgnis erregend ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit über den Menschen: Auf Transitstrecken kann sich das Virus mit 90 Kilometern pro Stunde fortbewegen - beispielsweise im Schlamm in den Radkästen eines Lkw oder über kontaminierte Lebensmittel aus (Wild-)schweinfleisch (z.B. Salami, Räucherschinken). Das Virus kann selbst am Schuh mehrere Monate überleben. Biosicherheit an Parkplätzen, Bahnhöfen oder Grenzübergängen ist besonders wichtig, also beispielsweise verschlossene Abfallbehälter: Ein unachtsam entsorgtes Wurstbrötchen reicht, um die Seuche nach Deutschland zu bringen.

 

Welche Rolle spielen Wolf und andere Fleisch- und Aasfresser wie Fuchs bei der Ausbreitung der ASP?

Nach Auskunft des Friedrich-Loeffler-Instituts kann sich das Virus der Afrikanischen Schweinepest nur in Schweinen vermehren und wird daher nicht von Beutegreifern oder Aasfressern ausgeschieden, die es mit einem gerissenen Stück Schwarzwild oder an einem Kadaver aufgenommen haben. Alle Prädatoren, Greifvögel und Aasfresser könnten prinzipiell eine mechanische Vektorfunktion haben, wobei es keine Hinweise gibt, dass eine spezielle Art einen größeren Einfluss hat. Der Wolf nimmt keine Nahrungsvorräte über lange Distanzen mit, wie es der Mensch tut. Eine direkte Verschleppung ist somit unwahrscheinlich. Es gibt keine Hinweise, dass sich das Virus längerfristig über kontaminierte Zähne oder Haare übertragen lässt. Insbesondere Aasfressern kommt unter Umständen sogar eine positive Rolle bei der Beseitigung von Kadavern zu.

 

Die Schweinepest steht vor der Tür. Was muss jetzt getan werden?

Der Fokus muss auf Maßnahmen der Prävention liegen. Dazu gehört es, Wildschweine mit allen legalen Mitteln zu bejagen, vornehmlich junge Bachen. Ziel ist es, die Bestandsdichte und den Zuwachs weiter zu reduzieren. Ein weiterer Fokus muss auf der Biosicherheit liegen: Entlang von Transitstrecken sind verschlossene Abfallbehältnisse wichtig, damit Wildtiere infizierte Fleisch- und Wurstreste nicht verschleppen können. Ein dritter Fokus muss auf Früherkennung liegen: Verdächtige Wildschwein-Kadaver müssen vor Ort liegen bleiben und der zuständige Amtstierarzt muss umgehend informiert werden. Ein Abtransport des Kadavers ist wegen der Verschleppungsgefahr nur in einem dichten Behälter zulässig.

 

Wie stehen Jäger zum Wegfall von  Beschränkungen bei der Wildschweinjagd?

Eine Aufhebung von Schonzeiten sehen wir unkritisch. In der jetzigen Phase der Prävention ist allerdings der Elterntierschutz nicht verhandelbar: Eine Bache mit abhängigen Frischlingen darf nicht erlegt werden. Es macht Sinn, verstärkt junge weibliche Wildschweine zu bejagen. Die bis 2-jährigen Tiere tragen maßgeblich zur Fortpflanzung bei: 7 von 10 Frischlingen werden von jungen Bachen geboren.

 

Was fordern die Jäger, um besser jagen zu können?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die eine Bejagung von Wildschweinen erleichtern und dringend umgesetzt werden sollten:

  • Anlegen von Bejagungsschneisen im Frühjahr - in allen Feldkulturen, z.B. Raps, Mais, Weizen
  • Aufheben von Jagdverboten in Naturschutzgebieten, insbesondere in Schilfgebieten und Bruchwäldern. Dort halten sich Wildschweine bevorzugt auf.
  • Aufheben von Jagdruhezeiten
  • Aufwandsenschädigung für Monitoring und Beprobung (Trichinen, Blut- und Tupferproben) sowie ausreichend Probeabgabestellen
  • Unterstützung bei der Verkehrssicherung für Bewegungsjagden (weniger Bürokratie, Kostenübernhame und Personal)

 

Was ist von der angeblichen Forderung des Bauernverbandes zu halten, 70 Prozent der Wildschweine abzuschießen?

Die Forderung, den Bestand um 70 Prozent zu reduzieren, ist haltlos, weil keine Bezugsgröße genannt wird – weder räumlich noch zeitlich. Die Zahl beruht ausschließlich auf mathematischen Modellen der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA für den Fall eines Ausbruchs der Schweinepest und hat nichts mit der praktischen Umsetzbarkeit zu tun. Bezugsgröße ist hier lediglich das klar umgrenzte Seuchengebiet. Maßnahmen wie Aushungern, Vergiften oder Schießen sind nur einige, die in Frage kommen, um dieses Ziel im Ernstfall möglichst zu erreichen (EFSA AHAW Panel, Scientific opinion on African swine fever. EFSA Journal 2015:13(7):4136, 92pp).

 

Welche Maßnahmen müssen bei einem ASP-Ausbruch eingeleitet werden?

Es gibt kein Allheilmittel gegen die Afrikanische Schweinepest. Ganz besonders wichtig ist die Früherkennung: Wenn ein Ausbruch umgehend gemeldet wird, können Maßnahmen eingeleitet werden, um die Verbreitung sofort zu unterbinden. Gemeinsam mit dem Friedrich-Loeffler-Institut hat der DJV einen Maßnahmenkatalog nach dem Werkzeugkasten-Prinzip entwickelt: Je nach Jahreszeit, Topographie oder Vegetation müssen unterschiedlichste Maßnahmen kombiniert werden. Der Maßnahmenkatalog hat Empfehlungscharakter, die Krisenstäbe vor Ort müssen im Seuchenfall dann die besten Maßnahmen kombinieren. Am besten ist es, wenn die Verantwortlichen bereits jetzt mögliche Szenarien durchdenken.

Der ASP-Maßnahmenkatalog von FLI und DJV.

 

Wie stehen Sie zum Einsatz von Nachtzielgeräten oder Sauenfängen?

Der Einsatz von Nachtzielgeräten ist waffenrechtlich verboten. Ob mit deren Einsatz ein langfristiger Jagderfolg zu erreichen ist, bleibt fraglich. Der Einsatz von Sauenfängen ist unter Tierschutzaspekten und Effektivität kritisch zu hinterfragen. Abgesehen von wenigen Ausnahmeregelungen ist der Einsatz von Saufängen in Deutschland verboten.

 

Was sollten Jäger in Hinblick auf Jagdreisen beachten?

Jäger sollten Regionen, die von der ASP betroffen sind, unbedingt meiden. In Osteuropa, insbesondere in Polen, Tschechien, im Baltikum, der Ukraine, Weißrussland sowie Russland gibt es regionale Seuchenherde. Jäger müssen auf Biosicherheit achten: Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge und Jagdausrüstung müssen gründlich gereinigt oder desinfiziert werden.

 

Zum Download ASP-Früherkennung und Maßnahmen.


Was tun, wenn es kracht?

Etwa alle zweieinhalb Minuten kollidiert laut DJV-Wildunfallstatistik ein Wildtier mit einem Auto. Wie lassen sich Wildunfälle vermeiden? Was bedeutet die Geschwindigkeit für den Bremsweg? Der Deutsche Jagdverband berät auf der Grünen Woche und beantwortet Fragen zu Wild, Jagd und Natur.

 

(Berlin, 15. Januar 2018) Etwa 228.550 Rehe, Hirsche und Wildschweine haben im Jagdjahr 2015/16 ihr Leben auf Deutschlands Straßen gelassen - Tendenz steigend. Mehr Verkehrsaufkommen, kleinere Lebensräume und gewachsene Wildtier-Bestände durch ein Übermaß an Nahrung sind einige der Ursachen. Wie Wildunfälle durch richtiges Fahr- und Bremsverhalten vermieden werden können, erläutert der Deutsche Jagdverband (DJV) an seinem Stand in Halle 4.2 ab Freitag auf der Internationalen Grünen Woche, der weltweit größten Verbrauchermesse. Besucher können beispielsweise mit einem Bremssimulator ihr Reaktionsvermögen in einer Gefahrensituation testen und verbessern. Experten erklären, wann die Wildunfallgefahr am größten ist.

 

Zudem stellt der Verband das digitale Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) vor, dass im Straßenverkehr getötete Wildtiere erstmals bundesweit erfasst. So können Wildunfall-Schwerpunkte entdeckt und Straßen sicherer gemacht werden.

Auf seinen rund 350 Quadratmetern zeigt der Verband noch vieles mehr: Auf einem Erlebnispfad im naturnahen Biotop erfahren kleine und große Besucher, wie vielfältig die heimische Natur ist: Wer kennt zum Beispiel den Unterschied zwischen Uhu, Eule und Kauz? Was haben Wildschwein und Fuchs gemeinsam? Wie unterscheiden sich die Spuren von Reh- und Schwarzwild? Wer im Biotop auf der richtigen Fährte ist, darf sich über tolle Preise freuen.

 

Führungen durch das Biotop unter fachkundiger Anleitung von geschulten Jägern können schon jetzt online gebucht werden. Weitere Termine sind auf Anfrage möglich: telefonisch (0 30/ 2 09 13 94-22) oder per E-Mail (pressestelle@jagdverband.de).

Etwa 60 Helfer und Mitarbeiter beantworten an zehn Messetagen kompetent Fragen zu Wild, Jagd und Natur. Zudem erläutern die Partner des DJV, der Deutsche Falkenorden und der Jagdgebrauchshundverband, den Einsatz von Greifvögeln und Hunden bei der Jagd. Hundetrainerin Alexandra Weibrecht gibt Tipps zu Erziehung und Umgang mit Jagdhunden und stellt unterschiedliche Rassen vor.

 

Wer wissen möchte, wie frisch zubereitetes Wild aus der Region duftet, darf Georg Barta über die Schulter schauen. Der Koch und Gastronom zaubert schmackhafte und unkomplizierte Wildgerichte der modernen Wildküche. Probieren ist ausdrücklich erwünscht!

 

Die Internationale Grüne Woche findet vom 19. bis 28. Januar 2018 in den Messehallen unter dem Funkturm, Berlin, statt. Der Deutsche Jagdverband ist zu finden in Halle 4.2 ("Lust aufs Land"), Stand-Nummern 200/201. 


DJV und JGHV starten Online-Projekt "Jagdhund vermisst"

Nach einer Jagd kann es vorkommen, dass Jagdhunde vermisst werden. Ein gemeinsames Projekt von Deutscher Jagdverband und Jagdgebrauchshundverband bietet nun eine Anlaufstelle für Jäger und Unterstützung bei der Suche.

 

(Berlin, 12. Januar 2018) Die neue Facebook-Seite "Jagdhund vermisst" hilft bei der Suche nach vermissten Jagdhunden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat in Kooperation mit dem Jagdgebrauchshundverband (JGHV) das Projekt ins Leben gerufen. Facebook-Nutzer können dort ohne bürokratischen Aufwand verlorene oder gefundene Hunde melden. Die Seite wird täglich aktualisiert. In den ersten 24 Stunden hatte die Seite bereits mehr als 1.000 Likes. "In der vergangenen Jagdsaison haben uns mehr Bitten zur Weiterleitung von Vermisstenanzeigen als je zuvor erreicht", sagt DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Hermann Hallermann.

 

Das ehrenamtliche 16-köpfige Redaktionsteam bittet um gezielte Teilung der Beiträge in der jeweiligen Region. Zudem infomieren die Mitarbeiter regionale Tierheime, Forstämter und Veterinäre.

 

Während der Jagdsaison kann es häufiger vorkommen, dass Jagdhunde die Orientierung verlieren oder sich etwa bei ihrer Arbeit verletzen und nicht mehr in der Lage sind, zurück zu finden. DJV und JGHV bieten mit "Jagdhund vermisst" direkte und kompetente Hilfe.

Seite hier abonnieren: https://www.facebook.com/jagdhundvermisst

 

Wie funktioniert "Jagdhunde vermisst"?

 

Betroffene können per Privatnachricht oder über die E-Mail-Adressen jagdhund-gefunden@jagdverband.de und roettgen@jghv.de Informationen bezüglich vermisster Jagdhunde melden. Dazu werden folgende Angaben benötigt:

  • Name des entlaufenden Hundes (Ruf und Zwingername)
  • Rasse, Geschlecht und Alter des entlaufenden Hundes
  • Zeitpunkt und Ort der letzte Ortung/Sichtung mit möglichst detaillierter Angaben (nächster Ort UND (wenn möglich) Koordinaten)
  • Hund gechipt: ja/nein
  • Bild des entlaufenen Hundes
  • Besondere Merkmale
  • Information zum Halter (Name, Kontakt)
DJV und JGHV bieten auf der Facebook-Seite "Jagdhund vermisst" direkte und kompetente Hilfe. Quelle: misch-art.de/DJV
DJV und JGHV bieten auf der Facebook-Seite "Jagdhund vermisst" direkte und kompetente Hilfe. Quelle: misch-art.de/DJV

Aktuelle Jagdbilanz: 589.417 Wildschweine bundesweit erlegt

Im zurückliegenden Jagdjahr haben Deutschlands Jäger viereinhalb mal so viele Wildschweine wie vor 40 Jahren erlegt. Wegen der drohenden Afrikanischen Schweinepest apelliert der DJV an Jäger, insbesondere junge Wildschweine zu erlegen. Sie tragen maßgeblich zur Fortpflanzung bei. Verdächtige Kadaver sollten umgehend den Behörden gemeldet werden.

 

(Berlin, 12. Januar 2018) 589.417 Wildschweine haben die Jäger in Deutschland im Jagdjahr 2016/17 (1. April bis 31. März) erlegt oder verendet aufgefunden (4 Prozent). Das ist der vierthöchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1930er Jahren. Im Vergleich zur Jagdsaison 1976/77 beträgt die Steigerung knapp 350 Prozent  für Gesamtdeutschland. Diese Zahlen hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute veröffentlicht und betont die Notwendigkeit der Wildschwein-Jagd. Mit den kontinuierlich steigenden Abschusszahlen hat die Jägerschaft in den vergangenen Jahrzehnten anwachsende Wildschweinbestände zwar reduziert. In Hinblick auf die drohende Afrikanische Schweinepest (ASP) appelliert der DJV an Jäger, die Wildschweinjagd noch zu intensivieren. Besonders weibliche Tiere, jünger als zwei Jahre, müssen verstärkt erlegt werden - sie tragen mit über 80 Prozent zur Fortpflanzung bei. "Noch ist das Virus nicht in Deutschland, doch je weniger Wildschweine pro Fläche leben, desto geringer ist im Ernstfall zumindest über Wildtiere die Ausbreitungsgefahr", sagte Dr. Wolfgang Bethe, Veterinär und DJV-Präsidiumsmitglied. Allerdings sei erwiesen, dass der Mensch und nicht Wildtiere das Virus über große Distanzen verbreite, etwa über den Transitverkehr.  Ein achtlos weggeworfenes Brot mit verseuchter Wurst reiche, um die Afrikanische Schweinepest einzuschleppen, so Dr. Bethe weiter. Deshalb sollte die Aufklärungsarbeit von Behörden in der Öffentlichkeit intensiviert werden.

 

Laut DJV muss der Fokus in Deutschland derzeit auf Maßnahmen der Früherkennung liegen. Nur so gibt es eine Chance, die Seuche im Ernstfall schnell und effektiv einzudämmen. Symptome der für den Menschen ungefährlichen ASP sind bei Wildschweinen beispielsweise Nasen- und Hautblutungen, geringe Fluchtbereitschaft und Bewegungsstörungen. Bei toten Tieren lassen sich oftmals punktförmige Blutungen in den Organen nachweisen, Lunge und Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt. Der DJV bittet insbesondere Jäger und Landwirte darum, verdächtige Kadaver an Ort und Stelle zu belassen und umgehend den zuständigen Amtstierarzt zu informieren. Ein Transport ist nur in dichten Spezialbehältnissen sicher. Das Virus kann selbst im Schlamm am Kotflügel lange Zeit überleben und verschleppt werden.

 

Nach Angaben von Wissenschaftlern könnten Wildschweine ohne das Eingreifen von Jägern ihren Bestand aufgrund der guten Nahrungsbedingungen und der milden Winter jährlich mehr als verdreifachen. Hauptursache des europaweiten Siegeszuges des Wildschweines sehen Wissenschaftler im Klimawandel. Wildschweine erreichen die Geschlechtsreife inzwischen ab einem Gewicht von etwa 30 Kilogramm. Frischlinge, also Tiere, die jünger sind als ein Jahr, bringen knapp die Hälfte des gesamten Nachwuchses zur Welt. Bachen im Alter zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr tragen mit etwa einem Drittel zum Zuwachs bei.

 

Gemeinsam mit dem Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, hat der DJV Empfehlungen zum Umgang mit der ASP erarbeitet, die sich in drei Kernthemen gliedern: Früherkennung,  Übersicht der möglichen Maßnahmen im Seuchenfall sowie deren örtliche und zeitliche Anwendung anhand von konkreten Fallbeispielen.

 

Weitere Infos zur Afrikanischen Schweinepest

Bei europäischem Schwarzwild führt die Infektion zu sehr schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen. Durchfall und Blutungsneigung (Nasenbluten, blutiger Durchfall, Hautblutungen) können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft („Liegenbleiben in der Suhle“) oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit. Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen und führt in nahezu allen Fällen zum Tod des Tieres etwa innerhalb einer Woche.

 

Ein Impfstoff gegen die ASP ist auf absehbare Zeit nicht verfügbar. Daher können ausschließlich hygienische Maßnahmen und die Reduktion der Wildschweinbestände zur Vorbeugung und Bekämpfung der unheilbaren Tierseuche eingesetzt werden. ASP befällt Haus- und Wildschweine gleichermaßen.

Erlegte Wildschweine in Deutschland von 1976 bis 2017. Quelle: DJV
Erlegte Wildschweine in Deutschland von 1976 bis 2017. Quelle: DJV