Neuigkeiten aus dem DJV Jagdnetz

Immer bestens informiert sind Sie mit den Neuigkeiten aus dem Deutschen Jagdverband-Jagdnetz.

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Wildtier-Monitoring: Jäger legen neue Zahlen vor

Im Fokus des WILD-Berichtes 2016 steht die Auswertung der Jagdstatistik verschiedener Raubwildarten. Vor allem bei den invasiven Arten Waschbär und Marderhund sind starke Streckenzunahmen zu verzeichnen. Der Bericht enthält zudem Gastbeiträge zur Verbreitung des Goldschakals und nachhaltigen Nutzung von Bälgen.

 

(Berlin, 09. Februar 2018) Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat heute den Jahresbericht 2016 für das Wildtierinformationssystem der Länder Deutschlands (WILD) veröffentlicht. Im Fokus stehen die Jagdstatistiken verschiedener Raubsäuger. Dargestellt werden aktuelle Werte und die Entwicklung im 10-Jahres-Vergleich.

 

Besonders eindrucksvoll sind die Ergebnisse für den Waschbären: In fast der Hälfte aller Landkreise (46 Prozent) zeigt sich eine teils starke Zunahme der Jagdstrecken. Dabei hat sich die Zahl der zur Strecke gekommenen Waschbären pro 100 Hektar Jagdfläche innerhalb von zehn Jahren um teilweise mehr als das 10-fache erhöht. Insgesamt umfasste die Strecke im Jagdjahr 2015/16 knapp 130.000 Waschbären. Diese Werte lassen den Schluss zu, dass die Population des aus Nordamerika stammenden Kleinbären kontinuierlich zunimmt. Dies gilt auch für den aus Asien stammenden Marderhund:  Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2015/16 mit 28.000 Tieren rund 16 Prozent mehr Marderhunde erlegt. Nach einem Populationseinbruch Mitte der 2000er-Jahre aufgrund von Räude- und Staupeerkrankungen hat die Marderhundstrecke mittlerweile wieder das Niveau von vor zehn Jahren erreicht.

 

Der WILD-Bericht 2016 enthält weiterhin Daten zur Entwicklung der Jagdstatistik von Fuchs, Dachs, Mink, Iltis sowie Stein- und Baummarder. Auch aktuelle Daten zum Feldhasen sind im neuen Jahresbericht enthalten: Bereits seit über fünfzehn Jahren werden im Rahmen von WILD auf Initiative der Landesjagdverbände die Feldhasenbesätze in ausgewählten Zählgebieten Deutschlands systematisch erfasst. Dabei führen geschulte Jäger die Zählungen jeweils im Frühjahr und Herbst ehrenamtlich in ihren Revieren durch. Neben aktuellen Populationsdichten beleuchtet der Bericht die Entwicklung der Hasenbesätze vom Frühjahr zum Herbst 2016, die sogenannte Nettozuwachsrate.

 

Ergänzt wird der Bericht durch Gastbeiträge von Wissenschaftlern, die Einblicke in aktuelle Projekte und Forschungsthemen geben. Neben der Verbreitung des Goldschakals in Deutschland und Europa, wird das Projekt Fellwechsel vorgestellt, welches eine nachhaltige Nutzung von Bälgen ermöglicht. Auch eine erste Auswertung des seit 2016 bundesweit laufenden Projektes Tierfund-Kataster ist enthalten.

 

Der 44-seitige WILD-Bericht 2016 ist mit zahlreichen Karten und Grafiken illustriert. Die Online-Version gibt es ab sofort hier: www.jagdverband.de/content/ergebnisse-und-publikationen. Bis zu drei Printexemplare können ebenfalls ab sofort kostenfrei über die DJV-Service GmbH angefordert werden, bei mehr Ausgaben sind die Versandkosten zu zahlen: Friesdorfer Str. 194a, 53175 Bonn, Tel. 0228/3 87 29-00, E-Mail: info@djv-service.de

Der umfassende WILD-Bericht 2016 stellt unter anderem neue Daten zur Jagdentwicklung heimischer Raubwildarten, wie Dachs, Iltis und Marder vor.  Quelle: DJV
Der umfassende WILD-Bericht 2016 stellt unter anderem neue Daten zur Jagdentwicklung heimischer Raubwildarten, wie Dachs, Iltis und Marder vor. Quelle: DJV

Warum Jäger jagen gehen

Der DJV hat den Jägernachwuchs zur Motivation für den Jagdschein befragt. Die Ergebnisse zeigen: Jungjägern geht es um Naturerlebnis und -schutz sowie gesundes Fleisch. Fast jeder Zweite will sich ehrenamtlich engagieren.

 

(Berlin, 02. Februar 2018) Warum lassen sich jedes Jahr zehntausende Männer und Frauen zu Jägern ausbilden? Dieser Frage ist der Deutsche Jagdverband (DJV) auf den Grund gegangen. In Kooperation mit dem unabhängigen IfA-Marktforschungsinstitut Bremer und Partner (IfA) befragte der DJV Teilnehmer aus den Vorbereitungskursen zur Jägerprüfung. Die Ergebnisse veröffentlicht der Dachverband der Jäger heute anlässlich der "Jagd und Hund", Europas größter Jagdmesse.

 

Laut den aktuellen Ergebnissen geht es den Jungjägern besonders um Naturverbundenheit. Für Männer und Frauen ist dies mit einem Gesamtanteil von 77 Prozent der meist genannte Grund, das "Grüne Abitur" zu machen. Mehr als die Hälfte der Befragten will Jäger werden, um einen Beitrag zum angewandten Naturschutz zu leisten (54 Prozent). Danach kommt die Freude an der praktischen Jagdausübung (50 Prozent). Auch der Genuss von Wildfleisch ist mit 47 Prozent unter den Top-4-Gründen, die Jägerprüfung abzulegen. Für Jägerinnen steht der Fleischerwerb durch die Jagd sogar an dritter Stelle. Bemerkenswert: Doppelt so viele Frauen (36 Prozent) wie Männer gaben an, dass die Jagdhundeausbildung eine wichtige Motivation ist, den Jagdschein zu machen. Nur 6 Prozent der Befragten geben als Motiv ein Interesse an Waffen an.

Die Bereitschaft für ehrenamtliches Engagement beim Jägernachwuchs ist deutlich höher als im Bundesdurchschnitt. Mit 45 Prozent wollen sich fast die Hälfte der Jungjäger in einer jagdlichen Vereinigung engagieren, am liebsten im Naturschutz. Laut dem Statistikportal Statista sind durchschnittlich 18 Prozent der Deutschen ehrenamtlich tätig.

 

Bei knapp 17.000 Prüfungsanmeldungen im Jahr 2017 haben sich etwa 14 Prozent aller Kursteilnehmer in Deutschland an der Umfrage beteiligt. Von Dezember 2016 bis September 2017 befragte der DJV in Zusammenarbeit mit IfA 2350 Teilnehmer der Vorbereitungskurse zur Jagdscheinprüfung. Das erste Mal führte der DJV 2011 eine Jungjägerbefragung durch.

Hauptgründe für die Jagd: Angehende Jägerinnen und Jäger geben an, "gern in der Natur" zu sein und "angewandten Naturschutz" betreiben zu wollen. Quelle: Deutscher Jagdverband
Hauptgründe für die Jagd: Angehende Jägerinnen und Jäger geben an, "gern in der Natur" zu sein und "angewandten Naturschutz" betreiben zu wollen. Quelle: Deutscher Jagdverband

Die Jagd wird weiblicher

Jagen ist keine Männerdomäne mehr: Jeder vierte Teilnehmer in Jägerkursen ist eine Frau, zeigt eine DJV-Umfrage. Seit 2011 ist die Zahl aller Absolventen um 46 Prozent gestiegen.

 

Immer mehr Frauen lassen sich zu Jägerinnen ausbilden. In den Jagdschulen liegt der weibliche Anteil mittlerweile bei 24 Prozent. Das ist ein Fünftel mehr als noch vor sieben Jahren. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage, die der Deutsche Jagdverbandes (DJV) beim unabhängigen IfA-Marktforschungsinstitut Bremer und Partner (IfA) in Auftrag gegeben hat. Mehr als ein Fünftel (21 Prozent) aller Befragten hatte vor der Ausbildung keine Erfahrung mit der Jagd und fast ein Viertel (23 Prozent) des Jägernachwuchses lebt in der Stadt. Diese Ergebnisse veröffentlicht der Dachverband der Jäger heute anlässlich der „Jagd und Hund“, Europas größter Jagdmesse.

 

Die angehenden Waidfrauen und -männer kommen aus der Mitte der Gesellschaft: 17 Prozent arbeiten beispielsweise in Dienstleistungsberufen, 11 Prozent sind Handwerker, 14 Prozent Schüler und Studenten. Etwas mehr als die Hälfte der befragten Männer und Frauen sind laut Umfrage ledig. Die typische Jungjägerin ist 35 Jahre alt, im Schnitt ein Jahr jünger als ihr männlicher Kollege. Der jüngste Teilnehmer war eine 15-jährige Schülerin, der älteste ein 73-jähriger Rentner. Für die Ausbildung zum Jäger haben die meisten Befragten nicht mehr als für einen Fahrschulkurs gezahlt: im Schnitt knapp 1.900 Euro.

 

Von Dezember 2016 bis September 2017 befragte der DJV in Zusammenarbeit mit dem IfA-Institut 2.350 Teilnehmer in den Vorbereitungskursen zur Jägerprüfung. Bei knapp 17.000 Prüfungsanmeldungen sind das für 2017 etwa 14 Prozent aller Kursteilnehmer. Insgesamt haben im vergangenen Kalenderjahr 13.944 Jagdschüler die Prüfung erfolgreich abgelegt. Das sind rund 46 Prozent mehr Absolventen als 2011, dem Jahr der ersten Jungjägerbefragung. Die Durchfallquote lag 2017 im Bundesschnitt bei 18 Prozent. Am meisten Prüflinge haben in Niedersachsen die Schulbank gedrückt: genau 4.087. Es folgen auf den Plätzen Baden-Württemberg (2.690), Bayern (2.326), Mecklenburg-Vorpommern (2.325) und Nordrhein-Westfalen (1.679).


Anpassungsfähige Raubsäuger breiten sich aus

Jagdstatistik 2016/17 zeigt sprunghafte Anstiege für die eingewanderten Arten Waschbär und Marderhund. Auch beim Dachs sind die Zuwächse hoch, wogegen die Fuchsstrecke nahezu konstant bleibt. Die Bejagung leistet einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz

 

(Berlin, 31. Januar 2018) Die aktuelle Jagdstatistik für Waschbär, Marderhund, Dachs und Fuchs hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute anlässlich Europas größter Jagdmesse, Jagd und Hund, veröffentlicht. Alle vier Arten gelten als anpassungsfähig, breiten sich in Deutschland aus und haben auf ihrem Speiseplan auch Jungvögel und Eier. Im Jagdjahr 2016/17 (1. April bis 31. März) haben Deutschlands Jäger 134.098 Waschbären erlegt. Im Vergleich zum Durchschnitt der vorangegangenen 5 Jahre ist das ein Plus von 30 Prozent. Einher geht diese Steigerung mit einer zunehmenden räumlichen Ausbreitung des aus Nordamerika stammenden Kleinbären. Mit einem Plus von 44 Prozent fällt die Steigerungsrate beim Marderhund noch größer aus. Von der ursprünglich aus Nordostasien stammenden Art haben Jäger vergangene Saison 30.272 Tier erlegt. Vom heimischen Dachs erlegten Jäger 69.275 Tiere (plus 8,7 Prozent) und vom Fuchs 435.700 (minus 5,2 Prozent).

 

Mit der Bejagung der anpassungsfähigen Fleischfresser leisten Jäger einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz in Deutschland. Die zweite Stellschraube sind Erhalt und Verbesserung von Lebensräumen. Laut DJV ist der Elterntierschutz bei der Jagd sehr wichtig: Insbesondere Muttertiere mit abhängigen Jungen dürfen nicht erlegt werden. Weitergehende Schonzeiten für Raubsäuger hält der DJV für kontraproduktiv, weil eine effektive Bejagung zum Schutz von seltenen Arten erschwert wird.

 

Aufgrund der erfolgreichen Tollwutimpfung zum Schutz des Menschen hat sich die Zahl der anpassungsfähigen Füchse in Deutschland seit den 1980er Jahren verdreifacht. Mit negativen Folgen für Bodenbrüter wie Kiebitz oder Feldlerche, die zur Beute gehören. Wegen des negativen Einflusses auf die Artenvielfalt hat die Europäische Union (EU) den Waschbären 2016 in die Liste der invasiven, gebietsfremden Arten aufgenommen. Primäres Ziel: die Eindämmung. Der Waschbär hat sein Verbreitungsgebiet deutschlandweit von 2006 bis 2015 nahezu verdoppelt und kommt fast in jedem zweiten Jagdrevier vor (43 Prozent).

 

Die Bemühungen der EU werden jedoch an verschiedenen Stellen konterkariert.  In Hessen etwa ist die Jagdzeit des Waschbären auf den Zeitraum vom 1. August bis zum 28. Februar reduziert worden. Und in Berlin ist die Fangjagd komplett verboten. Fallen sind jedoch enorm wichtig, um die nachtaktiven Prädatoren zu erbeuten. Ebenso kontraproduktiv ist ein Jagdverbot auf Schutzflächen - etwa in Feuchtgebieten. Dort hält sich der Waschbär besonders gern auf und sucht nach Fressbarem wie Vogeleiern, Nestlingen, Amphibien und Reptilien.

 

Es ist laut DJV nicht möglich, Waschbär oder Marderhund aus Deutschland wieder zu entfernen. Sie haben sich etabliert und werden Deutschland weiter erobern. Allerdings kann Jagd die Ausbreitung und den räuberischen Einfluss auf heimische Arten stark reduzieren. Die Eindämmung gebietsfremder Arten ist laut DJV eine Herkulesaufgabe. Sie erfordert gemeinsame Anstrengungen in staatlich und privat betreuten Flächen, besonders in Naturschutzgebieten. Jäger sind dabei kompetente Ansprechpartner.

Besonders bei den Waschbären wurden 30 Prozent mehr Tiere erlegt als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Quelle: Seifert/DJV
Besonders bei den Waschbären wurden 30 Prozent mehr Tiere erlegt als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Quelle: Seifert/DJV

Geimeinsam gegen Wildunfälle

DJV fordert bessere Finanzierung des Bundesprogramms Wiedervernetzung und ruft Verkehrsteilnehmer auf, Wildunfälle aktiv im Tierfund-Kataster einzutragen.

 

(Berlin, 23. Januar 2018) Straßen zerschneiden Lebensräume von Tieren und gefährden damit die biologische Vielfalt, weil Tiere nur noch schwer wandern können oder verunglücken. Eine Herausforderung für den Tierschutz: Alle zweieinhalb Minuten kollidiert ein Reh, Wildschwein oder Hirsch mit einem Fahrzeug, zeigt die Statistik der Jäger. Seit zwei Jahrzehnten arbeiten das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Deutsche Jagdverband (DJV) in verschiedenen Projekten eng zusammen, um Lebensräume mit Hilfe von Grünbrücken aktiv wieder zu vernetzen und das Risiko von Wildunfällen zu minimieren. Im Sinne von mehr Tierschutz ruft  der DJV jetzt Verkehrsteilnehmer und Naturliebhaber auf, das Tierfund-Kataster (tierfund-kataster.de) aktiv zu unterstützen. In diesem Projekt werden erstmals Wildunfälle bundesweit einheitlich und standortgenau erfasst. „Ein erster Schritt für mehr Artenschutz und weniger Wildunfälle“, sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Anhand von systematisch erfassten Daten könnten Wissenschaftler Gefahrenpunkte für Tier und Mensch bundesweit erkennen. Dies sei ein entscheidender Schritt, um etwa Grünbrücken oder elektronische Wildwarnanlagen dort zu bauen, wo sie gebraucht würden, so Fischer.

 

Wie effektiv Grünbrücken sein können, die optimal in die umgebende Landschaft eingebunden sind, zeigt das BfN-Projekt „Holsteiner Lebensraumkorridore“ bei Kiebitzholm: Seltene Arten wie Haselmaus, Blutströpfchen (Schmetterling) oder Kammmolch nutzen inzwischen die Grünbrücke, der Fischotter ist im benachbarten Ottertunnel nachgewiesen worden. Die Zahl der Wildunfälle vor Ort geht inzwischen gegen null. „Mit den Holsteiner Lebensraumkorridoren konnten wir zeigen, dass Grünbrücken einen wichtigen Beitrag leisten können, die grüne und die graue Infrastruktur der Verkehrswege miteinander in Einklang zu bringen. Denn wir brauchen beides, die graue ebenso wie die grüne Infrastruktur: Ein Netzwerk, dessen Leistungen für uns Menschen und für die Erhaltung der biologischen Vielfalt unverzichtbar sind“, sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel bei ihrem Besuch am DJV-Stand auf der Internationalen Grünen Woche. „Straßen zerschneiden Lebensräume und gefährden dadurch die biologische Vielfalt. Dieser Entwicklung kann mit dem Bundesprogramm Wiedervernetzung nur dann entgegengewirkt werden, wenn die Finanzierung dieses Programms langfristig gesichert ist und wenn vermehrt Maßnahmen in die Umsetzung gebracht werden.“

 

DJV-Präsident Fischer fordert eine systematische Entschärfung von kritischen Straßenabschnitten im Sinne des Tier- und Artenschutzes. Es gelte, die aus dem Bundesprogramm Wiedervernetzung bekannten knapp 100 prioritären Konfliktstellen endlich zu entschärfen. „Ich appelliere an die zukünftige Bundesregierung, das Bundesprogramm Wiedervernetzung finanziell auszustatten. Zum Wohle von Mensch und Tier“, so Fischer.

Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin informiert der DJV in Halle 4.2 über das Thema Wildunfälle. Besucher können unter anderem mit einem Bremssimulator ihre Reaktionszeit testen. Zudem stellen Mitarbeiter das Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) vor. Jeder Verkehrsteilnehmer kann die App kostenlos herunterladen. Mehr als 45.000 Datensätze liegen bereits vor und werden bereits von Behörden genutzt.

 

Weitere Informationen zu Wildunfällen und Biotopvernetzung:

Auf Bundesstraßen liegt das Verkehrsaufkommen durchschnittlich bei etwa 9.000 Fahrzeugen pro Tag und Streckenabschnitt. Ab einem Wert von 10.000 wagen sich selbst große Säugetiere kaum mehr über die Straße. Allein im vergangenen Jagdjahr – die Zeit vom 1. April 2016 bis zum 31. März 2017 – kollidierten rund 229.000 Rehe, Wildschweine und Hirsche mit einem Fahrzeug. Für seltene Arten wie Fischotter, Wildkatze oder Wolf ist der Straßenverkehr sogar eine der häufigsten Todesursachen. Die Dunkelziffer verunfallter Säugetiere insgesamt liegt nach Schätzungen des DJV um ein Vielfaches höher. Zudem sind Angaben zum genauen Unfallort in den meisten Fällen unzureichend.

 

Weitere Informationen zum Tierfund-Kataster:

Mehr als 33.000 Datensätze zu Wildunfällen liegen bundesweit bereits vor. In Schleswig-Holstein, dem Ursprungsland, greifen Behörden bereits auf die Daten zurück. Nach einmaliger Registrierung können Daten zu Wildunfällen über die Internetseite www.tierfund-kataster.de eingegeben werden. Zudem ist es online möglich, sich auf einer Karte alle erfassten Funde anzuschauen. Noch einfacher können Tierfunde mobil von unterwegs über die kostenlose Smartphone-App (Android und iOS) eingetragen werden. Standort und Zeitpunkt werden automatisch erfasst. Andere relevante Daten wie die Tierart und Todesursache werden zusätzlich abgefragt. Das Hochladen eines Fotos ermöglicht Wissenschaftlern im Nachgang eine gesicherte Artbestimmung.

Die BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel und DJV-Präsident Hartwig Fischer auf der Internationalen Grünen Woche: Mehr Biotopvernetzung ist gut für die biologische Vielfalt und reduziert Wildunfälle. Quelle: Kapuhs/DJV

Fragen und Antworten zur ASP

Aufgrund des medialen Interesses hat der Deutsche Jagdverband die häufigsten Fragen zum Thema Afrikanische Schweinepest (ASP) in einem Faktenpapier beantwortet.

 

(Berlin, 18. Januar 2018)

Was sind die Symptome der ASP?

Bei europäischem Schwarzwild führt die Infektion zu sehr schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen. Durchfall und Blutungsneigung (Nasenbluten, blutiger Durchfall, Hautblutungen) können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft („Liegenbleiben in der Suhle“) oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit. Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen und führt in nahezu allen Fällen zum Tod des Tieres etwa innerhalb einer Woche. Beim Aufbrechen der Stücke (Entnehmen der Organe durch einen Jäger) sollte auf vergrößerte, „blutige“ Lymphknoten, eine vergrößerte Milz und feine, punkt- oder flächenförmige Blutungen in den Organen, der Haut oder Unterhaut geachtet werden. Die Lunge und die Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt. Das Fehlen solcher Auffälligkeiten schließt nicht aus, dass es sich dennoch um ASP handelt. In Schweinebeständen in Afrika überleben Tiere häufig eine Infektion.

 

Wie viele Wildschweine gibt es in Deutschland?

Derzeit gibt es noch keine wissenschaftliche Methode, um Wildschweine zu zählen. Lediglich grobe Schätzungen sind möglich. Ausgehend von der durchschnittlichen jährlichen Reproduktionsrate von 230 Prozent (Tierärztliche Hochschule Hannover) und der DJV-Streckenstatistik (2016/17: knapp 600.000 Wildschweine) liegt der  Frühjahrsbestand bei etwa 300.000 Tiere. Diese Schätzung basiert auf der Annahme, dass Jäger nahezu den gesamten Nachwuchs abschöpfen. Bezogen auf den Herbstbestand erlegen Deutschlands Jäger also bereits jährlich zwei Drittel der Schweine.

 

Wie ist die ASP übertragbar?

Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände übertragen werden. Unter ungünstigen Bedingungen kann ein unachtsam entsorgtes Wurstbrot ausreichen, um die Seuche einzuschleppen und auch in Deutschland Ausbrüche zu provozieren. Besonders effizient ist die Übertragung über Körperflüssigkeiten, besonders Schweiß (Blut). Kleinste Tropfen reichen für eine Infektion.

 

Ist ASP ansteckend für den Menschen?

Die Afrikanische Schweinepest zählt nicht zu den Zoonosen und kann dementsprechend nicht auf den Menschen übertragen werden. Haus- und Wildschweine sind gleichermaßen empfänglich für das Virus.

 

Kann infiziertes Schweinefleisch gegessen werden?

Infiziertes Schweinefleisch ist völlig ungefährlich für den Menschen und könnte gegessen werden. Um eine Verschleppungsgefahr allerdings komplett auszuschließen, sollten infizierte Schweine nicht zu Lebensmitteln verarbeitet werden. Nachweislich wurde die Seuche beispielsweise von der Ukraine ins Baltikum über kontaminierte Rohwurst eingeschleppt.

 

Wie schnell breitet sich die ASP aus?

Die natürliche Ausbreitung der ASP über Wildschweine geht langsam voran und beträgt nach Angaben der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA mit höchstens 25 Kilometern pro Jahr. Besorgnis erregend ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit über den Menschen: Auf Transitstrecken kann sich das Virus mit 90 Kilometern pro Stunde fortbewegen - beispielsweise im Schlamm in den Radkästen eines Lkw oder über kontaminierte Lebensmittel aus (Wild-)schweinfleisch (z.B. Salami, Räucherschinken). Das Virus kann selbst am Schuh mehrere Monate überleben. Biosicherheit an Parkplätzen, Bahnhöfen oder Grenzübergängen ist besonders wichtig, also beispielsweise verschlossene Abfallbehälter: Ein unachtsam entsorgtes Wurstbrötchen reicht, um die Seuche nach Deutschland zu bringen.

 

Welche Rolle spielen Wolf und andere Fleisch- und Aasfresser wie Fuchs bei der Ausbreitung der ASP?

Nach Auskunft des Friedrich-Loeffler-Instituts kann sich das Virus der Afrikanischen Schweinepest nur in Schweinen vermehren und wird daher nicht von Beutegreifern oder Aasfressern ausgeschieden, die es mit einem gerissenen Stück Schwarzwild oder an einem Kadaver aufgenommen haben. Alle Prädatoren, Greifvögel und Aasfresser könnten prinzipiell eine mechanische Vektorfunktion haben, wobei es keine Hinweise gibt, dass eine spezielle Art einen größeren Einfluss hat. Der Wolf nimmt keine Nahrungsvorräte über lange Distanzen mit, wie es der Mensch tut. Eine direkte Verschleppung ist somit unwahrscheinlich. Es gibt keine Hinweise, dass sich das Virus längerfristig über kontaminierte Zähne oder Haare übertragen lässt. Insbesondere Aasfressern kommt unter Umständen sogar eine positive Rolle bei der Beseitigung von Kadavern zu.

 

Die Schweinepest steht vor der Tür. Was muss jetzt getan werden?

Der Fokus muss auf Maßnahmen der Prävention liegen. Dazu gehört es, Wildschweine mit allen legalen Mitteln zu bejagen, vornehmlich junge Bachen. Ziel ist es, die Bestandsdichte und den Zuwachs weiter zu reduzieren. Ein weiterer Fokus muss auf der Biosicherheit liegen: Entlang von Transitstrecken sind verschlossene Abfallbehältnisse wichtig, damit Wildtiere infizierte Fleisch- und Wurstreste nicht verschleppen können. Ein dritter Fokus muss auf Früherkennung liegen: Verdächtige Wildschwein-Kadaver müssen vor Ort liegen bleiben und der zuständige Amtstierarzt muss umgehend informiert werden. Ein Abtransport des Kadavers ist wegen der Verschleppungsgefahr nur in einem dichten Behälter zulässig.

 

Wie stehen Jäger zum Wegfall von  Beschränkungen bei der Wildschweinjagd?

Eine Aufhebung von Schonzeiten sehen wir unkritisch. In der jetzigen Phase der Prävention ist allerdings der Elterntierschutz nicht verhandelbar: Eine Bache mit abhängigen Frischlingen darf nicht erlegt werden. Es macht Sinn, verstärkt junge weibliche Wildschweine zu bejagen. Die bis 2-jährigen Tiere tragen maßgeblich zur Fortpflanzung bei: 7 von 10 Frischlingen werden von jungen Bachen geboren.

 

Was fordern die Jäger, um besser jagen zu können?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die eine Bejagung von Wildschweinen erleichtern und dringend umgesetzt werden sollten:

  • Anlegen von Bejagungsschneisen im Frühjahr - in allen Feldkulturen, z.B. Raps, Mais, Weizen
  • Aufheben von Jagdverboten in Naturschutzgebieten, insbesondere in Schilfgebieten und Bruchwäldern. Dort halten sich Wildschweine bevorzugt auf.
  • Aufheben von Jagdruhezeiten
  • Aufwandsenschädigung für Monitoring und Beprobung (Trichinen, Blut- und Tupferproben) sowie ausreichend Probeabgabestellen
  • Unterstützung bei der Verkehrssicherung für Bewegungsjagden (weniger Bürokratie, Kostenübernhame und Personal)

 

Was ist von der angeblichen Forderung des Bauernverbandes zu halten, 70 Prozent der Wildschweine abzuschießen?

Die Forderung, den Bestand um 70 Prozent zu reduzieren, ist haltlos, weil keine Bezugsgröße genannt wird – weder räumlich noch zeitlich. Die Zahl beruht ausschließlich auf mathematischen Modellen der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA für den Fall eines Ausbruchs der Schweinepest und hat nichts mit der praktischen Umsetzbarkeit zu tun. Bezugsgröße ist hier lediglich das klar umgrenzte Seuchengebiet. Maßnahmen wie Aushungern, Vergiften oder Schießen sind nur einige, die in Frage kommen, um dieses Ziel im Ernstfall möglichst zu erreichen (EFSA AHAW Panel, Scientific opinion on African swine fever. EFSA Journal 2015:13(7):4136, 92pp).

 

Welche Maßnahmen müssen bei einem ASP-Ausbruch eingeleitet werden?

Es gibt kein Allheilmittel gegen die Afrikanische Schweinepest. Ganz besonders wichtig ist die Früherkennung: Wenn ein Ausbruch umgehend gemeldet wird, können Maßnahmen eingeleitet werden, um die Verbreitung sofort zu unterbinden. Gemeinsam mit dem Friedrich-Loeffler-Institut hat der DJV einen Maßnahmenkatalog nach dem Werkzeugkasten-Prinzip entwickelt: Je nach Jahreszeit, Topographie oder Vegetation müssen unterschiedlichste Maßnahmen kombiniert werden. Der Maßnahmenkatalog hat Empfehlungscharakter, die Krisenstäbe vor Ort müssen im Seuchenfall dann die besten Maßnahmen kombinieren. Am besten ist es, wenn die Verantwortlichen bereits jetzt mögliche Szenarien durchdenken.

Der ASP-Maßnahmenkatalog von FLI und DJV.

 

Wie stehen Sie zum Einsatz von Nachtzielgeräten oder Sauenfängen?

Der Einsatz von Nachtzielgeräten ist waffenrechtlich verboten. Ob mit deren Einsatz ein langfristiger Jagderfolg zu erreichen ist, bleibt fraglich. Der Einsatz von Sauenfängen ist unter Tierschutzaspekten und Effektivität kritisch zu hinterfragen. Abgesehen von wenigen Ausnahmeregelungen ist der Einsatz von Saufängen in Deutschland verboten.

 

Was sollten Jäger in Hinblick auf Jagdreisen beachten?

Jäger sollten Regionen, die von der ASP betroffen sind, unbedingt meiden. In Osteuropa, insbesondere in Polen, Tschechien, im Baltikum, der Ukraine, Weißrussland sowie Russland gibt es regionale Seuchenherde. Jäger müssen auf Biosicherheit achten: Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge und Jagdausrüstung müssen gründlich gereinigt oder desinfiziert werden.

 

Zum Download ASP-Früherkennung und Maßnahmen.


Was tun, wenn es kracht?

Etwa alle zweieinhalb Minuten kollidiert laut DJV-Wildunfallstatistik ein Wildtier mit einem Auto. Wie lassen sich Wildunfälle vermeiden? Was bedeutet die Geschwindigkeit für den Bremsweg? Der Deutsche Jagdverband berät auf der Grünen Woche und beantwortet Fragen zu Wild, Jagd und Natur.

 

(Berlin, 15. Januar 2018) Etwa 228.550 Rehe, Hirsche und Wildschweine haben im Jagdjahr 2015/16 ihr Leben auf Deutschlands Straßen gelassen - Tendenz steigend. Mehr Verkehrsaufkommen, kleinere Lebensräume und gewachsene Wildtier-Bestände durch ein Übermaß an Nahrung sind einige der Ursachen. Wie Wildunfälle durch richtiges Fahr- und Bremsverhalten vermieden werden können, erläutert der Deutsche Jagdverband (DJV) an seinem Stand in Halle 4.2 ab Freitag auf der Internationalen Grünen Woche, der weltweit größten Verbrauchermesse. Besucher können beispielsweise mit einem Bremssimulator ihr Reaktionsvermögen in einer Gefahrensituation testen und verbessern. Experten erklären, wann die Wildunfallgefahr am größten ist.

 

Zudem stellt der Verband das digitale Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) vor, dass im Straßenverkehr getötete Wildtiere erstmals bundesweit erfasst. So können Wildunfall-Schwerpunkte entdeckt und Straßen sicherer gemacht werden.

Auf seinen rund 350 Quadratmetern zeigt der Verband noch vieles mehr: Auf einem Erlebnispfad im naturnahen Biotop erfahren kleine und große Besucher, wie vielfältig die heimische Natur ist: Wer kennt zum Beispiel den Unterschied zwischen Uhu, Eule und Kauz? Was haben Wildschwein und Fuchs gemeinsam? Wie unterscheiden sich die Spuren von Reh- und Schwarzwild? Wer im Biotop auf der richtigen Fährte ist, darf sich über tolle Preise freuen.

 

Führungen durch das Biotop unter fachkundiger Anleitung von geschulten Jägern können schon jetzt online gebucht werden. Weitere Termine sind auf Anfrage möglich: telefonisch (0 30/ 2 09 13 94-22) oder per E-Mail (pressestelle@jagdverband.de).

Etwa 60 Helfer und Mitarbeiter beantworten an zehn Messetagen kompetent Fragen zu Wild, Jagd und Natur. Zudem erläutern die Partner des DJV, der Deutsche Falkenorden und der Jagdgebrauchshundverband, den Einsatz von Greifvögeln und Hunden bei der Jagd. Hundetrainerin Alexandra Weibrecht gibt Tipps zu Erziehung und Umgang mit Jagdhunden und stellt unterschiedliche Rassen vor.

 

Wer wissen möchte, wie frisch zubereitetes Wild aus der Region duftet, darf Georg Barta über die Schulter schauen. Der Koch und Gastronom zaubert schmackhafte und unkomplizierte Wildgerichte der modernen Wildküche. Probieren ist ausdrücklich erwünscht!

 

Die Internationale Grüne Woche findet vom 19. bis 28. Januar 2018 in den Messehallen unter dem Funkturm, Berlin, statt. Der Deutsche Jagdverband ist zu finden in Halle 4.2 ("Lust aufs Land"), Stand-Nummern 200/201. 


DJV und JGHV starten Online-Projekt "Jagdhund vermisst"

Nach einer Jagd kann es vorkommen, dass Jagdhunde vermisst werden. Ein gemeinsames Projekt von Deutscher Jagdverband und Jagdgebrauchshundverband bietet nun eine Anlaufstelle für Jäger und Unterstützung bei der Suche.

 

(Berlin, 12. Januar 2018) Die neue Facebook-Seite "Jagdhund vermisst" hilft bei der Suche nach vermissten Jagdhunden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat in Kooperation mit dem Jagdgebrauchshundverband (JGHV) das Projekt ins Leben gerufen. Facebook-Nutzer können dort ohne bürokratischen Aufwand verlorene oder gefundene Hunde melden. Die Seite wird täglich aktualisiert. In den ersten 24 Stunden hatte die Seite bereits mehr als 1.000 Likes. "In der vergangenen Jagdsaison haben uns mehr Bitten zur Weiterleitung von Vermisstenanzeigen als je zuvor erreicht", sagt DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Hermann Hallermann.

 

Das ehrenamtliche 16-köpfige Redaktionsteam bittet um gezielte Teilung der Beiträge in der jeweiligen Region. Zudem infomieren die Mitarbeiter regionale Tierheime, Forstämter und Veterinäre.

 

Während der Jagdsaison kann es häufiger vorkommen, dass Jagdhunde die Orientierung verlieren oder sich etwa bei ihrer Arbeit verletzen und nicht mehr in der Lage sind, zurück zu finden. DJV und JGHV bieten mit "Jagdhund vermisst" direkte und kompetente Hilfe.

Seite hier abonnieren: https://www.facebook.com/jagdhundvermisst

 

Wie funktioniert "Jagdhunde vermisst"?

 

Betroffene können per Privatnachricht oder über die E-Mail-Adressen jagdhund-gefunden@jagdverband.de und roettgen@jghv.de Informationen bezüglich vermisster Jagdhunde melden. Dazu werden folgende Angaben benötigt:

  • Name des entlaufenden Hundes (Ruf und Zwingername)
  • Rasse, Geschlecht und Alter des entlaufenden Hundes
  • Zeitpunkt und Ort der letzte Ortung/Sichtung mit möglichst detaillierter Angaben (nächster Ort UND (wenn möglich) Koordinaten)
  • Hund gechipt: ja/nein
  • Bild des entlaufenen Hundes
  • Besondere Merkmale
  • Information zum Halter (Name, Kontakt)
DJV und JGHV bieten auf der Facebook-Seite "Jagdhund vermisst" direkte und kompetente Hilfe. Quelle: misch-art.de/DJV
DJV und JGHV bieten auf der Facebook-Seite "Jagdhund vermisst" direkte und kompetente Hilfe. Quelle: misch-art.de/DJV

Aktuelle Jagdbilanz: 589.417 Wildschweine bundesweit erlegt

Im zurückliegenden Jagdjahr haben Deutschlands Jäger viereinhalb mal so viele Wildschweine wie vor 40 Jahren erlegt. Wegen der drohenden Afrikanischen Schweinepest apelliert der DJV an Jäger, insbesondere junge Wildschweine zu erlegen. Sie tragen maßgeblich zur Fortpflanzung bei. Verdächtige Kadaver sollten umgehend den Behörden gemeldet werden.

 

(Berlin, 12. Januar 2018) 589.417 Wildschweine haben die Jäger in Deutschland im Jagdjahr 2016/17 (1. April bis 31. März) erlegt oder verendet aufgefunden (4 Prozent). Das ist der vierthöchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1930er Jahren. Im Vergleich zur Jagdsaison 1976/77 beträgt die Steigerung knapp 350 Prozent  für Gesamtdeutschland. Diese Zahlen hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute veröffentlicht und betont die Notwendigkeit der Wildschwein-Jagd. Mit den kontinuierlich steigenden Abschusszahlen hat die Jägerschaft in den vergangenen Jahrzehnten anwachsende Wildschweinbestände zwar reduziert. In Hinblick auf die drohende Afrikanische Schweinepest (ASP) appelliert der DJV an Jäger, die Wildschweinjagd noch zu intensivieren. Besonders weibliche Tiere, jünger als zwei Jahre, müssen verstärkt erlegt werden - sie tragen mit über 80 Prozent zur Fortpflanzung bei. "Noch ist das Virus nicht in Deutschland, doch je weniger Wildschweine pro Fläche leben, desto geringer ist im Ernstfall zumindest über Wildtiere die Ausbreitungsgefahr", sagte Dr. Wolfgang Bethe, Veterinär und DJV-Präsidiumsmitglied. Allerdings sei erwiesen, dass der Mensch und nicht Wildtiere das Virus über große Distanzen verbreite, etwa über den Transitverkehr.  Ein achtlos weggeworfenes Brot mit verseuchter Wurst reiche, um die Afrikanische Schweinepest einzuschleppen, so Dr. Bethe weiter. Deshalb sollte die Aufklärungsarbeit von Behörden in der Öffentlichkeit intensiviert werden.

 

Laut DJV muss der Fokus in Deutschland derzeit auf Maßnahmen der Früherkennung liegen. Nur so gibt es eine Chance, die Seuche im Ernstfall schnell und effektiv einzudämmen. Symptome der für den Menschen ungefährlichen ASP sind bei Wildschweinen beispielsweise Nasen- und Hautblutungen, geringe Fluchtbereitschaft und Bewegungsstörungen. Bei toten Tieren lassen sich oftmals punktförmige Blutungen in den Organen nachweisen, Lunge und Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt. Der DJV bittet insbesondere Jäger und Landwirte darum, verdächtige Kadaver an Ort und Stelle zu belassen und umgehend den zuständigen Amtstierarzt zu informieren. Ein Transport ist nur in dichten Spezialbehältnissen sicher. Das Virus kann selbst im Schlamm am Kotflügel lange Zeit überleben und verschleppt werden.

 

Nach Angaben von Wissenschaftlern könnten Wildschweine ohne das Eingreifen von Jägern ihren Bestand aufgrund der guten Nahrungsbedingungen und der milden Winter jährlich mehr als verdreifachen. Hauptursache des europaweiten Siegeszuges des Wildschweines sehen Wissenschaftler im Klimawandel. Wildschweine erreichen die Geschlechtsreife inzwischen ab einem Gewicht von etwa 30 Kilogramm. Frischlinge, also Tiere, die jünger sind als ein Jahr, bringen knapp die Hälfte des gesamten Nachwuchses zur Welt. Bachen im Alter zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr tragen mit etwa einem Drittel zum Zuwachs bei.

 

Gemeinsam mit dem Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, hat der DJV Empfehlungen zum Umgang mit der ASP erarbeitet, die sich in drei Kernthemen gliedern: Früherkennung,  Übersicht der möglichen Maßnahmen im Seuchenfall sowie deren örtliche und zeitliche Anwendung anhand von konkreten Fallbeispielen.

 

Weitere Infos zur Afrikanischen Schweinepest

Bei europäischem Schwarzwild führt die Infektion zu sehr schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen. Durchfall und Blutungsneigung (Nasenbluten, blutiger Durchfall, Hautblutungen) können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft („Liegenbleiben in der Suhle“) oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit. Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen und führt in nahezu allen Fällen zum Tod des Tieres etwa innerhalb einer Woche.

 

Ein Impfstoff gegen die ASP ist auf absehbare Zeit nicht verfügbar. Daher können ausschließlich hygienische Maßnahmen und die Reduktion der Wildschweinbestände zur Vorbeugung und Bekämpfung der unheilbaren Tierseuche eingesetzt werden. ASP befällt Haus- und Wildschweine gleichermaßen.

Erlegte Wildschweine in Deutschland von 1976 bis 2017. Quelle: DJV
Erlegte Wildschweine in Deutschland von 1976 bis 2017. Quelle: DJV