Berichte aus dem Hundewesen 2019


Seminar „Lernverhalten des Hundes“ mit Hundetrainerin Melanie Stühler

15. März 2019

Der Beginn des diesjährigen Hundekurses steht kurz bevor. Dies haben wir zum Anlass genommen, die renommierte Hundetrainerin Melanie Stühler aus Baunatal mit ihrem Vortrag „Lernverhalten des Hundes“ einzuladen. Die Ankündigung des Vortrags stieß auf großes Interesse, so dass sich am Abend des 13. März 2019 30 Teilnehmer im Vereinsheim einfanden. Melanie Stühler arbeitet seit über 20 Jahren mit Hunden verschiedener Rasse, ist Züchterin und aktive Jägerin. Neben ihrem Dalmatiner führt sie zur Zeit eine Labrador-Hündin, mit der sie regelmäßig erfolgreich an Working-Tests teilnimmt sowie eine junge Deutsch-Drahthaar-Hündin, welche sie aktuell auf die Verbands-Jugendprüfung vorbereitet. Nach einer kurzen Begrüßung durch „Hubertus“-Chef Dieter Mackenrodt begann Frau Stühler mit einem Zitat des Fußballtrainers Johan Cruijff: „Sie üben viel aber lernen nichts!“ Betrachtet man die heutige Hundeausbildung mit all ihren Hilfsmitteln und wirft einen Blick auf das Ergebnis, so stellt man fest, dass das in vielen Fällen zutrifft. Ganz so extrem ist es natürlich nicht, aber muss es wirklich so aufwändig und kompliziert sein, wie es manchmal scheint? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, galt es zunächst zu erklären, wie Hunde überhaupt lernen. Denn nur wer versteht, wie Hunde lernen, wird seinen Hund erfolgreich ausbilden können. Dazu wurden verschiedene Begriffe definiert und erläutert, wie Gewöhnung und (De-)Sensibilisierung, Konditionierung, das Premack-Prinzip, Markerworte und der Clicker. Der Pawlowsche Hund und die klassische Konditionierung sind sicherlich jedem ein Begriff. Vielleicht auch noch das operante Konditionieren...aber wie funktioniert das in der Praxis, und was ist das Premack-Prinzip? Zu jedem dieser Begriffe bzw. Methoden konnte Frau Stühler einprägsame Beispiele aus ihrem Praxisalltag vorstellen. Sie berichtete über Probleme, die Besitzer mit ihren Vierbeinern hatte, welche sie mit oft sehr kreativen Ansätzen zu lösen wusste.

Das Prinzip des Lernens an sich funktioniert bei jedem Hund auf die gleiche Art und Weise. Unterschiede gibt es aber in Abhängigkeit von Rasse und Charakter bei der Verknüpfung des Erlernten, was in der Praxis mitunter unterschiedliche Herangehensweisen erfordert. Um dies zu verdeutlichen beschrieb Melanie Stühler im zweiten Teil des Seminars die Unterscheidung der Hunde in die „Drei Charaktere“. Das von der bekannten niederländischen Hundetrainerin Anke Bogaerts entwickelte System teilt Hunde in drei Charaktertypen ein (wobei natürlich Überschneidungen möglich sind) die ihrem Wesen entsprechend unterschiedlich trainiert werden sollten und welche Probleme dabei entstehen können bzw. wie man diese vermeiden kann.

Ein weiterer wichtiger Punkt, über den Frau Stühler referierte, ist die Rolle des Menschen mit seinen Eigen- und Besonderheiten - sowohl als Hundeführer als auch als Züchter. Denn auch dessen Einfluss spielt eine nicht unerhebliche Rolle im Lernprozess. Im Anschluss an den kurzweiligen Vortrag hatten die Seminarteilnehmer Gelegenheit, Fragen zu stellen, was sie reichlich nutzten. Es wurden sowohl Unklarheiten zum Vortrag selbst geklärt als auch Lösungsansätze zu Schwierigkeiten diskutiert, die die Führer mit ihren eigenen Jagdhelfern haben.

Wir hoffen, der Vortrag leistet einen Beitrag, die eigene Herangehensweise zu überdenken, wenn der Hund einmal nicht so funktioniert, wie der Führer es sich vorstellt. Für die kommende Saison wünschen wir allen Hundeführern viel Spaß, Erfolg und Waidmannsheil bei der Ausbildung ihrer Hunde!


Bringtreue-Prüfung 17. Februar 2019

18. Februar 2019

Der JV „Hubertus“ Gießen hat in diesem Jahr zum ersten Mal eine Bringtreue-Prüfung angeboten. Diese Prüfung dient der Feststellung besonderer Zuverlässigkeit der Hunde im Bringen. Aufgabe des Hundes ist es, kaltes Wild, welches er zufällig und ohne jeden Einfluss seines Führers findet, aufzunehmen und seinem Führer zu bringen.

Zu dieser Premiere, die am 17. Februar 2019 im vereinseigenen Lehrrevier bei Pohlheim-Garbenteich stattfand, hatten vier Gespanne gemeldet, welche auch alle angetreten sind. Die Stimmung unter Prüfern, Hundeführern und Zuschauern war bestens. Das Wetter spielte ebenfalls mit, so dass optimale Bedingungen für diese Prüfung herrschten.

Die Füchse, welche ein Mindestgewicht von 3,5 kg aufweisen müssen, wurden um 8.00 Uhr von den Richtern ausgelegt. Laut Prüfungsordnung müssen sie spätestens 2 Stunden vor Beginn der Arbeit der Hunde ausliegen, damit die Hunde sich möglichst keine Witterung mehr von der Person holen können, welche die Füchse auslegt. Die Hundeführer fanden sich eine Stunde später am Vereinsheim ein. Nachdem die Formalitäten erledigt waren, begrüßte Suchenleiter Thomas Tang alle Anwesenden und erklärte, wie Prüfung abläuft und worauf die Führer zu achten haben. Die Reihenfolge, in der die Hunde zum stöbern geschnallt werden sollten, wurde den Regularien zufolge ausgelost. Traditionell bliesen Jagdhornbläser zur Begrüßung und zur Jagd. 

Der erste Prüfling, DK-Hündin Dina von Kurhessen von Führerin Melanie Gielsdorf, durchstöberte ausdauernd das Suchengelände und kam kurz vor Ablauf der 20-minütigen Frist, welche die Hunde Zeit haben, den Fuchs zu finden, an diesen. Zum allgemeinen Bedauern nahm sie den Fuchs allerdings nicht auf, so dass sie die Prüfung nicht bestehen konnte.

Ebenso erging es Hedda Schirmeyer, deren Weimaraner-Rüde Moritz vom Emstal den zügig gefundenen Fuchs seiner Führerin ebenfalls nicht zutrug.

Hund Nr. 3, Labrador Retriever-Rüde Iceroot´s Ecco, von Führerin Tanja Gerhard kam ebenso zum Fuchs. Allerdings nahm auch er diesen nicht auf und konnten die Prüfungsanforderung somit leider auch nicht erfüllen.

Die zuletzt geschnallte Hündin, DK Nandi von der Rietberger Ems, machte es für ihre Führerin Ricarda Brunow spannend und suchte den Wald zügig und fast 20 Minuten lang ausdauernd ab, bevor sie schließlich den Fuchs fand. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern nahm Nandi den Fuchs korrekt auf und trug ihn ihrer Führerin sicher zu, so dass sie das Leistungeszeichen des JGHV erringen konnte.

Für eine Bringtreue-Prüfung ist es nicht außergewöhnlich, dass eine so große Zahl der Hunde den Prüfungsanforderungen nicht gerecht werden kann. Auf die Prüflinge warten viele Schwierigkeiten, so dass neben der guten Einarbeitung der Jagdhelfer zusätzlich ein wenig Suchenglück vonnöten ist. 

Nachdem alle Hunde ihre Arbeit beendet hatten wurde im Vereinsheim am Schießstand die Urkunde an Nandis Führerin überreicht und die Bläser beschlossen den Offiziellen Teil mit den Signalen Jagd vorbei und Halali.

An dieser Stelle geht ein herzlicher Dank an das Prüferteam - bestehend aus Thomas Tang, Arthur Grölz und Waltraud Jürgenliemk - sowie an den Vorstand des JV „Hubertus“ für die zur Verfügung Stellung des Reviers.

Nach dieser gelungenen Premiere ist klar, dass der JV „Hubertus“ Gießen auch im kommenden Jahr eine Prüfung zur Bringtreue ausrichten wird.


Informations- und Anmeldeabend zum Hundekurs 2019

14. Februar 2019

Wie schon im Vorjahr fand der Informationsabend am 13. Februar 2019 im Vereinsheim am Schießstand statt, wo sich neben den Ausbildern und Organisatoren eine große Zahl an interessierten Hundeführern einfand.

Der Vereinsvorsitzende Dieter Mackenrodt begrüßte die Anwesenden, resümierte das vergangene, für die Hundegruppe äußerst erfolgreiche Jahr und gab einen Ausblick auf das kommende. Außerdem lud er zur Abschlussveranstaltung der traditionellen Fuchswoche mit gemeinsamem Streckelegen am Schießstand ein. Nachdem er das Ausbilderteam vorgestellt hatte, übergab der „Hubertus“-Chef das Wort an Lehrgangsleiter und Verbandsrichter Thomas Tang. Dieser freute sich über das rege Interesse am kommenden Kurs und bat die Anwesenden, sich vorzustellen und zu berichten, welche Erwartungen sie an den Kurs haben und was ihre Ziele für dieses Jahr sind. Er gab einen Überblick über den Kursinhalt und über die für 2019 geplanten Prüfungen. In diesem Jahr wird unser Verein nicht nur die jährliche Brauchbarkeitsprüfung ausrichten, sondern zusätzlich Verbandsprüfungen, wie Verbands-Jugend- & Verbands-Gebrauchsprüfung oder die Bringtreue. Dr. Sandra Rafalzik erläuterten die Teilnahmevoraussetzungen für Hundeführer und Hund und die Besucher erhielten einen Überblick über die geplanten Veranstaltungen. Neben den genannten Prüfungen sind ein Seminar zum Thema „Lernverhalten beim Hund“, ein Kurs zur Ersthilfe beim Jagdhund, Arbeitseinsätze und Gemeinschaftsansitze mit anschließendem Beisammensein, ein Besuch im Schwarzwildgatter, ... geplant.

In die Teilnehmerliste haben sich bereits 20 Hundeführer mit Hunden verschiedenster Rassen eingetragen. Der Kurs beginnt am Mittwoch den 10. April 2019 und findet jeweils Mittwochabends statt. An dieser Stelle sei nochmal darauf hingewiesen, dass Hubertus Sarges ab Mitte April die Ausbildung mit einer neuen Welpengruppe beginnen wird (Interessenten erreichen ihn unter 0152-33602165). Für die Hundekurse stehen sowohl das vereinseigene Hundewasser und das Ausbildungs- und Lehrrevier am Schießstand zur Verfügung, als auch Reviere verschiedener Vereinsmitglieder.


Großer Arbeitseinsatz am Hundewasser

19. Januar 2019

Minustemperaturen und strahlender Sonnenschein … optimales Wetter für einen Arbeitseinsatz im Lehrrevier. So traf sich heute eine Gruppe von 15 Helfern mit schwerem und auch leichtem Gerät am Hundewasser zu einem großen Arbeitseinsatz. Nach der Begrüßung durch „Hubertus“-Chef Dieter Mackenrodt wurde zunächst ein Rundgang um das Wasser gemacht um zu entscheiden, welche Bäume gefällt werden müssen und wo Rückschnitt notwendig ist. Ein Team machte sich sogleich mit Motorsägen und Schlepper mit Seilwinde daran, einige größere Bäume zu fällen, welche zum Teil weit über den Rundweg oder aber über das Wasser ragten. Aus dem Holz eines Baums wurde vor Ort eine neue Bank gefertigt und steht nun den am Wasser arbeitenden Hundeführern zur Verfügung. Die anderen Jäger haben die Hecken rund um das Wasser und die angrenzende Wiese freigeschnitten und einige Bäume auf den Stock gesetzt. Selbstverständlich wurde bei allen Maßnahmen Wert darauf gelegt, das genügend Deckung und Raum für Nistplätze für die rund um das Wasser lebenden Vögel erhalten blieb.

 

Im Laufe der letzten Wochen wurden einige neue Drückjagdböcke im Lehrrevier aufgestellt. Um diese herum wurde ebenfalls freigeschnitten, um für kommende Jagden gute Schussfelder mit sicherem Kugelfang zu schaffen.

 

Während einer kurzen Pause um die Mittagszeit wurde bei Kaffee und Kuchen besprochen, was noch zu erledigen ist, damit das Wasser im Frühjahr wieder bestmöglich genutzt werden kann. Gesagt, getan … ging es nach der Pause mit vereinten Kräften weiter.

Nachdem die letzten Stämme abtransportiert waren gab Vereinsmitglied und Falkner Kai Schmid einen Einblick in die Arbeit mit seinem Gerfalken. Er ließ den Greifvogel fliegen und gab viele Informationen rund um die Falknerei. 

Nach 5 Stunden waren alle angefallenen Arbeiten erledigt und es ging gemeinsam in die Gaststätte „Alte Scheune“ in Dorf Güll. Nachdem sich alle am Schnitzelbuffet gestärkt hatten gab es noch ein freudiges Ereignis zu Feiern: Hundeobmann Arthur Grölz hat in der vergangenen Woche seinen 80. Geburtstag gefeiert. Zunächst gratulierte Dieter Mackenrodt dem Jubilar im Namen des Vorstandes und überreichte einen Präsentkorb. Er dankte Arthur für seinen unermüdlichen Einsatz im Hundewesen und betonte, dass er auch heute kräftig mitgeholfen hat. Den Dankesworten und Gratulationen schloss sich Hubertus Sarges im Namen der Hundeführer an. Auch er überreichte einen Präsentkorb, den die „Hundegruppe“ des vergangenen Jahres organisiert hatte.

Wir danken allen Vereinsmitgliedern, die heute so tatkräftig dafür gesorgt haben, dass das für die Hundeausbildung so wichtige Wasser, das Fuchshindernis und die angrenzende - ebenfalls dem Verein gehörende – Wiese wieder optimal genutzt werden können!!!


Junghundeausbildung

19. Januar 2019

Ab diesem Jahr plant der Hundeausschuss nicht nur die jährliche Brauchbarkeitsprüfung durchzuführen, sondern zusätzlich verschiedene Anlage- bzw. Gebrauchsprüfungen. So findet bereits im Februar die Bringtreue-Prüfung statt, gefolgt von der Verbands-Jugendprüfung (VJP) im April. Die Brauchbarkeitsprüfung nach BPO Hessen ist für September terminiert, den Abschluss des Prüfungsjahres bildet die Verbands-Gebrauchsprüfung (VGP) bzw. die Verbandsprüfung nach dem Schuss (VPS).

 Erfahrungsgemäß nehmen gerade an der VJP häufig Erstlingsführer mit ihren jungen Vorstehhunden teil. Damit sowohl Hund als auch Hundeführer auf dieser JGHV-Anlageprüfung möglichst erfolgreich abschneiden, bietet der JV „Hubertus“ Gießen seit Herbst 2018 die Teilnahme an einer Junghundegruppe an. Unter der Leitung von Hubertus Sarges trifft sich die Gruppe etwa alle 14 Tage am Sonntagmorgen in seinem Gießener Revier. Unterstützt wird er durch Verbandsrichter und „Hubertus“-Hundekursleiter Thomas Tang, Kay Lienert und Dr. Sandra Rafalzik

Im Vordergrund steht hier nicht das Erlernen des Gehorsams, sondern vielmehr die Förderung der jagdlichen Anlagen. Für die VJP wird besonders die Feldsuche geübt sowie das Vorstehen. Die Hundeführer bekommen Informationen dazu, was die Richter auf der Prüfung von den Hunden erwarten und wie sie dies mit ihren Jagdhelfern trainieren können. Zur Vorbereitung auf die Verbands-Herbstzuchtprüfung (HZP) wird bereits jetzt mit erster Schleppen- und Fährtenarbeit begonnen. 

Nebenbei lernen die Junghunde hier verschiedene Wildarten und spätere Reviergegebenheiten (Feld, Wald, Wasser) kennen. Durch das Üben in der Gruppe wird das bereits im Welpenalter erlernte Sozialverhalten gefestigt. Des weiteren gewöhnen sich die Hunde daran, ihre Aufgaben auch unter Ablenkung durch Artgenossen – wie es in der späteren Prüfungsgruppe der Fall sein wird - zu erledigen. 

Zusätzlich zum laufenden Kurs findet am Sonntag, 10. Februar 2019 ein Übungstag zur Vorbereitung auf die VJP, welche am Sonntag, 7. April 2019 im vereinseigenen Lehrrevier durchgeführt wird, statt. Thomas Tang wird hier Informationen zum Prüfungsablauf und den einzelnen Fächern geben. Hier besteht natürlich auch die Möglichkeit, mit den einzelnen Hunden zu trainieren.

An der Junghundeausbildung Interessierte können jederzeit einsteigen und melden sich bitte telefonisch bei: Hubertus Sarges (0152 – 33602165).

 Interessenten für den VJP-Übungstag melden sich bitte bei Dr. Sandra Rafalzik (0176–64620294; sandra@rafalzik.com).