Aktuelles zum Jagdschein und für Jungjäger


Vogelkunde für unsere (Jung-)Jäger im Naturschutz-Zentrum

29. September 2020

 

Jagd ist viel mehr als Wild zu erlegen. Es ist ein Naturerlebnis in unserer Kulturlandschaft. Wer im Revier umherstreift oder auf dem Ansitz in der Stille verweilt, wird, bevor er zum Schuß kommt, vieles um sich herum erleben.

Da sind die vielfältigen Stimmen der Vögel im Frühjahr, der Ruf des Kauzes, das Trommeln der Spechte oder auch der Anblick einer Kornweihe, die im Winter über die offene Feldflur streicht. Das Erlebnis in der Natur ist um so größer, je mehr Kenntnisse wir von ihr haben. Vögel sind dabei allgegenwärtig, jedoch fällt ihre Ansprache bzw. Bestimmung nicht immer leicht.

 

Am Morgen des 20. September 2020 besuchte unser Jungjägerkurs die halbtägige Veranstaltung in der Naturschutz-Akademie Hessen in Wetzlar, um Artenkenntnisse aufzufrischen um den letzten „Schliff“ und das „Rüstzeug“ für die anstehende Jägerprüfung zu erhalten. Das Artenkundeseminar wurde in Kooperation von Staatlicher Vogelschutzwarte, Deutschem Falkenorden, Landesjagdverband Hessen, dem Jagdverein Hubertus Gießen und der Naturschutz-Akademie Hessen durchgeführt. Zur Veranschaulichung standen viele Präparate und eine umfangreiche Materialsammlung zur Verfügung.

Die Begrüßung und Eröffnung machte Martin Hormann von der Vogelschutzwarte für Hessen, Herr Dr. Dominik Fischer, Deutscher Falkenorden und Dieter Mackenrodt, Vizepräsident im Landesjagdverband Hessen und gleichzeitig Vorsitzender des Jagdverein „Hubertus“ Gießen und Umgebung. Unterstützt wurden sie durch die Leiterin der Naturschutz-Akademie Hessen Frau Dr. Susanne Uhrmacher.

 

Am Vormittag stand eine Einführung in die Vogelkunde mit Bestimmungsmerkmalen, Ökologischen Besonderheiten, Gefährdung und Schutzmaßnahmen auf dem Programm. Im Block 1 wurden die Greifvögel und Eulen, Hühnervögel, Tauben und Spechte besprochen. Nach der Pause in Block 2 die Wasservögel inkl. Rallen sowie unsere heimischen Singvögel.

Bei der Begrüßung ging Dieter Mackenrodt auf die Bedeutung des Artenkunde-seminars ein und bedankte sich bei Dr. Dominik Fischer und Martin Hormann für diese interessante Veranstaltung für (Jung-)Jäger. Er stellte bei Jagden und seiner Tätigkeit im waldpädagogischen Bereich immer wieder fest, dass leider die ornithologischen Kenntnisse, vor allem der Ansprache der vielen kleinen, unscheinbaren Vogelarten, sehr oft nicht mehr vorhanden ist. Das ist nicht nur schade in dem Sinne, dass man nicht weiß, welcher Vogel da gerade vor einem sitzt, und welche Eigenschaften und interessante Lebensweise dieser Vogel hat. Es ist vor allem schade, weil dadurch wichtiges Naturschutzwissen verloren geht. In der Natur spielt nun mal alles zusammen und das gesamte Ökosystem ist ein verflochtenes Netz. Die Lebensweise und Überlebensfähigkeit der verschiedenen Arten ist in vielfacher Weise miteinander verbunden und wenn man bemerkt, dass eine Art wie die Feldlerche oder die Grauammer zurückgeht, kann man daraus Rückschlüsse ziehen, wie die Lebensbedingungen für andere Arten wie beispielsweise für das Rebhuhn sind. Anderseits kann man durch Hegemaßnahmen bei unserem Wild natürlich auch die Lebensbedingungen für viele weitere Arten verbessern. 

 

Da wir Jäger Naturschützer sind und uns vor allem auch als solche verstehen, sollten wir den Rückgang dieses wichtigen und interessanten Wissens nicht gleichgültig zur Kenntnis nehmen, sondern versuchen hier gegenzusteuern. 

Ein erster Schritt ist im Rahmen dieser Kooperation mit der Naturschutz-Akademie Hessen, der Vogelschutzwarte für Hessen, dem Deutschen Falkenorden und dem Landesverband Hessen gelungen! Diese Kooperation ermöglicht auch, weit über die Anforderungen der Jägerprüfung hinaus, die Vielfalt unserer Wald-, Feld, Wiesen- und Wasservögeln darzustellen und das Interesse für diese interessanten Tiere zu wecken. 

 

Ein besonderer Dank galt daher Martin Hormann von der Vogelschutzwarte und Dr. Dominik Fischer für die Bereitschaft diese Veranstaltung für Jungjäger ein weiteres Mal, auch unter diesen derzeit besonderen Bedingungen, durchzuführen. 

Der Naturschutz-Akademie Hessen unter Leitung von Frau Dr. Susanne Uhrmacher sind wir dankbar für die Organisation, und dass die Veranstaltung in ihrem Haus in Wetzlar durchgeführt werden konnte.

Es bleibt zu hoffen, dass die angehenden Jungjäger sich auch nach ihrer Jägerprüfung regelmäßig weiterbilden und sich in Sachen Jagd, Natur- und Artenschutz stets auf dem aktuellsten Stand halten. Hierfür bietet auch die Landesjagdschule des LJV Hessen tolle Lehrgänge an, aber auch bei der Naturschutz-Akademie Hessen gibt es viele interessante Vortragsveranstaltungen, Seminare, Exkursionen und Workshops, bei denen man sein Wissen rund um die Natur stets ergänzen und aktuell halten kann. 


Ausflug des Jungjägerkurses nach Kranichstein

10. September 2020

 

Am Sonntag den 30. August 2020 machte sich der Hubertus-Ausbildungsleiter Karl-Heinz Kuchenbecker mit den Teilnehmern des Vorbereitungslehrgangs 2020 auf nach Kranichstein. Im Zeughaus des ehemaligen Jagdschlosses wollten Sie ihr bisheriges „Jägerwissen“ überprüfen und sich mit Hilfe der dort vorhandenen Präparatesammlungen weiter auf die bald anstehende Jägerprüfung im Herbst vorbereiten.  Unterstützt wurde die Gruppe dabei von Jörg Schmidt, Mitglied der Jäger-Prüfungskommission Limburg-Weilburg und Dr. Nadine Stöveken, Biologin beim LJV Hessen.

 

Im Lehrsaal des Landesjagdverbandes hieß es für die angehenden Jungjägerinnen und Jungjäger die einzelnen Wildarten richtig anzusprechen und sich anhand der ausgestellten Wildtierpräparate nochmals die Erkennungsmerkmale und Unterschiede zu ähnlich aussehenden Arten ins Gedächtnis zu rufen. Besonders bei der Gruppe der Nagetiere und Hasenartigen wurde der große Vorteil von Präparaten sichtbar. Einige waren sehr erstaunt über die Größe eines Bibers und auch der heimische Feldhamster wurde anhand von Fotos immer deutlich kleiner eingeschätzt. Aber auch so abstrakte Unterschiede wie den runden Schwanz bei der Nutria im Vergleich zum seitlich abgeplatteten Schwanz beim Bisam prägen sich deutlich besser ein, wenn man die Präparate vor sich hat und den Unterschied sogar erfühlen kann. 

In der Werkstatt und im Zerwirkraum konnten die Lehrgangsteilnehmer und Teilnehmerinnen sich dann darin üben, Fährten und Spuren richtig zu erkennen. Da hier auch Läufe von Rot-, Reh-, und Schwarzwild auslagen, hatten sie gleich die Möglichkeit anhand der Anatomie nachzuvollziehen, warum zum Beispiel bei Fährten vom Schwarzwild immer das Geäfter zu sehen ist. Auch die Läufe vom Waschbären, Dachs, Luchs und Feldhase lagen aus und konnten nach Belieben bestaunt und befühlt werden. Und natürlich, dass Stroh´sche Zeichen verriet, dass der Lauf von einem Junghasen stammte. 

 

Die ebenfalls in der Werkstatt ausliegenden Schädel von Schwarzwild, Rehwild, Dachs, Nutria und Feldhase machte nochmal die Anpassung der einzelnen Säugetiergruppen an ihre Nahrung deutlich. Von nahem konnten hier nun die Stiftzähne der Hasenartigen oder die P4/M1-Brechschere der Carnivora begutachtet werden. Etwas kniffliger war es dann bei den Unterkiefern des Schalenwildes. Hier hieß es nun zu bestimmen, wie alt die erlegten Stücke waren. 

Auch die ausliegenden Losungen und Gewölle machte die im Unterricht gelernten Merkmale bestimmter Gruppen plastischer und in dem Gewölle des Waldkauzes konnten tatsächlich Knochenreste identifiziert werden.   

 

Es war ein sehr schöner und lehrreicher Tag in Kranichstein und wir planen diesen Tag im nächsten Lehrgang zu wiederholen. Einige Fotoaufnahmen im Lehrsaal und das Gruppenfoto mit ausreichendem Abstand wurden natürlich auch „geschossen“……


Reviertag mit dem Hubertus-Jungjägerkurs 2020

14. Juli 2020

 

Abwechslungsreiche und praktische Ausbildung im Revier

 

Das „Grüne Abitur“ will gut vorbereitet sein. Zur Prüfung wird nur zugelassen, wer an einem offiziell anerkannten Ausbildungslehrgang mit praktischen Unterweisungen teilgenommen hat.  

 

Daher besuchte der aktuelle Jungjägerkurs den Hubertus-Chef Dieter Mackenrodt zu einem Reviertag. Die angehenden Jungjäger erfuhren bei dem Gastgeber und seinen Mitjägern, welche Aufgaben und Arbeiten im Jagdrevier anfallen und wie ein Jagdjahr so abläuft. 

 

Dieter Mackenrodt und das Helferteam mit Torsten Maikranz und Nicol Müller betreuten den Reviertag und fuhren mit den Anwärtern auf das „Grüne Abitur“ in die einzelnen Revierteile. So wurden gemeinsam Ansitzeinrichtungen kontrolliert und Pirschwege angelegt. Dabei wurde natürlich auch das Wissen um die heimischen Baum- und Straucharten aufgefrischt. Die Jungjäger waren mit Motorsägen, Freischneidern und Heckenscheren bestens ausgestattet und zeigten großes Interesse bei den praktischen Reviertätigkeiten. Immer wieder wurden  Entfernungen geschätzt und wichtige Praxis ausgetauscht.

 

Im Anschluss genoss die Gruppe die leckeren Wildbratwürste vom Grill und diskutierte mit den Gastgebern über ihre jagdlichen Perspektiven im Kreis Gießen. Ein Erinnerunsfoto mit genügend Abstand vor der Jagdhütte Altenberg durfte natürlich nicht fehlen.

Beim Jagdverein Hubertus Gießen und Umgebung e.V. vermitteln erfahrene Ausbilder und Revierpächter ihr Wissen in Theorie und Praxis. Neben den Vorträgen von Referenten aus dem Verein bieten gerade die angebotenen Exkursionen in die Lehrreviere nicht nur eine hervorragende Lehrmethode, sondern sie eignen sich dadurch auch dazu, bereits während der Ausbildung jagdliche Kontakte, Beziehungen zu Hundeleuten und Revierinhabern zu knüpfen. Die Anwärter nutzen die Gelegenheit die einzelnen Ausschüsse des Vereins für die Zeit nach dem „Grünen Abitur“  kennen zu lernen. Der Verein sorgt dafür, dass alle Anwärter schon während der Ausbildung Kontakt zu einem Jagdausübungsberechtigten haben, sodass nach dem Lösen des 

1. Jagdscheins schon eine verbindliche Jagdgelegenheit besteht.


Infoveranstaltung Jungjägerausbildung 2020

4. März 2020

 

Der Jagdverein „Hubertus“ Gießen und Umgebung e.V. bietet ab April 2020 wieder einen Vorbereitungslehrgang zur Jägerprüfung. Etwa 140 Jägerinnen, Jäger, Jagdhornbläser, Hundeführer und Jagdscheininteressierte begrüßte der 1. Vorsitzende Dieter Mackenrodt zu einem Informationsnachmittag auf dem Gelände des Holz+Technik-Museums in Wettenberg-Wissmar. Besonders erfreulich war die große Schar an Hundeführern mit Ihren vierbeinigen Gefährten. Arthur Grölz und Thomas Tang vom Hundeausschuss präsentierten den interessierten Teilnehmern über 40 Jagdhunde (!). Die große Zahl an Jagdgebrauchs-hunderassen beeindruckte ganz besonders die Jagdscheininteressenten.

Die Bläsergruppe des Vereins begrüßte die große Jägerschar mit musikalischen Stücken. Die Organisation der Informationsveranstaltung „Jägerausbildung bei „Hubertus“ Gießen“ hatte der Vereinsvorstand mit Unterstützung der theoretischen Ausbildungsleitung Herrn Karl-Heinz Kuchenbecker übernommen.

 

Im Schulungsraum des Holz+Technik-Museums erläuterte der „ Hubertus“-Vorsitzende Dieter Mackenrodt  zusammen mit Karl-Heinz Kuchenbecker einer großen Schar interessierten  Gästen die Fachgebiete der theoretischen  Ausbildung und stellte die Dozenten des Halbjahreskurs 2020 vor. Für die Schießausbildung berichtete Hans Algeyer über die praktische Vorbereitung am Schießstand und verwies auf eine gute Auswahl vereinseigener Waffen zum Übungsschießen. Den Teilnehmern stehen Lehrreviere zur Verfügung und sie nehmen an Fallen- bzw. Motorsägenlehrgängen teil.

Da die Anforderungen für das Bestehen der Jägerprüfung hoch sind, legt unser „Hubertus“ Gießen besonders großen Wert darauf, mit individueller Betreuung der einzelnen Lehrgangsteilnehmer eine optimale Vermittlung des angebotenen Lehrstoffes zu gewährleisten. Die Erfolge der Vergangenheit zeigen, dass die angewandten Lehrmethoden die Jungjäger bestens auf die Prüfung und den Start ins Jägerleben vorbereiten.

 

Die wichtige Schießausbildung findet unter der Leitung von Ausbildern am vereinseigenen Schießstand in Garbenteich statt.  Die Ausbildungsleitung konnte bereits eine große Anzahl von Anmeldungen entgegennehmen und verwies auf den Kursbeginn im April dieses Jahres.

 

Neben der theoretischen Ausbildung und dem Schießtraining im Vorbereitungslehrgang nehmen die Teilnehmer an Exkursionen im Lehrrevier teil und sammeln erste jagdliche Erfahrung bei Wildbeobachtungen auf den Ansitzeinrichtungen.

Der „Hubertus“-Vorstand dankt allen Beteiligten für die Unterstützung bei der erfolgreichen Informationsveranstaltung und begrüßt die Teilnehmer des kommenden Vorbereitungslehrgang in Hessens größtem Jagdverein „Hubertus“ Gießen!