Lehrgangsberichte 2019


Fortbildungsveranstaltung: Verhalten nach dem Schuss und Bewerten von Anschüssen

11. März 2019

 

Praxisseminar am 9. März 2019 mit dem Experten Reiner Käs

Der Jagdverein Hubertus Gießen und Umgebung e.V. hatte im Rahmen seiner Fortbildungsveranstaltungen zum 1-Tagesseminar : „Verhalten nach dem Schuss und Bewerten von Anschüssen“ eingeladen.

 

Der 1. Vorsitzende des Jagdverein „Hubertus“ Gießen Dieter Mackenrodt hatte dafür als Referenten den renommierten Schweißhundeführer und Experten Reiner Käs aus Allendorf gewinnen können. Der Experte geht seit 40 Jahren auf die Jagd. Seine Passion gilt davon seit 32 Jahren dem  verunfallten bzw. verletzten Wild als Schweißhundeführer mit dafür ausgebildeten Jagdgebrauchshunden. Die große Zahl an Nachsuchen sprechen für eine hohe fachliche Kompetenz und jede Menge Erfahrung des Referenten aus Allendorf. 

 

Der „Hubertus-Chef“ begrüßte im Vereinshaus am Schießstand  eine große Anzahl von Teilnehmern und bedankte sich bei Hubertus-Ausbildungsleiter Jürgen John für die praktische Unterstützung der Anschüsse im Ausbildungs- und Lehrrevier am Schießstand. 

Das Anschussseminar gliederte sich in einen 3-stündigen theoretischen Teil und einen praktischen Teil im im Revier.  

 

Greenhorns und alte Hasen erfuhren von den gesetzlichen Grundlagen, der Anatomie des Schalenwildes-, dem Verhalten vor, bei und nach der Schussabgabe, Schuss- und Pirschzeichen, Untersuchen und Verbrechen des Anschusses, Nachsuchen bei Drückjagden bis hin zur Einarbeitung des sogenannten „Schweißhundes“.

 

Kein Wild am Anschuss, kein Schnitthaar und kein Schweiß? Schnell wird die Sache als Fehlschuss abgetan. Ein folgenschwerer Fehler, wie Dieter Mackenrodt bei der Begrüßung wusste. Oft sind bei tödlichen Schüssen kaum Pirschzeichen zu finden.

 

Im theoretischen Teil des Seminars erklärte der „Nachsucheprofi“ Reiner Käs, worauf während und nach dem Schuss zu achten ist und wie die „gefundenen Pirschzeichen“ richtig bewertet werden.  

Nach der Mittagspause folgte der praktische Teil im Revier. Hier hatte Jürgen John mit dem Jungjägerkurs „Anschüsse“ auf Schalenwild vorbereitet. Ebenso eine weiße Leinwand  hinter einem Stück Rehwild zu Lernzwecken aufgebaut. 

Die Teilnehmer mussten nun im Revier die Anschüsse auf Schuss- und Pirschzeichen hin untersuchen. Danach erarbeitete die Gruppe eine Anschussdiagnose.. Die Gruppe arbeitete hervorragend mit und hatte viel Spaß bei der trockenen Materie.

 

Wenn ein Wildunfall passiert ist oder Wild bei Schüssen nicht verendet zusammenbricht und eine Nachsuche erforderlich wird, ist das Ansprechen - Können von Pirschzeichen an der Unfallstelle oder am Anschuss und auf der Wundfährte zwar wichtig, wegen des Rückschlusses über den vermutlichen Sitz der Kugel, vor allem aber deshalb, um richtig zu reagieren und ggf. ohne falsche Scham um Hilfe zur Nachsuche zu bitten, wodurch unnötig langes Leiden des beschossenen Wildes vermieden werden kann. 

 

Was Nachsuchen-Profis mit einem erfahrenen Hund vermögen, ist immer wieder erstaunlich!

Nach Kilometern „Riemenarbeit“ durch dick und dünn und anschließender Hetze einen gekrellten Frischling zu erlösen, und nicht bei der erst besten „Verleitung“ oder der Reviergrenze abzubrechen, dass ist Waidgerechtigkeit im besten Sinne!

Auch wenn der eigene Hund noch jung und unerfahren ist, der Anschuss aber eine lange Nachsuche oder Hetze prophezeit, dann ist der Schütze es dem Wild schuldig, einen Nachsuchenführer wie Reiner Käs, herbeizurufen. Auch das ist Waidgerechtigkeit im besten Sinne!

Gegen 16.00 Uhr ging eine Fortbildungsveranstaltung auf hohem Niveau zu Ende, die für alle Teilnehmer sehr lehrreich war. 

 

Der Vorsitzende Dieter Mackenrodt bedankte sich im Namen aller Teilnehmer und anhaltendem Applaus bei Reiner Käs und den Assistenten für die sehr gelungene, interessante Präsentation mit einem Präsent. Der Dank galt allen, die zu dieser erfolgreichen Veranstaltung beigetragen hatten. Alle Teilnehmer waren einstimmig der Meinung, dass das Ziel der Veranstaltung, Wissen aufzufrischen, zu einem gerechten Verhalten nach dem Schuss beizutragen und Fehler bei unter Umständen notwendigen Nachsuchen zu vermeiden, mehr als erreicht wurde.  Der Experte Reiner Käs hatte viele dankende Hände zu schütteln…