Lehrgangsberichte 2019


Erfolgreiche Fortbildungsveranstaltung „Zerwirkseminar und Wildbretveredlung“

15. Oktober 2019

 

Motivierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte der Hubertus-Vorsitzende Dieter Mackenrodt zur Weiterbildung- und Schulungsveranstaltung „Zerwirkseminar und Wildbretveredlung“ in der Metzgerei Dern-Heuer in Leihgestern begrüßen. 

 

Als Referent und für die Organisation zuständig konnte wieder Hubertusmitglied und Wild-Experte Daniel Seller sowie sein Mitarbeiter Alexander Lotz gewonnen werden.

Beiden galt der besondere Dank, da sie neben Ihrer Arbeit Zeit fanden, in zwei Abendveranstaltungen den Teilnehmern praktische Fertigkeiten rund um das Thema „Wildbret“ zu vermitteln. 

Das große Interesse zeigte, dass es das Ziel vieler Jäger ist, das Lebensmittel „Wildbret“ als ein Erzeugnis von hoher Qualität aus der Region bereit zu stellen. Dies ist ein Garant für langfristige, vertrauensvolle und zufriedene Kundenbeziehungen.   

  

Der Herbst ist die Zeit der jagdlichen Ernte: Reh-, Hirsch- und Wildschweinfleisch, Feldhasen, Wildenten und Fasane kommen aus heimischer Wildbahn frisch auf den Tisch. 

 

Das Seminar „Wildbret verwerten“ mit Daniel Seller brachte die große Zahl Teilnehmer 

in Bewegung: zwei Rehe, ein Wildschwein und auch ein Stück Rotwild hatte Wild-Experte Daniel Seller für das Seminar herbeigebracht. Diese Stücke wurden im Beisein der Lehrgangsteilnehmer in küchenfertige Stücke zerwirkt. 

In der Fortbildungsveranstaltung wurde vom Fachmann Daniel Seller und seinem Mitarbeiter in zwei Gruppen vorgeführt, mit welchem Werkzeug man Fleisch von jagdbarem Wild fachgerecht zerlegt. Hygieneanforderungen wurden dabei genauso erläutert wie auch Kniffe und Tricks für das leichte „aus der Decke schlagen“ bzw. „Abschwarten“ bis hin zur Portionisierung der Gerichte. Am zweiten Abend wurde das Wildbret dann gemeinsam zu Bratwurst, Wildpastete, Leberkäse und leckerem Wildschinken verarbeitet.  

 

Daniel Seller ist ein Liebhaber von Wildfleisch, vor allem herzhaftes Wildschwein hat es ihm angetan. „Das Wild aus heimischen Wäldern wird nicht gezüchtet und nicht gemästet.“ Für Seller ist Wildbret ein sehr hochwertiges Nahrungsmittel. Und er nennt noch ein Argument für die Jagd: „Dabei fällt ein gezielter Schuss, und das Tier fällt um.“   

Wildfleisch enthält durchweg weniger Fett als das Fleisch von Haustieren, aber viele Mineralstoffe, Vitamine, denn die freilebenden Tiere sind bei der Nahrungsaufnahme sehr wählerisch. Nur die würzigen Kräuter und zartesten Knospen sind beispielsweise Reh und Hase gerade gut genug. Wildtiere leben von dem, was die Natur Ihnen bietet. Rehwild zum Beispiel nimmt als Konzentratselektierer nur Nahrung in Bioqualität auf. Zudem bedeutet „Wildbret aus der Region“ kurze Lieferwege, keine Medikamente oder Wachstumshormone.  Der regionale Wildkonsum stärkt die Reviere in der Region und das Miteinander von Jägern, Landwirten und Gastronomen. 

Nach den beiden Abenden wurde es bei Daniel Seller gemütlich: Da wurden köstlichste Wildgerichte von Reh, Wildschwein und Hirsch aufgetischt und leckere Weine angeboten. Bis spät in den Abend wurden Rezepte ausgetauscht, Jagdabenteuer erzählt und dem Küchenchef weitere Geheimnisse entlockt.  

 

Der 1. Vorsitzende Dieter Mackenrodt bedankte sich bei den beiden Referenten für die professionellen und praxisorientierten Vorträge und lud die Jägerschaft zu weiteren Fortbildungsveranstaltungen des Vereins ein. 

 

Der Jagdverein Hubertus Gießen und Umgebung e.V. rät allen Interessenten von Wildbret daher, sich frühzeitig um den kulinarischen Leckerbissen zur Adventszeit zu kümmern. Die Adressen privater Jäger, die Wildbret verkaufen, erfährt man durch Mundpropaganda oder hier.


Große Beteiligung am Seminar zur Trichinenprobe-Entnahme

10. Oktober 2019

 

Für interessierte Jägerinnen und Jäger ist die Möglichkeit geschaffen worden, an einer von der Veterinärbehörde Gießen durchgeführten Schulung zur Trichinenprobeentnahme teilzunehmen. Etwa 50 Teilnehmer besuchten unser Seminar zur Berechtigung von Probeentnahmen durch das zuständige Veterinäramt. 

 

Wir hatten die Kreisjägerschaft zu dieser Schulung in die Seminarräume des Hessischen Holz + Technikmuseums nach Wettenberg-Wißmar eingeladen. Als Referenten standen uns dabei Frau Svenja Christina Sommerfeld und Markus Businszky vom Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz in Gießen zur Verfügung.

 

Die Expertin ging auf die gesundheitlichen Auswirkungen der winzigen Fadenwürmer ein. Die Hauptübertragung auf den Menschen erfolgt durch den Verzehr von rohem bzw. ungenügend gegartem Schweinefleisch. Die dadurch entstehende Trichinose muss in Deutschland gemeldet werden. Es besteht eine gesetzliche Untersuchungspflicht!

 

Weitere Themen waren die Entwicklung und Vermehrung von Trichinen und die Anatomie des Schwarzwildes, das korrekte Aufbrechen des Schwarzwildes zur Entnahme der Trichinenproben, die Verpackung und Kennzeichnung der Proben sowie Transport zur Trichinenuntersuchungsstelle, Anbringen der Wildmarke und Ausfüllen des Wildursprungsscheins. Geschichtliches zu Trichinellen 

im Schweinefleisch und die Biologie der Trichine und Krankheitsymtome beim Menschen, wusste die Referentin hervorragend zu vermitteln. Ausführliche Informationen gab es zu den zwingend vorgeschriebenen Probeentnahmen. Besonders verwies die Referentin dabei auf die rechtlichen Vorschriften. Zuwiderhandlungen können als Straftat geahnt werden.

 

Als weiteren Referenten ging Markus Businszky auf die Arbeiten im Veterinäramt und die sBeprobungen ein. Er erläuterte seine Arbeit und gab den Teilnehmern wichtige Tipps beim Einreichen der Trichinenproben. Trichinenproben, die bis zu den dort genannten Zeiten an Untersuchungstagen abgegeben werden, werden in der Regel noch am gleichen Tag untersucht. Die Freigabe des Wildes erfolgt nach Abschluss der Untersuchung in der Regel durch Zusendung des Wildursprungsscheins (mit Freigabezeitpunkt) per E-Mail oder Fax!  Bei einem positiven Befund wird umgehend per Telefon, E-Mail oder Fax informiert. Daher bitte die Formulare vollständig und gut lesbar ausfüllen.

Wichtig: E-Mail-Adresse, Fax-, Telefonnummer sind immer anzugeben, da ansonsten keine Rückantwort mit Freigabe noch am gleichen Tag erfolgen kann und so sich der Freigabezeitpunkt verschiebt.

 

Wurde die dazugehörige Wildmarke nicht vom jeweiligen Jäger selbst erworben, so ist zusätzlich der Name des betreffenden Wildmarkenkäufers auf dem Wildursprungschein zu vermerken. Nur so ist gewährleistet, dass die Untersuchungskosten der Wildmarkenkäufer gut geschrieben werden. Die Gebühren für Trichinenuntersuchungen wurden nach Antrag des Hubertus-Vorsitzenden mit Beschluss durch den Gießener Kreistag für 2 Jahre ausgesetzt.

 

Auch über den kurz bevorstehenden Umzug des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz innerhalb von Gießen informierten die Mitarbeiter der Behörde.

Auf die Gefahren der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und der Aujeszky-Krankheit ging der Hubertus-Vorsitzende Dieter Mackenrodt ein. Bei einem im Landkreis erlegten Wildschwein sind Antikörper gegen die Aujeszky-Krankheit nachgewiesen worden. Das hochansteckende Virus könne viele Säugetierarten befallen und für Hunde tödlich sein, teilte der Hubertus-Chef mit. Für Menschen und Pferde sei es aber ungefährlich. Er bat aber um Aufmerksamkeit, denn infizierte Hunde sterben innerhalb weniger Tage.

 

Dieter Mackenrodt appellierte an die Teilnehmer: „Bitte verfüttern sie auf keinen Fall rohes Fleisch  erlegter Wildschweine an Ihre Hunde!“

Er informierte weiterhin über das Risiko in Deutschland bei Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest in die Wildschweinpopulationen durch illegale Verbringung von kontaminiertem Material oder durch kontaminierte Schweinfleischprodukte entlang des Fernstraßennetzes durch Fahrzeuge und Personen. Positiv sei, dass Deutschland noch immer  von dieser schlimmen Krankheit verschont geblieben ist, und bat um erhöhte Vorsicht und Einreichung von Blutproben erlegter Wildschweine. Der Hubertus-Vorsitzende Dieter Mackenrodt bedankte sich bei den beiden Referenten für die interessante Schulung und überreichte Weinpräsente. 

 

Dieter Mackenrodt bat die Jägerschaft zur intensiven Bejagung mit allen erfolgversprechenden Jagdmethoden   unter Beachtung der Unfallverhütungsvorschriften, um das Schwarzwild scharf und  waidgerecht zu bejagen. In der Situation vor einer ASP-Gefahr muss das Schwarzwild ganzjährig und 

 

flächendeckend unter Berücksichtigung des Elterntierschutzes bejagt werden. Höchste Priorität - solange noch kein ASP- Fall aufgetreten ist – muss die vorbeugende starke Reduzierung des Schwarzwildbestandes sein, um das Ansteckungsrisiko bei Auftreten der ASP zu minimieren.


Fortbildungsveranstaltung: Verhalten nach dem Schuss und Bewerten von Anschüssen

11. März 2019

 

Praxisseminar am 9. März 2019 mit dem Experten Reiner Käs

Der Jagdverein Hubertus Gießen und Umgebung e.V. hatte im Rahmen seiner Fortbildungsveranstaltungen zum 1-Tagesseminar : „Verhalten nach dem Schuss und Bewerten von Anschüssen“ eingeladen.

 

Der 1. Vorsitzende des Jagdverein „Hubertus“ Gießen Dieter Mackenrodt hatte dafür als Referenten den renommierten Schweißhundeführer und Experten Reiner Käs aus Allendorf gewinnen können. Der Experte geht seit 40 Jahren auf die Jagd. Seine Passion gilt davon seit 32 Jahren dem  verunfallten bzw. verletzten Wild als Schweißhundeführer mit dafür ausgebildeten Jagdgebrauchshunden. Die große Zahl an Nachsuchen sprechen für eine hohe fachliche Kompetenz und jede Menge Erfahrung des Referenten aus Allendorf. 

 

Der „Hubertus-Chef“ begrüßte im Vereinshaus am Schießstand  eine große Anzahl von Teilnehmern und bedankte sich bei Hubertus-Ausbildungsleiter Jürgen John für die praktische Unterstützung der Anschüsse im Ausbildungs- und Lehrrevier am Schießstand. 

Das Anschussseminar gliederte sich in einen 3-stündigen theoretischen Teil und einen praktischen Teil im im Revier.  

 

Greenhorns und alte Hasen erfuhren von den gesetzlichen Grundlagen, der Anatomie des Schalenwildes-, dem Verhalten vor, bei und nach der Schussabgabe, Schuss- und Pirschzeichen, Untersuchen und Verbrechen des Anschusses, Nachsuchen bei Drückjagden bis hin zur Einarbeitung des sogenannten „Schweißhundes“.

 

Kein Wild am Anschuss, kein Schnitthaar und kein Schweiß? Schnell wird die Sache als Fehlschuss abgetan. Ein folgenschwerer Fehler, wie Dieter Mackenrodt bei der Begrüßung wusste. Oft sind bei tödlichen Schüssen kaum Pirschzeichen zu finden.

 

Im theoretischen Teil des Seminars erklärte der „Nachsucheprofi“ Reiner Käs, worauf während und nach dem Schuss zu achten ist und wie die „gefundenen Pirschzeichen“ richtig bewertet werden.  

Nach der Mittagspause folgte der praktische Teil im Revier. Hier hatte Jürgen John mit dem Jungjägerkurs „Anschüsse“ auf Schalenwild vorbereitet. Ebenso eine weiße Leinwand  hinter einem Stück Rehwild zu Lernzwecken aufgebaut. 

Die Teilnehmer mussten nun im Revier die Anschüsse auf Schuss- und Pirschzeichen hin untersuchen. Danach erarbeitete die Gruppe eine Anschussdiagnose.. Die Gruppe arbeitete hervorragend mit und hatte viel Spaß bei der trockenen Materie.

 

Wenn ein Wildunfall passiert ist oder Wild bei Schüssen nicht verendet zusammenbricht und eine Nachsuche erforderlich wird, ist das Ansprechen - Können von Pirschzeichen an der Unfallstelle oder am Anschuss und auf der Wundfährte zwar wichtig, wegen des Rückschlusses über den vermutlichen Sitz der Kugel, vor allem aber deshalb, um richtig zu reagieren und ggf. ohne falsche Scham um Hilfe zur Nachsuche zu bitten, wodurch unnötig langes Leiden des beschossenen Wildes vermieden werden kann. 

 

Was Nachsuchen-Profis mit einem erfahrenen Hund vermögen, ist immer wieder erstaunlich!

Nach Kilometern „Riemenarbeit“ durch dick und dünn und anschließender Hetze einen gekrellten Frischling zu erlösen, und nicht bei der erst besten „Verleitung“ oder der Reviergrenze abzubrechen, dass ist Waidgerechtigkeit im besten Sinne!

Auch wenn der eigene Hund noch jung und unerfahren ist, der Anschuss aber eine lange Nachsuche oder Hetze prophezeit, dann ist der Schütze es dem Wild schuldig, einen Nachsuchenführer wie Reiner Käs, herbeizurufen. Auch das ist Waidgerechtigkeit im besten Sinne!

Gegen 16.00 Uhr ging eine Fortbildungsveranstaltung auf hohem Niveau zu Ende, die für alle Teilnehmer sehr lehrreich war. 

 

Der Vorsitzende Dieter Mackenrodt bedankte sich im Namen aller Teilnehmer und anhaltendem Applaus bei Reiner Käs und den Assistenten für die sehr gelungene, interessante Präsentation mit einem Präsent. Der Dank galt allen, die zu dieser erfolgreichen Veranstaltung beigetragen hatten. Alle Teilnehmer waren einstimmig der Meinung, dass das Ziel der Veranstaltung, Wissen aufzufrischen, zu einem gerechten Verhalten nach dem Schuss beizutragen und Fehler bei unter Umständen notwendigen Nachsuchen zu vermeiden, mehr als erreicht wurde.  Der Experte Reiner Käs hatte viele dankende Hände zu schütteln…