Newsletter aus dem LJV Hessen

Immer bestens informiert sind Sie mit den Neuigkeiten aus dem Deutschen Jagdverband-Jagdnetz.

 

Hier haben wir die aktuellsten Informationen für Sie zusammengestellt. 


Wenn Sie von der Startseite hierher verlinkt wurden, und der Text nicht direkt erscheint, bitte ein wenig nach unten scrollen, die Beiträge sind chronologisch aufgeführt:


Eindimensionaler Lösungsversuch für Wildschäden

29. Mai 2020

 

Anbei erhalten Sie eine Pressemitteilung des DJV zu den vom Wissenschaftlichen Beirat Waldpolitik vorgelegten Eckpunkten zur Waldstrategie 2050. Einziger Ansatz sei es, den Jagddruck zu erhöhen. Das Ziel, die Artenvielfalt zu fördern, sei verfehlt worden. Der DJV fordert von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner stattdessen ein Wildtiermanagement-Konzept.

 

Eindimensionaler Lösungsversuch für Wildschäden

 

Wissenschaftlicher Beirat Waldpolitik verfehlt mit Eckpunkten zur Waldstrategie 2050 das Ziel, Artenvielfalt zu fördern. Einziger Ansatz: Jagddruck erhöhen. DJV fordert von Ministerin Klöckner stattdessen ein Wildtiermanagement-Konzept.

 

Anfang Mai hat der Wissenschaftliche Beirat Waldpolitik auf 75 Seiten Eckpunkte zur Waldstrategie 2050 vorgelegt. Nach Auffassung des Deutschen Jagdverbandes (DJV) ist der darin skizzierte eindimensionale Lösungsversuch des Forst-Jagd-Konflikts weit entfernt vom Erfolg. Er lautet schlicht: Schalenwildbestände durch Jagd reduzieren. Es fehlt eine umfassende Ursachenanalyse von Wildschäden. In einer Stellungnahme hat der DJV jetzt Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gebeten, ein großräumiges Wildtiermanagement anzustreben, um die Nuztungsansprüche von Tieren und Menschen in Einklang zu bringen. Alle Akteure in der Kulturlandschaft, darunter Jagd, Forst, Landwirtschaft und Tourismus, müssen beteiligt werden. Das Ziel: Eine Waldstrategie 2050, die tatsächlich Artenvielfalt schafft - in Bezug auf Tiere und Pflanzen.

 

Wildtiermanagement wird auf Jagd reduziert

"Wildtiermanagement" wird in den Eckpunkten zur Waldstrategie 2050 fälschlicherweise gleichgesetzt mit Jagd. Diese ist jedoch nur ein Teil davon. Notwendig sind steuernde Instrumente wie die wildökologische Raumplanung. Die Expertise von Wildbiologen ist dringend erforderlich für eine gelungene Waldstrategie und die fachliche Bewertung des Einflusses von Wildtieren. Im wissenschaftlichen Beirat Waldpolitik ist der Forschungsbereich „Wildtiermanagement“ allerdings überhaupt nicht vertreten. 

 

Stürme, Dürre und Schädlinge vernichten Wald - nicht das Reh

Als Hemmschuh für eine "Mischwaldvermehrung" und Gefährdung von "Ökosystemleistungen in ganzer Breite" werden im Eckpunktepapier Reh- und Rotwild hoch stilisiert. Doch Dürre, Sturm und Schädlinge haben allein 2018 und 2019 Wald von der Fläche des Saarlandes bundesweit vernichtet. Besonders betroffen: die Fichte. Anfällige Nadelholzreinbestände machen 27 Prozent des Waldes aus. Noch immer gibt es etwa 2,8 Millionen Hektar nicht standortgerechte Monokulturen. Die waldbauliche Ausgangssituation für eine natürliche Mischwaldvermehrung ist also vielerorts überhaupt nicht gegeben. Der Mensch muss durch Kunstverjüngung eingreifen, also pflanzen. Hierfür braucht es etwa sechs Milliarden junge Bäume aus Forstbaumschulen. Entstehende Aufforstungsflächen müssen verstärkt bejagt werden - hier sind Jäger wichtige Partner der Waldbauern. Allerdings sind zusätzliche mechanische Schutzmaßnahmen unbedingt notwendig.

 

Großflächig erhöhter Jagddruck provoziert Wildschäden

Der Wissenschaftliche Beirat fordert, dass "Schalenwildbestände effektiv abgesenkt werden" müssen, ebenso eine "Anpassung der Jagdzeiten an die Biologie der jagdbaren Arten." Im Ergebnis wird schlicht eine Verlängerung der Jagdzeiten gefordert. Großflächig erhöhter Jagddruck führt jedoch zum Gegenteil: Die Physiologie von Wiederkäuern wie Reh- und Rotwild widerspricht beispielsweise Bewegungsjagden im Spätwinter. Stress führt in dieser Phase zu mehr Schäden an Bäumen. Waldbauliche Ziele müssen mit einem Jagdkonzept einher gehen: Wird beispielsweise in Aufforstungsflächen der Jagddruck erhöht, sollten gleichzeitig Wildruhezonen an anderen Stellen entstehen, betonen Experten. Wissenschaftliche Erkenntnisse aus Wildbiologie und Wildtiermanagement sollten in der Waldstrategie 2050 unbedingt berücksichtigt werden. 

 

Weitere Infos:

Eckpunkte der Waldstrategie 2050 - Stellungnahme des Wissenschaftlichen Beirats Waldpolitik beim BMEL

Die Video-Serie des DJV #waldbaumitwaidblick lässt Experten zu Wort kommen: bit.ly/waldbaumitwaidblick

 

Herzliche Grüße und Waidmannsheil

Markus Stifter, Pressesprecher

 


Corona-Neuigkeiten zur Jagdausübung und Jagdhundeausbildung

29. Mai 2020

 

Wir freuen uns, dass die gemeinsamen Bemühungen von Jagdvereinen, Hegegemeinschaften und des LJV nun dazu beigetragen haben, dass die Jagdausübung und Jagdhundeausbildung nun explizit in den Ausnahmen von den hessischen Corona-Kontaktbeschränkungen aufgeführt ist.

 

Auszug aus den Auslegungshinweisen zur Verordnung zur Beschränkung sozialer Kontakte und des Betriebs von Einrichtungen und Angeboten aufgrund der Corona-Pandemie (Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung):

 

1. Zusammenkünfte und Veranstaltungen

Der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, gemeinsam mit einer weiteren Person oder mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet. Für diverse Lebensbereiche gelten diese Beschränkungen nicht bzw. mit abweichenden Vorgaben zu der Anzahl der Teilnehmenden. Die strenge Begrenzung der Anzahl der Personen, die sich gemeinsam im öffentlichen Raum aufhalten dürfen, ist erforderlich, um das Infektionsgeschehen weiter zu verlangsamen. Großzügigere Handhabungen sind nur in Bereichen möglich, in denen Verantwortliche weitergehende Schutzmaßnahmen ergreifen sowie die Einhaltung sicherstellen und überwachen müssen. Dies ist beispielsweise bei Zusammenkünften und Veranstaltungen in den nachfolgenden Einrichtungen und bei entsprechenden Angeboten der Fall.

 

Dies ist beispielsweise erlaubt / Das darf unter anderem öffnen (Auszug):

• ...

• Jagdausübung, Jagdhundeausbildung

• ...

 

Bitte beachten Sie die ergänzenden Erläuterungen zu den Abstands- und Hygieneregeln sowie der Aufzeichnung von Teilnehmer-Kontaktdaten auf der nachfolgenden Webseite. Dort finden Sie auch Regelungen zu sonstigen Vereinsveranstaltungen.

 

Link: Kurzübersicht - Was ist erlaubt und was nicht?

 

Nunmehr ist sowohl die Jagdausübung als auch die Jagdhundeausbildung in Hessen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln mit bis zu 100 Personen (Regelobergrenze) möglich. Somit können auch Hundeprüfungstermine wieder geplant werden.

 

Bitte beachten Sie, dass die jetzigen Lockerungen bei steigenden Infektionszahlen durch die regionalen Gesundheitsbehörden wieder eingeschränkt werden können. Bitte achten Sie in diesem Zusammenhang auf Veröffentlichungen in der Lokalpresse oder fragen bei Zweifeln bei Ihrem örtlich zuständigen Gesundheitsamt nach.

 

Herzliche Grüße und Waidmannsheil 

Markus Stifter, Pressesprecher

 


AG Junge Jäger im LJV Hessen soll wieder aufleben

29. April 2020

 

Der LJV möchte die "AG Junge Jäger Hessen" gemeinsam mit den Jagdvereinen vor Ort wieder aufleben lassen. Ziel ist es, für Jägerinnen und Jäger unter 40 Jahren einen interessanten Austausch, spezielle Fortbildungen und Veranstaltungen als auch eine allgemeine Vernetzung zu schaffen. Mit entsprechenden Fortbildungsangeboten kann es gelingen, auch ehrenamtlich aktive Mitglieder für die Vereinsarbeit zu gewinnen.

Jörg Manthey und Roland Zobel, die die "AG Junge Jäger" von der ersten Stunde aktiv mitgestaltet und über viele Jahre betreut haben, möchten sich auch weiterhin engagieren und ihre Erfahrungen einbringen. LJV-Pressesprecher Markus Stifter wird die AG von seitens des LJV unterstützen.

 

Damit wir möglichst viele Vertreter aus den hessischen Jagdvereinen für die Initiative gewinnen können, benötigen wir Ihre Unterstützung.

 

Gibt es in Ihrem Jagdverein bereits zuständige Personen für "Junge Jäger" oder sogar eine Obfrau oder einen Obmann? Im Idealfall sollten diese Personen unter 40 Jahre alt sein.

 

Bitte senden Sie uns die Kontaktdaten (Name, Telefon und E-Mailadresse) dieser Personen an: markus.stifter@ljv-hessen.de

 

Falls Sie noch keine zuständigen Ansprechpartner für die "Jungen Jäger Hessen" haben, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie in Ihrem Jagdverein nachfragen, wer Lust darauf hat, diese wichtige Aufgabe zu übernehmen.

Der Aufwand für die beteiligten Akteure bleibt dabei überschaubar: Es ist ein jährliches Treffen/Zusammenkunft geplant, weiterer Austausch kann gerne auch telefonisch oder per E-Mail erfolgen.

 

Ich würde mich sehr freuen, von Ihnen zu hören.

 

Herzliche Grüße 

Markus Stifter, Pressesprecher

 


HMUKLV lehnt vollständige Zuwendung/Förderung für diesjährige Hasentaxation ab

22. April 2020

 

Bereits Ende März 2020 hat der LJV die Oberste Jagdbehörde (HMUKLV) darauf hingewiesen, dass aufgrund der von der hessischen Landesregierung verordneten Corona-Kontaktbeschränkungen die Frühjahrstaxation des Feldhasen nicht wie gewohnt stattfinden könne. Der LJV hat außerdem eingefordert, dass die Aussetzung der Frühjahrstaxation in diesem Jahr zu keinerlei Nachteilen für die Hegegemeinschaften oder die Jagdausübungsberechtigten, wie z. B. zu einer eingeschränkten Bejagung oder dem Wegfall der pauschalen Aufwandsentschädigung führen durfte. Der LJV berichtete bereits am 8. April 2020 über das "Abweichende Verfahren zu Feldhasentaxation im Jagdjahr 2020/2021", welches das HMUKLV mit Erlass vom 02.04.2020 geregelt hatte.

 

Da dieser Erlass keine Regelung zur Auszahlung der Aufwandsentschädigung (jährliche Zuwendung in Höhe von € 200,- für die erfolgte Frühjahrs- und Herbsttaxation) enthielt, hakte der LJV noch einmal bei der Pressestelle des HMUKLV nach und erhielt am 17.04.2020 folgende Antwort:

 

Sehr geehrter Herr Stifter,

zu Ihrer Anfrage übermittle ich Ihnen folgende Informationen aus unserer Fachabteilung:

Die oberste Jagdbehörde hat in enger Abstimmung mit dem Arbeitskreis Wildbiologie der Universität Gießen eine Klarstellung beziehungsweise Informationen über die diesjährige Vorgehensweise bezüglich der Niederwildtaxation in Zeiten von Corona veröffentlicht.

Die Teilnahme an der Taxation wird mit einer Pauschale aus Mitteln der Jagdabgabe unterstützt. Die Berechnung der Pauschale basiert auf den geschätzten mittleren Wegstrecken und dem entsprechenden Zeitaufwand bei der Taxation. Bei der Herleitung der Pauschalen fand das Hessische Reisekostengesetz und das Mindestlohngesetz Anwendung und zwar basierend darauf, dass mindestens 20% der Feldflur einer Hegegemeinschaft mit je einer Zählung im Frühjahr und im Herbst nach einem vorgegebenen Erhebungsbogen taxiert werden. Der auf dieser Basis ermittelte Zuwendungsbetrag von 200,- €/ Jahr/ Hegegemeinschaft wurde in Abstimmung mit dem Hessischen Ministerium der Finanzen und dem Hessischen Rechnungshof festgelegt. Fällt nun die Frühjahrszählung aufgrund der Einschränkungen durch das Corona-Virus aus, die Herbstzählung aber nicht, entsteht nur etwa die Hälfte des Aufwandes, nämlich für die Herbstzählung. Die Beibehaltung der kompletten Pauschale würde nach dem zu Grunde liegenden Modell eine Überkompensation bedeuten, das heißt, die Hegegemeinschaften würden demnach mehr Geld erhalten als sie Ausgaben haben. Das lässt das Zuwendungsrecht nicht zu.

Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter. Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Viele Grüße

Julia Stoye

 

Der LJV hat heute den jagdpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion Hessen, Markus Meysner kontaktiert und eindringlich um Unterstützung sowie eine Intervention beim HMUKLV gebeten.

 

Die pauschale Aufwandsentschädigung wurde überhaupt erst möglich, weil sich zum damaligen Zeitpunkt der LJV dafür eingesetzt und dies initiiert hat. Ohne die Initiative des LJV wäre es niemals zu dieser Unterstützung gekommen. Die jetzt vorgetragene Argumentation war in der Vergangenheit nicht Gegenstand der Wertfindung für die Höhe der Aufwandsentschädigung. Die Zahlung dieses Betrages sollte maßgeblich als Anerkennung und Wertschätzung der Akteure vor Ort dienen. Jetzt der Jägerschaft das zuvor selbst aufgebrachte Geld (Jagdabgabe) in Zeiten von Corona noch zur kürzen, erscheint mehr als widersinnig.

 

Wir werden Sie umgehend informieren, sobald uns Neuigkeiten vorliegen.

Auch die jetzige Vorgehensweise des HMUKLV zeigt, dass das eigenständige System der Jägerschaft (WILD) immer mehr an Bedeutung erlangt.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Alexander Michel, LJV-Geschäftsführer


Jäger sind von einer allgemeinen Corona-Ausgangssperre befreit

9. April 2020

 

Soeben wurde dem LJV ein Schreiben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sowie des Bundesinnenministeriums bekannt. Demnach sieht die Bundesregierung im Hinblick auf den Beitrag der Jägerschaft zum Schutz der systemrelevanten Daseinsvorsorge sowie der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest eine Befreiung der Jäger von einer allgemeinen Ausgangssperre als gerechtfertigt an.

 

Das Bundeslandwirtschaftsministerium sieht die ausgesprochene Privilegierung der Jägerschaft gegenüber anderen Teilen der Bevölkerung als hohe Anerkennung, zugleich aber auch als gesellschaftlichen Auftrag für einen konkreten Beitrag, insbesondere zur Sicherung der Ernährungsvorsorge der Bundesrepublik Deutschland an.

 

Die Jägerschaft stehe damit – mehr als sonst und auch weit über das normale Maß hinaus – in der Pflicht und Verantwortung, sich gemäß § 1 Abs. 2 BJagdG für den Schutz der land- und forstwirtschaftlichen Kulturen vor Wildschäden und wildbedingten Ernteausfällen einzusetzen.

 

Für die Jägerschaft biete sich hier auch die Chance, in breiten Bevölkerungsschichten die Akzeptanz für das Jagdwesen zu verbessern, so das Bundeslandwirtschaftsministerium.

 

Das Schreiben wurde an die Obersten Jagdbehörden der Länder sowie Jagdliche Verbände gerichtet.

 

Download: Schreiben des BMEL vom 08.04.2020

 

Herzliche Grüße und Waidmannsheil

Markus Stifter, Pressesprecher

 


Jungfüchse und Jungmarderhunde sind ab morgen wieder ganzjährig bejagbar

1. April 2020

 

Im heute veröffentlichten Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen (Nr. 13 vom 31. März 2020) wird die "Zweite Verordnung zur Änderung der Hessischen Jagdverordnung" verkündet. Das HMUKLV hat damit die vom Hessischen Staatsgerichtshof für verfassungswidrig erklärten Schonzeiten (Urteil vom 12.02.2020) revidiert.

 

Demnach wird die Hessische Jagdverordnung vom 10. Dezember 2015 wie folgt geändert:

 

  • Juvenile Marderhunde sind ganzjährig bejagbar
  • Juvenile Füchse sind ganzjährig bejagbar
  • Steinmarder sind vom 16. Oktober bis zum 28. Februar bejagbar
  • Blässhühner sind vom 1. Oktober bis 15 Januar, sowie sie nicht nach Abs. 3 Satz 2 zu verschonen sind, bejagbar.

Die Änderungen treten einen Tag nach Verkündung, am 1. April 2020 in Kraft.

 

Download: Gesetz- und Verordnungblatt Nr. 13/2020

 

Bereits lange vor Einführung der neuen Jagdverordnung hat der Landesjagdverband gegen die ideologisch geprägten Einschränkungen der Jagdzeiten protestiert und im September 2015 alle hessische Jägerinnen und Jäger zu einer großen Demonstration aufgerufen. Rund 3.500 Jägerinnen und Jäger haben lautstark vor der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden demonstriert. Seither wurde unerlässlich und auf allen politischen Ebenen gegen die sachlich nicht begründbaren Schonzeiten engagiert gekämpft. Das Urteil vom 12. Februar 2020 des Staatsgerichtshofes, aufgrund der Klage der FDP-Fraktion gegen die Jagdverordnung, bestätigte nun die sachliche Argumentation des Landesjagdverbandes.

 

Wir freuen uns gemeinsam mit der FDP und allen Jägerinnen und Jägern, die uns dabei unterstützt haben, über diesen großen Erfolg - insbesondere für das uns anvertraute Niederwild!

 

Herzliche Grüße und Waidmannsheil

 Markus Stifter, Pressesprecher


Änderung des Hessischen Jagdgesetzes (HJagdG) zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) beschlossen: Verwendung von Nachtzieltechnik gemäß Waffengesetz wird nach Verkündung in Hessen erlaubt sein

26. März 2020

 

In der Plenumssitzung vom 24.03.2020 hat der Hessische Landtag den Entwurf zum „Gesetz zur effektiven Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest“, Drucksache Nr. 20/2567 beschlossen. Der LJV hatte zur geplanten Änderung des HJagdG bereits am 18. März 2020 ein Gespräch mit dem jagdpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion Hessen, Markus Meysner, geführt und auf der Homepage sowie im Newsletter darüber berichtet.

 

Der LJV begrüßt einerseits die beschlossene Klarstellung zur Verwendung von Nachtsichttechnik, die auch für Schusswaffen bestimmt ist, so wie im Waffengesetz vorgesehen. Demnach dürfen Jägerinnen und Jäger in Hessen ab Verkündung der Gesetzesänderung Nachtzieltechnik, die laut Waffengesetz erlaubt ist, zur Jagdausübung ausschließlich auf Schwarzwild einsetzen.

 

ACHTUNG: Das Gesetz wird erst mit Verkündigung im Gesetz- und Verordnungsblatt des Landes Hessen gültig. Solange gilt die bisherige Rechtslage. Der LJV wird seine Mitglieder auf der Homepage und per Newsletter informieren, sobald die Veröffentlichung erfolgt ist und die laut Waffengesetz definierte Nachtsichttechnik eingesetzt werden darf.

 

LJV-Geschäftsführer Alexander Michel:

„Auch wenn die jetzt getroffenen Regelungen zur Verwendung von Nachtsichttechnik nun endlich Klarheit für die Jägerinnen und Jäger in Hessen bringen, wären diese auch auf dem Verordnungswege umsetzbar, eine Änderung des Hessischen Jagdgesetz wäre dazu nicht notwendig gewesen. 

Hinsichtlich der Verhaltensregelungen beim Ausbruch der ASP wäre eine Gesetzesänderung gleichfalls nicht notwendig gewesen, da das HJagdG bereits jetzt für den Seuchenfall sämtliche Möglichkeiten vorsieht, insbesondere in Verbindung mit dem aktuellen Tiergesundheitsgesetz und der auf diesem Gesetz beruhenden Schweinepest-Verordnung. So regelt insbesondere § 26 d Abs. 8 HJagdG die Fragen der Schonzeitaufhebungen und auch die Ausnahmen von sachlichen Verboten des § 19 Bundesjagdgesetz (BJG) bzw. des § 23 HJagdG. Zuständig ist in diesem Falle die Oberste Jagdbehörde (HMUKLV).“

 

Bitte beachten Sie die Hinweise des DJV zum geänderten Waffengesetz unter: https://ljv-hessen.de/waffengesetz-geaendert/, bevor Sie sich zur Anschaffung von Nachtsicht-/Nachtzieltechnik entscheiden. Denn weiterhin verboten bleiben künstliche Lichtquellen, die mit der Waffe verbunden sind. Dazu zählen auch Infrarotaufheller, die in vielen Restlichtverstärkern eingebaut sind. Daher dürfen solche Geräte (auch wenn der Infrarotaufheller ausgeschaltet bleibt) nicht auf der Waffe angebracht werden. 

 

LJV und DJV weisen darauf hin, dass Nachtzieltechnik nur ein Baustein einer effizienten Bejagung des Schwarzwildes sein kann und dass der Einsatz dieser Technik ein ganz besonderes Verantwortungsbewusstsein der Jägerschaft erfordert. Dazu gehören sowohl die Auswahl der geeigneten Technik, die Beachtung von Sicherheitsaspekten (insbesondere das Vorhandensein eines geeigneten Kugelfangs) sowie die Beachtung des Ruhebedürfnisses des Wildes, vor allem des nicht bejagten.

 

Link: Waffengesetz

 

Herzliche Grüße und Waidmannsheil 

Markus Stifter, Pressesprecher


Absage des Landesjägertages in Gladenbach (9. Mai 2020)

24. März 2020

 

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hat am 16. März 2020 eine Allgemeinverfügung zum Schutz der Bevölkerung vor dem ansteckenden Erreger Sars-Cov2 erlassen. Demnach sind öffentliche oder private Veranstaltungen im Gebiet des Landkreises Marburg-Biedenkopf, zu denen mehr als 50 Personen erwartet werden, ab sofort und bis einschließlich 19.04.2020 untersagt. Eine Verlängerung dieser Frist hat sich der Landkreis vorbehalten.

 

Die hessische Landesregierung hat zudem am Sonntag, 22.03.2020 eine noch weitreichendere Verordnung zur Beschränkung sozialer Kontakte veröffentlicht. Demnach sind Aufenthalte im öffentlichen Raum nur alleine, mit einer weiteren nicht im eigenen Haushalt lebenden Person oder im Kreise der Angehörigen des eigenen Hausstandes gestattet.

 

Der LJV steht in engem Austausch mit den Behörden. Eine Verlängerung der vom Landkreis Marburg-Biedenkopf gesetzten Frist über den 19.04.2020 hinaus scheint sehr wahrscheinlich. Deshalb haben wir nach gemeinsamer Abstimmung mit der Landrätin Kirsten Fründt sowie der ausrichtenden Jägervereinigung Hinterland e. V. entschieden, den Landesjägertag abzusagen. 

 

Der Schutz der Gesundheit unserer Mitglieder sowie aller am Landesjägertag beteiligten Personen steht für uns an erster Stelle. Wir werden die dynamische Entwicklung weiterhin beobachten und über einen möglichen Ausweichtermin informieren.

Eine Übersicht zu weiteren Terminabsagen und sonstigen Fragen zu der Corona-Pandemie finden Sie auf unserer Homepage:

 

++ Aktuell: Absagen und Fragen zur Corona-Pandemie ++

 

Bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße und Waidmannsheil 

Ihr LJV Hessen


Wichtig: Behörden schränken Besucherverkehr ein - Coronavirus erschwert Jagdscheinverlängerung

Liebe Vorsitzende der hessischen Jagdvereine,

 

einige Behörden haben aufgrund der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus bereits verkürzte Öffnungszeiten oder die Einschränkung des Besucherverkehrs angekündigt. Sofern Ihr Jagdschein zum 31. März 2020 abläuft und Sie noch keine Verlängerung beantragt haben, sollten Sie den Antrag SOFORT schriftlich auf dem Postweg, möglichst per Einwurf-Einschreiben, bei der zuständigen Unteren Jagdbehörde einreichen. Bitte stimmen Sie vorher telefonisch mit der Jagdbehörde ab, welche Unterlagen für die Antragsstellung benötigt werden. Aus eigenem Interesse sollte auf eine persönliche Vorsprache bei der Behörde aus Infektionsschutzgründen verzichtet werden.

 

Bei einigen Unteren Jagdbehörden steht das Antragsformular zur Jagdscheinverlängerung auf der Homepage des jeweiligen Landkreises zum Herunterladen zur Verfügung. Bitte suchen Sie über google.de z. B. nach "Jagdscheinverlängerung Landkreis XYZ" oder geben auf der Webseite des Landkreises im Suchfeld "Jagdscheinverlängerung" ein.

 

Bitte beachten Sie:

Sofern Sie Ihren Jagdschein nicht mitführen, ist weder eine Jagdausübung möglich noch der Besuch des Schießstandes mit Ihren Langwaffen anzuraten. Auch wenn diese auf der Waffenbesitzkarte eingetragen sind, fehlt i. d. R. in der WBK ein Eintrag zum Munitionserwerb. Bei einer Kontrolle könnten so enorme Probleme entstehen oder Ihre Jagdlangwaffe beschlagnahmt werden.

 

Herzliche Grüße

 

Markus Stifte, Pressesprecher


Wichtig: Unbedingt SOFORT Jagdscheinverlängerung beantragen

Auf Anfrage bei den Unteren Jagdbehörden wurde uns mitgeteilt, dass in einigen Behörden die Abfragen beim Landesamt für Verfassungsschutz bereits auf den Weg gebracht worden sind.

 

LJV-Geschäftsführer Alexander Michel:

"Sofern Ihr Jagdschein am 31.03.2020 abläuft, sollten Sie unbedingt SOFORT die Jagdscheinverlängerung beantragen. Bitte stimmen Sie sich vorab mit Ihrer zuständigen Unteren Jagdbehörde ab, ob Sie den Antrag ggf. auch schriftlich oder per E-Mail einreichen können oder ob eine Antragsstellung vor Ort bei der Behörde notwendig ist. Denken Sie bitte auch daran, sich den Empfang des Antrags bestätigen zu lassen.

Die Behörden dürfen die Anträge nicht ablehnen, sofern alle formalen Voraussetzungen (z. B. die Vorlage des Versicherungsnachweises) erbracht sind.

Bitte belassen Sie Ihren Jagdschein nicht bei der Jagdbehörde, da Sie diesen zur Jagdausübung oder z. B. auch zum Schießstandbesuch stets mitführen müssen.

Sollte es dennoch zu Problemen bei der Antragsstellung kommen, setzen wir uns weiterhin gerne für Sie ein."


Wichtig: Unbedingt zeitnah Jagdscheinverlängerung beantragen

4. März 2020

 

Wir möchten Sie über den aktuellen Stand zur Verlängerung von Jagdscheinen in Hessen informieren. Bitte leiten Sie diese Information dringend und zeitnah an Ihre Mitglieder weiter.

 

Wie der LJV bereits berichtete (https://ljv-hessen.de/wichtige-neuigkeiten-zur-verlaengerung-von-jagdscheinen/), kommt es in Hessen durch die Änderungen des Waffengesetzes zu Verzögerungen bei der Erteilung oder Verlängerung von Jagdscheinen. Täglich erreichen die LJV-Geschäftsstelle vielfache Anfragen, ob die anstehenden Verlängerungen noch pünktlich zum 1. April erfolgen.

Der LJV geht nach aktuellem Kenntnisstand davon aus, dass bei rechtzeitiger Beantragung die Verlängerung bis Ende März erfolgreich sein wird.

 

LJV-Geschäftsführer Alexander Michel:

„Viele Jägerinnen und Jäger fragen sich derzeit, welche Konsequenz ein nicht rechtzeitig verlängerter Jagdschein haben könnte.

Ein Versagen des Bundesgesetzgebers darf in einem Rechtsstaat jedoch nicht zum Nachteil der betroffenen Personen führen. Daher ist es enorm wichtig, die Verlängerung des Jagdscheins so früh als möglich zu beantragen und sich diese auch quittieren zu lassen. Sollte nach dem 31. März noch keine Verlängerung erfolgt sein, werden wir die Rechtslage neu bewerten und zeitnah Empfehlungen aussprechen. Sollte nach dem 1. April kein gültiger Jagdschein vorliegen, gilt es aus Sicherheitsgründen Waffen und Munition zu Hause im Schrank zu lassen und weder zu transportieren noch diese im Rahmen der Jagdausübung oder auf dem Schießstand zu führen. Eine Behörde dürfte wohl kaum eine häusliche Kontrolle veranlassen, wenn sie andererseits die Verlängerung des Jagdscheins nicht fristgerecht sicherstellen kann.“

 

Daher unsere dringende Aufforderung an alle Jägerinnen und Jäger in Hessen: Sofern Ihr Jagdschein zum 31.03.2020 abläuft, stellen Sie so früh als möglich einen Antrag auf Verlängerung!

 

Herzliche Grüße und Waidmannsheil 

Markus Stifter, Pressesprecher


Wichtige Neuigkeiten zur Verlängerung von Jagdscheinen

25. Februar 2020

 

Mit Verkündung im Bundesgesetzblatt am 19.02.2020 trat das geänderte Waffengesetz einen Tag später in Teilen in Kraft. Der LJV berichtete: https://ljv-hessen.de/waffengesetz-geaendert/

 

Der LJV hatte die Vorsitzenden der Jagdvereine sowie seine Mitglieder bereits am 23.01.2020 per Newsletter darüber informiert, dass anstehende Jagdscheinverlängerungen möglichst direkt nach Eintreffen des Haftpflichtversicherungsnachweises vorgenommen werden sollten.

 

Die oberste Jagdbehörde (HMUKLV) reagierte auf die Gesetzesänderung und wies darauf hin, dass ab sofort vor der Verlängerung oder Neuerteilung eines Jagdscheines die Feststellung der Verfassungstreue durch eine Abfrage beim Landesamt für Verfassungsschutz im Rahmen der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit erfolgen müsse.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der LJV die Behörden auf diese Problempunkte hingewiesen und steht weiter in engem Kontakt mit dem hessischen Innen- und Umweltministerium.

 

Die Hessische Landesregierung arbeitet mit Hochdruck an der Umsetzung des geänderten Waffengesetzes in Bezug auf die nun geforderte Verfassungsschutzabfrage.

 

Der LJV ruft daher alle Jägerinnen und Jäger, deren Jagdschein am 31.03.2020 abläuft, dazu auf, zeitnah einen Verlängerungsantrag bei der zuständigen UJB zu stellen. Durch die noch anstehende Überprüfung beim Landesamt für Verfassungsschutz werden Sie den Jagdschein nicht wie gewohnt sofort in der Behörde verlängert bekommen, sondern müssen ein zweites Mal bei der Behörde vorstellig werden. Falls Ihnen die Behörde anbietet, den Jagdschein zu verlängern und dann zuzusenden, ist dies ein Service der jeweiligen UJB. Bitte bedenken Sie jedoch, dass Sie ohne mitgeführten Jagdschein weder zur Jagdausübung noch zum Besuch des Schießstandes oder zum Kauf von Langwaffen oder -muniton berechtigt sind.

 

 

Markus Stifter, Pressesprecher


Urteil des Staatsgerichtshofes zur Klage der FDP-Landtagsfraktion gegen die Jagdverordnung

13. Februar 2020

 

Der Hessische Staatsgerichtshof hat heute sein Urteil im Verfahren über den Normenkontrollantrag der FDP-Fraktion Hessen gegen die hessische Jagdverordnung verkündet:

 

Hessischer Staatsgerichtshof bestätigt Argumentation des LJV: Keine sachliche Begründung für die Schonzeit von juvenilen Füchsen, Waschbären und Marderhunden

 

Am Dienstag, 12. Februar 2020, hat der Hessische Staatsgerichtshof in Wiesbaden sein Urteil im Verfahren über den Normenkontrollantrag der FDP-Fraktion Hessen gegen die Hessische Jagdverordnung verkündet und damit die sachlichen Argumente des LJV gegen eine Schonzeit von Jungfüchsen, Jungwaschbären und juvenilen Marderhunden bestätigt. Der Staatsgerichtshof hat weiterhin bestätigt, dass das Jagdrecht insofern dem Tierschutzgesetz vorgeht, als die Jagd ein vernünftiger Grund im Sinne des Tierschutzrechts ist.

 

Der LJV hat die Klage der FDP-Fraktion begleitet und entsprechend dem Delegiertenbeschluss aus dem Jahr 2016 unterstützt. Im Übrigen lässt das Urteil den Schluss zu, dass hinsichtlich der anderen bestandhabenden Jagd- und Schonzeiten grundsätzlich auch Änderungen durchgeführt werden können. In diese Richtung wird der LJV auf politischen Ebene weitere agieren.

Nunmehr sind die seit Bestehen der neuen Jagdverordnung stetig geforderten Schonzeitaufhebungen des LJV für juvenile Füchse und Waschbären als erfolgreich zu bezeichnen. Wie der Staatsgerichtshof weiter feststellte, unterliegt sowohl das Jagd- als auch das Jagdausübungsrecht dem Schutz der Eigentumsgarantie des Art. 45 HV (vgl. Art. 14 GG).

 

Auszüge aus der Pressemitteilung 2/2020 des Hessischen Staatsgerichtshofes vom 12.02.2020:

„Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der Tierschutzgedanke als solcher nicht geeignet ist, eine Verkürzung der Jagdzeiten zu rechtfertigen, sofern mit ihm allein die Absicht verbunden ist, Tiere vor ihrer Tötung auch dann zu bewahren, wenn diese zulässigerweise im Rahmen einer weidgerechten Jagdausübung erfolgt.

Der größere Teil der von der Antragstellerin angegriffenen Jagdzeitbestimmungen genügt diesen Anforderungen. Die Regelungen zur Bejagbarkeit von Minks, Nutrias, Damwildschmalspießern und -schmaltieren, Baummardern, Iltissen, Hermelinen, Mauswieseln, Elstern, Rabenkrähen, Rebhühnern, (adulten und juvenilen) Ringeltauben, Türkentauben sowie Lach-, Sturm-, Silber-, Mantel- und Heringsmöwen sind verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Der Verordnungsgeber hält sich bei diesen Tierarten im Rahmen des ihm zustehenden Einschätzungs- und Beurteilungsspielraums. Ausreichende Gründe für die jeweilige Einschränkung der Jagd finden sich insbesondere im Ziel des Elterntierschutzes sowie im beabsichtigten Bestandsschutz einzelner Tierarten, soweit der Verordnungsgeber diesen für erforderlich halten durfte.“

 

„Die für Marderhunde und Waschbären (§ 2 HJagdV) sowie für Steinmarder, Füchse und Blässhühner (§ 3 Abs. 1 HJagdV) vorgenommenen Einschränkungen der Jagdzeiten stellen sich demgegenüber teilweise als unverhältnismäßig dar. So ist der für die Begründung der Schonzeiten für Waschbären, Marderhunde und Füchse herangezogene legitime Zweck des Elterntierschutzes nicht geeignet, zugleich auch die Jagd auf die juvenilen, d.h. noch nicht geschlechtsreifen, Tiere dieser Arten zu begründen. Das für Steinmarder angeordnete Jagdverbot ist in Bezug auf den Monat Februar nicht gerechtfertigt, weil es insoweit zur Erreichung eines legitimen Zwecks nicht erforderlich ist. Der Elterntierschutz kommt hier nicht zum Tragen, weil nach dem gegenwärtigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand von einem Beginn der Setzzeit des Steinmarders nicht vor dem Monat März ausgegangen werden kann. Schließlich fand das für Blässhühner bis zum 31. Dezember 2019 ausgesprochene Jagdmoratorium unter Berücksichtigung der zu den Beständen dieser Tierart vorhandenen Datenlage keine Rechtfertigung in dem von der Landesregierung insofern angeführten Erfordernis des Bestandsschutzes.“

 

Hessische Jagdverordnung verstößt nicht gegen den Grundsatz des Parlamentsvorbehalts

„Der Erlass der streitgegenständlichen Jagdzeitbestimmungen im Wege des Verordnungsrechts verstößt nicht gegen den Grundsatz des Parlamentsvorbehalts.

Der aus dem Rechtsstaatsprinzip und dem Demokratieprinzip abgeleitete Vorbehalt des Gesetzes verpflichtet den Gesetzgeber, alle grundlegenden normativen Entscheidungen selbst zu treffen. Wesentliche Entscheidungen dürfen nicht auf den Verordnungsgeber delegiert werden. Damit sind einer Delegation von Entscheidungsbefugnissen auf die Exekutive gerade in grundrechtsrelevanten Bereichen Grenzen gesetzt. Gefordert ist damit aber kein parlamentarischer Totalvorbehalt, sondern nur, dass der Kernbereich der Gesetzgebung beim Parlament verbleiben muss.

 

Die Jagdzeitbestimmungen in der Hessischen Jagdverordnung werden dieser Vorgabe gerecht. Die maßgeblichen Leitlinien des Jagd- und Jagdausübungsrechts sind bereits dem Hessischen Jagdgesetz zu entnehmen. Ergänzend sind die fortgeltenden Vorschriften des Bundesjagdgesetzes auch durch den Landesverordnungsgeber zu beachten. Dass dem Verordnungsgeber innerhalb des dadurch vorgegebenen Rahmens bei der Bestimmung der Jagdzeiten für die einzelnen Tierarten ein eigener Gestaltungs- und Beurteilungsspielraum zukommt, ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden.“

 

Stellungnahme von Wiebke Knell, MdL, jagdpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion Hessen (PM vom 12.02.2020):

„Wir Freie Demokraten sind hochzufrieden mit dem Urteil des Staatsgerichtshofs zur Jagdverordnung. In fünf Fällen hat der Staatsgerichtshof deren Verfassungswidrigkeit festgestellt. Deshalb ist heute ein guter Tag für alle, die eine waidgerechte Jagd und das verfassungsrechtlich garantierte Eigentumsrecht unterstützen. Der Staatsgerichtshof hat damit willkürlichen und fachlich nicht begründeten Schonzeiten ein Ende gesetzt“, erklärt die jagdpolitische Sprecherin der Freien Demokraten im Hessischen Landtag, Wiebke KNELL. Der Prozessbevollmächtigte der Freien Demokraten Prof. Dr. Michael Brenner ergänzt: „Dabei hat der Staatsgerichtshof ausdrücklich bestätigt, dass Jagdrecht und Jagdausübungsrecht verfassungsverbriefte Eigentumsbetätigung sind und daher die Einschränkungen der Jagdzeiten einzelner Tierarten einer hinreichenden sachlich gerechtfertigten Begründung bedürfen. Auch die Feststellung des Staatsgerichtshofs, dass eine waidgerechte Jagd nicht dem Tierschutz entgegensteht, ist eine erfreuliche Klarstellung.“

 

Dass die Klage der Freien Demokraten gegen die Jagdverordnung schon vor dem Urteil Wirkung gezeigt hat, offenbart die bereits vorgenommene Änderung bei den Schonzeiten für die Waschbären. Die Kehrtwende beim Waschbär bereits vor dem Urteil lasse vermuten, dass sich Ministerin Hinz offenbar des Verfassungsverstoßes durchaus bewusst war. „Das ist zumindest bedenklich. Wir Freie Demokraten fordern Ministerin Hinz auf, nun umgehend eine Jagdverordnung vorzulegen, die der Hessischen Verfassung entspricht und nicht den Ansprüchen eines Parteitags der Grünen. Einmal mehr ist Ministerin Hinz dabei entlarvt worden, dass sie grüne Parteipolitik über die Hürde der Verfassungsmäßigkeit hinausgetrieben hat“, so Knell abschließend. Die heutigen Klarstellungen des Staatsgerichtshofs seien nun zukünftig das Maß der Dinge für die Exekutive bei der Einschränkung von Jagdzeiten.

 

Hintergrund:

Die Fraktion der FDP im Hessischen Landtag hat am 12. September 2016 einen Normenkontrollantrag vor dem hessischen Staatsgerichtshof eingelegt. Dieser richtete sich gegen die Regelungen der Jagdzeiten in den §§ 2 und 3 der Hessischen Jagdverordnung vom 10. Dezember 2015.

 

Die FDP-Fraktion sah ihre parlamentarischen Rechte sowie die Eigentumsrechte der Grundeigentümer (Verpächter) und Jagdausübungsberechtigten verletzt. Ein so umfangreicher Eingriff in die Jagd- und Schonzeiten hätte nach der Rechtsauffassung der FDP-Fraktion im Hessischen Jagdgesetz und nicht im Rahmen einer Ministeriumsverordnung geregelt werden müssen. Einer Gesetzesänderung wiederum hätte das gesamte Parlament zustimmen müssen.

 

Die komplette Pressemitteilung des Staatsgerichtshofes finden Sie unter folgendem Link (Download PDF)

 

 

Markus Stifter, Pressesprecher


Jagdschein zeitig verlängern/Warnung Transparenzregister/ASP +++

27. Januar 2020

 

Zum 1. April steht für viele Jägerinnen und Jäger eine Verlängerung des Jagdscheins an. Die Verlängerung sollte möglichst zeitnah nach dem Eintreffen Ihres Versicherungsnachweises erfolgen, damit es zu keinem Aufstau Ende März kommt.

 

Warnung vor Abzocke mit Transparenzregister

Derzeit werden von einem angeblichem Verein "Organisation Transparenzregister" Zahlungsaufforderungen verschickt. Darin heißt es u. a.: "Leider müssen wir feststellen, dass Sie sich bis zum heutigen Tage nicht in das Transparenzregister eingetragen haben. Dies stellt eine Ordnungswidrigkeit dar". Auf einer Webseite mit der Überschrift "Transparenzregister Deutschland" könnte dann der Eintrag bestellt werden. Dieses Anschreiben, welches in der Regel per E-Mail an Vereine oder Gewerbetreibende versendet wird, können Sie getrost entsorgen

 

ASP: nur noch 12 Kilometer bis Deutschland

Behörden melden ein weiteres infiziertes Wildschwein in Polen. Der DJV bittet darum, verdächtige Wildschweinkadaver nicht anzufassen und sofort die Behörden zu informieren. Über das Tierfund-Kataster werden Daten direkt weitergeleitet.

https://ljv-hessen.de/asp-nur-noch-12-kilometer-bis-deutschland/

 

Wolfsattacke auf Jagdhund: Staatsanwalt erkennt Notstand nicht an

DJV und JGHV sind entsetzt: Die Staatsanwaltschaft Brandenburg will einen Jäger anklagen, weil er einen Wolf tötete, der unter Zeugen Jagdhunde angegriffen hat. Aufgrund drohender strafrechtlicher Risiken sollten Jäger keine Hunde mehr in Wolfsgebieten einsetzen. Die Verbände fordern Bund und Länder auf, Rechtssicherheit zu schaffen – Vorbild könnte Schweden sein.

https://ljv-hessen.de/wolfsattacke-auf-jagdhund-staatsanwalt-erkennt-notstand-nicht-an/

 

Weitere Termine (bitte vormerken):

 

28. März 2020 Ornithologisches Seminar für Jägerinnen und Jäger

Welcher Vogel fliegt denn da? Alle Jägerinnen und Jäger die ihre vogelkundlichen Kenntnisse auffrischen und erweitern möchten, sind herzlich eingeladen an unserem ornithologischen Lehrgang in Kranichstein teilzunehmen. Unserer Referent Michael Schwarz wird mit Ihnen einen Ausflug in die spannende Welt der Feld- und Waldvögel unternehmen und anhand von Präparaten und Bildern die wichtigsten Erkennungsmerkmale erläutern sowie auf die Lebensweise der einzelnen Arten eingehen.Der Lehrgang findet statt am Samstag, den 28. März 2020 von 9.00 -16.00 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt. Kursgebühr beträgt 50 €. Anmeldung erbitten wir an die Geschäftsstelle des Landesjagdverbandes Hessen e.V. Am Römerkastell 9, 61231 Bad Nauheim, Tel.: 06032/9361-0, Fax.: 06032/4255 oder per E-Mail an info@ljv-hessen.de

 

18. April 2020 LJV-Seminar “Wild fotografieren und grillen” im Wildpark Knüll

Kurz vor Beginn der Jagdzeit auf den Rehbock laden LJV-Schatzmeister Christof Wehrum und Pressesprecher Markus Stifter zum Seminar „Wild fotografieren und grillen“ am Samstag, 18. April 2020 in den Wildpark Knüll bei Homberg/Efze ein.Profi-Fotograf Siegfried Brück von der Leica Akademie zeigt, wie mit der eigenen Kameratechnik richtig gute Wildfotos gelingen können. Neben aktuellen Kameras und Objektiven werden auch Aufnahmetechniken, richtige Einstellungen für das perfekte Bild sowie benötigtes Zubehör vorgestellt. Im Wildpark Knüll haben alle Teilnehmer die Möglichkeit, mit der eigenen Kamera das erlernte Wissen direkt umzusetzen und die Fotos später gemeinsam anzusehen. Am Nachmittag ist ein gemeinsames „wildes Grillen“ geplant. Die Seminargebühren inkl. Eintritt, Essen und Getränke beträgt € 80,-.Das Programm wird in der Februar-Ausgabe des Hessenjägers vorgestellt. Anmeldungen sind bereits jetzt per E-Mail an info@ljv-hessen.de möglich (begrenzte Platzanzahl).

 

Weitere Termine finden Sie unter:

https://ljv-hessen.de/der-verband/termin-ljv-hessen/

 

Herzliche Grüße und Waidmannsheil

 

Markus Stifter, Pressesprecher