Aktuelles aus dem LJV Hessen

Immer bestens informiert sind Sie mit den Neuigkeiten aus dem Deutschen Jagdverband-Jagdnetz.

 

Hier haben wir die aktuellsten Informationen für Sie zusammengestellt. 


Anhörung im Landwirtschaftsausschuss: Waldverjüngung ohne Schutz ist praxisfern

5. März 2021

 

Am Montag, 1. März 2021, haben Wildbiologen und andere Experten in einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft die geplante Reform des Bundesjagdgesetzes kritisiert. Auch der Landesjagdverband Hessen war mit LJV-Vizepräsident Dr. Rudolf Leinweber, Geschäftsführer Alexander Michel und Pressesprecher Markus Stifter virtuell als Beobachter vertreten. Der LJV sieht im Gesetzesentwurf ebenso wie die Wildbiologen die Alters- und Sozialstruktur von Wildtieren gefährdet. Die generelle Verjüngung des Waldes, insbesondere jedoch Anpflanzung und Aussaat von nichtheimischen Baumarten ohne Schutzmaßnahmen, ist unrealistisch.

 

Sie geht sogar zulasten heimischer Wildtiere - der Tierschutz ist ebenso in Gefahr wie die Alters- und Sozialstruktur von pflanzenfressenden Arten. Die Experten waren sich weitgehend einig, dass eine enge Zusammenarbeit der Akteure vor Ort ausschlaggebend ist und die Lebensraumqualität eine entscheidende Rolle spielt. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt diese klare Position und fordert den Gesetzgeber zu Änderungen im Entwurf auf: Lediglich eine Naturverjüngung von standortgerechten Hauptbaumarten des Wirtschaftswaldes sollte möglichst ohne Schutzmaßnahmen funktionieren. Dort wo Forstpflanzen für den Waldumbau gepflanzt oder gesät werden müssen, ist Schutz notwendig - schon allein vor konkurrenzstarken Pflanzen wie Brombeere, Adlerfarn oder drohender Vergrasung.  Der DJV lehnt eine Festlegung von Abschusszahlen allein auf Basis von Verbissgutachten entschieden ab und fordert eine umfassende Lebensraumbewertung. 

 

Professor Sven Herzog von der Technischen Universität Dresden betonte, dass der Waldumbau keineswegs durch ein neues Jagdgesetz zu lösen sei. Bereits seit einem halben Jahrhundert werde erfolglos versucht, durch immer mehr Jagddruck forstliche Probleme zu lösen. Professor Hackländer von der Universität für Bodenkultur Wien ergänzte: Der Entwurf für die Bundesjagdgesetznovelle vereinfache komplexe Zusammenhänge und propagiere Pauschallösungen. Es sei Irrglaube, dass allein erhöhter Jagddruck den Waldumbau ermögliche. Hackländer plädierte für eine großflächige wildökologische Raumplanung, die auch Ruhezonen und Lebensraumverbesserung umfasst. Der DJV begrüßt diese Position ausdrücklich und wehrt sich gegen Vorschläge von Dietrich Mehl von der Landeswaldoberförsterei Reiersdorf, die Abschussplanung noch kleinflächiger zu gestalten als bisher. Insbesondere bei rudelbildenden Wildtieren steigt damit das Risiko, dass Alters- und Sozialstrukturen zerstört werden. Der niedersächsische Landtagsabgeordnete und DJV-Vizepräsident Helmut Dammann-Tamke betonte in seiner Stellungnahme: Ein kluges Konzept sei eine Mischung aus Wildruhezonen, Besucherlenkung und Aufwertung des Lebensraums. Dies sei wichtig vor dem Hintergrund der zunehmenden Störungen im Wald. Die Jagd in Deutschland sei bereit, ihren Beitrag für klimafitte Wälder zu leisten, sei aber nicht der einzige Lösungsansatz.

 

Die Problemzone des deutschen Waldes umfasst über ein Viertel der Gesamtfläche: Nadelholzmonokulturen. Über Naturverjüngung entstehen dort wieder monotone Nadelwälder. Diese waldbaulichen Fehler der Vergangenheit provozieren Verbissschäden, sind aber nicht von Reh und Hirsch zu verantworten. Es muss also gepflanzt werden, damit widerstandsfähige Mischwälder entstehen - nach Expertenansicht rund 6 Milliarden Bäume. Die originäre Aufgabe der Forstwirtschaft ist es, geeignete Baumarten auszuwählen und Waldschutzmaßnahmen durchzuführen - etwa gegen Insekten, konkurrierende Pflanzen oder Pflanzenfresser. In den vergangenen drei Jahrzehnten haben die Forstbetriebe allerdings über 60 Prozent der Stellen abgebaut, da wirtschaftliche Interessen in den Vordergrund gestellt wurden. Hochtechnisierte Holzerntemaßnahmen finden mittlerweile ganzjährig statt und führen neben Jagd- und Freizeitdruck zu weiteren Störungen der Wildtiere.  

Am kommenden Mittwoch ist bereits die abschließende Ausschussberatung geplant. Zweite und dritte Lesung des Gesetzesentwurfs im Plenum des Deutschen Bundestags sind für Donnerstagabend vorgesehen. Die Stellungnahmen der Sachverständigen aus der öffentlichen Anhörung im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft gibt es hier. 

Einen Mitschnitt der Anhörung wird im Laufe des heutigen Tages auf der Seite bundestag.de veröffentlicht.

 

Der LJV Hessen hat bereits im vergangenen Jahr mit dem 4-Punkte-Plan "Wald mit Wild ist möglich", dem Fachbeitrag "Verbissgehölze" von LJV-Vizepräsident Dr. Nikolaus Bretschneider-Herrmann sowie der Broschüre "Bejagungsempfehlungen - gemeinsam für einen klimastabilen Wald" konkrete Vorschläge vorgelegt.

Herzliche Grüße und Waidmannsheil

 

Markus Stifter, Pressesprecher


Wildbret vom Schwarzwild kann vermarktet und verzehrt werden – HMUKLV empfiehlt jedoch in seiner aktuellen PM auf den Verzehr von Wildschweinlebern zu verzichten

25. Februar 2021

 

der Landesjagdverband Hessen ist erstaunt, wie insbesondere aufgrund einer sehr geringen Probenanzahl sowie einer fehlenden abschließenden wissenschaftlichen Untersuchung darüber, dass eine Gefährdung für den Menschen erwiesen ist, jetzt vor dem Verzehr von Wildschweinlebern gewarnt wird.

Der Landesjagdverband Hessen hat daher dem HMUKLV einen umfangreichen Fragenkatalog zugesandt. Die Pressemitteilung sowie die Antworten auf die Fragen des LJV finden Sie unten als Download (PDF-Datei).

 

Pressemeldung des HMUKLV vom 23.02.2021:

Umweltchemikalie PFC in Wildschweinlebern nachgewiesen Umweltministerium empfiehlt Verzicht auf Verzehr von Wildschweinleber

 

„Aktuelle Untersuchungen des Hessischen Landeslabors (LHL) haben Per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) in Lebern von Wildschweinen nachgewiesen. Diese gelangen üblicherweise nicht in den Handel, sondern werden privat im Haushalt der Jägerinnen und Jäger verzehrt. Aufgrund der Befunde, empfehlen wir derzeit auf den Verzehr von Wildschweinleber zu verzichten. Diese Ergebnisse sind bedauerlich, aber leider auch nicht überraschend. Wir hatten bereits im vergangenen Jahr das Thema PFC auf die Tagesordnung der Umweltministerkonferenz gesetzt. Gemeinsam mit den anderen Ländern haben wir die EU aufgefordert, die gesamte Stoffgruppe der PFC in allen Anwendungsbereichen konsequent zu beschränken. Die aktuellen Untersuchungen des LHL zeigen, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht“, sagte Umweltministerin Priska Hinz heute in Wiesbaden.

 

Bislang wurden sieben Wildschweinleberproben aus verschiedenen hessischen Landkreisen untersucht. In allen untersuchten Leberproben wurden PFC nachgewiesen. Hinsichtlich dieser Befunde kann ein gesundheitliches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher durch den Verzehr von Wildschweinlebern nicht ausgeschlossen werden. Auch in anderen Bundesländern wurden ähnliche Befunde festgestellt. „Das LHL wird nun weitere Untersuchungen vornehmen, damit wir die Belastungssituation insgesamt besser einschätzen können“, erklärte Hinz.

 

Die Abkürzung PFC steht für per- und polyfluorierte Chemikalien. Sie werden auch als PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) bezeichnet. PFC sind künstlich hergestellte Substanzen, die aufgrund ihrer vielfältigen Eigenschaften in der Industrie sowie in privaten Haushalten zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel bei Beschichtungen von Regenjacken. Gerade bei der Herstellung, dem Gebrauch und der Entsorgung von Verbraucherprodukten werden PFC auch in die Umwelt abgegeben. Weil sie extrem stabil sind, können sie in der Umwelt nicht oder nur unvollständig abgebaut werden und sind mittlerweile überall nachweisbar – auch in den hessischen Wäldern. Sie werden hier leider auch von Tieren mit der Nahrung aufgenommen.

 

Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz,

Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mainzer Straße 80

65189 Wiesbaden

Tel.: +49 (0) 611 / 815 - 10 20

E-Mail: pressestelle@umwelt.hessen.de

 

Download: PM HMKULV: PFC in Wildschweinlebern nachgewiesen

Download: Antworten des HMUKLV auf die Fragen des Landesjagdverbandes Hessen

 

Herzliche Grüße 

Markus Stifter, Pressesprecher


Bitte von ASP-Tupferproben regen Gebrauch machen und Proben einsenden!

12. Februar 2021

 

Ende November vergangenen Jahres konnten wir über die Erleichterungen bei der Einsendung von ASP-Tuperproben sowie über die Erhöhung der Aufwandsentschädigung für die Einsendung von verwertbaren Proben von 30,- auf 50,- Euro berichten.

Bitte informieren Sie Ihre Mitglieder, dass von der Einsendung der Tupferproben reger Gebrauch gemacht werden sollte.  Auch bei Verkehrsunfällen getötetes Schwarzwild sollte dringend beprobt werden.

 

Folgende Regelungen gelten hessenweit seit dem 1. Dezember 2020:

  • Die Aufwandsentschädigung für die Einsendung von verwertbaren ASP-Tupferproben wird ab dem 1. Dezember 2020 von 30,- auf 50,- Euro erhöht.
  • Die Proben müssen nun nicht mehr persönlich bei den Veterinärämtern abgegeben werden, sondern können mittels voradressierter Umschläge kostenfrei an das Hessische Landeslabor zur Untersuchung eingesendet werden. Die Umschläge erhalten die Jagdausübungsberechtigten oder deren ausdrücklich Beauftragte auf Anfrage von den Veterinärbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte.

Bitte verwenden Sie nur noch neuen Probenbegleitschein. Weitere Informationen finden Sie in den folgenden Dokumenten, die wir Ihnen zum Herunterladen bereitstellen:

Herzliche Grüße und Waidmannsheil 

Markus Stifter, Pressesprecher


Start der Flächendeckenden Erfassung 2021 - bitte machen Sie mit!

2. Februar 2021

 

heute rufen der DJV und die Landesjagdverbände alle Revierpächterinnen und Revierpächter auf, sich mit ihrem Wissen und ihren Revierkenntnissen an der "Flächendeckenden Erfassung" (FE) im Rahmen des Wildtierinformationssystem der Länder Deutschlands (kurz WILD), zu beteiligen.

 

 

Diesmal sind auch alle Hochwildreviere gefragt, denn bei der kommenden Erfassung geht es neben dem klassischen Niederwild auch um das Vorkommen unserer Schalenwildarten.

 

Ihre Revierbeobachtungen liefern eine wichtige Grundlage für Entscheidungen in Wissenschaft und Politik

Die regelmäßig stattfindenden Erfassungen sind ein elementarer Grundpfeiler des WILD-Monitoringprogramms, das nicht nur wertvolle wildbiologische Erkenntnisse zum Vorkommen und zur Verbreitung von Wildtieren, Wildkrankheiten und Neozoen liefert, sondern auch eine wichtige Säule der Öffentlichkeitsarbeit darstellt.

 

Attraktive Preise und Rabattaktionen für Ihre Mithilfe

Wir freuen uns, dass wir FRANKONIA als starken Partner für das Wildtiermonitoring gewinnen konnten. FRANKONIA wird uns bei der FE-2021 unterstützen und der LJV Hessen verlost unter allen  Einsendern attraktive Preise. Außerdem erwartet die Einsender eine Rabattaktion bei FRANKONIA.

 

Alle Informationen zur Flächendeckenden Erfassung 2021

 

Machen Sie mit bei der Flächendeckenden Erfassung!

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns bei der FE-2021 unterstützen und Ihre Mitglieder sowie befreundete Revierpächterinnen und Revierpächter entsprechend informieren und zur Teilnahme motivieren.

 

Sehr gerne können Sie diesen Text und den Link zu unserer Informationsseite auch auf Ihre Homepage übernehmen: https://ljv-hessen.de/wildtiererfassung/flaechendeckende-erfassung/

 

Den Erfassungsbogen zur "Flächendeckenden Erfassung" finden Sie ebenfalls unter dem oben genannten Link. Das Formular können Sie einfach am Computer ausfüllen und uns bitte bis zum 1. Juli 2021 per E-Mail an info@ljv-hessen.de .

Wir danken Ihnen sehr herzlich für Ihre Unterstützung.

Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund!

 

Ihr Team vom LJV Hessen


Hinweise zur Gestaltung von Jagdpachtverträgen/Verlängerungen von GF Alexander Michel

27. Januar 2021

 

Wie bekannt, befindet sich zur Zeit das Bundesjagdgesetz (BJG) in einem Novellierungsverfahren. Auch wenn derzeit das Gesetzgebungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist, erscheint sich herauszukristallisieren, dass insbesondere sich im Bereich der Abschussplanung für das Rehwild maßgebliche Änderungen durch das von CDU-Bundesministerin Julia Klöckner geführte Ministerium ergeben werden.

 

LJV-Geschäftsführer Alexander Michel gibt deshalb folgende Hinweise zur Gestaltung von Jagdpachtverträgen oder möglichen Jagdpachtverlängerungen:

Sollte § 21 Abs. 2a des Entwurfes zum BJG verabschiedet werden, so soll der zu vereinbarende jährliche Abschusskorridor auf der Grundlage eines mindestens den Jagdbezirk umfassenden Gutachtens (Vegetationsgutachten) getroffen werden, welches zudem Aussagen über den Lebensraum des Rehwildes (Lebensraumanalyse) enthält, soweit nicht beide Parteien auf die Lebensraumanalyse verzichten. Die nach landesrechtlichen Vorschriften für Forst zuständige Behörde soll dabei das Vegetationsgutachten erstellen und entsprechend aktualisieren. Den Ländern soll es dabei vorbehalten bleiben, die Kosten einer Lebensraumanalyse jeweils zur Hälfte den Parteien des Jagdpachtvertrages ganz oder teilweise aufzuerlegen.

Ob und in welcher Form diese dann mögliche Regelung des BJG auf das Hessische Jagdgesetz Einfluss finden wird, ist derzeit abschließend nicht zu beurteilen.

Um jedoch einer möglichen Gefahr einer Kostenübernahme für eine Lebensraumanalyse oder gar eines Vegetationsgutachten bestmöglich entgegen treten zu können, empfehlen wir beim Neuabschluss oder bei der Verlängerung eines Jagdpachtvertrages folgende Klausel:

 

„Sollte für die Abschussregelung, insbesondere beim Rehwild, eine Lebensraumanalyse/Vegetationsgutachten notwendig werden, so sind die dahingehend entstehenden Kosten durch den Verpächter in Gänze zu tragen bzw. ist der Pächter entsprechend freizustellen.“

 

Ob Sie von einer solchen Regelung Gebrauch machen wollen, bleibt Ihnen selbstverständlich vorbehalten und wird im Rahmen der Vertragsverhandlungen zu diskutieren sein.

 

Herzliche Grüße und Waidmannsheil

Ihr LJV Hessen


Polizei und LJV bitten um Vorsicht: Weitere Hochsitze im Rhein-Main-Gebiet zerstört

22. Januar 2021

 

In der Nacht von Sonntag, 17. Januar auf Montag, 18. Januar 2021 wurden in einem Revier zwischen Bad Vilbel und Karben acht weitere Hochsitze zerstört. Auf einige Hochsitzteile wurde wieder das Logo der "ALF" (Animal Liberation Front) aufgesprüht.

Fotos: privat
Fotos: privat

 

Die Polizei und der LJV bitten daher alle Jägerinnen und Jäger, Hochsitze vor dem Besteigen auf mögliche Manipulationen, z. B. angesägte Leitersprossen zu untersuchen. Bei Fahrten durchs Revier sollte ebenfalls nach zerstörten oder umgeworfenen Ansitzeinrichtungen geschaut werden, damit der Tatzeitraum so eng wie möglich eingegrenzt werden kann. Damit die Polizei ein möglichst genaues Bild der Taten in Hessen erhält, sollte jede Hochsitzzerstörung unbedingt angezeigt werden. 

In diesem Zusammenhang möchten wir Ihnen noch einmal unsere ergänzten Hinweise aus der Ausgabe August 2020 des Hessenjägers zur Verfügung stellen:

 

Der LJV rät allen Jägerinnen und Jägern:

  • Nehmen Sie Kontakt zu Ihrer Jagdgenossenschaft und den örtlichen Landwirten auf und bitten darum, auffällige Personen oder Fahrzeuge, die sich am späten Abend, in der Nacht oder am frühen Morgen im Revier aufhalten, sofort unter der Notrufnummer 110 bei der Polizei zu melden. Auch andere Ihnen bekannte Freizeitsuchenende oder zum Beispiel Inhaber von Gartengrundstücken sollten Sie darum bitten, auffällige Beobachtungen direkt bei der Polizei zu melden. Im Idealfall sollten Fahrzeuge und Kennzeichen notiert oder fotografiert werden. Auch eine möglichst genaue Personenbeschreibung (Anzahl der Personen, handelte es sich um Männer oder Frauen, ungefähre Größe, Haarfarbe, Kleidung, usw.) kann der Polizei bei der Täteridentifizierung helfen.
  • Untersuchen Sie Ansitzeinrichtungen, Leitern, Holme und Ständer vor jedem Ansitz auf mögliche Beschädigungen (z. B. angesägte Leitersprossen), um der Absturzgefahr Wenn Sie auffällige Personen beobachten, rufen Sie direkt unter der Notrufnummer 110 oder über die zuständige örtliche Dienststelle die Polizei. Warten Sie immer bis die Beamten eintreffen und vermeiden eine direkte Konfrontation mit möglicherweise gewaltbereiten Tätern.
  • Die Mitteilung von Rettungspunkten oder anderen markanten Punkten im Revier z. B. Strommasten, Wasserbassins, Wegekreuzungen oder auch mögliche Zufahrtswege können der Polizei das Auffinden der entsprechenden Stelle im Revier erleichtern. Gibt es in Ihrem Revier geschlossene Schranken, sollten Sie mit den zuständigen Stellen (Gemeindevertreter, Forstamt, Waldbesitzer) abstimmen, dass die Polizei einen Schlüssel dafür erhält und im Notfall auch ins Revier fahren kann.
  • Installieren Sie auf Ihrem Smartphone kostenfrei die offizielle Warn-App "hessenWARN" des Landes Hessen. Über diese App können Sie einen Notruf an die 110 oder 112 absetzen und dabei Ihre Standortdaten (Geo-Koordinaten) direkt an die Leitstelle übermitteln. So kann die Polizei z. B. verdächtige Personen im Revier schneller lokalisieren. Die App bietet noch weitere nützliche Funktionen, z. B. auch einen "Wildwarner", der bei Autofahrten vor Wildunfallschwerpunkten warnt. Weiterhin können Sie in der App auswählen, ob Sie polizeiliche Informationen, Informationen zu vermissten Personen, Betrugsdelikten, Wetterwarnungen, Produktrückrufen, Schulmeldungen, usw. erhalten möchten.

Was tun, wenn im eigenen Revier Hochsitze beschädigt wurden?

  • Rufen Sie die Polizei und erstatten unbedingt sofort Strafanzeige beim zuständigen Polizeirevier oder auch über die Online-Wache. Nur so kann es gelingen, mögliche Tatzusammenhänge herzustellen.
  • Warten Sie unbedingt bis die Polizei eintrifft, bevor Sie sich der zerstörten Ansitzeinrichtung nähern und ggf. wichtige Spuren unbrauchbar gemacht werden.
  • Informieren Sie auch Ihren LJV, falls in Ihrem Revier Ansitzeinrichtungen beschädigt oder zerstört wurden.

Herzliche Grüße und Waidmannsheil

 

Markus Stifter, Pressesprecher


Wichtig: Blut-Tupferproben von Waschbär, Mink und Marderhund

19. Januar 2021

 

Die Goethe-Universität Frankfurt am Main und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung untersuchen derzeit im Rahmen des Verbundforschungsprojektes "ZOWIAC" (Zoonotische und wildtierökologische Auswirkungen invasiver Carnivoren) den Parasitenbefall sowie das Risiko von Zoonosen, die von Waschbär, Marderhund und Mink ausgehen können. Die Untersuchung auf den humanpathogenen Waschbärspulwurm soll erstmals abgesicherte Daten über den Befall der hessischen Populationen liefern.

 

In Deutschland spielt der Waschbär (Procyon lotor) als invasive Art eine bedeutende Rolle. Der Waschbär dringt in städtische Gebiete vor, in denen er anthropogene Ressourcen nutzen und sehr hohe Populationsdichten erreichen kann.

 

Ihre hohe Ausbreitungsfähigkeit und generalistische Ernährungsökologie führen dazu, dass sie fast alle natürlichen Lebensräume besiedeln können. Dabei stehen sie im Verdacht, für den Rückgang zahlreicher einheimischer Arten mit verantwortlich zu sein.

Aufgrund der Nähe zum Menschen besteht ein erhöhtes Risiko der Übertragung von zoonotischen Krankheitserregern (u.a. Waschbärspulwurm - Baylisascaris procyonis) und humanpathogener Viren und Mikroorganismen. Aktuelle Studien aus Gebieten mit bekannt hoher Infektionsrate des zoonotischen Erregers Waschbärspulwurm (B. procyonis) in Waschbärpopulationen, belegen einen starken Anstieg humaner Infektionen. Im Gegensatz zu den vektorübertragenen Infektionskrankheiten (u.a. durch hämatophage Arthropoden) sind das Zoonoserisiko, die wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen invasiver Säugetiere derzeit nur bedingt abschätzbar, da wissenschaftlich fundierte Daten fehlen.

 

Der LJV Hessen unterstützt das Projekt "ZOWIAC" und wir würden uns sehr freuen, wenn Sie diese wichtige Forschungsarbeit ebenso unterstützen.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt ZOWIAC

 

Was ist zu tun?

In der ersten Beprobungsphase werden Blut- und Gewebeproben von Waschbär, Mink und Marderhund benötigt. Die Vorgehensweise der Probenentnahme ist hierbei vergleichbar mit der Beprobung von Indikatortieren der Afrikanische Schweinepest (ASP).

Entsprechende Beprobungsmaterialien sowie eine ausführliche Beschreibung der Vorgehensweise werden hierfür als Set zur Verfügung gestellt. Die Rücksendung der Sammelbehälter erfolgt durch einen voradressierten und frankierten Umschlag an die Goethe-Universität. Dieser ist im Beprobungsset vorhanden.

 

Proben-Sets einfach und kostenfrei bestellen

Die Sets zur Probennahme können über die Goethe-Universität Frankfurt angefordert werden. Um die Portokosten geringzuhalten, bitten wir darum, möglichst Sammelbestellungen z. B. über die Hegegemeinschaften oder für mehrere Reviere (insbesondere dort, wo die Fangjagd betrieben wird) an die Goethe-Universität zu richten.

 

Kontakt für Ihre Bestellungen und sonstige Fragen:

Norbert Peter

Tel.: 069 798-42212, 0176 30 55 22985

Mail: Peter@bio.uni-frankfurt.de

 

Herzliche Grüße und Waidmannsheil 

Markus Stifter, Pressesprecher