Wildtierrettung

Wir stehen für Einsätze zur Wildsuche zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns gerne: Wildtierretter (at) hubertus-giessen.de   

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Informationen zum Wildtierrettungs-Einsatz
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Umfangreiche Informationen zur Wildtierrettung und zum Einsatz von Drohnen finden Sie unter: www.norddeutsche-wildtierrettung.de

 


Mission Rehkitzrettung geglückt

20. Juni 2022

 

Jagdverein „Hubertus“ Gießen bewahrt Jungtiere mit Drohnen vor dem Mähtod 

Während die Welt noch schläft, sind sie schon voll im Einsatz: Teamleiter Holger Claus geht zusammen mit Vereinsmitgliedern auf Rehkitzsuche.

 

12 Frauen und Männer - eine Mission: Rehkitze mittels Drohne vor dem Mähtod retten. Aber warum kommt eine Drohne mit Wärmebildkamera zum Einsatz? Alles Warme, wie ein Rehkitz, erscheint auf dem Bildschirm Weiß, alles Kalte Schwarz-Grau. Der Wärmeunterschied zwischen Tier und Umgebungstemperatur ist am frühen Morgen am größten und zeitig vor Mahdbeginn. Deshalb beginnt der Tag für die Rehkitzretter sehr früh: Es ist 5.30 Uhr und leicht bewölkt. Landwirt Jörg Mandler aus Kinzenbach sowie Mitglieder der „Rehkitzrettung“ besprechen den Drohneneinsatz über Wiesen rund um Kinzenbach. 

Als sich die Autos der Rehkitzrettung nähern, folgt die Ricke, das Reh-Muttertier, ihrem Fluchtinstinkt und versteckt sich in sicherer Ferne. Sobald sie sich entfernt, wird das Rehkitz sich ducken und sich so leise wie möglich verhalten, um nicht von Fressfeinden entdeckt zu werden.

 

Um 5.48 Uhr dann der erste Fund: Auf dem Monitor, der in 50 Meter Höhe surrenden Drohne ist das Rehkitz zu sehen. „Wenn man den weißen Punkt auf dem Wärmebild sieht, schnellt allen Mitgliedern des Teams das Adrenalin hoch“, sagt Hubertus Gießen Vorsitzender Dieter Mackenrodt. Dieter Jüttemeier streift sich die Einmalhandschuhe über, und Helfer Klaus Tegtmeyer nimmt einen Wäschekorb. Sie stiefeln durch die hohen Gräser, rupfen Grasbüschel ab und werden immer langsamer. “Noch zwei Meter“, lotst der Drohnenpilot der beiden, „jetzt nach links“. Halber Meter vor Dir. Stopp. Du bist direkt davor“. Das Gras vor Ihnen bewegt sich. Jetzt wissen Sie genau, wo das Rehkitz liegt. Es ist schon ungefähr zwei Wochen alt und hat im Vergleich zu einem gerade geborenen Tier einen leichten Fluchtreflex. Allein deshalb heißt es jetzt: Vorsicht. Schritt für Schritt nähert sich der Landwirt dem Kitz und packt schnell, aber behutsam zu. Ein lautes Fiepen unterbricht die Stille. Das Tier hat Angst und enormen Stress. „Man spürt das kleine Herz durch die Handschuhe klopfen“, ergänzt Jörg Mandler. Helfer Hans Kleindienst trägt das kleine Rehkitz an ein neues Versteck unweit der Fundstelle und stülpt den Korb über das Kitz und beschwert ihn mit einem Stein. Unter dem Korb ist es geschützt und wird sich wieder beruhigen.

Der Landwirt kann jetzt guten Gewissens seine Wiese mähen. Holger Claus entfernt am Nachmittag den Korb. Abends findet die Ricke ihr fiependes Kitz und führt es zu einem neuen Versteck. Zwei Stunden später: Mission Rehkitzrettung geglückt. Das Ergebnis: Ein Kitz. Mit so einem Erfolgserlebnis lässt es sich doch in den Tag starten.

 

Während der Jagdverein „Hubertus“ Gießen im vergangenen Jahr 19 Rehkitze rettete, sind es diese Saison schon 10 Bambis.  „Der Juni wird nochmal sportlich“, so Landwirt Jörg Mandler. Das Wichtigste beim Drohneneinsatz ist die enge Absprache zwischen Landwirten, Jägern und Rehkitzrettern. Alle wollen den Mähtod der Kitze verhindern. Mackenrodt betont: „Ein Jäger ist nicht nur am Schießen, er setzt sich auch für Arterhaltung ein. Beispielsweise in diesen Tagen für die Kitzrettung.

Fördermittel für die Anschaffung der Drohnen stellte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zur Verfügung. Neben Fördergeldern wird die Rehkitzrettung durch Spenden sowohl von Landwirten als auch Revierpächtern, für die die Kitzrettung komplett kostenfrei ist, sowie auch von Bürgerinnen und Bürgern unterstützt. 


Tier- und Naturschutz im Hubertus Gießen: Unsere „fliegenden Wildretter“ sammeln erste Erfahrungen beim Einsatz der Multikopter

6. Juli 2021

 

Wie bereits Ende Februar auf unserer Hubertus Webseite berichtet worden ist, hat der Hubertus Gießen im Oktober bei der Umweltlotterie GENAU für sein eingereichtes Projekt „Fliegende Wildretter - Einsatz eines Multikopters mit Wärmebildkamera zur Rettung junger Wildtiere“ den „Zuschlag“ in Höhe von 5000 € für die Anschaffung einer Drohne mit Wärmebildkamera erhalten.  Im Februar wurde die neugekaufte Drohne der Marke Yuneec Typhoon H520 dann übernommen und Mitglieder des Vereins durch Alexander Mohr von CopterPro ausführlich in die Technik und Nutzung der Drohne zur Wildtierrettung eingewiesen. 

Damit die Drohnen auch zu Ihrer Zweckbestimmung eingesetzt werden kann, hat sich alsbald ein kleines motivierte Team zusammengefunden, das in den darauffolgenden Wochen jeden Sonntag im Lehrrevier das „Fliegen“ geübt hat. Das gemeinsame Training hat sich sehr schnell ausgezahlt, denn so konnte nicht nur gemeinsam der Umgang mit der Drohne geübt werden, sondern auch das ein oder andere auftauchende „Problem“ mit der Technik oder den Einstellungen gelöst werden.  

 

Ein Glücksfall war auch die im April vom BMEL beschlossene Förderung zur Anschaffung von Drohnen für Vereine oder Kreisjägerschaften. Hier hat der Vorstand, vor allem unser 1. Vorsitzende Dieter Mackenrodt, nicht lang gezögert und für unseren Hubertus erfolgreich den Antrag zur Förderung der Anschaffung von zwei weiteren Drohnen gestellt. So haben wir inzwischen drei Drohnen, die durch das „Wildretter-Team“ bereits erfolgreich zur Rettung von jungen Wildtieren eingesetzt wurden. Da die Gruppe erst noch im „Training“ ist und sich auch organisatorisch noch zusammenfinden musste, erfolgten die Anfragen bisher nur über Mund-zu-Mund-Propaganda. Für die nächste Mahd-Saison ist eine vorherige ausführliche Information im Frühjahrs-Rundschreiben sowie auf der Webseite geplant.

 

Während der insgesamt zwölf Einsätze zeigte sich dann, was bereits schon gut läuft aber auch welche Bedingungen für die Drohnen schwierig sind oder was noch verbessert werden muss. Erfreulich waren natürlich die Einsätze, bei denen Kitze erfolgreich vor dem Mähwerk gerettet werden konnten. Allerdings bestätigte sich auch, dass der Einsatz der Drohne keine Garantie dafür ist, dass alle Kitze gefunden werden und keins zu Schaden kommt. So musste auch unser Wildretter-Team nach einem Einsatz erfahren, dass bei der nachfolgenden Mahd doch ein Kitz vom Mähwerk erfasst wurde. Es ist daher wichtig, sich nicht nur auf eine Maßnahme zu verlassen, sondern mit einer Kombination aus unterschiedlichen Mitteln das Risiko zu senken, dass sich Jungtiere in den Flächen befinden und durch das Mähwerk verletzt oder getötet werden.  Ideal ist hier sicherlich, wenn zusätzlich zum Einsatz der Drohne ganz klassisch am Abend vor der Mahd eine Vergrämung der Flächen erfolgt. 

Wildretter-Team sucht weitere Unterstützung:

Da wir damit rechnen, dass in der kommenden Saison deutlich mehr Einsätze des Hubertus „Wildretter-Teams“ angefragt werden, suchen wir noch weitere Unterstützung. Wenn Ihr also Lust habt, als „Drohnen-Pilot“ und oder Helfer bei der Rettung von jungen Wildtieren mitzuhelfen, meldet Euch beim Wildretter-Team unter: Wildtierretter@hubertus-giessen.de“ 

 

Das Wildretter-Team informiert Euch gerne über die Voraussetzungen und Ihr seid herzlich eingeladen bei den weiterhin regelmäßig stattfindenden Übungsstunden dabei zu sein und Erfahrungen als Pilot zu sammeln.  Eine weitere Schulung und Einweisung durch die Firma CopterPro ist für den Herbst geplant. Den genauen Termin werden wir auf der Webseite bekannt geben. 

Wildretter-Team steht auch beratend zur Verfügung:

Unser Wildretter-Team steht Euch auch gerne beratend zur Verfügung, wenn Ihr oder zum Beispiel Eure Hegegemeinschaft oder Jagdgenossenschaft überlegt eine Drohne anzuschaffen. Gerne können wir einen Vorführ-Termin ausmachen. 

 

Seit dem 6. Mai wurden bereits 14 Einsätze geflogen: 

  • 6. Mai 2021 Pohlheim-Holzheim
  • 19. Mai Dorf-Güll
  • 28. Mai Dorf Güll
  • 31. Mai Göbelnrod
  • 8. Juni Limesturm
  • 9. Juni Grüningen
  • 10. Juni Nieder-Bessingen
  • 10. Juni Bubenrod
  • 11.Juni Grünberg
  • 12. Juni Karben
  • 13. Juni Rothenbergen
  • 14. Juni Biebertal
  • 16. Juni Karben
  • 16. Juni Laubach

Autor: Hubertus Wildretter-Team

 

Der Hubertus Gießen und Umgebung e.V. dankt der Umweltlotterie Genau und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) für die finanzielle Unterstützung, ohne die eine Anschaffung der Drohnen und deren Einsatz zum Schutz unseres Wildes nicht möglich gewesen wäre.