Rebhuhnhegering

Wetterau-Gießen



Einladung zweite Sitzung

Liebe Freunde des Rebhuhns,

 

zur 2. Sitzung der interessierten Jägerschaft an einer gemeinsamen Rebhuhnhege im Landkreis Gießen laden wir herzlichst für

 

Donnerstag, den 16. April 2020 um 19.00 Uhr

in den Landgasthof Klosterwald,

Am Klosterwald 1, in 35423 Lich ein

 

Im Rahmen dieses Treffens möchten wir vom Hubertus Gießen und der Unteren Naturschutzbehörde gemeinsam mit Ihnen die nächsten Schritte und Maßnahmen besprechen.

 

Andreas Mohr vom Rebhuhnhegering Wetterau sowie Dr. Nikolaus Bretschneider‐Herrmann, Vizepräsident des Landesjagdverbandes und Vorsitzender des Fachausschusses Niederwild und Naturschutz werden ebenfalls anwesend sein und für Fragen zur Verfügung stehen. 

 

Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Erscheinen.

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Einladung zweite Sitzung
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Informationsabend des „Hubertus“ Gießen und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises zur gemeinsamen Rebhuhnhege im Rahmen eines Hegerings

7. Februar 2020

 

Am 29. Januar 2020 hat der Jagdverein „Hubertus“ Gießen und die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises zu einem Informationsabend zur Rebhuhnhege in das Landhaus Klosterwald in Lich eingeladen. Die Veranstaltung, die vom Rebhuhnhegering Wetterau und dem Landesjagdverband  Hessen unterstützt worden ist, fand regen Zuspruch und über 50 niederwildbegeisterte Jägerinnen und Jäger aus dem Gießener Raum haben sich über die Möglichkeit einer gemeinsamen Hege im Rahmen eines Rebhuhnhegerings informiert. 

 

Initiator Dieter Mackenrodt begrüßte die Anwesenden und auch einige Ehrengäste in seiner Doppelfunktion als Vorsitzender des Jagdvereins „Hubertus“ Gießen und als Vizepräsident des Landesjagdverbands Hessen. Er erläuterte, dass dieser Abend eine gemeinsame Initiative des „Hubertus“ Gießen und der UNB Gießen ist, um den zunehmenden Anfragen nach einem Rebhuhnhegering im Landkreis Gießen nachzukommen. Beim traditionellen Treffen und Erfahrungsaustausch des „Hubertus“  Gießen mit den Vorsitzenden der Hegegemeinschaften im vergangenen Jahr wurden die zunehmende Berichte über Rebhuhnvorkommen und das steigende Interesse der Jagdpächter an spezifischen Hegemaßnahmen diskutiert und gemeinsam mit dem anwesenden Vertreter der UNB Gießen, Herrn Stephan Stein beschlossen, zu prüfen, ob eine ähnliche Initiative und finanzielle Förderung auch im Landkreis Gießen möglich ist. Auf Einladung von Andreas Mohr, dem Leiter des Rebhuhnhegering Wetterau haben sich kurze Zeit später Dieter Mackenrodt, Stephan Stein, Dr. Sabine Wamser (UNB Gießen) sowie Dr. Nadine Stöveken (LJV Hessen) in einem Revier in der Wetterau getroffen und sich direkt vor Ort über die Maßnahmen zur Rebhuhnhege informiert sowie von den Ergebnissen überzeugen lassen.

Im Rahmen des Informationsabends sollte nun das Interesse der Jäger und Jägerinnen vor Ort abgefragt und das weitere Vorgehen diskutiert werden. Damit sich jeder ein Bild eines möglichen Rebhuhnhegerings machen konnte, stellte Andreas Mohr die Hegemaßnahmen und Voraussetzungen zur Mitgliedschaft vor. Wer ihn kennt weiß, dass er nicht nur, in einer ihm eigenen, sehr kurzweiligen Art auf die fachlichen Hintergründe eingeht, sondern auch aus seiner Sicht kritische Punkte deutlich anspricht und ermahnt. Mohr schilderte zunächst warum sich der Rebhuhnhegering  in der Wetterau gegründet hatte und stellte dabei positiv hervor, dass sich vor allem junge Jäger zusammen gefunden haben, die die glorreichen Tage der Niederwildjagd zwar nie erleben durften, aber dennoch großen Enthusiasmus haben, die Niederwildbesätze trotz aller widrigen Umstände wieder auf ein gutes jagdbares Niveau zu bringen.

Damit Erfahrungen ausgetauscht werden können und nicht jeder die gleichen Fehler machen muss, ist die Idee entstanden einen Hegering zu gründen. Das Vorhaben wurde vom Landkreis gefördert und der Rebhuhnhegering erhält vom Wetteraukreis eine finanzielle Unterstützung aus Mitteln der Biodiversitätsabgabe. Außerdem hat die Initiative im letzten Jahr noch eine Förderung aus der Mitteln der Umweltlotterie GENAU erhalten.

 

Durch die finanzielle Förderung kann der Rebhuhnhegering jedem Mitgliedsrevier eine digitale Karte zur Verfügung stellen. Außerdem wurden durch die Mittel bereits mehr als 600 Futtereimer angeschafft sowie Saatgut für mehrjährige Blühmischungen zusammengestellt und beides kostenlos an die Reviere weitergeben. So ist es Voraussetzung der Mitgliedschaft im Rebhuhnhegering, dass jährlich die Daten der Feldhasenerfassung und der Rebhuhnkartierung sowie der Bau- und Geheckkartierung an den Hegering übermittelt werden. Um die Ziele des Hegerings nicht zu gefährden und auch gegenüber Dritten die Glaubwürdigkeit zu behalten, setzt er hier auf eine scharfe Selektion. Erfolgt die Mitteilung nach zweimaliger, nachdrücklicher Aufforderung immer noch nicht, wird das entsprechende Revier aus dem Hegering ausgetragen. 

 

Der Rebhuhnhegering hat sich mittlerweile weit über die Kreisgrenzen ausgedehnt und zurzeit gehören mehr als 100 Reviere dem Hegering an. Die Reviere findet man inzwischen im Main-Kinzig Kreis (Sektion MKK), im Main Taunus- Kreis, im Hochtaunuskreis und auch im Kreis Gießen. Zurzeit gibt es hier neun aktive Reviere. 

Im weiteren Verlauf des Abends stellte Andreas Mohr die Maßnahmen der dreisäuligen Hege vor. Neben der obligatorischen Lebensraumverbesserung setzt der Rebhuhnhegering auf Futternothilfe und die Senkung des Prädatorendrucks durch Raubwildbejagung. Letztere Maßnahme erfolgt im Wetteraukreis, ergänzend zur Ansitz und Baujagd auch zunehmend durch die Fangjagd. Viele Reviere haben hier aufgerüstet und in teurer Lebendfanggeräte investiert. Mohr mahnt in diesem Zusammenhang aber auch kritisch an, dass die Raubwildbejagung gerade für Jungjäger eine sehr zeitintensive Maßnahme sei und hier durchaus zu überlegen ist, ob diese Zeit nicht effektiver in andere Hegemaßnahmen investiert werden sollte. Gerade die Fangjagd sei keine „Anfängermethode“ und Beginner im Bereich der Fangjagd sollen sich unbedingt an erfahrene Jäger wenden, um sich von diesen, bei dieser in der Gesellschaft auch sehr kritisch gesehenen Jagdmethode, einweisen zu lassen.

 

Eine weniger kritische aber direkt und deutlich kostengünstiger umsetzbare Hegemaßnahme sei die Futternothilfe. Hier hat der Rebhuhnhegering sich bei den Engländern und Franzosen inspirieren lassen und französische Futtereimer (sog. Feed-Hopper) importiert. Diese sind leicht und flexibel aufstellbar, so dass sie direkt in die Territorien der Rebhühner gebracht werden können. Mohr erinnert im Rahmen seines Vortrages nochmal, dass Rebhühner, anders als Fasanen territorial leben und nicht zu den Fütterungen kommen, stattdessen müssen die Fütterungen direkt in die Wohnstuben der Rebhühner gebracht werden. Dies erfordert natürlich eine gute Kenntnis seiner Besätze und der einzelnen Territorien seiner Paarhühner. „Dafür müssen Sie raus und zwar nicht nachts mit der Wärmebildkamera, sondern am späten Nachmittag, wenn sich die Paarhühner in ihren Territorien aufhalten“

 

In der Wetterau haben sich die Fütterungen gut bewährt und er kann anhand der Besatzdaten einen deutlichen Zusammenhang zwischen den Fütterungen und gemeldeten Kettenstärken erkennen. Reviere die Ihre Fütterungen gut im Griff haben, melden deutlich größere Ketten, als Reviere die nicht Füttern oder ihre Fütterungen nicht entsprechend betreuen. Dies kann nämlich sehr viel Arbeit bedeuten, insbesondere dann, wenn die Küken langsam beginnen Samen und Getreide aufzunehmen. 

 

Zum Ende seines Vortrages gibt er nochmal Tipps für die ersten Schritte zu Gründung eines Rebhuhnhegerings im Kreis Gießen. Er empfiehlt, dass die Reviere im Landkreis Gießen die kommenden Wochen nutzen, um die Frühjahrsbesätze zu ermitteln und die Territorien der einzelnen Paarhühner zu kartieren. Anschließend können Sie wieder zusammenkommen und die nächsten Schritte wie zum Beispiel die Anschaffung von Futtereimern etc. besprechen. Generell, gibt er zu bedenken, dass die Arbeit draußen im Revier erledigt werden muss und das die organisatorischen/formellen Angelegenheiten auf das Wesentliche konzentriert werden sollten.

 

Im Anschluss an den Vortrag von Mohr gab Mackenrodt das Wort an Stephan Stein von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Gießen. Stein freute sich sehr über das große Interesse an dem Rebhuhn und teilte mit, dass der Landkreis die Initiative sowohl finanziell als auch fachlich unterstützen möchte. Die Erste Kreisbeigeordnete und Naturschutzdezernentin Frau Dr. Schmahl begrüße die Initiative der heimischen Jägerschaft. Neben Geldern, zum Beispiel zur Anschaffung von Futtereimern oder Saatgut, kann die Naturschutzbehörde auch bei der Bereitstellung von Kartenmaterial behilflich sein. 

Der Landesjagdverband Hessen sicherte ebenfalls seine Unterstützung in fachlicher und auch in organisatorischer Hinsicht zu. Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle und des Vorstandes stehen mit Ihrer Fachkenntnis gerne zur Verfügung. In der anschließenden Diskussion wurden sowohl organisatorische als auch fachliche Aspekte diskutiert. Insbesondere die formellen Aspekte der Gründung und unter welcher Organisationsform (Verein mit Gemeinnützigkeit oder doch loser Zusammenschluss), der Hegering organisatorisch geführt werden soll, wurden kontrovers diskutiert. 

 

Prof. Dr. Lierz, Leiter des Arbeitskreises Wildbiologie an der JLU Gießen war als Jagdpächter vor Ort und äußerte sich sehr positiv zu der Initiative einer gemeinsamen Rebhuhnhege, der er sich mit seinem Revier auch sehr gern anschließe. Er findet auch die Einbindung des Jagdvereins Hubertus Gießen vorteilhaft, da so bei mögliche Förderanträgen eine Gemeinnützigkeit ausgewiesen und ein direkter Ansprechpartner genannt werden kann. 

 

Mohrs kritischen Bedenken zur zeitintensiven Raubwildbejagung wiederspricht er vehement und berichtet von seinen eigenen Erfahrungen. Gerade durch die Fangjagd können Raubsäuger sehr effektiv bejagt werden. In seinem Revier haben die aufgestellten Lebendfanggeräte sich bewährt und er wird die Fangjagd in einem nächsten Schritt auch auf den Waldteil ausweiten. 

 

Der Landesjagdverband unterstützt die Aussagen von Prof. Dr. Lierz und sieht in der Fangjagd, in Ergänzung zur Ansitz und Baujagd, eine wichtige Maßnahme um den Prädationsdruck auf das Niederwild sowie weiteren bedrohten Arten zu senken. 

Zum Schluss der Veranstaltung bedankte sich Dieter Mackenrodt bei dem Referenten Mohr sowie bei allen Teilnehmern für Ihr Kommen und Ihr Interesse an einer gemeinsamen Rebhuhnhege. Er fasst nochmal zusammen, dass die heutige Veranstaltung der Auftakt ist, nun zunächst alle Ihre „Hausaufgaben“ machen und der „Hubertus“ Gießen sowie die UNB Gießen Ende März nochmal für ein weiteres Treffen einladen, bei dem dann die weiteren Schritte etc. besprochen werden.