Rebhuhnhegering

Wetterau-Gießen



Einladung zur 2. Sitzung Rebhuhnhegering

7. September 2020

 

Liebe Freunde des Rebhuhns,

 

gerne möchten wir nochmal an unser Treffen zur 2. Sitzung des Rebhuhnhegerings im Kreis Gießen erinnern, zu der wir bereits im Juli herzlichst eingeladen haben:

 

Mittwoch, den 30. September 2020

um 19.00 Uhr im

Landgasthof Klosterwald, großer Tagungsraum,

Am Klosterwald 1, in  35423 Lich ein.

 

Viele von Ihnen haben bereits die Fütterungen erhalten und wir sind sehr gespannt zu hören, welche Erfahrungen Sie gemacht haben und wie sich der Rebhuhnbesatz bei Ihnen entwickelt hat. Desweitern möchten wir mit Ihnen die nächsten Schritte und Maßnahmen besprechen. Als fachliche Unterstützung stehen uns Andreas Mohr vom Rebhuhnhegering Wetterau und Dr. Nikolaus Bretschneider-Herrmann, LJV Vizepräsident für den Bezirk Wiesbaden und Vorsitzender des Fachausschusses Niederwild und Naturschutz zur Seite. 

 

Da uns einige Fragen zur Fütterung erreicht haben, möchten wir außerdem in einem kurzen Vortrag noch auf die Futternothilfe eingehen. Da sich vieles davon in der Praxis besser erläutern lässt, möchten wir Sie vor dem Treffen im Klosterwald zu einer kleinen Exkursion in das Revier Dorf-Güll einladen. Hier werden wir gemeinsam ein bestätigtes Rebhuhnrevier besichtigen und können vor Ort die verschiedenen Fragen zur Praxis der Futternothilfe erörtern. 

Wenn Sie an der kleinen Exkursion teilnehmen möchten, würden wir uns freuen, wenn Sie  am 30. September 2020 bereits um 17.00 Uhr an dem markierten Treffpunkt an der Holzheimer Str. in Dorf Güll erscheinen (Siehe Kartenausschnitt im Anhang).Im Anschluss an die Exkursion werden wir dann gemeinsam zum Landgasthof Klosterwald wechseln. 

 

Bitte geben Sie uns bis zum 23. September 2010 Bescheid, mit wieviel Personen Ihr Revier vertreten sein wird. 

 

Bitte denken Sie während der Exkursion und dem Treffen im Landgasthof Klosterwald an das Corona-bedingte Abstandgebot und tragen Sie Ihre Mund-Nasen Bedeckung wenn Sie ihren Platz verlassen. 

  

Wir freuen uns auf viele interessierte Jägerinnen und Jäger und grüßen 

mit einem herzlichen Waidmannsheil

  

i.A. Nadine Stöveken 

Landesjagdverband Hessen e.V.


Kritik an Futtereimern seitens NaBu

19. Juli 2020

 

"Nabu kritisiert Futtereimer für Rebhühner.

 

Die Aktion „Futtereimer für Rebhühner“ stößt beim Nabu-Kreisverband auf Unverständnis. In einer Pressemitteilung kritisiert der Verband vor allem die Finanzierung durch die Ausgleichsabgabe."

 

 

Lesen Sie dazu hier den kompletten Artikel im Gießener Anzeiger.

 

Unser Vorsitzender Dieter Mackenrodt antwortet darauf mit einem offenen Brief:


 

Konkurrenzgedanken bringen das Rebhuhn nicht weiter!

 

Offener Brief an den Vorsitzenden des NABU Kreisverband Gießen

als Antwort auf den Artikel „Nabu kritisiert Futtereimer für Rebhühner“ aus dem Gießener Anzeiger vom 16. Juli 2020 

 

Sehr geehrter Herr Dr. Zedler,

 

Ihre im Gießener Anzeiger veröffentlichte Pressemitteilung vom 16. Juli 2020 möchte ich nicht unkommentiert lassen. Allerdings ist es nicht im Sinne des Rebhuhns und des Naturschutzes, wenn über die Medien eine Argumentationsschlacht über die unterschiedlichen Ansätze und Methoden der Rebhuhnhege ausgetragen wird. Ich bedauere ebenfalls, dass der Gießener Anzeiger ausschließlich einseitig berichtet hat und sich nicht die Mühe gemacht hat, im Rahmen der journalistischen Sorgfaltspflicht und einer fundierten Recherche alle beteiligten Akteure zu kontaktieren und sie nach ihrer Meinung zu befragen. 

 

Zunächst möchte ich auf meinen Leserbrief als Antwort auf den Leserbrief von Mathias Korn verweisen, der am 24. Juni in der Gießener Allgemeinen abgedruckt wurde. In diesem bin ich bereits auf die immer wieder vorgebrachten Vorurteile gegenüber der Futternothilfe fachlich eingegangen und habe auch erläutert, dass die durchweg positiven Ergebnisse und Erfahrungen der bisherigen Hegeprojekte mit Fütterungen, diese klar widerlegen. Ich möchte daher hierzu nicht nochmals ausführlich Stellung beziehen, sondern darauf eingehen, dass hier seitens des NABU traurigerweise ein Konkurrenzgedanke aufgebracht wird, der weder dem Naturschutz nutzt noch dem Rebhuhn in irgendeiner Art und Weise hilft. 

 

Vielmehr drängt sich der Gedanke auf, dass es eigentlich gar nicht um das Rebhuhn geht, sondern ganz andere Dinge eine Rolle spielen. Angesichts der dramatischen Situation, in der sich das Rebhuhn befindet, habe ich jedenfalls keine andere Erklärung dafür, dass Sie nicht alle Maßnahmen begrüßen, die dazu beitragen, die Rebhuhnbesätze hessenweit zu stabilisieren und wieder aufzubauen. 

 

Neben der Aufwertung des Lebensraums und der Reduzierung der natürlichen Fressfeinde zählt hierzu auch die Futternothilfe. Es ist absolut richtig, dass diese kein dauerhafter Ersatz sein kann für fehlende Lebensräume, aber die Umsetzung von lebensraumaufwertenden Maßnahmen auf 5 bis 7 Prozent der Agrarfläche ist ein Mammutprojekt, welches in der stark genutzten Agrarlandschaft außerhalb von Feldflurprojekten ganz sicher nicht innerhalb weniger Jahre durchgeführt werden kann. 

Und seien wir doch realistisch: Selbst in den Feldflurprojekten ist die Erreichung dieses Zieles leider noch in weiter Ferne. Erfreulicherweise konnten in dem Feldflurprojekt „Bad Zwesten“ zwar bereits 30 Hektar mehrjährige Blühflächen akquiriert werden, diese stellen bei einer Gesamtgröße von 2.700 Hektar jedoch nur etwas über 1 Prozent der Gesamtfläche dar. Auch wenn weitere flankierende Maßnahmen wie Heckenpflege sowie der Erhalt und Wiederaufbau von Rainen und Saumstrukturen dazugezählt werden, wird es noch eine Weile dauern, bis in dem abgegrenzten Projektgebiet die gesetzte Mindestfläche an aufgewertetem Lebensraum erreicht ist. 

 

Bitte verstehen Sie mich jetzt nicht falsch: Jeder einzelne Quadratmeter aufgewerteter Lebensraum ist absolut wertvoll und zu begrüßen und es ist auch sehr deutlich erkennbar, wie positiv die Rebhuhnpopulation bereits jetzt auf die Naturschutzmaßnahmen reagiert. 

 

Was ich damit verdeutlichen will ist, dass es auch in bestfinanzierten und personell fachlich hochkarätig besetzten behördlichen Naturschutzprojekten keine leichte Aufgabe ist, den Lebensraum für die Offenlandarten entsprechend aufzuwerten.

Dies nun außerhalb der Projekte von heute auf morgen auf der gesamten Landesfläche umsetzen zu wollen, ist leider Wunschdenken. Und wie wir alle wissen, drängt die Zeit. Damit die noch in ganz Hessen vorhandenen Restvorkommen des Rebhuhns in der Zwischenzeit nicht aussterben, ist es meiner Meinung nach sinnvoll, neben den Bemühungen um Lebensraumverbesserung auch weitere Maßnahmen zur Stabilisierung und sogar Steigerung der Besätze anzuwenden. Ich verstehe Ihr Problem, dass Sie mit den Futtereimern haben, daher auch nicht. Natürlich handelt es sich bei Fütterungen um eine künstliche Hilfe und diese sollte auch immer nur als Überbrückung dienen, bis die Strukturen wieder so hergestellt sind, dass Wildtiere alleine ohne Hilfe ihr Auskommen finden. Solch künstliche Hilfen werden jedoch überall im Naturschutz eingesetzt und hier auch aus Naturschutzmitteln finanziert. Beispiele hierfür sind künstliche Nisthilfen für Vögel bzw. Quartiere für Fledermäuse. Denken Sie aber auch an Zäunungen zum Schutz vor Beutegreifern für bodenbrütende Vogelarten oder das Wiederansiedeln von in Gefangenschaft gezogenen bedrohten Tierarten wie dem Feldhamster oder dem Haselhuhn. 

 

Sie haben Recht, wenn Sie sagen, dass es den Küken vor allem an Insekten fehlt und die Fütterung mit Weizen in den ersten Lebenswochen nicht den Schwund an Krabbeltieren kompensieren kann. Jedoch zeigen die Erfahrungen aus der Praxis der bisherigen Hegeprojekte, dass die ganzjährige Fütterung sich vor allem in deutlich stärkeren Rebhuhnketten (Familienverbänden) auswirkt und damit einer erhöhten Kükensterblichkeit anscheinend auf irgendeine Weise entgegenwirkt. 

Aus der Wetterau sind mir auch Reviere bekannt, in denen aufgrund des hohen Flächendrucks um jeden Quadratmeter Fläche für lebensraumverbessernde Maßnahmen gerungen wird und die, trotz aller Bemühungen, nicht mal 1 Prozent aufgewertete Flächen aufweisen können. Dennoch konnten in diesen Revieren im letzten Herbst Besätze von 40 Hühnern und mehr pro 100 ha gezählt werden. Das sind, auch im deutschlandweiten Vergleich, Spitzenbesätze. Und glauben Sie mir, die Jäger und Jägerinnen vor Ort würden sich lieber eine Vielzahl wunderbar blühender Flächen anschauen und diese pflegen, als mehrmals pro Woche Fütterungen aufzufüllen oder die zeit- und kostenintensive Fangjagd zu betreiben.

 

Ich hoffe, ich konnte Sie davon überzeugen, dass die Futternothilfe eine geeignete Hilfsmaßnahme ist, um die Restvorkommen der Rebhühner in der aktuellen Situation weiter zu stabilisieren und zu fördern. Nur wenn wir diese Populationen erhalten, werden wir auch in Zukunft eine gesunde gesamthessische Population sicherstellen können. Es kann nicht das Ziel sein, Rebhühner in ein paar Jahren aus den wenigen Feldflurprojekten wieder in der gesamten Fläche anzusiedeln. 

 

Arbeiten wir doch zusammen anstatt gegeneinander, so können wir unsere gemeinsamen Ziele auch schneller erreichen. 

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Dieter Mackenrodt 

 

In diesem Zusammenhang lesen Sie das nebenstehende Antwortschreiben von Dieter Mackenrodt auf den Leserbrief von Korn, Linden:

Download
Antwortschreiben auf den Leserbrief Korn
Adobe Acrobat Dokument 285.6 KB


„Rebhuhnhegering Wetterau-Gießen“ startete mit der Ausgabe der Rebhuhneimer für die Futternothilfe

5. Mai 2020

 

Auch wenn aufgrund der derzeitigen Einschränkungen die zweite Informationsveranstaltung zur gemeinsamen Rebhuhnhege im Landkreis Gießen leider abgesagt werden musste, haben die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Gießen, der Jagdverein Hubertus Gießen und der Landesjagdverband gemeinsam mit den ersten Maßnahmen für das Projekt „Rebhuhnhegering Wetterau-Gießen“ begonnen. So wurden für jedes Revier, das sich bereits gemeldet hat, Karten erstellt und die „Rebhuhneimer“ für die Futternothilfe ausgeteilt. Damit die engagierten Rebhuhnschützer auch gleich loslegen konnten, hat jedes Revier außerdem noch einen 50 kg Sack mit einem speziell angemischten Rebhuhnfutter erhalten. 

Wir sind sehr gespannt auf die Erfahrungsberichte aus den einzelnen Revieren und hoffen, dass wir uns spätestens im Herbst bei einem gemeinsamen Treffen austauschen und über weitere Maßnahmen diskutieren können. Bis dahin wünschen wir allen weiterhin viel Freude an der Niederwildhege und natürlich viel Kraft und Gesundheit in dieser besonderen Zeit. 

 

Die Initiatoren des „Rebhuhnhegerings Wetterau-Gießen“ danken dem Landkreis für die finanzielle Unterstützung und Andreas Mohr für die kompetente fachliche Begleitung. 

 

Wenn Sie sich mit Ihrem Revier ebenfalls dem Rebhuhnhegering Wetterau-Gießen anschließen möchten, können Sie sich gerne an folgende Kontaktpersonen wenden:

 

Dieter Mackenrodt (LJV und Hubertus Gießen) d.mackenrodt (at) t-online.de

oder 

Dr. Nadine Stöveken (LJV) Nadine.stoeveken (at) ljv-hessen.de

 

Telefon: 06032 9361-11


Informationsabend des „Hubertus“ Gießen und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises zur gemeinsamen Rebhuhnhege im Rahmen eines Hegerings

7. Februar 2020

 

Am 29. Januar 2020 hat der Jagdverein „Hubertus“ Gießen und die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises zu einem Informationsabend zur Rebhuhnhege in das Landhaus Klosterwald in Lich eingeladen. Die Veranstaltung, die vom Rebhuhnhegering Wetterau und dem Landesjagdverband  Hessen unterstützt worden ist, fand regen Zuspruch und über 50 niederwildbegeisterte Jägerinnen und Jäger aus dem Gießener Raum haben sich über die Möglichkeit einer gemeinsamen Hege im Rahmen eines Rebhuhnhegerings informiert. 

 

Initiator Dieter Mackenrodt begrüßte die Anwesenden und auch einige Ehrengäste in seiner Doppelfunktion als Vorsitzender des Jagdvereins „Hubertus“ Gießen und als Vizepräsident des Landesjagdverbands Hessen. Er erläuterte, dass dieser Abend eine gemeinsame Initiative des „Hubertus“ Gießen und der UNB Gießen ist, um den zunehmenden Anfragen nach einem Rebhuhnhegering im Landkreis Gießen nachzukommen. Beim traditionellen Treffen und Erfahrungsaustausch des „Hubertus“  Gießen mit den Vorsitzenden der Hegegemeinschaften im vergangenen Jahr wurden die zunehmende Berichte über Rebhuhnvorkommen und das steigende Interesse der Jagdpächter an spezifischen Hegemaßnahmen diskutiert und gemeinsam mit dem anwesenden Vertreter der UNB Gießen, Herrn Stephan Stein beschlossen, zu prüfen, ob eine ähnliche Initiative und finanzielle Förderung auch im Landkreis Gießen möglich ist. Auf Einladung von Andreas Mohr, dem Leiter des Rebhuhnhegering Wetterau haben sich kurze Zeit später Dieter Mackenrodt, Stephan Stein, Dr. Sabine Wamser (UNB Gießen) sowie Dr. Nadine Stöveken (LJV Hessen) in einem Revier in der Wetterau getroffen und sich direkt vor Ort über die Maßnahmen zur Rebhuhnhege informiert sowie von den Ergebnissen überzeugen lassen.

Im Rahmen des Informationsabends sollte nun das Interesse der Jäger und Jägerinnen vor Ort abgefragt und das weitere Vorgehen diskutiert werden. Damit sich jeder ein Bild eines möglichen Rebhuhnhegerings machen konnte, stellte Andreas Mohr die Hegemaßnahmen und Voraussetzungen zur Mitgliedschaft vor. Wer ihn kennt weiß, dass er nicht nur, in einer ihm eigenen, sehr kurzweiligen Art auf die fachlichen Hintergründe eingeht, sondern auch aus seiner Sicht kritische Punkte deutlich anspricht und ermahnt. Mohr schilderte zunächst warum sich der Rebhuhnhegering  in der Wetterau gegründet hatte und stellte dabei positiv hervor, dass sich vor allem junge Jäger zusammen gefunden haben, die die glorreichen Tage der Niederwildjagd zwar nie erleben durften, aber dennoch großen Enthusiasmus haben, die Niederwildbesätze trotz aller widrigen Umstände wieder auf ein gutes jagdbares Niveau zu bringen.

Damit Erfahrungen ausgetauscht werden können und nicht jeder die gleichen Fehler machen muss, ist die Idee entstanden einen Hegering zu gründen. Das Vorhaben wurde vom Landkreis gefördert und der Rebhuhnhegering erhält vom Wetteraukreis eine finanzielle Unterstützung aus Mitteln der Biodiversitätsabgabe. Außerdem hat die Initiative im letzten Jahr noch eine Förderung aus der Mitteln der Umweltlotterie GENAU erhalten.

 

Durch die finanzielle Förderung kann der Rebhuhnhegering jedem Mitgliedsrevier eine digitale Karte zur Verfügung stellen. Außerdem wurden durch die Mittel bereits mehr als 600 Futtereimer angeschafft sowie Saatgut für mehrjährige Blühmischungen zusammengestellt und beides kostenlos an die Reviere weitergeben. So ist es Voraussetzung der Mitgliedschaft im Rebhuhnhegering, dass jährlich die Daten der Feldhasenerfassung und der Rebhuhnkartierung sowie der Bau- und Geheckkartierung an den Hegering übermittelt werden. Um die Ziele des Hegerings nicht zu gefährden und auch gegenüber Dritten die Glaubwürdigkeit zu behalten, setzt er hier auf eine scharfe Selektion. Erfolgt die Mitteilung nach zweimaliger, nachdrücklicher Aufforderung immer noch nicht, wird das entsprechende Revier aus dem Hegering ausgetragen. 

 

Der Rebhuhnhegering hat sich mittlerweile weit über die Kreisgrenzen ausgedehnt und zurzeit gehören mehr als 100 Reviere dem Hegering an. Die Reviere findet man inzwischen im Main-Kinzig Kreis (Sektion MKK), im Main Taunus- Kreis, im Hochtaunuskreis und auch im Kreis Gießen. Zurzeit gibt es hier neun aktive Reviere. 

Im weiteren Verlauf des Abends stellte Andreas Mohr die Maßnahmen der dreisäuligen Hege vor. Neben der obligatorischen Lebensraumverbesserung setzt der Rebhuhnhegering auf Futternothilfe und die Senkung des Prädatorendrucks durch Raubwildbejagung. Letztere Maßnahme erfolgt im Wetteraukreis, ergänzend zur Ansitz und Baujagd auch zunehmend durch die Fangjagd. Viele Reviere haben hier aufgerüstet und in teurer Lebendfanggeräte investiert. Mohr mahnt in diesem Zusammenhang aber auch kritisch an, dass die Raubwildbejagung gerade für Jungjäger eine sehr zeitintensive Maßnahme sei und hier durchaus zu überlegen ist, ob diese Zeit nicht effektiver in andere Hegemaßnahmen investiert werden sollte. Gerade die Fangjagd sei keine „Anfängermethode“ und Beginner im Bereich der Fangjagd sollen sich unbedingt an erfahrene Jäger wenden, um sich von diesen, bei dieser in der Gesellschaft auch sehr kritisch gesehenen Jagdmethode, einweisen zu lassen.

 

Eine weniger kritische aber direkt und deutlich kostengünstiger umsetzbare Hegemaßnahme sei die Futternothilfe. Hier hat der Rebhuhnhegering sich bei den Engländern und Franzosen inspirieren lassen und französische Futtereimer (sog. Feed-Hopper) importiert. Diese sind leicht und flexibel aufstellbar, so dass sie direkt in die Territorien der Rebhühner gebracht werden können. Mohr erinnert im Rahmen seines Vortrages nochmal, dass Rebhühner, anders als Fasanen territorial leben und nicht zu den Fütterungen kommen, stattdessen müssen die Fütterungen direkt in die Wohnstuben der Rebhühner gebracht werden. Dies erfordert natürlich eine gute Kenntnis seiner Besätze und der einzelnen Territorien seiner Paarhühner. „Dafür müssen Sie raus und zwar nicht nachts mit der Wärmebildkamera, sondern am späten Nachmittag, wenn sich die Paarhühner in ihren Territorien aufhalten“

 

In der Wetterau haben sich die Fütterungen gut bewährt und er kann anhand der Besatzdaten einen deutlichen Zusammenhang zwischen den Fütterungen und gemeldeten Kettenstärken erkennen. Reviere die Ihre Fütterungen gut im Griff haben, melden deutlich größere Ketten, als Reviere die nicht Füttern oder ihre Fütterungen nicht entsprechend betreuen. Dies kann nämlich sehr viel Arbeit bedeuten, insbesondere dann, wenn die Küken langsam beginnen Samen und Getreide aufzunehmen. 

 

Zum Ende seines Vortrages gibt er nochmal Tipps für die ersten Schritte zu Gründung eines Rebhuhnhegerings im Kreis Gießen. Er empfiehlt, dass die Reviere im Landkreis Gießen die kommenden Wochen nutzen, um die Frühjahrsbesätze zu ermitteln und die Territorien der einzelnen Paarhühner zu kartieren. Anschließend können Sie wieder zusammenkommen und die nächsten Schritte wie zum Beispiel die Anschaffung von Futtereimern etc. besprechen. Generell, gibt er zu bedenken, dass die Arbeit draußen im Revier erledigt werden muss und das die organisatorischen/formellen Angelegenheiten auf das Wesentliche konzentriert werden sollten.

 

Im Anschluss an den Vortrag von Mohr gab Mackenrodt das Wort an Stephan Stein von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Gießen. Stein freute sich sehr über das große Interesse an dem Rebhuhn und teilte mit, dass der Landkreis die Initiative sowohl finanziell als auch fachlich unterstützen möchte. Die Erste Kreisbeigeordnete und Naturschutzdezernentin Frau Dr. Schmahl begrüße die Initiative der heimischen Jägerschaft. Neben Geldern, zum Beispiel zur Anschaffung von Futtereimern oder Saatgut, kann die Naturschutzbehörde auch bei der Bereitstellung von Kartenmaterial behilflich sein. 

Der Landesjagdverband Hessen sicherte ebenfalls seine Unterstützung in fachlicher und auch in organisatorischer Hinsicht zu. Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle und des Vorstandes stehen mit Ihrer Fachkenntnis gerne zur Verfügung. In der anschließenden Diskussion wurden sowohl organisatorische als auch fachliche Aspekte diskutiert. Insbesondere die formellen Aspekte der Gründung und unter welcher Organisationsform (Verein mit Gemeinnützigkeit oder doch loser Zusammenschluss), der Hegering organisatorisch geführt werden soll, wurden kontrovers diskutiert. 

 

Prof. Dr. Lierz, Leiter des Arbeitskreises Wildbiologie an der JLU Gießen war als Jagdpächter vor Ort und äußerte sich sehr positiv zu der Initiative einer gemeinsamen Rebhuhnhege, der er sich mit seinem Revier auch sehr gern anschließe. Er findet auch die Einbindung des Jagdvereins Hubertus Gießen vorteilhaft, da so bei mögliche Förderanträgen eine Gemeinnützigkeit ausgewiesen und ein direkter Ansprechpartner genannt werden kann. 

 

Mohrs kritischen Bedenken zur zeitintensiven Raubwildbejagung wiederspricht er vehement und berichtet von seinen eigenen Erfahrungen. Gerade durch die Fangjagd können Raubsäuger sehr effektiv bejagt werden. In seinem Revier haben die aufgestellten Lebendfanggeräte sich bewährt und er wird die Fangjagd in einem nächsten Schritt auch auf den Waldteil ausweiten. 

 

Der Landesjagdverband unterstützt die Aussagen von Prof. Dr. Lierz und sieht in der Fangjagd, in Ergänzung zur Ansitz und Baujagd, eine wichtige Maßnahme um den Prädationsdruck auf das Niederwild sowie weiteren bedrohten Arten zu senken. 

Zum Schluss der Veranstaltung bedankte sich Dieter Mackenrodt bei dem Referenten Mohr sowie bei allen Teilnehmern für Ihr Kommen und Ihr Interesse an einer gemeinsamen Rebhuhnhege. Er fasst nochmal zusammen, dass die heutige Veranstaltung der Auftakt ist, nun zunächst alle Ihre „Hausaufgaben“ machen und der „Hubertus“ Gießen sowie die UNB Gießen Ende März nochmal für ein weiteres Treffen einladen, bei dem dann die weiteren Schritte etc. besprochen werden.